hi,
in einem kann ich mitreden - ich gelte im gesamten bekanntenkreis auch als extrem konsequent, das wird mir auch oft gesagt. und ja, ich bin es tatsächlich. auch ich setze angekündigte konsequenzen eisern durch (versuche allerdings, tränen zu vermeiden, lasse mich aber durch tränen zb nicht dazu bringen, einen nachschlag an süßigkeiten zu verteilen, wenn ich vorher schon angekündigt habe, dass es nichts mehr gibt). oder meine kleine geht weinend und hungrig ins bett, wenn sie zum xten mal den abendbrot-teller samt inhalt vom tisch geschmissen hat.
allerdings haben meine kinder mit sicherheit keine angst vor mir. sie lassen es auch gern drauf ankommen, dass ich etwas 5x sage..., sie nennen mich doofe mama, wenn ihnen was nicht passt, und diskutieren mit mir auch, wenn sie eine reaktion ungerecht finden. ich bin, denke ich, sehr berechenbar, ich flippe nicht einfach so aus, sondern kündige in aller regel an, dass ich jetzt sauer werde, wenn sie meine ansage weiter ignorieren, und erkläre nochmals, WARUM es wichtig ist, dass sie jetzt zb die jacke anziehen und losgehen (ok, ausnahmen bestätigen die regel, gern in verbindung mit extremem schlafentzug).
dafür bin ich mit 'neins' generell eher sparsam, meine kinder dürfen sehr viel. ich frage mich oft, bevor ich nein sagen will oder anordnungen treffe: warum denn eigentlich? zb dürfen meine kinder am tisch gern viel blödsinn machen und eine stunde fürs essen brauchen, auch auf dem teller mit dem essen spielen, wenn sie es hinterher essen - ist doch schön, wenn sie eine gute zeit haben. gematscht jenseits des tellers oder runtergeschmissen wird das essen jedoch nicht, diese regeln sind klar, und müssen beachtet werden.
ich zwinge meine kinder nur sehr selten, mich anzuschauen, da sie es erstens ohnehin meist tun, wenn ich mit ihnen rede (bzw joris natuerlich oft nicht, aber das liegt an einer entwicklungsstörung), und wenn sie es nicht tun, lasse ich ihnen ihr ausweichmanöver. cih finde es sehr hart, jemanden, der ausweicht, in den blickkontakt zu zwingen (bin aber kein psychologe und das ist reines bauchgefühl). einzige ausnahme ist joris, wenn er 'abgetaucht' ist, dann kann ich über blickkontakt generell den kontakt besser wieder herstellen.
ein rückversichern prinzipiell finde ich eigtl eher positiv. meine kleine schaut mich IMMER an, wenn sie stolz ist, etwas geschafft zu haben, oder auch, wenn sie wissentlich mist baut. sie erwartet meine reaktion (lob wie tadel), das ist doch gut, oder nicht? joris tut das je nach tagesform regelmäßig oder auch garnicht - der blick zu mir wurde beim psychiater aber explizit als sehr positiv(!) im sinne einer bemerkenswert guten beziehung vermerkt.
ich denke, man muss bei solchen dingen mass und auch alter und entwicklungsstand berücksichtigen, manche dinge sind als kind adäquat und als erwachsene unter umständen nicht mehr.
ich denke, es ist schwer, zu untescheiden, was du auf dein kind 'nur' projizierst aus deiner eigenen angst heraus und was du leider wirklcih an verhalten überträgst. wenn 'alle' deiner padagogisch vorgebildeten verwandten das bemängeln, würde mir das aber zu denken geben - und wär wohl grund, eine unabhängige instanz zur verhaltensbeobachtung aufzusuchen, dann bist du nicht unnötig verunsichert und verpasst andersrum auch nichts.
bezüglcih der strenge habe ich in deinem post das gefühl, dass du dich vor dir selbst zu rechtfertigen versuchst, also eigtl selbst das gefühl hast, u.u. etwas zu hart zu sein. nimm das doch ggf zum anlasse, dein verhalten zu überdenken und in einigen punkten evtl etwas weicher zu werden?
lg,
tigger