Das Zahnen

Zahnendes BabyDer Beginn des Zahnens variiert von Baby zu Baby sehr stark. Kommen in extrem seltenen Fällen Babys schon mit einem Zahn zur Welt, so fängt es bei anderen erst mit einem knappen Jahr an.
Fakt ist - irgendwann erwischt es alle, und die Zeit des „Brei Schlürfens“ rückt in eine vage Erinnerung.

Durchschnittlich mit ca. 8 Monaten bahnt sich das erste Beisserchen seinen unaufhaltsamen Weg durch das Zahnfleisch bis er schließlich bereit ist, sich über „feste“ Mahlzeiten herzumachen.
Gut klar – ein Schnitzel wird auch kein Baby mit einem Zahn sinnvoll kauen können, aber es ist schon so – dass mit den ersten Zähnen oft auch die Lust auf andere Nahrungsmittel (wie weiches Brot, Bananen und anderes weiches Obst) beim Nachwuchs aufkeimt.

Manche Eltern erzählen Geschichten, dass man eines Morgens aufgewacht sei und das Baby hatte das erste Zähnchen im Mund. Nachgewiesen sind solcherlei Erzählungen selbstverständlich nicht – und den meisten Eltern, die diese Zeit hinter sich haben, erscheinen solche Geschichten als blanke Erfindung und Gemeinheit um die eigene Schlaflosigkeit noch enormer zu empfinden.
Denn für die meisten Babys stellt das Zahnen eine äußerst unerfreuliche Empfindsamkeit im Rachen dar, die vor allem nachts für kurze Schlafintervalle und lange Äußerungen des Unbehagens führen.
Jeder der live dabei war wie sich seine Weisheitszähne im späteren Alter auf natürlichem Wege in die Mund-Flora vorangetastet haben, wird mit den Babys mitfühlen können, denn Schmerzen und Entzündungen am Zahnfleisch sind auch für Erwachsene sehr unangenehme Randerscheinungen.
Für das Baby kommt erschwerend hinzu, dass die Artikulations-Fähigkeit meist noch nicht so richtig ausreicht, um den Eltern von Beginn an die Quelle des Schmerzes zu verkünden. Und ein verzweifeltes Bauchmassieren durch die hilfsbereiten Eltern (denn man kennt es ja mittlerweile, dass das Baby manchmal Bauchschmerzen hat) hilft nun wirklich in den wenigsten Fällen um den Zahnschmerz zu lindern…

Spätestens nach dem 1. Zahn jedoch sind die meisten Eltern auch hier sensibilisiert und greifen gekonnt zu den wichtigsten Utensilien, die es dem Nachwuchs ein wenig leichter machen, mit seinen Schmerzen klar zu kommen.

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Was hilft hängt auch stark vom jeweiligen Kandidaten ab.
Die direkte Nähe zu Mama oder Papa ist natürlich in jedem Falle immer eine sehr gute Wahl. Auch wenn die Schmerzlaute im Bereich des „5 gestrichenen Cs“ in direkter Nähe zum Ohr des Erziehungsberechtigten sicherlich gegen die Genfer Konventionen verstoßen, so wirkt die Elterliche Nähe immer beruhigend und tröstend auf das Baby und sollte als erstes immer erfolgen bis die weiteren Schmerz lindernden Möglichkeiten parallel vorbereitet wurden.
Manchen Kindern helfen Beißringe aus dem Kühlschrank sehr gut beim Zahnen. Gekühltes festes Obst kann alternativ dazu ebenfalls Verwendung finden und wird von vielen Schreihälsen gerne genommen. Das Kauen und Nagen an harten Gegenständen und der daraus resultierende Druck auf dem leicht entzündeten Zahnfleisch, vermindert interessanterweise bei manchen Babys den Eindruck des Schmerzes. Für andere Babys wiederum funktionieren diese Werkzeuge gar nicht. Selbst der sonst ach so geliebte Schnuller wird in großen Verzweiflungsgesten aus dem Mund katapultiert, da selbst dieser Druck auf das Zahnfleisch als unangenehm empfunden wird.
Hier haben sich dann div. Cremes aus der Apotheke oder dem Drogeriemarkt als nützlich erwiesen.
Dies sind meist auf pflanzlicher Basis lokal wirkende Betäubungsmittel, die den Schmerz an der aufgetragenen Stelle für einige Zeit zurückdrängen. Gerade nachts sind solche Cremes hilfreich, da die Wirkungsphase meist so lange anhält das das Baby sicher in den Schlaf hinübergleiten kann, und der wiederkehrende Schmerz dann oftmals im Tiefschlaf unbemerkt bleibt.

Ärgerlicher Weise geht neben dem neuen Zahn parallel oft auch eine Erkältung/Infekt einher...
So sind die Eltern doppelt gefordert und müssen noch exakter austarieren wo das eigentliche Problem liegt. Es ist aber ein Irrglaube, dass der Infekt WEGEN dem Zahn aufgetreten ist. Es ist vielmehr so, dass sich der Zahn beim in Erscheinung treten zeitlich unpassend an den Infekt anschließt. Warum dies gefühlt so oft der Fall ist (wie viele Eltern berichten) wurde unseres Wissens aber noch nicht maßgeblich untersucht.

Für die meisten Eltern bleiben diese Phasen der schlaflosen Nächte nicht aus.
Gerade bei den ersten 4 Zähnen und den ersten Backenzähnen kann man jeweils grob 4 Tage bis zu einer Woche Schlafentzug einkalkulieren. Wichtig ist – immer Ruhe zu bewahren und auch beim vierten oder fünften Mal in der Nacht liebevoll auf das von Schmerzen geplagte Baby eingehen. Unwirsche - weil übernächtigte - Eltern sind bei der Schmerzverarbeitung meist wenig hilfreich.
Doch auch diese Zeit geht vorüber und mit jedem Zähnchen wird der Nachwuchs mehr und mehr ein vollwertiges Familienmitglied am Esstisch.

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