Autor Thema: Migrationshintergrund  (Gelesen 2747 mal)

schwalbe

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Migrationshintergrund
« am: 01. Juli 2019, 21:33:50 »
Was genau versteht ihr unter „Menschen mit Migrationshintergrund“?

Hier an der Grundschule kursieren Gerüchte, dass zwischen 50-70% der Kinder einen Migrationshintergrund hätten. Auf die Frage, was das denn genau bedeutet kamen ganz unterschiedliche Antworten.
Das statistische Bundesamt definiert so:

"Eine Person hat dann einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren ist."

Hier unter den Eltern ging es von „Kinder ohne deutschen Pass“ über „Kinder die nicht in D geboren sind“ bis zu „Kinder deren Eltern oder Großeltern zugewandert sind“

Wie ist eure Definition ?

zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel (Goethe)

Meph

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #1 am: 01. Juli 2019, 21:38:56 »
so wie das Bundesamt es definiert. folglich auch alle mit britischer, amerikanischer, schwedischer etc Staatsbürgerschaft.


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mareka

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #2 am: 02. Juli 2019, 08:24:04 »
An der Schule, an der ich arbeite, müssen die Eltern auf einem Aufnahmebogen ankreuzen bzw. Fragen beantworten. Wenn mindestens eines zutrifft, dann gilt es als Migrationshintergrund:
- keine deutsche Staatsangehörigkeit
- Deutsch ist nicht die Alltagssprache in der Familie
- nicht in Deutschland geboren.

Wobei dieses "nicht in D. geboren" ja ein weiter Begriff ist. Also so Dinge wie plötzliche Geburt im Urlaubsland oder Familie war für 1 Jahr im Ausland und kam dann zurück nach D. etc.... Das ist ja dann kein Migrationshintergrund.

Der Begriff ist so weit dehnbar und die Hintergründe und Auswirkungen so verschieden, dass man mit so Aussagen wie 80% der Schüler haben einen Migrationshintergrund eigentlich gar nichts anfangen kann.
Sohn 06/2005
Tochter 08/2008

Honigbluete

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« Antwort #3 am: 02. Juli 2019, 11:26:14 »
Ich finde die Definition vom statistischen Bundesamt ganz eindeutig und verwende das auch so. Ich wüsste auch nicht, wie man das sonst verwenden sollte...

~Netti~

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #4 am: 02. Juli 2019, 14:20:40 »
Kinder, deren Eltern keine Deutschen sind.

Wobei es ja auch zb türkische Eltern mit deutschem Pass gibt, in deren Familien trotzdem türkisch gesprochen wird und türkische Traditionen gepflegt werden, obwohl die dann ja deutsche Staatsbürger sind. Dann haben die Kinder für mich trotzdem einen Migrationshintergrund. Vom Pass mache ich das nicht zwingend abhängig.


Emma2006

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #5 am: 02. Juli 2019, 15:36:28 »
Migrationshintergrund hat ja nicht zwingend etwas mit dem Pass zu tun. Wenn auch nur 1 Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Hat das Kind einen Migrationshintergrund egal welche Sprache zu Hause gesprochen wird.





schwalbe

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #6 am: 02. Juli 2019, 21:56:23 »
Ok, danke euch!
Ich hatte hier nach der Diskussion mit den anderen Eltern echt das Gefühl, ich bin die einzige, die es so wie das statistische Bundesamt sieht...

Seltsam fühlt es sich an, dass ich zum ersten Mal realisiert habe, dass ich auch einen Migrationshintergrund habe. Meine Mutter ist ja zum studieren eingewandert (sie war aus Indonesien, ist aber Chinesin) und spricht auch heute noch ein schlechtes Deutsch. Trotzdem war mir das nie bewusst.
 
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Mondlaus

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #7 am: 02. Juli 2019, 23:59:57 »
Bei uns an den Schulen ist es genau, wie es mareka geschrieben hat - diese drei Punkte. Das ist keine Ansichtssache - das hat auch praktische Implikationen, da es pro Kind mit Migrationshintergrund mehr Förderung gibt, kleinere Klassen usw.

Meine Kinder sind Deutsche, fallen aufgrund der Familiensprache drunter. Mit viel Freude wurde das von der Schule von E so übernommen, obwohl ich Deutsche bin - gibt schließlich Vorteile.

Ich selbst habe keine eigene Definition und hab da noch nie drüber nachgedacht, es ist keine relevante Kategorie für mich persönlich, denn es ist rein rechtlich und außerhalb des Bildungswesens halt wenig relevant, für mich persönlich schon gar nicht. Jemand, der nicht die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist rein rechtlich ein "Ausländer". 

Leider ist "Migrationshintergrund" ja meist auch negativ behaftet, ist ein Negativkriterium. Wer will schon eine Schule mit vielen Kindern mit Migrationshintergrund? Oder in ein Stadtviertel ziehen? Wenn ich erzähle, dass meine Kinder quasi Migrantenkinder sind, dann machen die meisten erst einmal große Augen, machen dann aber recht deutlich, dass Australier (Amerikaner, Schweden, Kanadier...etc) nicht unter ihre eigene Kategorie fallen, denn sie denken da eher an: Albaner, Türken, alles muslimische...

« Letzte Änderung: 03. Juli 2019, 00:03:50 von Mondlaus »
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« Antwort #8 am: 03. Juli 2019, 10:06:41 »
Ich hatte ähnliche Gedanken wie Mondlaus. Für mich ist das keine wirkliche Kategorie und ich habe das für mich noch nie genau definiert. Wir arbeiten und leben in so einem multinationalen und multikulturellen Umfeld, dass das einfach wirklich normal ist.

Meine Zwillinge haben dann wohl per definitionem auch einen Migrationshintergrund, weil ihr Papa Ausländer ist.




 

Kinder sind nicht nur freundliche Lichtstrahlen des Himmels,
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peter

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« Antwort #9 am: 03. Juli 2019, 10:52:16 »
Wenn man genau diese kriterien hernimmt - und aufgrund dieses threads hab ich das mal gemacht, gibt es hier echt wenig familien im nahen umfeld die keinen migrationshintergrund haben. Iwi ist alles „ multikulti“
Mein opa war tscheche aber sonst alles in meiner familie „ deutsch“ bei meinem mann auf einige generationen auch.
Aber im umfeld .... meine enkelin hat einen russischen papa, meinen nichten einen österreichischen, meine freundin ist aus californien , die andere hat italienische wurzeln, eine lebte bis sie 13 war in
Kasachstan , alles multikukti . Ist doch klasse, alle sollen leben wo sie glücklich sind und sich benehmen, ärsche gibt es überall und wird es immer geben

Honigbluete

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #10 am: 03. Juli 2019, 11:04:48 »
Ich hatte selbst vor 30 Jahren in meinem Kleinstadt-Gymnasium mehrere Kinder mit Migrationshintergrund. Da waren verschiedenste Nationalitäten vertreten, überwiegend waren es interkulturelle Ehen der Eltern, einige kamen tatsächlich selbst erst als Kinder nach Deutschland. Hat aber nie irgendwen gestört und war auch nie relevant. Aufgefallen ist es erst bei einem Klassenfest/Projektwoche mit dem Motto Interkulturelle Schule. Spontan erinnere ich mich an folgende Länder: England, Japan, Amerika, Pakistan, Türkei, Polen, Ungarn... es waren bestimmt noch mehr.

Eine Freundin von mir war in Bonn in der Schule und hatte dort wegen der vielen Diplomatenkinder extrem viele Mitschüler aus anderen Ländern. Damals war Bonn ja noch Hauptstadt... ;D

Ich empfinde Migrationshintergrund nicht per se als nachteilig, das birgt auch viele Chancen (wenn man sie nutzt bzw. nutzen kann).

deep_blue

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« Antwort #11 am: 03. Juli 2019, 16:20:12 »
An der Schule, an der ich arbeite, müssen die Eltern auf einem Aufnahmebogen ankreuzen bzw. Fragen beantworten. Wenn mindestens eines zutrifft, dann gilt es als Migrationshintergrund:
- keine deutsche Staatsangehörigkeit
- Deutsch ist nicht die Alltagssprache in der Familie
- nicht in Deutschland geboren.

Wobei dieses "nicht in D. geboren" ja ein weiter Begriff ist. Also so Dinge wie plötzliche Geburt im Urlaubsland oder Familie war für 1 Jahr im Ausland und kam dann zurück nach D. etc.... Das ist ja dann kein Migrationshintergrund.

Der Begriff ist so weit dehnbar und die Hintergründe und Auswirkungen so verschieden, dass man mit so Aussagen wie 80% der Schüler haben einen Migrationshintergrund eigentlich gar nichts anfangen kann.

Mh, genau wie du schreibst, nach der Definition hat mein Sohn auch einen Migrationshintergrung, da er in Amerika geboren ist. Aber nicht während eines Urlaubes, sondern ganz regulär während unseres vierjährigen Aufenthaltes dort. Und natürlich ist er doch Deutscher, denn beide Elternteile sind deutscher Herkunft.

Somit, sehr befremdlich für mich den Migrationshintergrund an dem Ort der Geburt festmachen zu wollen.
Ich ziehe die Definition des statitischen Bundesamtes vor.

Als wir nach Deutschland zurückkehrten hätte ich mir dennoch sehr gewünscht, dass meine Tochter, die in Amerika bereits zur Schule ging, in Deutsch eine Unterstützung bekommen hätte. Sie sprach und dachte zu dem Zeitpunkt rein "englisch". Die Unterstützung bekam sie aber nicht, denn beide Elternteile sind deutsch.
« Letzte Änderung: 03. Juli 2019, 16:22:12 von deep_blue »
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« Antwort #12 am: 03. Juli 2019, 19:02:36 »
Deep_blue bei uns würde sie diese Unterstützung bekommen und als Migrationshintergrund laufen. Zum Glück, denn meine Kinder sprechen auch eher schlecht Deutsch und E wird erst seit diesem Halbjahr als deutsche Muttersprachlerin benoter.Und dein Sohn würde - wenn er gut genug Deutsch spricht - nicht als Migrationshintergrund laufen. Es gibt also solche Ausnahmen, den gesunden Menschenverstand entsprechend.
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Meph

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« Antwort #13 am: 03. Juli 2019, 19:08:30 »
wir brauchten das damals im Kindergarten immer nur für die Statistik. Für alles andere war es egal.
Und mir als Person ist es eh Wurscht.


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« Antwort #14 am: 03. Juli 2019, 19:13:49 »
Von was für einer Unterstützung sprichst du da, Mondlaus? Hier bekommen die Kinder, die als Asylanten gerade mal 1-2-3 Jahre hier sind, in der Schule gar keine Unterstützung.  :-\ Die werden dem Alter entsprechend in die jeweilige Klasse eingeteilt, je nach Platz auf Haupt- oder Realschule und das war's.

Mir als Mensch isses auch wurscht wer was für einen Migrationshintergrund hat. Sowieso. Meine Schwägerin ist Spätaussiedler aus Kasachstan. Die Mutter meines Mannes war Deutsche aus Rumänien.


schwalbe

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« Antwort #15 am: 03. Juli 2019, 20:46:29 »
Auf dem letzten Schulfest sagte die Rektorin „wir unterrichten Kinder aus 25 Nationen, das bereichert unseren Alltag“. Dann war Schweigen im Saal. Ich stand ganz hinten und konnte fast alles überblicken und habe laut geklatscht. Ich fand das toll. Dann haben ca 3/4 der anderen Eltern auch geklatscht. Einige nicht, das fand ich traurig.
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« Antwort #16 am: 03. Juli 2019, 20:58:13 »
Unsere Kinder haben dann auch einen Migrationshintergrund. Mein Mann ist Österreicher. Sie haben die doppelte Staatsbürgerschaft. Ich hab da noch nie drüber nachgedacht und auch noch nie angekreuzt, dass sie einen Migrationshintergrund haben. Aber es ist.mir auch einfach ganz egal, woher ein Mensch kommt. Sympathisch und ehrlich muss er sein, der Rest interessiert mich nicht.



schwalbe

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« Antwort #17 am: 03. Juli 2019, 21:10:08 »
Es ist doch aber nicht egal wo jemand herkommt. Das macht einen Menschen doch aus. Die Vergangenheit, die Kindheit, die Familie und die Art aufzuwachsen prägt doch für den Rest des Lebens.
Es ist nicht negativ einen hohen Prozentsatz an Kindern Migrationshintergrund in der Schule zu haben, und trotzdem ändert sich etwas im Alltag der Kinder. Ich finde ja oft zum guten.
Hier in der Schule wird das aber oft als Grund vorgeschoben, warum es „nicht so rund läuft“. Ich fände tatsächlich auch, dass kleine Klassen besser wären, wenn viele Kinder erst deutsch lernen, aber da spürt man leider nichts von zusätzlicher Förderung.
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« Antwort #18 am: 03. Juli 2019, 21:20:59 »
Also mir ist es egal. Bei mir kann ber auch jeder so leben, wie er möchte. Ich lerne gerne andere Traditionen kennen. Klar prägt die Herkunft einen Menschen, dennoch reicht es mir, wenn ich den Menschen  nett finde.



peter

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« Antwort #19 am: 03. Juli 2019, 23:51:18 »
Also selbst wenn ich „ rein deutsch bin“ und meine freundin auch dann können wir dich trotzdem total unterschiedlich aufgewachaen sein, andere werte vermittelt bekommen habe  , andere religiöse ansichten, andere prioritäten...
Dazu bedarf es , wie ich finde, keine unterschiedlichen nationen. Daher : es ist egal wo jemand her kommt, es spielt nur ne rolle wer er ist

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« Antwort #20 am: 04. Juli 2019, 06:35:13 »
Ich mag diesen Strang hier. Zeigt er doch auf wie divers Deutschland lebt und dies im Grunde seit Menschen Gedenken! Das ist schön und gut, muss eventuell immer einfach mal in Erinnerung gerufen werfen.

Netti, sie haben ein Anrecht darauf in Deutsch eine Unterstützung zu bekommen und dies meine ich flächendeckend für ganz Deutschland. Sicherlich von Bundesland zu Bundesland verschieden, aber dennoch vorhanden. Die Frage ist, ob es auch in Anspruch genommen wird.
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« Antwort #21 am: 04. Juli 2019, 07:41:38 »
In Anspruch genommen würde es bestimmt. Aber Deutschkurse sind hier in der Kreisstadt. Und die Asylanten sind alle so dezentral untergebracht, dass sie da schlicht nicht hinkommen. Bzw. erst hinkommen, wenn sie Führerschein und Auto haben. Meine Freundin und ihr Mann (Syrer) machen jetzt den Deutschkurs, nach 3 Jahren in D. Weil sie jetzt ein Auto haben und beide den Führerschein gemacht haben. Alles was sie bisher an Sprache können, können sie von YouTube. Die Kinder kommen hier in die Klassen, je nach Alter, und dann geht's weiter. Bewertet werden sie auch völlig normal. Der Sohn meiner Freundin hat den Hauptschulabschluss letztes Jahr geschafft. Hat dieses Jahr versucht Real zu machen und hat es nicht geschafft, weil er eine 5 in D hat. Er hätte einen Durchschnitt von 3.0 haben müssen um Real zu bekommen, hat aber leider nur 3.07 erreicht. Macht das 10. Schuljahr jetzt nochmal. Von Unterstützung der Schule kann hier keine Rede sein. Helfen tut ihm mein Sohn. Generell bekommen die Leute keine Hilfe. Helfen tu immer ich. Privat. Behördenkram. Anträge. Usw. Ich hab auch noch mit anderen Flüchtlingen zu tun. (Syrer, Iraker) Da ist es ähnlich.
« Letzte Änderung: 04. Juli 2019, 07:43:53 von ~Netti~ »


peter

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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #22 am: 04. Juli 2019, 07:55:28 »
Das ist echt schade netti . Hier ist ja auch dorf und kleinstadt aber es gibt in mehreren schulen einstiegsklassen in denen sind die kinder zu beginn zum deutsch lernen und um die kultur zu verstehen. Aus den klassen werden sie dann nach und nach verteilt

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« Antwort #23 am: 04. Juli 2019, 08:41:15 »
Bei uns in der Grundschule übernahm diese Förderung die Grundschule, weil es ihr wichtig war/ist. Die Kinder, in den konkreten Fällen bei meinem Sohn damals ein Mädchen aus Italien und zwei weitere Mädchen aus Syrien - alle Drei kamen mit Null Deutschkenntnissen in die erste Klasse). Ja, da fallen dann zusätzlich Stunden an für die entsprechenden Lehrer... das muss man dann auch wollen. Ist schlichtweg so.

Die Situation bei euch, Netti, ist ungeschönt desaströs.
« Letzte Änderung: 04. Juli 2019, 08:43:33 von deep_blue »
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Antw:Migrationshintergrund
« Antwort #24 am: 04. Juli 2019, 09:00:47 »
Wow, das ist krass, Netti. Hier werden die Kinder auch recht schnell in die Regelklassen verteilt, bekommen aber immerhin Deutschförderung (viel zu wenig, die reinen Vorbereitungsklassen sind leider abgeschafft worden) und werden in den ersten zwei Jahren in Deutschland nicht benotet. Für die Erwachsenen ist es glaube ich auch nicht ganz so leicht gewesen, einen Deutschkurs zu finden, aber mittlerweile läuft das ganz gut, soweit ich weiß. Bei uns in der Schule, also im Gebäude, findet so ein Kurs täglich statt.

 

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