Autor Thema: ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?  (Gelesen 6760 mal)

Sonne1978

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ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« am: 05. November 2013, 20:40:58 »
Hallo,

so langsam bin ich am Ende mit meinem Latein. Kira macht ständig irgendwelche Sachen kaputt. Völlig unüberlegt. Sie kaut an ihren Ärmelbündchen, bis die Nähte aufgehen. Genauso intensiv kaut sie an ihren Blei- und Buntstiften. Das Federmäppchen war schon eine Woche nach der Einschulung komplett mit Bleistift zugekritzelt. Sie kratzt mit ihrer Prickelnadel ihren Namen in unseren Esstisch. Kaut an unserem Körnerkissen, bis es nass ist und die Körner auch. Malt auf ihren Schreibtisch. Lässt mal eben 3 EUR Wechselgeld am Kiosk liegen, weil sie das Geld nicht sofort eingesteckt, sondern erst ihr Eis ausgepackt hat usw. Mehr Beispiele habe ich spontan nicht im Kopf, aber die Liste könnte lang werden.

Manches hake ich ab unter "passiert halt", aber oft genug macht mich dieses Unüberlegte wahnsinnig. Ich rede mit ihr, versuche rauszufinden, was sie sich dabei denkt, ob sie überhaupt was denkt. Eine Antwort hat sie nicht. Nachdem sie den Esstisch zerkratzt hat, wollte mein Mann das Taschengeld streichen. Ich halte allerdings nichts von Taschengeldentzug. Wir konnten uns auf die Strafe einigen, dass sie eine Woche lang für die "Tischpflege" verantwortlich ist. Nach dem Essen abräumen und abwischen.

Allerdings frage ich mich, inwieweit ihr Verhalten "normal" ist oder wie wir ihr vermitteln können, dass Dinge einen Wert haben, dass man Geld erstmal verdienen muss, bevor man es ausgeben kann. Das das Kaufen nicht selbstverständlich ist. Dass ich nicht Geld bekomme, weil ich meine EC-Karte in den Schlitz stecke. Irgendwie ist das noch nicht bei ihr angekommen...

Habt Ihr Tipps? Sind Eure Kinder auch so? Vergeht das automatisch irgendwann?

Sanne73

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #1 am: 05. November 2013, 21:37:07 »
Erfahrung oder Tipps habe ich nicht. Mir fiel nur spontan beim Lesen ein: Kann es eine Art von (unbewusstem) "Aufmerksamkeit-Suchen" sein? Oder ist es wirklich Gedankenlosigkeit bzw. Geringschätzung des Wertes von Sachen?
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tini235

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #2 am: 05. November 2013, 21:50:32 »
Uh, da bin ich gespannt auf Antworten, denn meine großen Jungs sind auch so. Spielsachen ruckzuck kaputt, Betten angemalt und verschrammt, usw. usw.
Hoffentlich hat da jemand eine erleuchtende Idee!
Gesegnet mit 4 tollen Jungs!

Martina

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #3 am: 06. November 2013, 06:52:07 »
Franziska ist auch so  :P Vielleicht nicht ganz so verträumt dabei (also auf unserem Tisch hat sie noch nicht gemalt), aber kauen auf Klamotten, Geld oder Jacke verlegen/vergessen, etc. Ich rede mir hier auch den Mund fusselig, aber ich denke, dass geht rechts rein und links wieder raus.  :-\
Ohne

Cosima

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #4 am: 06. November 2013, 07:08:48 »
Ein völlig "fremdes" Beispiel, was doch "parallel" liegt:

In den Ferien haben wir uns gemeinsam die Akkordeonfertigung in Klingenthal angesehen bei einer Werksführung. Die Große wusste vorher, dass ihr Akkordeon ein teurer und wertvoller Gegenstand ist. Richtig einordnen kann sie es erst jetzt, wo sie weiß, wie viele kleine Handarbeitsschritte und Bauteile da drin stecken... ;)

LG Cosima

Cornelia x Marie Sophie

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #5 am: 06. November 2013, 07:10:54 »
Chrissie - wie ist Kira in der Schule, bzw. was sagt die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer?


"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen" (Nelson Mandela)

moni

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #6 am: 06. November 2013, 08:24:01 »
das kanbbern ist denke ich eine art wie fingernägel kauen oder daumen lutschen. halt eine doofe angewohnheit.

das andere, tja was soll ich sagen. schusseligkeit. den wert eines gegensatandes finde ich auch nicht so wichtig.

ich finde es wichtiger das die kinder wissen was sie dürfen und was nicht. in den tisch ritzen wird sie bestimmt nicht mehr machen.

torben hat letzten sommer draussen alles mit acrylfarbe angemalt. unseren oldtimer lkw, die haustür, die stühle und wände.

es war ihm einfach nicht bunt genug. es hat ihm ja niemand gesagt daß man das nicht darf.

evtl gehen erwachsene einfach davon aus, daß man das nicht macht. aber die kinder wissen das noch nicht.

schwarzesgiftal

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #7 am: 06. November 2013, 09:30:31 »
Unsere grosse ist da teilweise auch nicht ohne.. bei sachen die nicht so teuer sind machen wir es aber tatsächlich so dass sie das von ihrem ersparten zahlen muss,

letztens hat sie so eine spielzeugkamera für 3 euro von der kleinen kaputtgemacht musste sie mit mir in laden und die gleiche von ihrem ersparten kaufen..

bei der uroma hat sie vor lauter spinnerei beim schwarzer peter spielen eine karte angerissen.. hat sich das spiel auch neu kaufen müssten (waren nur 3, 80Euro)... aaaber ich denke es hat gewirkt ....

andere sachen können passieren.. so sachen wie trinkflasche im schulpack offen.. ist zwar nicht toll aber kann passieren...

Stifte ankauen tut unsere auch gern, ich denke das machen die ohne das gross zu bemerken
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myja78

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #8 am: 06. November 2013, 12:09:29 »
Josh zerrt immer an seinem T-Shirt rum oder kaut an den Ärmeln - ich erinnere ihn dran - wenn er aufhört gut - wenn nicht gibt es die Androhung "wenn dadurch kaputt bekomm ich 5€ für ein neues (das ist bei ihm 2 Wochen Taschengeld)" Das hält dann meist länger vor.

Tisch ritzen mit der Pricknadel - Gedankenlosigkeit, Langeweile? Ich denke nicht, dass ihr in dem Moment bewusst ist, das der Tisch dann für immer gemarkt ist, das wird den Kids wohl erst im Nachhinein bewußt. Ich wär wohl auch stinkig gewesen - Konsequenz vermutlich - basteln nurnoch mit Mama und das wär wohl wesentlich seltener wie sonst, da ich eben nicht immer daneben sitzen kann.
Hatten wir schonmal mit Filzstiften, weil sie immer näher mit ihrem Tisch zur Wand rutschten ist beim aufmachen eines Stiftes ein Strich an die Wand gekommen (so ca. 5cm lang) - da waren die Filzer weg und es gab sie eine Zeitlang nurnoch wenn ich Zeit hatte daneben zu sitzen, schließlich hatte ich schon gebetsmühlenartig gesagt, sie mögen bitte von der Wand weg bleiben, sollen den Tisch stehen lassen usw.

Bleistiftkritzeleien hatten wir noch nicht im Federmäppchen, aber auf den Rändern der Schreibtischunterlage - ich habe es beseitigt und es steht die Androhung, dass er wie ein kleines Kind die Stifte nurnoch unten haben darf, oder aber oben in meinem Beisein - da er das nicht will wird es zu 99,9% nicht mehr vorkommen.

Stifte ankauen - tut er (noch?) nicht - dafür hat er auf Drängen seines Freundes die zweite Seite etwas angespitzt - GsD nicht ganz - ich hab ihm erklärt warum ich das doof finde (nämlich dass wenn er ganz gespitzt hätte die Verletzungsgefahr zu groß ist und das die Stifte schneller nicht mehr nutzbar sind) und dass er nicht etwas machen soll, nur weil es irgendwer sagt, sondern sowas auch hinterfragen soll. Bisher ist nichts der Gleichen wieder vorgefallen.

Bei seinen eigenen Sachen ist er in der Regel eh sehr besonnen und vorsichtig - ganz im Gegenteil zu seiner Schwester - er hält sich auch meist an Regeln, aber manchmal wenn er mit den Sachen seiner Schwester spielt fällt er auch eher in ihr "Muster" von Verwüstung und (unbeabsichtiger) Zerstörung - da muss ich ihn dann auch manchmal ermahnen und die Drohung dass er etwas für sie neu kaufen müsse, wenn er es kaputt macht, hat das bisher verhindert.

Finchen ist da einfach "trampeliger" sie lässt viel rumliegen, talpt drauf und es geht was kaputt - oft versuch ich Dinge zu retten, lass sie da aber durchaus auch drauf warten - irreperables fliegt in den Müll, was auch schon bittere Tränen gab - ist wirklich etwas absolut aus Versehen kaputt gegangen und ich weiß da hängt das Herz dran, versuche ich auch schonmal es zu ersetzen, aber geht etwas absichtlich (dazu zähle ich auch nach 100maligem Ermahnen doch nicht aufgepasst zu haben) kaputt wird es von mir in aller Regel nicht ersetzt.

Der Wert einer Sache ist für die Kinder tatsächlich noch "ungreifbar" Josh lernt jetzt so langsam, seit er mit seinem Taschengeld auch Dinge selber kauft, was Dinge wert sind. Und das die Bank mir kein Geld gibt wenn ich nicht arbeiten gehe und alles ausgegeben habe, dass hat er auch schon erklärt-/mitbekommen. Ist zwar peinlich, wenn er im Laden rumtönt "mama kann ich ein Croissant haben, oder haben wir wieder kein Geld mehr" aber lieber so, als wenn er immer alles selbstverständlich hinnimmt und meint es wer die "böse" Mama, die ihm mal wieder nichts gönnt
« Letzte Änderung: 06. November 2013, 12:16:52 von myja78 »

Meph

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #9 am: 06. November 2013, 13:55:35 »
meine sind alle auch so- inkl. ehemann  :-\
Jedenfalls komme ich gerade vom geldwert ab und betone MEINEN ideellen wert und dass es mich traurig macht wenn so unachtsam mit den dingen umgegangen wird- ich aber eben auch nichtsmehr ersetzen werde, wenn etwas mutwillig zerstört wird...
damit komme ich zumindest in teilbereichen ran :/
Den durchbruch gabs hier aber auch noch nicht

dragoness

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #10 am: 06. November 2013, 14:14:34 »
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« Letzte Änderung: 05. November 2014, 20:18:07 von dragoness »

Sonne1978

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« Antwort #11 am: 06. November 2013, 23:13:37 »
Es beruhigt mich, zu lesen, dass andere Kinder auch diese "Ticks" haben. Ich habe ja selbst auch an Bleistiften gekaut oder meine Schlampermäppchen mit Kritzeleien, Unterschriften von Freunden usw. verschönert. Meine Mutter fand das auch nicht so toll. Richtig sauer war sie, als ich meine neuen Schränke im Jugendzimmer mit Panini-Sammelstickern bestückt habe. Heute wäre der Schrank allein wg. der Sticker doppelt soviel wert. Mindestens. Eike Immel, Andi Brehme, Thomas Berthold - alle auf MEINEM Schrank ;D Mein Papa hat mit 13 seine sauteuren Adidas-Turnschuhe, für die meine Oma sich quasi aufgearbeitet hat, ungetragen im Schulbus vergessen... Vielleicht liegt's ja auch an den Genen ;)

Aber mal Spaß beiseite. Ich denke, ein Gespräch mit dem Klassenlehrer wäre hilfreich. Da gibt es tatsächlich kleine Baustellen, die ich mit ihm besprechen wollte. Das war ein guter Tipp, Conny :)

Aufmersamkeitsdefizit? Das hat mich ebenfalls zum Nachdenken gebracht. Erstgeboren, schon immer pflegeleicht, geduldig. Könnte auch sein. Aber sie ist insgesamt ein aufgewecktes, fröhliches Kind, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen. Werde aber auch hier die Augen und Ohren offen halten.

Letztlich glaube ich aber auch, dass Kinder den Wert eines Gegenstandes, egal ob materiell oder ideell, auch erlernen müssen. Da wir aktuell mit Taschengeld angefangen haben, nachdem die Kinder danach gefragt haben, kann sich dadurch das Wertempfinden schon verändern.

hallihallo

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« Antwort #12 am: 07. November 2013, 12:38:06 »
Zitat
so langsam bin ich am Ende mit meinem Latein. Kira macht ständig irgendwelche Sachen kaputt. Völlig unüberlegt. Sie kaut an ihren Ärmelbündchen, bis die Nähte aufgehen. Genauso intensiv kaut sie an ihren Blei- und Buntstiften. Das Federmäppchen war schon eine Woche nach der Einschulung komplett mit Bleistift zugekritzelt. Sie kratzt mit ihrer Prickelnadel ihren Namen in unseren Esstisch. Kaut an unserem Körnerkissen, bis es nass ist und die Körner auch. Malt auf ihren Schreibtisch. Lässt mal eben 3 EUR Wechselgeld am Kiosk liegen, weil sie das Geld nicht sofort eingesteckt, sondern erst ihr Eis ausgepackt hat usw. Mehr Beispiele habe ich spontan nicht im Kopf, aber die Liste könnte lang werden.

Hmm...also bis auf den Tisch zerkratzen und das Wechselgeld liegen lassen (was ich in dem Alter auch normal finde....priorität ja nun mal das Eis für sie. Btw: hat sie sich das Wechselgeld denn wiederholen müssen?), kommt mir alles aus meiner eigenen Kindheit sehr bekannt vor. Ich musste immer "was zu tun" haben. Ich kann heute noch nicht telefonieren ohne irgendwas dabei anzumalen ;) Und bei mir hatte das sicherlich nichts mit Werteverständnis zu tun,da wir ziemlich "arm" waren und ich sogar beim Einkaufen noch die teure Margarine rausgenommen habe um sie gegen günstigere einzutauschen s-:)
Was anderes ist es,wenn sie ihr Spielzeug oder andere Dinge wirklich kaputt machen. Mein Erstgeborener ist auch so gewesen und das Wertverständnis hab ich ihm bis heute noch nicht eingebläut bekommen....das ist noch ein langer Weg :-\

zuz

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #13 am: 07. November 2013, 23:19:06 »
Ich glaube, das ist zu viel Erwachsenendenke. Ich fall da auch manchmal drauf rein, aber ehrlich, wie sollen Kinder denn schon ein echtes Werteverständnis haben? Sie haben ja noch nichts selbst geschaffen, wissen nicht, was dahinter steckt.
Ich glaube, je mehr sie selbst machen, desto mehr merken sie auch den Wert. Ein paar Beispiele: Wenn sie selbst was basteln, passen sie meist gut drauf auf und können auch den Wert von Dingen erkennen, die andere Kinder gebastelt haben.
Seit sich meine mal an Handarbeiten versucht hat, weiß sie sowas viel mehr zu schätzen, weil sie jetzt weiß, also erfahren hat, wie aufwändig das ist.
Und Dinge, die sie mit ihrem Taschengeld bezahlt hat, achtet sie wesentlich mehr als andere. Wenn sie sie nicht mehr mag, ist plötzlich von "verkaufen" die Rede, nicht mehr einfach von "wegwerfen".
Also das kommt mit der Zeit.
Das andere: Das hat mit Wert erkennen denk ich weniger zu tun. Also das meiste. Geld liegen lassen: schusselig. Tisch zerkratzen: Nicht ok, aber auch eher gedankenlos. Stifte ankauen: Angewohnheit. Einzig das mit dem Federmäppchen fällt so ein bisschen in die Kategorie. Ich denke, da würde ich mal mit ihr zusammen das Mäppchen von Hand schrubben, das wird ihr sicher eine Lehre sein.

Nachtvogel

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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #14 am: 08. November 2013, 06:45:06 »
ich finde das auch normal (was nicht heißt, dass es mich nicht auch aufregt in den Situationen).

Sie KÖNNEN den Wert eben auch einfach noch nicht so einschätzen wie wir.

L hat jetzt seit September Taschengeld. NOCH musste sie nix damit ersetzen, sie hatte nämlich bis letzte Woche konkret auf einen Wunsch hingespart und ich wollte sie erstmal erleben lassen wie lange man eigentlich sparen muss um sich einen ja immer noch relativ kleinen Wunsch erfüllen zu können.

Ich denke dieses Jahr lasse ich sie erstmal noch erfahren was wieviel Wert ist und für was man wie lange sparen muss. Und wenn sie das ein paar Mal festgestellt hat, dann wird sie auch mal den zerfleddelten Radiergummi zB selber ersetzen müssen,...


Bei uns ist auch die Mappe völlig zerkritzelt, Radiergummis werden zerlegt, Dinge achtlos rumgeworfen bzw rumliegen gelassen, mit dreckigen Schuhen rein obwohl geputzt ist,......
Wände angemalt oder Tisch eingeritzt, das würde sie allerdings nicht machen (da warte ich mal auf unseren Sohn, der bringt das S:D )

Alles Dinge die mich total nerven weil ich auch denke *man, sie hat keinen Respekt vor der Arbeit und dem Geld Anderer*

Aber letztlich...wie soll sie denn auch? Sie hat nunmal nicht die Menge an Erfahrung was weiviel kostet, was wieviel arbeit macht, ...

Ich kann mich supergut an mich als Kind erinnern und an meine genervte Mutter weil ich auch so war ;D
Ich hab sie einfach nicht verstanden, sie hat es erklärt ja, aber ich habe es nicht beGRIFFEN, das konnte ich auch nicht.
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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #15 am: 08. November 2013, 07:23:27 »
Klar können Kinder noch kein Wertverständnis in dem Sinn haben, wie wir Erwachsene. Aber ein Wertverständnis ganz simpel im Sinne von "Das ist meins, da achte ich drauf.", das können sie schon haben. Und sowas äußert sich ja auch, wenn Kinder z.B. überhaupt gar nicht traurig sind, wenn etwas kaputt geht oder eben, wie beschrieben, wenn sie Dinge absichtlich kaputt machen und ihnen scheinbar, egal was sie haben, was sie geschenkt bekommen, völlig bedeutungslos ist.

Ich hab hier auch so Kandidaten und mich macht das wahnsinnig und ich steh wie oft verständnislos davor und frag mich, wie das sein kann, weil ich z.B. heute noch Bücher aus meiner Kindheit habe, die wie neu aussehen. Ich hab darauf geachtet, wie auf meinen Augapfel, obwohl ich nicht wenig hatte oder so. Ich hab oft bekommen, was ich gerne wollte. Auch mal zwischendurch, aber das macht wohl keinen Unterschied.

Ich war ja auch mal bei einer Erziehungsberatung und die meinte, dass das eine sehr persönliche Sache ist, ob jemandem Dinge etwas bedeuten oder nicht. Und sorgfältig mit Dingen umgehen ist hier ein um so größeres Thema, weil ich hätte geschworen, dass das jeder von sich aus schon macht, dass er achtsam mit Dingen umgeht, aber nein, das ist wohl nicht so.
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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #16 am: 08. November 2013, 07:58:53 »
Mir kommt das auch alles sehr bekannt vor, ich versuche auch ihr da so nach und nach das Wertverständnis beizubringen. Von ihrem Ersparten hat sie sich bisher nur eine Puppe gekauft, die hegt und pflegt und liebt sie, wie ich es bisher von ihr mit noch keinem anderen Spielzeug kannte.

Denke, das ist normal, auch wenn es einen oft wahnsinnig macht. Sie lernen das alles noch. :)
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« Antwort #17 am: 08. November 2013, 08:12:44 »
Ich wollte eigentlich nix schreiben, weil ich nicht schon wieder anecken wollte.  :P Aber nachdem einige ja doch schreiben, was ich denke, schließe ich mich mal Zuz und Nachti an, ich finde das nämlich auch erstmal per se normal. Nicht falsch verstehen, natürlich müssen sie es lernen und natürlich springe ich nicht freudig vom Stuhl, wenn wieder mal was verloren ist, aber ich finde es erstmal normal. Die Kinder wissen den Wert von etwas einfach noch nicht zu schätzen.

Und dann glaube ich auch, dass noch dazu kommt, dass einiges wirklich Charaktersache ist. Während mein 7-Jähriger nämlich sehr viel pfleglicher und achtsamer mit seinen Sachen umgeht, könnte ich meinen 13-Jährigen manchmal schütteln. Er ist der Oberchaot und verliert wirklich oft was. Und er WEISS ja schon was Dinge kosten usw. Er musste auch schon viele Sachen von seinem Taschengeld zahlen oder abarbeiten im Garten zB, trotzdem ist er viel weniger achtsam mit seinen Sachen wie sein kleiner Bruder, der bisher vielleicht mal nen Radiergummi verloren hat, aber sonst nix. Jared würde auch nie seinen Schulranzen rumkicken oder sowas. Samu war bei sowas immer ganz vorne mit dabei.  s-:) :P Und bei meinen Töchtern war das früher genauso. Während die Jüngere heute noch ihren Scheiblernfüller hat, den ich ihr mit 7 Jahren kaufte, hat die Große in der Zwischenzeit schon sicher 5 Füller verloren gehabt.  s-:) Interessanterweise passt diese aber heute, als Erwachsene doch auch auf ihre Sachen auf, also Hopfen und Malz ist nicht ganz verloren, auch wenn man es wohl manchmal denkt.  ;)

Ich denke im Großen und Ganzen kann man nix weiter machen als immer wieder reden, reden, reden.  s-:) Und wenn sie größer sind müssen sie eben den 5. Radiergummi auch mal vom Taschengeld zahlen.

Mein Sohn hat aktuell seine komplette Federmappe (wo der Lamy Füller alleine schon 19€ kostet) verloren. Ich hab ihm gesagt, wenn er die nicht wieder beschafft, dann bekommt er eine neue zum Geburtstag und das geld geht dann eben von seinem Wunschgeschenk ab - er wünscht sich ein Handy.  :P

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« Antwort #18 am: 08. November 2013, 08:33:44 »
Ich merke es an mir selber auch, dass ich nicht sehr an Dingen hänge und daher auch nicht immer so pfleglich damit umgehe. Aber ich versuche, Lukas schon den Wert von Dingen bewusst zu machen und dass man vernünftig damit umgeht. Er zerstört GsD bisher nichts absichtlich, aber er verbummelt gerne Sachen. Wenn er mal wieder ein Heft, das er für die HA braucht, vergessen hat, muss er nochmal zurück zur Schule und es holen. Ebenso, wenn er ohne Jacke kommt.

Den Wert vermitteln geht deutlich besser, seit er Taschengeld bekommt und auf Dinge hinspart. Aber auch den ideellen Wert versuche ich ihm anhand von Beispielen näher zu bringen.



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« Antwort #19 am: 08. November 2013, 08:38:27 »
Ich persönlich hänge zB nur an ganz bestimmten Sachen. Die hüte ich. Und andere wiederum gehen halt mal kaputt oder verloren und es macht mir gar nix aus. Meine Eltern sind sehr pingelig mit all ihren Sachen, egal um was es geht. Von daher hab ich schon gelernt, achtsam mit Dingen umzugehen. Aber so wie meine Eltern bin ich trotzdem nicht geworden und finde das auch übertrieben. Daher ist wohl wirklich jeder einfach anders im Umgang mit seinen Sachen.

Die meisten Sache haben für mich einen ideellen Wert und das wiederum haben meine Kinder ganz gut intus.
« Letzte Änderung: 08. November 2013, 08:40:01 von ~Netti~ »

Jana781

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« Antwort #20 am: 08. November 2013, 10:23:20 »
so, jetzt ist es besser an der richtigen tastatur, nicht vom ipad aus. :P

letztens musste ich im kiga 3 euro bezahlen, hatte aber nur einen 5 euro-schein dabei. die erzieherin konnte morgens nicht wechseln, also hat sie es der chefin gesagt und die hat in die brotbüchse von lina ein in papier eingewickeltes 2 euro-stück gelegt und hat zu lina gesagt: "für die mama!" tja, pech war, dass meine tochter sehr neugierig ist und den zettel erstmal aufgewickelt hat, dabei ist das geld leider rausgefallen. war ihr aber wohl nicht so wichtig, wahrscheinlich wusste sie nicht mal genau, was drin war, weil die erzieherin halt nichts dazu erklärt hat.

ich hab sie zu hause nach den 2 euro gefragt und bekam als antwort, dass sie nichts bekommen hätte. also hab ich am nächsten tag im kiga danach gefragt und hatte plötzlich 2 aufgeregte erzieherinnen um mich rum, die mir versichert haben, dass sie es in die brotbüchse getan haben. s-:) war irgendwie ein bisschen peinlich für alle. und erst da fiel bei lina scheinbar der groschen und sie erzählte, dass aus dem zettel was rausgefallen war.
tja, dumm gelaufen. geärgert habe ich mich mehr über die erzieherinnen, denn hätten sie es ihr ordentlich erklärt bzw. gesagt, wäre lina durchaus in der lage gewesen, das geld bei mir abzuliefern. dass sie neugierig ist, ist halt so. bin ich auch. 8)

daran sehe ich aber, dass das wertverständnis, gerade auch bei geld, eben einfach noch nicht vorhanden ist.

als sie ihre heiß geliebte puppe gekauft hat, hatte sie 10 euro dabei, die sie ausgeben wollte (hatte sie gerade vorher von oma oder so bekommen). die puppe, die es werden sollte, kostete aber 22 euro. also hab ich bezahlt, habe ihre 10 euro eingesteckt und habe gesagt, dass ich dann zu hause aber noch die restlichen 12 euro von ihr aus der sparbüchse bekomme. war soweit auch alles gut und wurde abgenickt.

als wir dann aber zu hause die 12 euro aus der sparbüchse geholt haben, fragte sie: "warum müssen wir die puppe denn jetzt nochmal bezahlen? die haben wir im laden doch schon bezahlt."

das zeigte dann auch wieder deutlich, dass das zusammenhänge sind, die sie einfach noch nicht komplett nachvollziehen kann.

worüber ich mich jede woche aufs neue aufrege ist, dass montags zum spielzeugtag immer irgendwas unbedingt mit in den kiga muss, ich mir den mund fusselig rede, dass sie gut drauf aufpasst, es nachmittags dann aber doch weg ist. mein kind ist sich dann aber keiner schuld bewusst, sondern sagt dann sowas wie z.B.: "ich habe zu a. aber gesagt, dass sie es wieder in meinen rucksack stecken soll!" das ist echt eine sisyphusarbeit, ihr immer wieder geduldig zu erklären, dass nur sie für ihre sachen verantwortlich ist und kein anderer. aber ich glaube, so langsam fruchtet es. mittlerweile erzählt sie mir nämlich montag nachmittags freudestrahlend, dass sie z.B. ihr leuchtefilly wieder mit nach hause gebracht hat. S:D
LG, Jana

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« Antwort #21 am: 09. November 2013, 23:07:12 »
Noel ist genauso. Nur dass er immer behauptet, er wisse nicht wie das Gekritzel auf den Tisch kommt, obwohl da in GROSSEN Lettern Noel eingeritzt und angemalt steht  s-:) ;D ;D ;D

Zu seinen eigenen Sachen (z.B. kleine Autos und Playmobil) trägt er ganz viel Sorge und passt gut darauf auf. Viele andere Sachen sind ihm (im Moment) nicht so wichtig, aber wegschmeissen oder verschenken darf ich sie dann auch wieder nicht.

Ich bin auch eher ein Mensch, dem materielle Dinge nicht arg wichtig sind. Von daher lehre ich Noel whs. zu wenig, was es heisst extrem sorgfältig zu sein mit Dingen und Zeugs, was halt so da ist. Muss ich mal drüber nachdenken, glaube ich.

Mein Mann ist froh, denn ich habe ihm immer gesagt, "kauf mir ja nie einen Diamanten oder so was, ich habe keinen Sinn für so was Wertvolles, es bedeutet mir nicht mehr als ein billiger Zirkonia etc."  ;) ;D

Wolkenspringerin

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« Antwort #22 am: 09. November 2013, 23:25:56 »
Hm, versuch mal die Welt mit den Augen deiner Tochter zu sehen.
Sie geht zum Kiosk darf sich ein Eis kaufen, was ist in dem Augenblick wichtig? Eis oder Wechselgeld? Doch sicher das Eis. Ärgerlich, aber passiert halt. Beim nächsten Mal lieb daran erinnern das sie Geld wieder bekommt.

Stifte kauen...doofe Angewohnheit. Finde mal heraus in welchen Situationen sie das macht. Evt. wenn sie etwas kniffeloges lösen muss bei den Hausaufgaben?! Druckabbau ...

Mäppchen verkritzelt von innen...hmmm stört mich nicht die Bohne, da ich nicht mit dem Mäppchen bis zur 4ten Klasse rumrennen muss. :P

Prickelnadel und Tisch verzieren... neugiereig Experimentierfreudig? Sie hat was ausprobiert. Strafe war sicher angemessen und das passiert ihr sicher nie wieder.

Vieles sehen wir viel zu Erwachsen. Aber wie waren wir als Kinder, so anders? Ich glaube es nicht.

Und es ist sicher auch etwas daran das älteste von den Geschwistern zu sein. Brav und immer unauffällig... sowas gerät schnell ins hintertreffen. Emmely ist ja auch eine ruhige und stille. Man vergisst sie auch schonmalund dann kommen auch schon mal "dume" Sachen.

Steffi

Nachtvogel

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« Antwort #23 am: 10. November 2013, 05:39:46 »
Klar können Kinder noch kein Wertverständnis in dem Sinn haben, wie wir Erwachsene. Aber ein Wertverständnis ganz simpel im Sinne von "Das ist meins, da achte ich drauf.", das können sie schon haben.

nein, das können sie eben nicht HABEN...Das müssen sie LERNEN und lernen ist ja wie wir wissen ein ganz individueller Prozess der von Kind zu Kind unterschiedlich verläuft!

Der Eine hat es vielleicht mit 7 verinnerlicht, der Andere mit 9, beim Nächsten kommt es evtl nie richtig an weil er charakterlich einfach anders veranlagt ist.




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Antw:ich verzweifel' noch - kein Wertverständnis?
« Antwort #24 am: 10. November 2013, 08:39:45 »
Ich seh das ehrlich gesagt auch so, Nachtvogel.

Wollte nur kurz sagen, dass die Federmappe wieder da ist, weil ich ja hier geschrieben hatte. Er hat sie wieder gefunden. Ich muss ihn also nicht grillen und fressen.  :P ;D

 

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