Autor Thema: Wie bringe ich meinen Sohn dazu zügiger zu arbeiten und auch gleich anzufangen?  (Gelesen 5581 mal)

susi

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Hallo,

hat jemand Tipps, wie ich das bewerkstelligen kann? Er sitzt stundenlang an den Hausaufgaben und in der Schule schreibt er manchmal in 25 Min. drei Worte!
Das war nicht immer so. Scheinbar ist das nur so eine Phase. Leider weiß ich weder wo das her kommt, noch wie ich dieser Situation begegnen soll.
Bitte helft mir.  :-[
Ich möchte, dass mein Sohn wieder fröhlich draußen toben kann, statt den ganzen Nachmittag an den Hausaufgaben zu sitzen.
Das habe ich ihm auch schon ausführlich erklärt und mit ihm besprochen! Alles reden hilft nichts. :-\

peter

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wie alt ist er? was meinst du mit " gleich anfangen"? sofort nachdem essen?

im grunde ist es ja seine entscheidung...wenn er net fertig ist und vorran macht kann er net raus...will er raus muss er vorran machen....
anna ist 6 und hat das auch schon bemerkt..ist eben so ....

sitzt du evt die ganze zeit dabei oder bekommt er viel aufmerksamkeit wenn er nix macht und trödelt?

je nach alter: was meint er den dazu wenn du ihn fragst warum er so trödelt und ob er den net fertig werden möchte?
hat er sport oder spieltermine? kann er die den einhalten?


zuz

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Also ich bin selbst noch nicht so weit und kann daher nur theoretische Tipps geben, aber:
HA auf eine Stunde begrenzen. Ist er danach noch nicht fertig, beendet er das trotzdem. Dann kriegt er zwar Ärger, aber das könnte helfen, dass er schneller macht.
Weniger "brutal", hat hier mal jemand geschrieben: Zwei Stoppuhren laufen lassen, eine für die Gesamtzeit, eine für die eigentliche Arbeitszeit. Damit ihm das richtig bewusst wird.

Caristia

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Bei uns wurde in der Schule gesagt daß die Hausaufgaben nicht länger als 30 Minuten dauern sollten. Also intensiv 30 min arbeiten und nicht noch 2x auf die Toilette gehen oder 15 Minuten sich draußen die Vögel angucken, etc. Wenn das Kind dann innerhalb der 30 min. nicht fertig geworden ist, sollen die Eltern drunter schreiben, daß das Kind 30 min. an den HA gearbeitet hat.

Bei uns läuft es allerdings auch so ab, daß Noah seine Hausaufgaben fertig macht. Egal ob es jetzt nur 15 min waren oder 45 min. Ihm machen die Hausaufgaben aber auch Spaß und er macht sogar die freiwilligen Aufgaben zusätzlich.



susi

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Hallo satti,

er ist 8 Jahre und in der 3. Klasse. Mit gleich angfangen meine ich nicht erst eine halbe Stunde zum Fenster raus schauen und auf dem Stift rum kauen.
Wahrscheinlich ist es wirklich das Problem, das ich mich dabei stetze oder in der Nähe bleibe. Klar hat er Fußball und verabredet sich. Aber ich kann ihn doch nicht gehen lassen, wenn er nicht fertig wird?! Wenn ich raus gehe oder nach oben, macht er gar nichts mehr oder nur Quatsch. Aber ich werde das versuchen.
Leider macht er in der Schule auch nur sehr wenig, so dass er das meiste nicht kann. Es fehlt ihm einfach die Übung!
Er hat jetzt drei Nachmittage Aufgaben nachgearbeitet und hat jedesmal bis zum Abend gebraucht. Davor hat er mich einfach belogen und behauptet, er hat keine HA auf.
Es ist echt der Horror!!

lotte81

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Zunächst einmal würde ich um zu umgehen, dass er noch mal Dinge absichtlich vergisst, mit den Lehrerin im Austausch bleiben...also DIE sollen die Hausaufgaben ins Mitteilungsheft eintragen....Dann hast du wenigstens einen Überblick und er ist nicht am Ende total resigniert, weil er auch noch 3 Tage nacharbeiten muss.....zumindest für die derzeitige Phase oder eine Weile
Dann würde ich wohl mal schauen, ob man sich mit ihm irgendwie "verständigen" kann über das Thema und ihn fragen,w as er sich denn vorstellt (und keine Hausaufgaben machen, kann ja acuh für ihn keine Option sein  ;) )...evtl. ist es ihm ja lieber erst spielen zu gehen und die Hausaufgaben dann am späten Nachmittag zu machen...ist vielleicht nicht das, was so als "Ideal" vorgegeben wird, aber Arbeitstypen sind ja unterschiedlich! Oder vielleicht die Aufgaben aufteilen? Einen Teil nach dem Mittagessen und einen Teil dann vor dem Abendessen.... das müsste man dann halt testen, was funktioniert  :-\
Wenn du schreibst, ihm fehlt Übung und er kann das meiste nicht: Hat er denn evtl. mittlerweile so ein "Wissensloch", dass er deshalb einfach kein Licht mehr sieht das aufzuholen? Das kann schon sehr frustrierend sein  :-\ Dann müsste man wohl eher irgendwie einen PLan erstellen, wie er das "verpasste" schnell wieder aufholt und evtl. wieder mit mehr Spass und somit auch Elan arbeitet durch Erfolgserlebnisse .....


peter

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ich hab auch gerade spontan gedacht: vielleicht ist der amre kerl einfach überfordert?
mit dem schulstoff ? mit dem zeitmanagment allgemein?

gab es den schon andere zeiten?

und nein ich meinte nicht das du ihn raus lassen sollst wenn er net fertig ist sondern ich dachte das sowas ja für ihn anreitz zum zügigen arbeiten sein könnte  :-\

Butterschokokeks

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Auf die Gefahr hin, dass ich nun etwas überlesen habe: Hilfst du ihm denn bei den Hausaufgaben bzw. sagst es ihm vor (sodass er eiegtnlcih nur auf deine Hilfe wartet)?

Fliegenpilz

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Zunächst einmal würde ich um zu umgehen, dass er noch mal Dinge absichtlich vergisst, mit den Lehrerin im Austausch bleiben...also DIE sollen die Hausaufgaben ins Mitteilungsheft eintragen....Dann hast du wenigstens einen Überblick und er ist nicht am Ende total resigniert, weil er auch noch 3 Tage nacharbeiten muss.....zumindest für die derzeitige Phase oder eine Weile

An dieser Stelle würden wohl die meisten Lehrer sich ausklinken, denn ... sonst trage sie bald für 25 Schüler täglich die Hausaufgaben in die diversen Hausaufgabenhefte und wichtige Lernzeit geht verloren.

Anders:
Mit der Lehrerin im Austausch bleiben und sie bitten zu kontrollieren ob das Kind die Hausaufgaben ordentlich eingetragen hat.
Vorallem braucht man dem Kind ja nicht noch die "lästige Aufgabe" abnehmen - und es immer nochmal vorzeigen ist ja noch lästiger, da wird man bestimmt sehr bald sehr zuverlässig ;)

dragoness

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« Letzte Änderung: 30. Oktober 2014, 17:26:45 von dragoness »

lotte81

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Zunächst einmal würde ich um zu umgehen, dass er noch mal Dinge absichtlich vergisst, mit den Lehrerin im Austausch bleiben...also DIE sollen die Hausaufgaben ins Mitteilungsheft eintragen....Dann hast du wenigstens einen Überblick und er ist nicht am Ende total resigniert, weil er auch noch 3 Tage nacharbeiten muss.....zumindest für die derzeitige Phase oder eine Weile



Anders:
Mit der Lehrerin im Austausch bleiben und sie bitten zu kontrollieren ob das Kind die Hausaufgaben ordentlich eingetragen hat.
Vorallem braucht man dem Kind ja nicht noch die "lästige Aufgabe" abnehmen - und es immer nochmal vorzeigen ist ja noch lästiger, da wird man bestimmt sehr bald sehr zuverlässig ;)
OK, stimmt  ;D das klingt in der Tat logischer  :)


dragoness

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« Letzte Änderung: 30. Oktober 2014, 17:26:22 von dragoness »

Elenya

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ich war grade vor 2 tagen auf nem vortrag wos fast ausschliesslich um hausaufgaben ging, deshalb kling ich gleich evtl. etwas oberlehrerhaft (ist aber unbeabsichtigt)

sie sagte 1000 mal das "überbemuttern" irgendwann mal nach hinten los geht (überbemuttern = daneben sitzen, alle fehler verbessern, dreinreden, zuviel erklären usw.)
kinder sollten schon ab der 1. hausaufgabe an das selbständige arbeiten, fehlermachen und zeit herangeführt werden (in altersgerechten schritten)

der arbeitsplatz sollte richtig gewählt werden, die kinder sollten die füsse auf dem boden (festen untergrund) haben beim sitzen, der tisch (egal ob schreibtisch, esstisch, wohnzimmertisch) sollte immer leer sein weger der ablenkungsgefahr, deshalb auch den schreibtisch nicht direkt ans fenster stellen

die hausaufgaben sollten immer zur gleichen zeit gemacht werden bzw. vereinbarte zeiten, mit nur wenigen ausnahmen und vorallem nie auf den abend verschoben werden

die kinder sollen selbständig ihre schulsachen her und weg räumen

man soll sich von den kindern erkären lassen was sie aufhaben, wie sie das alles machen müssen usw. also nicht den "oberlehrer" spielen und dem kind sagen, du mußt jetzt das und das und das machen

bewusst fehler in der hausaufgabe drin lassen, damit kinder auch den konflikt mit den lehrern lernen, das gespräch mit dem lehrer nicht scheuen usw. (wichtig für die höheren klassen)

wenn man merkt das ein kind für bestimmte aufgaben ewigkeiten braucht, eine zeit festlegen (evtl. sogar mit nem tickenden wecker bildlich machen) und nach dieser zeit einfach aufhören (vermerk für den lehrer machen "in 15 min hat mein sohn soviel geschafft'" ), wenn ein lehrer dann anmahnt das das kind zu langsam ist, schneller arbeiten muß usw. zählt bei den kindern mehr als wenn die mutter das 1000 mal sagt (zügig arbeiten ist einfach wichtig aber der 3. klasse, schulaufgaben haben ja auch immer eine zeitangabe usw.), wenn man nicht sicher ist welche zeit man für welche aufgabe veranschlagen soll einfach die lehrer fragen

fazit: die kinder soviel wie möglich allein machen lassen, die kinder fehler machen lassen (aus fehlern lernt man mehr), kinder bewusst in lehrer/kind konflikte (hausaufgaben vergessen, hausaufgabe falsch, sauberkeit, schulranzen zustand usw.) laufen lassen, nur so entwickeln sie selbständigkeit, eigenverantwortlichkeit und keine scheu vor den lehrkräften, die kinder müssen sich später einfach trauen zu sagen "ich versteh das nicht, könnten sie mir das nochmal erklären" usw.

so sorry, das war viel text, die eckpunkte sind mir eingefallen, hoffe es war evtl. ein tip für dich dabei, und ich will jetzt nicht klugscheißer technisch rüberkommen, hab nur den vortrag wieder gegeben :)

achja, ganz wichtig sei auch die kinder nicht tv gucken zu lassen zwischen schule und hausaufgabe, und auch täglicher streit, gemotze, geschimpfe wegen hausaufgaben soll man vermeiden dann lieber die hausaufgaben abbrechen bevor es eskaliert, sonst steigern sich die problem nur noch mehr mit der zeit



liadan

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Elenya, das sind ja super Tipps, hast Du dann auch einen Tipp dafür was man macht wenn man das Kind mit nicht fertiggemachten Hausaufgaben in die Schule schickt und am nächsten Tag noch mehr Stoff hinzukommt den das Kind nicht bewältigt in der vorgegebenen Zeit und oder aufgrund des zu langsamen arbeiten vom Lehrer noch ZUSATZAUFGABEN bekommt?

Wieviele Stoff soll das Kind denn auf diese Art und Weise nicht machen bzw. verpassen weil es zu langsam arbeitet?

Ist ja schon und gut diese 30 Minuten Spanne, was passiert aber dann auf die Dauer wenn man sich strikt daran hält? Das kind kommt einfach nicht mehr mit und dann?

Kinder sind keine Maschinen und das eine Kind schafft das super in wenigen Minuten und das nächste Kind braucht länger und wenn dann ein Kind noch ein paar Tage wegen krankheit fehlt dann fehlt ihm ja noch mehr Stoff.

Gibt es dafür auch eine Lösung? Mein Sohn sitzt 45 Minuten in der Lernzeit und dann im Hort auch manchmal noch mal was über 1,5 Stunden an den Hausaufgaben und an Zusatzaufgaben. Zusätzlich sollen alle Kinder zu Hause noch jeden Tag mindestens 15 Minuten lesen übe, das sie da Frust aufbaut ist doch klar, wenn ich jetzt nach den hier vorgeschriebenen Dingen vorgehen würde dann wäre ja die Lernzeit in der Schule schon zu viel. Wenn ich dann sagen würde ok das was Du  nicht schaffst musst Du auch im Hort oder dann zu Hause nicht machen, dann kommt er ja nie hinterher.

Also WIE bringt man ein Kind dazu eben zügig zu arbeiten. Von allen Seiten hören wir z.b. Marius kann das er hat nur keinen Bock, er versteht auch alles und ist ein pfiffiges Kerlchen er will nur lieber spielen oder sagt das ist ihm langweilig also wie knackt man denn so eine harte Nuss und so einen sturen Bock?

Hausaufgaben abbrechen wegen Gemotze und Gezeterre, in dem Falle bei uns hätte unser Sohn ja genau das was er will und dann? Wie lange soll das so gehen? Macht das mal ein zwei Wochen so und dann ist der Berg an nicht bewältigtem Stoff groß und dann?
« Letzte Änderung: 16. November 2012, 09:25:05 von liadan »
 

Heutzutage ist es so verdammt schwer dumm zu sein,  weil die Konkurrenz so gigantisch ist!

Elenya

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wie gesagt ich habe nur die worte der lehrerin wiedergegeben die den vortrag hielt, praxis erfahrung hab ich noch keine wirklichen weil leon erst seit sep. geht, allerdings hat die lehrerin erfahrung durch über 30 jahre beruf und 2 eigenen kindern

sie meinte auch das in der 1. und 2. klasse die hausaufgaben zur vertiefung des schulstoffes sind, also nichts neues, sondern nur wiederholungen, manche lehrer hier in bayern sind sogar total gegen hausaufgaben (ist aber anderes thema)

die jeweilige zeitspanne muß auch immer mit dem lehrer besprochen werden weil man ja nicht pauschal sagen kann für rechnen soviel und für schreiben soviel usw.

zusatzaufgaben wegen vergessen oder nicht geschafft haben der hausaufgaben gibts bei uns z. b. in der 1 klasse überhaupt nicht

manchmal hilft auch einfach mal ein gespräch mit den lehrern, ich z.b. dachte ich tu was gutest wenn ich jetzt am anfang immer neben leon sass und ihn auf jeden fehler hingewiesen hab, aber genau das hilft meinem sohn nur sehr wenig weil ihm eh schon das selbstvertrauen fehlt und durch mein überbemuttern wirds nicht besser :(

im endeffekt gibts halt wie bei allem keine patent lösung, jedes kind ist anderst, und die meinung der eltern auch, nur wenn von anfang an das hausaufgaben machen nur zu konflikten führt wie solls dann mal später werden



 

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