Autor Thema: Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein  (Gelesen 3481 mal)

Zanthia

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Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« am: 22. September 2015, 08:57:05 »
Hallo,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, aber momentan sind mein Mann und ich so verzweifelt, dass wir gar nicht mehr wissen, wie wir mit unserer Tochter umgehen sollen.

Unsere Maus ist jetzt 2,5 Jahre alt. Schon kurz nach ihrer Geburt wurde sie von Ärzten als "energisches Wesen" bezeichnet. Damals machte ich mir keinerlei Gedanken darüber, die Schreiphasen am Abend hatten wir nach rund einem Monat überstanden und sie war zwar kein "einfaches Baby" (schlecht geschlafen, wollte später nie im Kinderwagen bleiben u.ä.), aber das war alles kein wirkliches Problem. Mit 10 Monaten begann das, was einige im Freundeskreis eine "erstaunlich frühe Trotzphase" nannten. Diese Phase hält seither an...

Trotzen tun alle Kinder, das ist mir klar. Unsere schreit dabei aber so oft und so laut, dass wir schon von den Nachbarn angesprochen wurden. Beim Kinderarzt steigert sie sich so hinein, dass eine Untersuchung nicht mehr möglich ist und die Ärztin war schließlich davon überzeugt, dass sie Fieber und schreckliche Schmerzen hat (nassgeschwitzt durch das Reinsteigern), erst als sie grinste, weil sie ein Gummibärchen bekamt, war die Ärztin erstaunt über den plötzlichen Wandel. Sie schreit hysterisch, 10 Minuten, 20 Minuten - um im nächsten Moment kichern zu können, weil sie etwas lustiges entdeckt hat.

Inzwischen ist es so weit, dass ich mich kaum noch zum Einkaufen mit ihr traue. Sie schreit den ganzen Laden zusammen. Nicht etwa weil sie alles haben will, sondern weil sie nicht genau den Einkaufswagen bekommen hat, den sie sich gerade einbildet, weil ich erst x geholt habe statt y o.ä.. Wir haben jeden morgen und mittag nach dem Schlaf Probleme, weil sie nicht aus der Schlafkleidung raus will. Probleme bedeutet, dass es manchmal bis zu einer Stunde dauert, bis sie umgezogen ist. Sie schreit, strampelt und reißt sich die Socken wieder runter, auch wenn ich versuche ein Ritual einzuhalten oder z.B. zu versprechen, das geliebte Buch nach dem Anziehen zu lesen. Beim Essen gibt es ebenfalls fast immer Probleme, da sie ständig spielt, herumhüft, aufstehen möchte oder sich erst gar nicht setzen will und fast nichts isst. Früher habe ich mich über Eltern aufgeregt, deren Kinder scheinbar "kein Benehmen" haben, heute schäme ich mich, wenn wir z.B. bei Bekannten sind und sie dort keine Minute "brav" ist bzw. Unterhaltungen unmöglich werden, weil sie die ganze Zeit quengelt. Ich bin keine Mutter, die verlangt, dass das Kind ewig still sitzt, aber gar nicht geht eben auch nicht. Sie kann aber durchaus ganz geduldig und ruhig sitzen, wenn ihr gerade danach ist - beim Lesen, beim Beobachten, Auto ist (inzwischen) auch selten ein Problem o.ä..

Es gibt auch Tage, da läuft alles super (klar, kleinere Dinge sind immer mal, die sind aber "normal"), aber diese Tage sind die Ausnahme. Sie ist eine supersüße Schmuserin, schließt Leute schnell ins Herz, ist neugierig und fürsorglich. Sie ist ein tolles Kind, aber wenn sie 80 % des Tages schreit, wie die letzten Tage wieder ganz extrem, dann verzweifle ich.

Ich bzw. wir (auch mein Mann und die Omas waren auch schon überfordert - und eine davon hat Erzieherinnen ausgebildet, in Kindergärten mitgearbeitet...) wissen momentan nicht mehr, wie wir mit ihr umgehen sollen. Wir versuchen in Ruhe zu erklären, sie aus Situationen rauszuholen. Wir versuchen auf ihre Wünsche, soweit möglich (also nicht gefährlich und vertretbar), einzugehen, sie selbst entdecken zu lassen. Inzwischen erwischen wir uns immer öfter mit einem "wenn nicht x... dann nicht y". Abgesehen davon, dass ich das nicht toll finde, beeindruckt sie das sowieso normalerweise nicht, dann verzichtet sie eben auf Spielplatz, gemeinsames Tiere füttern o.ä. - so lang bis es tatsächlich so weit gewesen wäre und dann die nächsten Probleme entstehen.

Vor wenigen Monaten schlief sie auch noch relativ schlecht, war in der Nacht 2-3x wach. Als Baby war sie bis zu fast einem Jahr alle 1/2-1 Stunde wach. Inzwischen hat sich das aber gut eingependelt, sie hatte jetzt eine lange Phase, in der sie ganz durchgeschlafen hatte, zudem braucht sie um die Mittagszeit relativ viel Schlaf. Im Kiga (sie geht seit diesem Monat und fühlt sich dort sehr wohl) meinten sie, das wäre kein Wunder, da sie zum einen motorisch sehr fit ist und das auch nutzt und zum anderen auch was im Köpfchen hat, gut spricht etc. (nicht außergewöhnlich, aber doch etwas mehr als der Schnitt). Daher kam auch schon die Vermutung auf, dass sie zu viel will, zu viel mitbekommt und zu viel in dem kleinen Köpfchen vorgeht, so dass sie Probleme hat, das alles richtig zu verarbeiten.

Viele Grüße
Zanthia

HappyMom

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #1 am: 22. September 2015, 09:16:55 »
hab dir ne PN geschrieben :)




ju.ra.

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #2 am: 22. September 2015, 09:47:07 »
Hallo Zanthia, du beschreibst gerade genau meinen Sohn  ;D


Zanthia

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #3 am: 22. September 2015, 10:09:25 »
Vielen Dank für die PN!

Zitat
Hallo Zanthia, du beschreibst gerade genau meinen Sohn  ;D

Ist ja auch irgendwie beruhigend, wenn man nicht alleine da steht ;). Wie geht ihr denn damit um?

Liebe Grüße
Zanthia

Meph

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #4 am: 22. September 2015, 10:53:18 »
das a und o ist ruhe bewahren!
Ich habe hier im Trupp auch einen kleinen Choleriker, das war echt eine herausforderung und ist es auch phasenweise immernoch.
Uns haben geholfen: feste Rituale- aber nicht komplett durchstrukturiert... sprich: nach dem Mittagessen geht es IMMER schlafen, aber was z.b. das anziehen betrifft: wo steht in stein gemeisselt, dass man nicht noch 3 stunden im schlafanzug spielen kann? oderMUSS man im SOmmer zwangsläufig Schuhe anziehen? Kann man die nicht auch mitnehmen und wenn das Kind selbst bereit ist anziehen?
Wenn du aber etwas willst und wirklich willst (hinterfrag dich da ruhig) dann bleib dabei und rutsch nicht ab, ihr kämpft gerade um Grenzen- versucht sie zu entdecken und zu respektieren- auch die Kindergrenzen

Zanthia

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #5 am: 22. September 2015, 11:35:35 »
Ich muss gestehen, dass mir das "Ruhe bewahren" momentan schwer fällt, ich werde inzwischen nervös sobald es wieder los geht. Eigentlich sagt man mir immer nach, ich bin die Ruhe selbst, daher ist das für mich momentan auch eine ungewohnte Situation.

Wir haben recht klare Rituale und es ist auch durchaus mal drinnen, besonders am Wochenende, länger im Schlafanzug rumzulümmeln. Allerdings merke ich, dass sie genau das dann immer machen will und (noch?) nicht versteht oder akzeptieren will, dass das Ausnahmen sind. Wir haben morgens riesig Stress um spätestens 8:30 im Kindergarten zu sein - obwohl sie oft um 6 oder 6:30 Uhr aufsteht. Wir lassen uns immer etwas Zeit und reißen sie nicht gleich raus, sie darf noch kuscheln und auch mal ein Buch blättern, aber 1 Stunde fürs Anziehen und nochmal eine für das Frühstück ist einfach nicht machbar. Dann schreit sie, sie wäre doch noch ein kleines Baby (sie setzt es recht geschickt ein, seit dem sie den Spruch "Du bist doch kein kleines Baby mehr") und sie könne dies und das nicht und muss getragen und gekuschelt werden. Manchmal muss man ja drüber schmunzeln, aber wenn man die Situation ständig hat...

Viele Grüße
Zanthia

MammaMuh

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #6 am: 22. September 2015, 11:39:31 »
Unsere Tochter war auch so. Teilweise noch heute, aber sie ist jetzt 5 und es wird einfach besser. Sie war und ist viel müde und weint dann einfach bei jeder Kleinigkeit.

Aber als sie noch kleiner war, haben wir dann einfach nicht jeden Kampf gekämpft. Sondern teilweise die dem Wetter entsprechenden Kleidungsstücke mit in den Kindergarten genommen, so dass sie eben in "ihren" Sachen losgehen konnte. Oder sie eben auch mal austesten lassen, ob sie in dünnem Pullover und Strumpfhose im Winter draußen friert.

Schlafanzug hatte sie eh selten an, eher Strumpfhose und Body. Das konnte sie früh auch gleich anlassen und hat uns das Anziehen erspart.

Abends war es eher anstrengend, weil sie da wirklich hundemüde war. Aber dann haben wir eben versucht sie halbwegs in Ruhe zu lassen. Also kein Toben oder stänkern, weil das oft eskaliert ist.

Kuscheln hat auch oft geholfen, oder wenn ich was machen musste, kam sie auch einfach mal ins Tuch oder Ergo. Das hat ihr immer gefallen.
nasfried 01/07 und hornfried 03/10

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Lisa Bee

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #7 am: 22. September 2015, 13:35:18 »
Ich hab hier auch so eine kleine Wutbürgerin. Und ich versteh Dich voll und ganz, es ist tierisch anstrengend.

Meine Große ist jetzt 4, fast 5. Es wird teilweise einfacher, weil der Verstand es doch ab und an mal schafft, die überbordenden Emotionen zu kontrollieren. Aber es wird auch in manchen Sachen schwieriger, weil der eigene Wille immer größer und die Diskussionen länger werden.

Es gibt bei uns mittlerweile ruhigere Phasen, aber immer wenn ich mal zu meinem Mann sage, dass die Große jetzt echt umgänglicher ist, geht anschließend mindestens eine Woche gar nichts mehr.  S:D

Mit fällt es oft schwer, dieses ganze Gebocke, Gekreische und Geheule nicht persönlich zu nehmen. Manchmal platze ich fast vor Wut und Genervtsein. Aber das macht es nur noch schlimmer. Wenn sie das Gefühl hat, dass wir an ihr als Person nur noch rummeckern, findet sie gar nicht mehr aus ihren Emotionen raus.

Deshalb ist auch bei uns das A und O: Ruhe bewahren, nicht selber in Wut geraten, klare Ansagen bei den Sachen, die wichtig sind und ansonsten schauen, wo man gerade Kompromisse eingehen kann. Damit klappt es in einem von zehn Fällen.  ;D ;D



Zanthia

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #8 am: 22. September 2015, 13:41:10 »
Hallo,

das Gefühl, dass sie manchmal zu müde ist und dann nichts mehr geht, habe ich bei ihr auch. Wobei sie mittags definitiv hundemüde ist und auch meist unheimlich schnell einschläft, am Abend scheint sie oft um 18 oder 19 Uhr müde, erzählt dann aber im Bett ggf. ewig, bis sie dann oft erst gegen 21 Uhr einschläft.

Wir haben heute im Kindergarten nochmal genauer nachgefragt. Sie testet dort momentan auch sehr deutlich aus, wie weit sie kommt, wenn auch nicht so "laut" wie daheim. Allerdings regelt sich das dort auch etwas von alleine, denn durch die vielen Kinder kann sie sich nicht so durchsetzen bzw. im Mittelpunkt stehen.

An Tagen, an denen überhaupt nichts mehr geht, stecke ich sie manchmal noch in ihren Bondolino. Das Tragen hat sie als Zwerg schon oft beruhigt und sie kommt damit auch jetzt noch manchmal runter.

Habt Ihr noch Tipps, wie ich sie "erreichen" kann, wenn sie sich so extrem reinsteigert? Da geht dann normalerweise gar nichts mehr. Mein Mann redet dann viel (möglichst ruhig) auf sie ein, was es oft noch schlimmer macht. Bei "normalem" Trotzen klappt es dagegen durchaus mal, dass ich sie bitte mir etwas ganz ruhig zu sagen, sie wird ruhiger wenn ich sage "Maus, ohne...?" - Sie vervollständigt dann ruhiger "...weinen." oder ich sie bitte zu mir zu kommen, mich anzuschauen und es sich in Ruhe erklären zu lassen. Bedeutet nicht, dass sie es dann akzeptiert, aber ich habe bei manchen Situationen zumindest das Gefühl, dass ich noch bei ihr ankomme.

Viele Grüße
Zanthia

KardaMom

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #9 am: 22. September 2015, 13:59:44 »
Mein Großer war auch so ein Zornickel. Erstmal: er ist immer noch ein oppositioneller Charakter, wird es wohl auch immer bleiben – aber es wird besser!  :-*

Wenn reden nicht mehr weiterhalf, dann habe ich gesungen. Klingt blöd, hat aber oft geklappt. Beim Kind hat's den Focus auf etwas anderes gelenkt, so dass er vergessen konnte, über was er sich gerade aufregt, und mich selbst hat das Singen auch wieder beruhigt (Atmung und so).

Zum Schlafanzug: Ich hab meinen Zwerg einmal knallhart im Schlafanzug in den KiGa gebracht, als er sich weigerte sich anzuziehen. Natürlich hab ich ihm Klamotten mitgegeben ... Danach war DIESER Streitpunkt immerhin vergessen; er fing zwar noch oft an zu diskutieren, aber es reichte, wenn ich dann die Tür aufgemacht habe und verkündete "Ok, dann gehst du jetzt eben so".

Und falls du was mit Homöopathie am Hut hast: bei uns wirkte Chamomilla Wunder.

Gute Nerven und viel Erfolg!  :)

Binus

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #10 am: 22. September 2015, 16:32:09 »
Mit viel reden, selbst wenn es ruhig passiert, erreichst du ein gerade wütendes (Klein)Kind nicht. Kommt einfach nicht an.  :P

Kenne ich, und momentan bekomme ich schon eine leichte Gänsehaut, wenn ich an die nächsten Monate und Jahre mit unserer Tochter denke.

Solltest du eine mehr oder weniger organische Ursache vermuten bzw. ausschließen wollen, werfe ich eine sensorische Integrationsstörung in den Raum.

Vermutlich ist es aber "nur" der cholerische Dickkopf.


Strandflieder

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #11 am: 22. September 2015, 19:14:02 »
Oha, ich lese hier einfach mal mit. Unsere Dame ist zwar noch deutlich jünger, als eure. Ich befürchte aber, dass es bei uns auch recht anstrengend wird. Einen "starken Charakter" hat man uns auch schon attestiert. Sie ist erst 11 Monate alt und trotzt vom Feinsten! Anziehen, wickeln.....ein Graus! Autofahren ist nicht möglich. Nach spätestens 10 Minuten ist die Hölle los! Es hilft da rein gar nichts. Ich habe wirklich ALLES versucht.

Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ich hätte gern ein Geschwisterchen. Aber wenn dann so krasse Tage dabei sind, dann weiß ich nicht, ob ich das mit zweien schaffe.
Es tröstet zwar, zu wissen, dass es da noch andere gibt, aber so richtig helfen tut das auch nicht, oder? ;)
Liebe Grüße, Strandflieder

D@nce

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #12 am: 22. September 2015, 20:09:15 »
Das schafft man auch mit zwei Kindern ;D ;D ;D Kann sogar gut sein - Kinder können Kinder oftmals besser beruhigen, als Mamas :P Zumindest hier oft so.

Ich schließe mich der Allgemeinheit an: Ruhe bewahren, Kompromisse eingehen wo möglich, kosequent sein wo nötig. Situationsabhängig dem Kind helfen, aus der Wut rauszufinden, sofern es das zulässt. Sonst eben aushalten. Hilft ja auch nix :P

Und vielleicht lernen zu akzeptieren, dass sie nunmal einfach so ist. Du kannst sie nicht ändern, sie hat nunmal diesen oppositionellen Charakter (danke KardaMom, das wird mein neuer Begriff!) ;D Nimm sie, wie sie ist und finde einen Weg, wie es für alle funktioniert ohne sie auf Biegen und Brechen ändern zu wollen.

Verscheuche Motzkühe, Böckchen oder was auch immer grade in ihrem Kopf festsitzt, nimm sie in den Arm, wenn sie es braucht, lass sie auch mal toben, wenn es grade einfach nur raus muss. Manchmal rege ich mich tierisch über irgendeinen unbedeutenden Mist auf und WILL gar nicht, dass mich jemand beruhigt, weil ich es raus lassen will. Wieso soll ein Kind das nicht auch dürfen?






Fliegenpilz

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #13 am: 22. September 2015, 20:36:03 »
Und doch sind es einfach Kinder, Kinder die lernen sich in ihrer Welt zu bewegen, zu behaupte, lernen und spiegeln!

Man muss nicht jeden Krieg führen. Was genau wäre schlimm daran sie in ihren Schlafsachen in den Kindergarten zu bringen? Die Sorge, dass sie das eventuell dann immer möchte? Ja und? Wen könnte es stören? :)

Vielleicht morgens die Zeit auch einfach begrenzen. Sie steht früh auf? Dann geht es früh in den Kindergarten, denn je näher die 8.30 Uhr rückt, desto unruhiger wirst du auch innerlich werden - und ja, das wird sie merken und dementsprechend agieren. Manchmal können Kinder mit genauen Vorgaben viel besser arbeiten und nicht dieses "Wir haben noch 5 Minuten, ok du hast noch einmal 5 Minuten, in 5 Minuten müssen wir aber wirklich los!" und schon sind 30 Minuten vergangen ;D

hallihallo

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #14 am: 22. September 2015, 20:51:04 »
Als  ich die Überschrift las, dachte ich gleich "2 1/2 Jahre alt"  S:D

Ach Gott bin ich froh, das wir das überstanden haben. Allerdings wurde es erst deutlich besser als WIR unser Verhalten geändert haben. Wir haben ihr einfach mehr zugetraut und sie bestärkt in ihrem Tun. Und wenn es doch nicht geklappt hat, haben wir Hilfe angeboten (und nicht wie vorher einfach gemacht). Wäre es vielleicht ein Versuch wert, es mal zu probieren?
Z.B. beim einkaufen: welchen Wagen sollen wir nehmen? Was meinst du, sollen wir erst x oder erst y in den Wagen tun?  Und keine Angst.....sie wird nicht die Herrschaft an sich reißen   ;D

Fliegenpilz

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« Antwort #15 am: 22. September 2015, 20:57:43 »
The terrible twos s-pfeifen

hallihallo

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« Antwort #16 am: 22. September 2015, 21:34:01 »
Bezüglich der Stresszeit am morgen vielleicht mal über einen Last Minute Wecker nachdenken. Dann seid ihr nicht die bösen, sondern der Wecker  ;)

Nachtvogel

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« Antwort #17 am: 23. September 2015, 07:43:41 »
Mein Großer war auch so ein Zornickel. Erstmal: er ist immer noch ein oppositioneller Charakter, wird es wohl auch immer bleiben – aber es wird besser!  :-*

Oppositioneller Charakter...das ist gut  ;D ;D ;D ;D

Ansonsten kann ich mich hier ranhängen. Bei uns ist es der Mittlere, der genau so war. Was hat das Kind mich in den Wahnsinn getrieben. Ich hab ihn meinem Mann abends beim nachhausekommen oft heulend in den Arm gedrückt und bin erstmal raus in den Wald :-X
Ich war fertig mit der Welt.

Er hat nur geschrien. Geschrien, getobt, gebockt, Sachen kaputt gemacht und konsequent und konstant alles getan um mich zu provozieren, haputsache *dagegen*.

Er war ein absolut pflegeleichtes, friedliches Baby. Man hat ihn nicht gehört. Mit dem Zeitpunkt wo er mobil wurde war es damit aus und vorbei.

Er tat mir oft SO leid weil ich ihn nie lachen gesehen hab. Immer nur schreiend, traurig, wütend, bockig. Ich hab imemr gedacht dass er ja auch absolut unglücklich sein muss. Es kann einem ja nicht gut gehen wenn man nie lachen kann :-[


Wie KardaMom sagte, er ist immer noch ein anstrengendes Kind, aber es ist viel besser. Kein Vergleich zu früher.
Bei uns hat geholfen: klare Grenzen, keine Ausnahmen (sonst geht alles wieder von vorne los s-:)). Klare Ansagen und dann IN RUHE lassen (das A und O...fühlt er sich in die Enge getrieben ist alles aus :P). Ich sage zB *E, du hast die Wahl, entweder du räumst jetzt hier auf und kannst dan mit uns ein Buch lesen oder du räumst nicht auf und bleibst dan hier während wir lesen, ich sage das nur einmal also überlege es dir gut, es ist deine Entscheidung!*
Und dann gehe ich und lasse ihn. Bleib ich stehen und warte die Antwort ab, dann bockt er, kommt aus der *Nummer nicht mehr raus*. Gehe ich wirklich und lasse ihn in Ruhe dauert es mittlerweile vielleicht noch ne Minute und dann macht er ud ist dann danach auch direkt wieder fröhlich, erleichtert, dass er einen Weg gefunden hat aus der Nummer raus zu kommen ohne sein gesicht zu verlieren.
War jetzt ein blödes Beispiel mir fiel auf die schnelle nix ein, aber so in der Art funktioniert es hier am besten.
Die Kindergärtnerin macht das jetzt auch so und seither läuft es auch da ganz gut :)
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Nachtvogel

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« Antwort #18 am: 23. September 2015, 07:50:28 »

Mein Großer war auch so ein Zornickel. Erstmal: er ist immer noch ein oppositioneller Charakter, wird es wohl auch immer bleiben – aber es wird besser!  :-*

Oppositioneller Charakter...das ist gut  ;D ;D ;D ;D

Ansonsten kann ich mich hier ranhängen. Bei uns ist es der Mittlere, der genau so war. Was hat das Kind mich in den Wahnsinn getrieben. Ich hab ihn meinem Mann abends beim nachhausekommen oft heulend in den Arm gedrückt und bin erstmal raus in den Wald :-X
Ich war fertig mit der Welt.

Er hat nur geschrien. Geschrien, getobt, gebockt, Sachen kaputt gemacht und konsequent und konstant alles getan um mich zu provozieren, haputsache *dagegen*.

Er war ein absolut pflegeleichtes, friedliches Baby. Man hat ihn nicht gehört. Mit dem Zeitpunkt wo er mobil wurde war es damit aus und vorbei.

Er tat mir oft SO leid weil ich ihn nie lachen gesehen hab. Immer nur schreiend, traurig, wütend, bockig. Ich hab imemr gedacht dass er ja auch absolut unglücklich sein muss. Es kann einem ja nicht gut gehen wenn man nie lachen kann :-[


Wie KardaMom sagte, er ist immer noch ein anstrengendes Kind, aber es ist viel besser. Kein Vergleich zu früher.
Bei uns hat geholfen: klare Grenzen, keine Ausnahmen (sonst geht alles wieder von vorne los s-:)). Klare Ansagen und dann IN RUHE lassen (das A und O...fühlt er sich in die Enge getrieben ist alles aus :P). Ich sage zB *E, du hast die Wahl, entweder du räumst jetzt hier auf und kannst dan mit uns ein Buch lesen oder du räumst nicht auf und bleibst dan hier während wir lesen, ich sage das nur einmal also überlege es dir gut, es ist deine Entscheidung!*
Und dann gehe ich und lasse ihn. Bleib ich stehen und warte die Antwort ab, dann bockt er, kommt aus der *Nummer nicht mehr raus*. Gehe ich wirklich und lasse ihn in Ruhe dauert es mittlerweile vielleicht noch ne Minute und dann macht er ud ist dann danach auch direkt wieder fröhlich, erleichtert, dass er einen Weg gefunden hat aus der Nummer raus zu kommen ohne sein gesicht zu verlieren.
War jetzt ein blödes Beispiel mir fiel auf die schnelle nix ein, aber so in der Art funktioniert es hier am besten.
Die Kindergärtnerin macht das jetzt auch so und seither läuft es auch da ganz gut :)


EDIT

das Wichtigste vergessen.
Kuscheln kuscheln kuscheln. Sagen wie lieb man das Kind hat...immer und immer wieder!

*Liebe mich wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten!*

Absolut wahr!

Wenn E grad mitten drin ist, hilft kein in den Arm nehmen. Das schüttelt er dann ab. Ich sag ihm dann das ich ihn lieb hab und ihn etwas in Ruhe lasse. Irgendwann kommt dann der Moment wo er es zulassen kann, sich dann auch wirklich in meinen Arm fallen lässt und dann oft alles *raus weint*.
Anfangs wars schwierig, aber im Laufe der Zeit und mit viel viel Ruhe und Nerven( :P) kommt dieser Punkt immer schneller :)

So richtige Ausraster haben wir mittlerweile so gut wie keine mehr (und ich kann dir sagen, wir hatten welche-ständig! :-X)

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #19 am: 23. September 2015, 10:54:54 »
*Bei Nachtvogel unterschreib*

Unser Sohn ist auch sehr, sehr aufbrausend, er wird wegen vermeintlicher Nichtigkeiten dermaßen wütend, dass man Angst bekommen kann... :'(

Mittlerweile klappt es auch hier mit Verständnis, Ruhe, Konsequenz und Freiraum wesentlich(!) besser.

Auch J. braucht ganz klare Grenzen - ohne Ausnahme! Dennoch braucht er aber auch das Gefühl, Entscheidungen selber treffen zu dürfen.

Nicht immer einfach - aber wir alle arbeiten daran.Unser "Lohn" ist ein immer öfter zufriedenes, ausgeglichenes und fröhliches Kind. :)

 

*Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
  Die Sterne der Nacht
  die Blumen des Tages und
  die Augen der Kinder*   (Dante Aligheri)

Zanthia

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #20 am: 23. September 2015, 13:32:27 »
Hallo,

ich danke euch für die zahlreichen Antworten.

Ich bin noch nicht ganz durchgestiegen was die PNs hier im Forum angeht. Auf eine hab ich geantwortet, kann ich meine Antwort denn noch irgendwo sehen bzw. sicher sein, dass sie raus ging?

Zitat
Und falls du was mit Homöopathie am Hut hast: bei uns wirkte Chamomilla Wunder.

Ich weniger, eher mein Mann. Allerdings haben wir Chamomilla vor Monaten schonmal eine Weile ohne einschneidende Erfolge versucht und seit ca. 2 Wochen wieder  s-:)

Den Last Minute Wecker werden wir mal ausprobieren, die Idee finde ich spannend und schaden kann es ja nicht.

Mir hat der Austausch hier in jedem Fall erstmal gut getan. Auch, das ganze etwas mehr zu akzeptieren - unser Dickköpfchen. Ich hoffe trotzdem, dass die ganz extreme Phase momentan schnell wieder besser wird. Gestern war es es am Nachmittag dann ok, heute wieder ganz heftig.

Liebe Grüße
Zanthia

Fliegenpilz

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #21 am: 23. September 2015, 15:44:12 »
*Spielverderbermodusan*
Lasst das Homoöpathische abklären nach einer Anamnese eurer Tochter statt selbst herum zu experimentieren!?
*Spielverderbermodusaus*

Zanthia

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #22 am: 24. September 2015, 08:55:49 »
Zitat
Lasst das Homoöpathische abklären nach einer Anamnese eurer Tochter statt selbst herum zu experimentieren!?

Und wer hat gesagt, dass sie nicht mit mir beim Heilpraktiker war?

Gruß
Zanthia

mausebause

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Antw:Wir verzweifeln - Kind steigert sich in alles extrem hinein
« Antwort #23 am: 24. September 2015, 09:50:11 »
Hallo

Meine kleine ist so - mittlerweile geht sie auf die 5 zu und wir haben immer mal wieder gute und auch schlechtere Zeiten aber tendenziell scheint es besser zu werden...
Wir haben da durchaus auch richtig üble Phasen mit einer Stunde Geschrei, mit Sachen um sich werfen und um sich schlagen - in der Phase ist sie auch nicht erreichbar...
Beim letzten Anfall habe ich mich mit ihr im Bad eingesperrt und sie toben lassen - immerhin konnte sie dort nach einiger Zeit selbst betiteln dass sie gerade schrecklich wütend ist..
Nach einiger Zeit ist es dann immerhin möglich sie in den Arm zu nehmen und dann geht es wieder als wäre nichts geschehen...
Ich hab da je nach meiner Verfassung auch durchaus mal mit zu kämpfen, ganz klar..
Mittlerweile weiß ich aber wie ich diese Austicker ganz gut vermeiden kann - nicht immer, klar, das geht nicht aber es wird..also zusammenfassend ist es eher so dass ich mein Verhalten überdacht habe und versuche mit ihr anders umzugehen als dass ich da etwas von ihr verlangen würde...
Was ich immer wichtig finde ist sich da nicht von anderen verrückt machen zu lassen - ich merke nämlich immer öfter (nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Mamas) dass das oft der Hauptgrund ist warum sich solche Situationen eher verschlechtern - weil man meint dem "aber das Kind muss doch...." "aber du als Mutter musst doch".. nachgeben zu müssen... ;)

Fliegenpilz

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« Antwort #24 am: 24. September 2015, 14:13:16 »
Wieso nimmt der Heilpraktiker dasselbe Präparat noch einmal, wenn es sich bisher als wirkungslos erwiesen hat?

 

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