Kinderängste

Kindliche Ängste „Mama ich trau mich aber nicht!“ - Kindliche Ängste und wie Sie damit umgehen
Die meisten Eltern kennen die Situation, dass ihr Kind abends nur bei Licht einschlafen möchte, unter dem Bett ein Monster vermutet oder in der Nacht öfter aufwacht und ins elterliche Bett kommen möchte, weil es Angst hat im eigenen zu schlafen. Lesen Sie hier, welche entwicklungsbedingten Ängste bei Kindern normal sind, wie Sie als Eltern damit umgehen und wann professioneller ärztlicher Rat eingeholt werden sollte.

Entwicklungsbedingte Ängste bei Kindern

Im Laufe des kindlichen Heranwachsens gibt es verschiedene Phasen und Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Eine dieser natürlichen Entwicklungsaufgaben ist das Entstehen von Angst und der Umgang mit derselben. Meist treten Ängste bei Kindern besonders in Entwicklungsphasen des körperlichen und geistigen Umbruchs auf. Diese Ängste sind wichtig für die weitere Entwicklung des Kindes. Sie fungieren als eine Art Schutzmechanismus. Die Bewältigung der jeweiligen Ängste ermöglicht es dem Kind, sich zu entwickeln und weitere Lebensaufgaben zu bewältigen. Folgende Lebensphasen und die dafür typischen Ängste lassen sich grob klassifizieren:

  • Ab Ende des ersten Lebensjahres: In dieser Entwicklungsphase entstehen erstmals Ängste beim Kind. Diese manifestieren sich hauptsächlich in Trennungsängsten von den nahen Bezugspersonen. Eltern kennen diese Situationen dann, wenn ihr Kind in Kinderkrippe oder Kindergarten eingewöhnt wird. Hier kommt es in der Regel erstmals zur Trennung von einer vertrauten Bezugsperson, von Mama oder Papa. Das Kind begibt sich in eine fremde Umgebung und in die Hände fremder Personen, es weiß nicht, was auf es zukommen wird. Hier ist es besonders wichtig, dass Ihr Nachwuchs die Verlässlichkeit seiner vertrauten Person spürt. Wenn Sohnemann oder Tochter jeden Tag immer wieder verlässlich zu einer bestimmten Uhrzeit abgeholt werden, wird sich die Trennungsangst legen. Auf Mama und Papa kann ich mich verlassen, sie lassen mich nicht alleine und holen mich immer wieder nach Hause ab. Diese Ängste sind völlig normal und die Bewältigung dieser Gefühle bringt Ihr Kind in der Entwicklung weiter und hilft ihm, auch andere anfangs vielleicht angstbesetzte Situationen zu bewältigen.
  • Ab einem Alter von drei Jahren: Ab diesem Lebensalter spricht man von der „magischen Phase“, in der sich das Kind nun befindet. Ängste zeigen sich vermehrt in der Furcht vor Hexen, Gespenstern oder anderen Fantasiewesen. In diesem Alter ist für das Kind alles möglich, schöne und schreckliche Dinge. Sowohl der Weihnachtsmann und Osterhase, als aber auch der fünfköpfige Drache existieren real in der Gedankenwelt des Kindes. Hinzu kommt oft die Angst vor Dunkelheit oder Naturgewalten wie Blitz und Donner. Das Kind möchte nur noch bei Licht schlafen oder hat Angst alleine im eigenen Zimmer, so dass es öfters ins elterliche Schlafzimmer kommt um sich sicher und geborgen zu fühlen.
  • Ab dem sechsten Lebensjahr: Die magische Phase des kindlichen Denkens ist nun vorüber und der Nachwuchs kommt in die Phase des realistischen Denkens. Dieser Entwicklungsabschnitt ist gekennzeichnet durch weitere Umbrüche wie z.B. das Verlassen des Kindergartens und den Eintritt in die Schule. Das magische Denken wird durch ein realistisches abgelöst, korrespondierend mit neuen Ängsten. Diese beziehen sich hauptsächlich auf Versagensängste in der Schule, Angst vor Ablehnung, Verletzungen, Krankheit und Tod.
Angst bei Kindern

Wie gehen Sie als Eltern mit der Angst Ihres Kindes um?

Wichtig ist, dass Sie als Eltern in besonders angstbesetzten Phasen Ihres Kindes dessen Ängste nicht bagatellisieren oder abtun. Nehmen Sie Ihr Kind ernst und geben Sie ihm Sicherheit und Vertrauen. Nur so schafft es Ihr Kind seine Ängste zu bewältigen, Selbstvertrauen aufzubauen und in die nächste Entwicklungsphase zu kommen. Erzählen Sie Ihrem Kind von Situationen, in denen auch Sie Angst hatten und wie Sie diese bewältigt haben. Lassen Sie Ihr Kind in Angstphasen nie alleine und signalisieren ihm, dass es sich Ihnen immer anvertrauen kann. Dem Kind nützt es in dem Moment nichts, wenn Sie sagen: „Ach, Monster gibt es doch gar nicht!“ Hier sollten Sie jedoch auch den goldenen Mittelweg einschlagen, für den Sie als Mama oder Papa sicherlich das beste Gespür haben: Ängste nicht dauerhaft zum Familienthema machen, aber immer ein offenes Ohr für den Nachwuchs haben, ihn stärken und Selbstvertrauen geben wann immer es möglich ist.

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Konkrete Tipps für den Umgang mit kindlichen Ängsten

Mit folgenden Tipps können Sie Ihrem Kind ganz konkret helfen, mit seinen Ängsten umzugehen und das gemeinsame Familienleben entspannter gestalten:

  • Vermeiden Sie am Abend angstbesetzte Situationen, die sich später in der Dunkelheit noch verstärken könnten. Dazu gehört der Fernseher!
  • Führen Sie abendliche Rituale ein, bei denen Ihr Kind gut zur Ruhe kommen kann und ein Wohlgefühl eintritt: Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte, gemeinsames Kuscheln, ein Lieblingsstofftier fürs Bett
  • Lassen Sie die Zimmertüre Ihres Kindes einen Spalt auf und ein kleines Nachtlicht brennen
  • Gestalten Sie das Zimmer Ihres Kindes heimelig und angenehm, z.B. mit einem selbstleuchtenden Sternenhimmel über dem Bett
  • Lesen Sie mit Ihrem Kind Bücher zum Thema Angst, z.B. Mut-mach-Geschichten
  • Machen Sie Ihr Kind stark und schenken ihm so mehr Selbstvertrauen, z.B durch sportliche Betätigung für ein angenehmes und entspanntes Körpergefühl
  • Seien Sie als Eltern Vorbild. Je angstfreier Sie mit bestimmten Situationen umgehen, desto besser wird es auch Ihr Nachwuchs schaffen
  • Spielen Sie mit Ihrem Kind angstauslösende Situationen in Form eines Rollenspiels durch (z.B. Situationen in der Schule, beim Arzt). So können Sie die Ängste Ihres Kindes spielerisch erkunden und mit kleinen Impulsen Lösungsmöglichkeiten anstoßen
Abend-Ritual: Vorlesen

Wann ist es Zeit einen Therapeuten aufzusuchen?

Bisher sprach ich in dem Artikel von normalen, entwicklungsbedingten Ängsten und dem Umgang mit denselben. Beobachten Sie Ihr Kind in angstbesetzten Phasen genau. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der Alltag und die Entwicklung durch die Ängste Ihres Kindes erheblich beeinträchtigt wird, panische und langanhaltende Angstphasen vorkommen, das Kind unter physischen Symptomen wie Bauchschmerzen ohne erklärbare körperliche Ursache leidet oder Sie sich im Umgang mit Ihrem Kind selber ängstlich und unsicher fühlen, dann sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Gespräche mit erfahrenen Therapeuten können dann hilfreich sein, um diese Phasen zu bewältigen und das Kind für sein weiteres Leben stärken. Wichtig ist immer, das Kind genau zu beobachten und wenn nötig Hilfe zu organisieren. Nicht bewältigte Ängste können in späteren Lebensphasen zu Depressionen und schweren Angststörungen führen, was es unbedingt zu vermeiden gilt.

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