"Mein Kind ist krank" - Masern, Mumps, Röteln und Co.

Masern, Mumps, Röteln und Co.Als Kinderkrankheit wird üblicherweise eine infektiöse Erkrankung bezeichnet, ausgelöst durch Viren oder Bakterien, die vornehmlich im Kindesalter auftritt. Hat das Kind die jeweilige Erkrankung überstanden, die sich oft epidemieartig verbreitet, so besitzt es meist eine lebenslange Immunität gegen den entsprechenden Virus oder das auslösende Bakterium. Gegen die meisten Kinderkrankheiten wird heute auch erfolgreich geimpft, so dass viele Infektionskrankheiten im Kindesalter zahlenmäßig zurückgehen. Impfungen werden oft kontrovers diskutiert, was nicht Thema dieses Artikels sein soll. Ich möchte Ihnen einen Überblick über Symptome und Behandlugsmöglichkeiten der verschiedenen Kinderkrankheiten geben und welche Empfehlungen von der STIKO (Ständige Impfkommission) gegeben werden. Weiterführende Informationen zum Thema "Impfen – ja oder nein?" finden Sie auf dieser Seite unter http://www.erziehung-online.de/gesundheit-ernaehrung/impfung-kinderkrankheiten.

Virale Kinderkrankheiten

Auslöser der folgenden Kinderkrankheiten sind Viren, die meist durch Kontakt- oder Tröpcheninfektion übertragen werden. Die vier klassischen viral übertragenen Kinderkrankheiten sind Masern, Mumps, Röteln und Windpocken.

Masern

Der Masern-Virus wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Beim Husten, Niesen oder Sprechen gelangen die Viren in die Luft und werden von anderen Menschen eingeatmet. Aus diesem Grunde sind Masern auch höchst ansteckend, ist der Masern-Virus in Kindergarten oder Schule einmal ausgebrochen, so kann man davon ausgehen, dass er sich epidemieartig ausbreitet und alle ungeimpften Kinder befällt. Die Krankheitszeichen bei Masern treten in zwei Stadien auf: Im ersten Stadium machen sich grippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber bemerkbar. Die spezifischen Symptome des Hautausschlages treten erst im zweiten Stadium der Erkrankung auf: Meist hinter den Ohren beginnend breitet sich ein großfleckiger und dunkelroter Hautausschlag über den ganzen Körper aus. Weiße Flecken an der Mundschleimhaut können ebenfalls Kennzeichen der Masernerkrankung sein, das Fieber steigt sehr hoch an. Der Masern-Virus selber kann nicht bekämpft werden, wenn er einmal ausgebrochen ist. Die Therapie der Krankheit besteht dann in der Linderung der Symptome:

  • Bei hohem Fieber helfen Zäpfchen, die der Arzt verschreibt oder Wadenwickel um das Fieber zu senken
  • Das Immunsystem Ihres Kindes ist geschwächt, daher sollten Sie auf Ruhe und Erholung achten. Am besten das Zimmer abdunkeln, da sich der Virus auf die Augen legen und eine Bindehautentzündung hervorrufen kann.
  • Geben Sie Ihrem Kind viel zu trinken, damit der Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen wird, wenn Ihr Kind durch das Fieber viel geschwitzt hat.
  • Der Hautausschlag bei Masern kann Juckreiz verursachen. Linderung verschafft ein kühles, feuchtes Tuch, das bei Bedarf auf die juckenden Körperstellen aufgelegt wird.

Informieren Sie den KindergartenInformieren Sie in jedem Fall Kindergarten oder Schule, wenn bei Ihrem Kind Masern diagnostiziert wurden, da gerade in Gemeinschaftseinrichtungen das Ansteckungsrisiko sehr hoch ist. Schutz vor Masern bietet nur eine Impfung gegen den Virus.
Die STIKO empfiehlt eine zweimalige Impfung gegen Masern: Die erste Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten und die zweite sechs Wochen nach der ersten Impfung. Geimpft wird meist mit einem kombinierten Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff. In jüngerer Zeit wird diese Kombination noch durch einen Impfstoffzusatz gegen Windpocken ergänzt. Nach ungefähr vier bis sieben Tagen klingt der Hautausschlag ab und die Haut beginnt sich zu schuppen. Ihr Kind sollte frühestens eine Woche nach der Erkrankung wieder zur Schule oder in den Kindergarten gehen. Dies ist je nach individuellem Befinden des Kindes zu entscheiden, da die Masern eine schwere Infektionserkrankung sind und das Immunsystem Ihres Kindes noch länger schwächen können.



Anzeige


Mumps

Die im Volksmund als "Ziegenpeter" bezeichnete Kinderkrankheit wird ebenfalls durch einen Virus ausgelöst. Vornehmliches Kennzeichen ist die Schwellung der Ohrspeicheldrüse verbunden mit oft starken Schmerzen in diesem Bereich. Begleitsymptome der Erkrankung können ein allgemeines Krankheitsgefühl verbunden mit Schnupfen, Husten und Fieber sein. Mumps hat eine relativ lange Inkubationszeit. Bevor die ersten Anzeichen sichtbar werden und die Ohrspeicheldrüse anschwillt, vergehen in der Regel 16 bis 18 Tage. Bereits in dieser Zeit und bis zu 9 Tage ab Anschwellen der Ohrspeicheldrüse ist die Krankheit ansteckend. Bei manchen Menschen treten jedoch auch keine Symptome auf, der Virus wird aber dennoch übertragen. Mumps gehört zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten, daher informieren Sie in jedem Fall Kindergarten und Schule, wenn bei Ihrem Kind Mumps diagnostiziert wurde. Wie bei den Masern erschöpft sich die Therapie der Krankheit in der Behandlung der Symptome und Begleiterscheinungen. Gegen eine schmerzende und geschwollene Ohrspeicheldrüse helfen schmerzlindernde Medikamente, die der Arzt verschreibt. Hausmittel wie warme Öl- und Quarkwickel lindern die Schmerzen in den Ohren und wirken abschwellend. Da Mumps Folgeerkrankungen wie eine Hodenentzündung verbunden mit späterer Sterilität bei Jungs hervorrufen kann, empfiehlt die STIKO ebenso wie gegen andere virale Kinderkrankheiten eine frühzeitige Impfung. Informationen zum kombinierten Impfstoff finden Sie im Abschnitt über Masern.

Röteln

Röteln und WindpockenRöteln sind ebenfalls eine virale Infektionskrankheit übertragen durch Tröpfcheninfektion. Das für Röteln verantwortliche Rubella-Virus löst einen großflächigen roten Hautausschlag aus, der vor allem im Anfangsstadium leicht mit Masern oder Scharlach verwechselt werden kann. Röteln gelten als klassische Kinderkrankheit, die meist im Baby- und Kleinkindalter auftritt. Einmal überstanden, besitzt das Kind gegen diese Infektionskrankheit eine lebenslange Immunität. Die Inkubationszeit des Virus liegt zwischen 14 und 21 Tage, mit Röteln infizierte Menschen sind etwa eine Woche vor und eine Woche nach Auftreten des typischen Hautausschlages ansteckend. Röteln sind ebenso wie die anderen bereits beschriebenen Kinderkrankheiten oft von unspezifischen Symptomen begleitet. Das Kind hat Husten, Schnupfen, Fieber und fühlt sich abgeschlagen. Oft kommt es zu einer Bindehautentzündung der Augen. Die STIKO empfiehlt für diese Kinderkrankheit ebenfalls wie für Masern und Mumps den kombinierten Impfstoff im Säuglingsalter. Röteln können nämlich besonders für schwangere Frauen gefährlich werden und Missbildungen beim ungeborenen Kind auslösen. Auch die Ringelröteln, die oft in Kindergarten und Schule epidemieartig ausbrechen sind eine ernstzunehmende Infektionserkrankung. Betroffene Kinder überstehen diese meist unbeschadet, gefährlich sind diese aber ebenso wie die klassischen Röteln für Schwangere und das ungeborene Kind.

Windpocken

Die Windpocken, auch Varizellen genannt, werden durch den Varizella-Zoster-Virus ausgelöst und sind eine weitere hochansteckende Infektionskrankheit im Kindesalter. Der Virus zählt zu den Herpesviren und bleibt nach Ausheilung der Krankheit ein Leben lang im Körper. Bei Menschen mit schwachem Immunsystem kann dieser später reaktiviert werden und Herpes in verschiedenen Ausprägungen und Gürtelrose auslösen. Der Beginn der Windpocken ist uncharakteristisch, meist äußert er sich in allgemeinem Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit, Husten, Schnupfen, Fieber Kopf- und Gliederschmerzen. Erst danach tritt der typisch juckende bläschenförmige Hautausschlag auf, in dieser Zeit bis zur Verkrustung sind die Windpocken hochansteckend. Die symptomatische Therapie besteht in der Behandlung des Juckreizes durch die Gabe von juckreizstillenden Medikamenten. Auch tägliche Bäder sowie das Aufhalten in kühler Umgebung können den quälenden Juckreiz lindern. Am besten schneiden Sie in dieser Zeit Ihrem Kind die Fingernägel kurz, damit es sich die Haut nicht aufkratzt und keine Narben entstehen. Heute empfehlen Ärzte und die STIKO ebenfalls eine Impfung gegen die Windpocken, kombiniert mit dem Masern- Mumps-Röteln-Impfstoff.



NACH OBEN
Kontakt Impressum Datenschutzerklärung