Und Milch??
So lange das Baby mindestens 2-3 mal am Tag gestillt wird, benötigt es keine artfremde Milch. Muttermilch kann im ersten Lebensjahr und darüber hinaus den gesamten Calziumbedarf des Kindes decken. Soll vor dem ersten Geburtstag abgestillt werden, so muss künstliche Säuglingsmilchnahrung gegeben werden. Kuhmilch sollte nicht vor dem ersten Geburtstag eingeführt werden.
Was ist Zöliakie und was ist Gluten??
Die Zöliakie ist eine Stoffwechselerkrankung bei der Gluten nicht vertragen wird. Unter Gluten versteht man das Klebereiweiß in Getreidesorten wie Weizen, Hafer, Roggen, Gerste, Dinkel, Weizenstärke und Grünkern. Eine Zöliakie kann angeboren oder erworben werden und bleibt ein Leben lang bestehen. Für kleine Säuglinge kann die Zöliakie lebensbedrohlich werden, weshalb in den ersten 6-8 Monaten Gluten gemieden werden sollten. Ein erstes Anzeichen einer möglichen Zöliakie sind schwere Durchfälle und Übelkeit, weiterhin nimmt das Baby nur noch schleppend oder überhaupt nicht mehr zu. Glutenfreie Getreide sind z.B. Mais, Hirse, Reis, Amaranth und Quinoa sowie Buchweizen- und Kastanienmehl.
Selber kochen oder Gläschen füttern??
Beim Zubereiten von Babynahrung sollten Lebensmitteln aus kontrolliert-biologischem Anbau der Vorrang gegeben werden, je jünger das Baby, umso wichtiger! Sehr nitratreiche Gemüse wie z.B. Spinat sollten im Zweifel aus dem Gläschen gegeben werden. Babynahrung sollte nie lange gekocht, sondern lediglich gedünstet werden und kann problemlos auf Vorrat zubereitet und dann portionsweise eingefroren werden. Zu Anfang, wenn das Baby nur kleine Mengen verspeist, eignet sich ein Eiswürfelbehälter besonders (Hierbei unbedingt auf Hygiene achten!). Oder man entnimmt kleine Portionen aus dem Gläschen. Diese haben den Nachteil, dass sie sich nicht als Fingerfood eignen. Weiterhin sind sie teuer und man muss bei jedem Glas die Zutatenliste genau studieren, damit das Baby nicht versehendlich mit Zutaten wie Salz, Zucker, Gewürzen, Vollmilch, Sahne o.ä. "überrascht" wird.
Wie viel sollte mein Baby essen??
Diese Entscheidung muss das Baby treffen. Gesunde Babys und Kinder verfügen noch über ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl und wir sollten alles tun, um dieses nicht zu zerstören.
"Mengenangaben", z.B. die klassische Gläschenmenge von ca. 200 g, sind lediglich Durchschnittswerte: Wie es Kinder gibt, die das Doppelte essen, muss es Kinder geben, die nur die Hälfte benötigen.
Mein Baby ist ein "schlechter Esser" - was kann ich tun??
Niemals Zwang ausüben! Auch sollte das Baby nicht mit Tricks ("Ein Löffelchen für Mama ...." oder "Hier kommt das Flugzeug!") zum Essen überredet werden. Der Hunger variiert bei Kindern, je nachdem ob sie einen Wachstumsschub haben, an Gewicht zunehmen und hängt natürlich daran, wie aktiv sie sind. Auch beginnende Krankheiten können ein Grund für vorübergehende Appetitlosigkeit sein. Ebenso kann das Zahnen den Babys das Essen verleiden.
Einige Babys benötigen von Natur aus nur einen Bruchteil dessen, was Gleichaltrige essen. Sie sind damit keine "schlechten" Esser, sie essen lediglich weniger, was weder besser noch schlechter ist.
Es sollte nie zu einem Machtkampf um das Essen kommen, denn dabei gibt es nur Verlierer. Eher sollte das Baby selbstbestimmt entscheiden und auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl vertrauen.
Was und wie viel sollte mein Baby trinken??
Auch wenn ein nach Bedarf gestilltes Baby seinen gesamten Flüssigkeitsbedarf an der Brust stillen kann, hat es sich bewährt, zu der ersten Beikost auch zusätzliche Flüssigkeit (aus einer Tasse, einem Becher oder einer Trinklerntasse) anzubieten. Viele Kinder trinken schon ab 6 Monaten gerne mit einem Strohhalm.
Das ideale Getränk ist Wasser. In Deutschland kann bedenkenlos (auch sehr hartes) Leitungswasser verwendet werden, außer die Hausleitungen sind aus Blei. Eine zu hohe Bleiaufnahme gefährdet die geistige Entwicklung, kann Immunschwäche und Nierenerkrankungen verursachen. Anzeichen: Mattigkeit, Appetitlosigkeit. Neuverlegte Kupferleitungen und Trinkwasser mit einem ph-Wert unter 6.5 sind ebenfalls ein Risikofaktor. Der Grenzwert für Kupfer im Trinkwasser könnte überschritten sein. Eine zu hohe Kupferaufnahme kann bei Babys zu Immunschwäche, Leberschäden, frühkindlicher Leberzirrhose führen. Anzeichen: Gelbfärbung der Haut. Trinkwasser wird häufig kostenlos von den Wasserwerken analysiert, wenn Kleinkinder im Haushalt leben. Ein weiterer Ansprechpartner zu diesem Thema sind die Gesundheitsämter. In solchen Fällen ist einem nitrat- und kohlensäurearmen Mineralwasser der Vorzug zu geben.
Auch dünne, ungezuckerte Früchtetees oder Roibuschtee können angeboten werden, ebenso sehr stark verdünnte Fruchtsäfte, wenn das Baby Wasser pur nicht mag. Hierbei ist aber zu bedenken, dass auch ein verdünnter Saft noch viel (Frucht)Zucker enthält und die Zähne angreift.
Kräutertees eignen sich nicht als tägliche Getränke! Kräuter haben medizinische Wirkungen und Nebenwirkungen, außerdem immunisiert der kindliche Körper auf Dauer gegen die Wirkstoffe und spricht dann auf pflanzliche Medikamente möglicherweise nicht mehr an.