Autor Thema: Wie reagieren bei ...  (Gelesen 2073 mal)

luna_07

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Wie reagieren bei ...
« am: 16. Juni 2012, 20:18:38 »
...Mama du bist blöd, Papa du bist blöd, ihr wollt mir ja nur mein Leben zerstören, Türen knallen, Zunge raus strecken, spucken...usw.?!
Ich versuche ruhig zu bleiben und ihre Sprüche zu ignorieren. Aber es trifft mich bis ins Mark, das kann ich dazu sagen.
Auslöser war: Wir wollten heute Abend mit ihr zum Sonnenwendfeuer (wäre spät geworden) und hatten ihr gesagt wir machen gemeinsam einen Mittagsschlaf, damit wir Abends dann dort hin gehen können. Madam war aber der Meinung das sie nicht schlafen mag. Somit haben wir ihr erklärt das wir dann dort nicht hingehen können, weil sie dann zu müde wäre.
Dann ging der Wutanfall los!!!!!
Wir kennen diese Anfälle von unserer Tochter aber wie hättet  ihr reagiert? Tipps und Tricks wären gut.
Ach so unsere Tochter ist 41/2 Jahre alt.

LG Luna

MamaVonLasseMats

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Antw:Wie reagieren bei ...
« Antwort #1 am: 16. Juni 2012, 20:27:13 »
huhu!

unser kleiner ist noch lange nicht soweit und wirklich helfen kann ich dir nicht.

aber ich finde, ihr habt richtig reagiert. ich meine, ihr habt es ihr erklärt und sie ist ja an sich soweit, dass zu verstehen. somit hat ihr verhalten eben eine konsequenz.

es ist schade für euch alle, aber ich finde, ihr habt es richtig gemacht.

lg, nini




luna_07

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« Antwort #2 am: 16. Juni 2012, 20:51:46 »
danke nini.
ja für uns ist es sehr schade, wir wären gerne gegangen.

susi

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« Antwort #3 am: 16. Juni 2012, 20:59:56 »
Ja!! Absolut richtig reagiert! Hauptsache ihr zieht es dann auch durch. Nur einmal schwach geworden- für immer verloren! Gute Nerven wünsch ich !

lotte81

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Antw:Wie reagieren bei ...
« Antwort #4 am: 16. Juni 2012, 21:17:26 »
ich denke du meinst nicht, wie wir die "Reaktion" auf die eigentliche Aktion finden,sondern eher auf das "Beschimpfen"?
In der Situation: SChwierig...Schlaf kann man nicht erzwingen. Meine würden im Leben mittags nicht schlafen (schon ewig nicht mehr.) ...ich hätte als Alternative also eine CD oder lesen angeboten,wenn sie sagen, sie können nicht schlafen (oder wollen nicht)....kurz zusammen ausruhen. Insofern hätte ich da anders reagiert -aber dir war das schlafen ja wichtig! Dafür wirst du sicher genauso gute Gründe gehabt haben  :)

zu den "Ausdrücken" bzw beschimpfen: ich muss sagen, so was sehe ich eher "entspannt"und versuche es zu ignorieren (erkläre aber schon generell, wenn ein Wort einfach nicht geht!) und fürchte, was anderes hilft auch nicht... Da keine wahnsinnige REaktion erfolgte , war es bisher auch echt uninteressant und hält sich absolut in Grenzen ("Einzelfälle")...
..als mein Sohn letztens meinte,dass ich auch von tag zu Tag doofer werde (OK, die Situation war auch doof  s-:) aber im Stress reagieren auch Mütter mal unangemessen...insofern konnte ich ihm nicht mal widersprechen. Ich war unnötig laut und habe mich doof benommen), hab ich nur gesagt: Das kann durchaus sein  ;D

Hast du mal in einem ruhigen Moment mit ihr über solche "Ausdrücke" gesprochen? Ihr gesagt, dass sie dich verletzen? Ihr Alternativen angeboten ("Pseudoausdrücke" wie Tomate oder in ein Kissen hauen...keine Ahnung...irgendeine Alternative....)

Andererseits wollte sie dich ja verletzen...aus ihrer Sicht sicher mit Recht....wenn ich an meine eigene Kindheit denke sind solche Situationen (die wir als Eltern manchmal herbeiführen) ja auch aus Kindersicht ungerecht, gemein und die Eltern doof und fies , weil man als Kind einfach machtlos daneben steht.... ich habe also schon Verständnis für so REaktionen... aber als Eltern müssen wir halt manchmal auch unbequeme Entscheidungen treffen....
Das "einmal schwach geworden - für immer verloren" würde ich etwas abschwächen. Ich finde man darf durchaus Dinge aushandeln und Konsequenzen auch mal aufweichen.... (CD statt schlafen anbieten).....Aber kommt sicher immer auch auf die Einzelsituation an...ich habe Konsequenzen schon durchgezogen, aufgeweicht und sogar schon komplett fallen lassen.... so hast du im Grunde ja dich gleich mit bestraft  ;)
« Letzte Änderung: 16. Juni 2012, 21:31:06 von lotte81 »


Fliegenpilz

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« Antwort #5 am: 16. Juni 2012, 21:27:30 »
Besorgt euch nächstes Mal einen Babysitter, falls möglich - und geht!
Sie hat ja nun nicht nur sich, sondern auch gerade euch den Spaß verdorben und sie hat gemerkt, dass sie eine gewisse Macht über euch hat - ja Macht! Sie schafft es, dass ihr euch ärgert, sie kriegt negative Aufmerksamkeit und ihr euch den Abend "verderbt".

Meine große Tochter (3,5 Jahre) hat auch vor Kurzem zu mir gesagt, dass ich "voll die blöde Mama" bin und ich habe nur erwidert, dass "blöde Mamas auch blöde Kinder kriegen". Sie hat die Augen richtig aufgerissen und schrie, dass sie nicht blöd ist - und ich sagte, dass ich dann wohl auch nicht blöd bin. Nie wieder war hier (bisher!) jemand blöd 8)



kruemel35

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« Antwort #6 am: 16. Juni 2012, 21:50:40 »
Christiane, das muss ich mir unbedingt merken.

Wenn meine Maus meint, ich wäre eine blöde Mama, dann kommt von mir nur ein "wenn du meinst". Und reagiere da gar nicht weiter drauf.

zuz

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« Antwort #7 am: 17. Juni 2012, 07:05:20 »
Entspann Dich! Das ist doch voellig normal und Du solltest es nicht persoenlich nehmen. Eigentlich meint sie ja> ich aerger mich jetzt grad total, weil Du mir das verboten hast. Und das kann ich verstehen. Sie drueckt das halt noch nicht so differenziert Aus. Ich wuerde ihr sagen, was sie eigentlich denkt, dass sie sich eben aergert. Und beim 2. Mal sagen, dass ich nicht so genannt werden will und dann ist gut. Verhalten ignorieren, anderes Thema anschneiden oder rausgehen, weil man grad ganz dringend ja noch Blumen Giessen muss.

@Konsequent sein> ich glaube, ich haette das anders gehandhabt. Ich finde schon, dass man Konsequenzen ueberdenken kann, wenn man das begruendet. In dem Fall z.B., das mit dem Schlafen kann sie ja nicht erzwingen und die Folge noch nicht wirklich ueberblicken. Wenn Ihr dann merkt, dass es ihr soo wichtig ist, was ja evtl. auch nicht vorauszusehen war, haette ich wohl einen Kompromiss ausgehandelt - nicht so lange hingehen  und es gibt dann keine Gute-Nacht-Geschichte mehr z.B. Denn so ein Feuer ist ja nichts Alltaegliches und ich kann schon verstehen, dass sie da wirklich extrem enttaeuscht war.

(sorry fuer die RS, amerik. Tastatur mit nicht auszuschaltender Autokorrektur  s-:))

AnnHoly

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Antw:Wie reagieren bei ...
« Antwort #8 am: 19. Juni 2012, 01:50:20 »
Hallo! :)

Zunächst einmal zum „Auslöser“ selbst: ich hätte die Unternehmung nicht von einem Nachmittagsschlaf abhängig gemacht. In dem Alter wollen Kinder nun einmal ungern tagsüber schlafen. Schnecki bekäme ich jedenfalls auch nicht dazu. Ich sehe das auch eher locker. Wenn sie am nächsten Tag ausschlafen kann, wird es eben einfach mal später. Sie darf in solchen „Ausnahmesituationen“ aufbleiben, solange sie es aushält. Am nächsten Tag wird dann einfach länger geschlafen und der Tag insgesamt etwas ruhiger gestaltet. Ich hätte ggf. angeboten, dass sie sich zu mir ins Bett/aufs Sofa kuschelt und wir gemeinsam einen Trickfilm o.ä. anschauen oder wir gemeinsam Märchen lesen oder eine Hörgeschichte anhören. In solchen Situationen haben wir durchaus schon mal den einen oder anderen Mittagsschlaf hinbekommen. Ganz allgemein würde ich mein Schnecki – wie schon geschrieben – nicht zu einem Mittagsschlaf drängen oder gar eine gemeinsame schöne Unternehmung absagen, nur weil sie nicht schlafen mag.

Ich kann auch verstehen, dass Eure Tochter da sauer war. Stell Dir vor, Du freust Dich schon den ganzen Tag auf ein „besonderes Abenteuer“ und jemand verwehrt es Dir, nur weil Du nicht tagsüber schlafen kannst/magst. Du hättest sicher auch nicht mit Wohlwollen reagiert. Ein Kind, das nicht müde ist, sieht naturgemäß keine Notwendigkeit darin, sich schlafen zu legen. Noch weniger wird es verstehen, dass es nun abends nicht „zum großen Abenteuer“ darf, nur weil es nicht schlafen konnte. Und natürlich findet es seine Mama/seine Eltern dann „blöd“. Kann ich ihr in diesem Zusammenhang nicht einmal verdenken. Ich jedenfalls wäre in Erklärungsnöte gekommen, warum das „blöd“ in dieser Situation unangebracht sein soll.

Ganz allgemein zum Thema „blöde Mama“: wir hatten das bisher genau ein Mal und das auch gerade am vergangenen Freitag. Ich weiß nicht einmal, warum Schnecki sauer wurde; sie nannte mich auf jeden Fall beim Verlassen der Küche eine blöde Mama. Ich war völlig irritiert, bin hinterher und habe gefragt, wie sie mich gerade genannt hat. Ich denke, sie wusste genau, dass sie „etwas Böses“ gesagt hat, denn sie verkrümelte sich. Ich sagte nur: ‚Ich bin also eine böse Mama, alles klar’ und ging zurück in die Küche. Als sie direkt danach in die Küche kam, fragte ich sie, ob sie mich gerade eine böse Mama genannt hat. Sie antwortete nicht, sondern sah mich nur mit einer Mischung aus „Ich bin sauer“ und „Oh je, was habe ich da gesagt“ an. Ich ging einfach weiter meiner Beschäftigung nach und sprach vor mich hin, dass böse Mamas also dieses und jenes mit ihrem Kind machen (Wir hatten bis dahin einen echt tollen Tag mit Spielen, Tanzen, „Kinderschminken“, ich kochte ihr gerade leckere Spaghetti etc.). Darüber hinaus beachtete ich sie in dem Augenblick nicht und schimpfte auch nicht. Ein paar Minuten später stand sie vor mir und sagte, sie wolle Entschuldigung sagen. Ich fragte, wofür, und sie sagte, weil sie mich eine blöde Mama genannt hat. Auf meine Frage, was für eine Mama ich denn sei, sagte sie „eine liebe“. Daraufhin bat ich sie, mir in solchen Momenten einfach zu sagen, was sie sauer macht, wir umarmten uns und alles war wieder in Ordnung.

Würde sie mich häufiger so titulieren, würde ich ihr wohl – nicht in dem Moment, sondern in einer „ruhigen Minute“ – erklären, dass mich so etwas verletzt. Weiterhin würde ich sie (s.o.) bitten, mir doch direkt zu sagen, was sie gerade ärgert, weil man auf diese Weise ggf. noch etwas klären kann. Mit einem Schimpfwort dagegen nicht. Ob es helfen würde, weiß ich nun nicht, aber so würde ich es zumindest versuchen. :)


:) AnnHoly





zuz

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« Antwort #9 am: 19. Juni 2012, 12:56:01 »
[quote author=AnnHoly link=topic=77622.msg2303705#msg2303705 dIch denke, sie wusste genau, dass sie „etwas Böses“ gesagt hat, denn sie verkrümelte sich. Ich sagte nur: ‚Ich bin also eine böse Mama, alles klar’ und ging zurück in die Küche. Als sie direkt danach in die Küche kam, fragte ich sie, ob sie mich gerade eine böse Mama genannt hat. Sie antwortete nicht, sondern sah mich nur mit einer Mischung aus „Ich bin sauer“ und „Oh je, was habe ich da gesagt“ an. Ich ging einfach weiter meiner Beschäftigung nach und sprach vor mich hin, dass böse Mamas also dieses und jenes mit ihrem Kind machen (Wir hatten bis dahin einen echt tollen Tag mit Spielen, Tanzen, „Kinderschminken“, ich kochte ihr gerade leckere Spaghetti etc.). Darüber hinaus beachtete ich sie in dem Augenblick nicht und schimpfte auch nicht.
[/quote]

DAS würde ich nicht machen. Denn es weckt im Kind Schuldgefühle, und das finde ich den falschen Weg. Also klar, es darf erfahren, dass Mama verletzt ist, aber dann sollte man das direkt sagen (so etwas verletzt mich, so möchte ich nicht genannt werden). Aber so eine abweisende Reaktion kann ein Kind nicht verstehen und wird es auf seine Person beziehen. Und schon gar nicht sollte es quasi dankbar sein müssen, weil Mama tolle Sachen mit ihm macht. Da krieg ich beim Lesen richtig Bauchschmerzen, das finde ich ganz schlimm  :-\. Warum soll es sich nicht trotzdem ärgern können/dürfen, weil irgendwas nicht passt?  ??? Den Zusammenhang verstehe ich nicht.

AnnHoly

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« Antwort #10 am: 19. Juni 2012, 13:58:34 »
Hallo Zuz,

mein Beitrag liest sich bzw. deutest Du ihn dramatischer, als die Situation tatsächlich war. Natürlich habe ich ihr gesagt, dass es mich verletzt, wenn sie mich so nennt. Sie wusste es allerdings auch so. Es gab m.E. nicht einmal einen wirklichen Grund. Meiner Ansicht nach (und dem Empfinden in der Situation) wollte sie austesten, was ich mache, wenn sie mich "blöd" nennt. Sie hat mich zuvor - selbst wenn sie aus ihrer Sicht Grund dazu gehabt hätte - noch nie so genannt und testet ohnehin in den letzten Tagen ein paar verbale Mitbringsel aus dem Kindergarten aus (Pupsi etc.).

Und ich meine schon, dass sie sich "schuldig"/"schlecht" fühlen bzw. ein schlechtes Gewissen haben darf. Mal abgesehen davon, dass sie das ohnehin schon hatte (und deshalb ja gleich schuldbewusst weggegangen ist), fühlen Kinder sich auch schon schuldig, wenn man ihnen sagt, dass sie einen verletzt haben. Meine "Steigerung" (wenn man es so nennen will) war nur, dass ich gesagt habe, dass eine blöde Mama bestimmt nicht den ganzen Vormittag mit ihr spielen würde. Ich habe sie dabei weder großartig ignoriert (sondern weiter gekocht und dem Ganzen keine übergroße Bedeutung beigemessen), noch böse angeguckt oder geschimpft o.ä. Sie kam von sich aus sofort an und wollte sich entschuldigen. Aber nicht, weil ich ihr generell ein übergroßes Schuldbewusstsein einimpfe, sondern sie an sich recht verständig ist und weiß, wann sie sich daneben benimmt.

Eine besondere Dankbarkeit für Unternehmungen bzw. gemeinsames Spielen erwarte ich auch nicht. Auch Schnecki hatte sicher noch nie das Gefühl, sich dafür bedanken zu müssen, denn sie kennt es nicht anders.

Sollte sich bei Dir ein Gedanke breit gemacht haben, dass ich meinem Schnecki da ungesunde Signale sende oder sie falsch behandele o.ä., bitte gleich wieder beiseite schieben. Schnecki hat hier in keinerlei Hinsicht zu leiden. Ganz im Gegenteil. Wenn ich mir etwas vorwerfen könnte, dann dass ich sie (und nun auch den Kleinen) nach allen Künsten verwöhne. Zumindest (oder vor allem) wenn es um gemeinsame Zeit geht. Da mir diese enorm wertvoll ist und ich selbst natürlich auch gern schöne Dinge mit meiner Familie erlebe, kann Schnecki jede Woche auf schöne Erlebnisse zurück blicken (sei es nun unterwegs oder zu Hause …). Es besteht also keinerlei Anlass für Bauchschmerzen oder gar Mitleid mit meinem Schnecki. Ich kann Dir versichern: sie hätte es kaum besser treffen können, denn das Glück meiner Lieben (und sie glücklich zu machen) ist eines meiner wichtigsten Anliegen.


:) AnnHoly





zuz

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« Antwort #11 am: 20. Juni 2012, 17:20:41 »
Es macht doch einen riesigen Unterschied, ob man ganz klar ein Verhalten kritisiert oder ob man so indirekt unausgesprochene Vorwürfe macht. Letzteres kann ein Kind sehr verunsichern. Offenbar hat das Deine Schnecki ja auch so aufgefasst, sonst hätte sie sich ja nicht rumgedrückt und dann entschuldigt. Wenn man das Verhalten kritisiert, dann kann natürlich auch ein schlechtes Gewissen entstehen, aber doch auf einer ganz anderen Ebene. Dann ist nämlich klar, dass die Beziehungsebene nicht betroffen ist, sondern nur das Verhalten selbst. Letzteres muss natürlich klares Feedback bekommen.

Ich war bei Deiner Situation nicht dabei und kann es von daher nicht beurteilen. Aber ich denke, dieses Vorgehen kann zumindest sehr leicht missverstanden werden und sollte, nach meiner Meinung, nicht als allgemein gültiger Tipp hier unkommentiert stehen bleiben.

AnnHoly

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« Antwort #12 am: 20. Juni 2012, 17:44:27 »
Zuz, wie Du schon schreibst: Du warst nicht dabei. Es war o.k. in der Situation. Sie hatte sofort nach dem Ausspruch ein schlechtes Gewissen, nicht erst nach meinem emotionalen "... eine blöde Mama würde bestimmt nicht ...". Ich glaube auch kaum, dass ihr dieser eine Ausspruch in irgendeiner Weise geschadet hat oder unsere Beziehung in Frage gestellt hat. Unser Mutter-Tochter-Verhältnis ist ausgezeichnet und sie weiß, dass ich sie bedingungslos liebe. Ein Ausspruch wird daran nichts ändern. Wie sagte sie gestern zu mir: Mama, ich lieb Dich. Ich habe sie gedrückt und ebenso erwidert. Damit dürfte der Punkt klar sein.

Und der Ordnung halber: der Absatz mit meinem persönlichen Erlebnis war die Beschreibung eines von mir erlebten Moments. Der Tipp befindet sich im letzten Absatz.

:) AnnHoly





Barbarella

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« Antwort #13 am: 20. Juni 2012, 20:34:42 »
Es ist nicht die Antwort auf die Frage hier, aber weil ich es in den letzten Beiträgen gerade lese und es mich interessiert -
warum soll es schlimm sein, wenn das Kind im Kindesalter bereits Schuldgefühle entwickelt und mit diesen umzugehen erlernt?
Und was ist am "sich im Kindesalter entschuldigen" schlecht/schlimm/unangemessen?
Ich finde es mindestens genau so wichtig wie bitte und danke zu sagen.  ???
Und beides hängt doch zusammen:
Solange ein Kind nicht versteht - und ohne Schuldbewusstsein kann es das nicht - was Entschuldigung bedeutet, kann diese nicht ernst gemeint sein.

zuz

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« Antwort #14 am: 21. Juni 2012, 05:51:49 »
Barbarella: Hm, das ist wohl falsch rübergekommen. Ein Bewusstsein, etwas falsch gemacht zu haben, muss ein Kind natürlich entwickeln. Das ist ganz wichtig, klar. Das bekommt es, indem die Eltern/Erzieher Rückmeldung geben über das Verhalten. Und zwar sofort, konkret, eindeutig und konstruktiv.
Was aber fatal ist, ist wenn Eltern auf Fehlverhalten beleidigt oder gekränkt reagieren, denn dann fühlt sich das Kind selbst schuldig, als Person, nicht wegen des Verhaltens. Dann wird es nicht versuchen, sein Verhalten zu überdenken, sondern alles tun, bis zur Selbstaufgabe, um die Eltern wieder glücklich zu machen. Denn sonst wäre es ja selbst gefährdet. Es sagt dann vielleicht (nein sogar wahrscheinlich) auch nicht mehr blöde Mama, aber nur aus dem Grund, weil es sonst Angst haben muss, dass die Beziehung gefährdet ist. Das befriedigt dann zwar narzisstische Bedürfnisse der Eltern, führt aber beim Kind dazu, dass es später schon bei leichter Kritik von anderen Panik bekommt, sein ganzes Selbst in Gefahr sieht.
Während bei einer sinnvollen Rückmeldung dann eben nur das falsche Verhalten überdacht wird.

Barbarella

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« Antwort #15 am: 21. Juni 2012, 09:31:56 »
zuz: Danke dir,
ich finde immer das ist so ein extrem feiner Grad der dazwischen liegt und man muss echt aufpassen, was man macht/sagt. Das eine ist noch "erlaubt" oder gar gut und wenn man es etwas abändert macht man damit dann anscheinend etwas völlig falsches.
Zu dem von dir Geschriebenen: Das bedeutet ich sollte lieber meine Gefühle (also beleidigt oder gekränkt oder verärgert oder wütend oder....) dem Kind nicht so offen zeigen?
Ist es wirklich "daneben", wenn ich sage oder zeige, dass ich wütend bin!?
ZB wenn ich mit meiner Tochter spiele, sie anfängt sich zu langweilen oder wenn ihr sonst was im Kopf vorgeht... und dann beginnt sie auf einmal alles kaputt zu machen (und das bitten es sein zu lassen zieht nicht)...
Klar, macht sie das ein, zwei Mal, dann reagiere ich belustigt und ziehe das ins Spielerische. Aber wenn sie es immer wieder tut, sagen wir mal mein eigenes Wohlbefinden im Moment nicht besonders ist und ich "leicht reizbar" bin, kann ich ihr dann nicht wirklich klar machen, dass ich eben wütend bin, indem ich ihr sage - "Clara, ich bin jetzt wirklich böse und SO spiele ich bestimmt nicht mit dir!"? Und dann einfach gehen, also als Reaktion darauf?
Sie dreht dann durch.
Ich gehe dann zB "Blumen gießen"  ;) oder gucke aus dem Fenster oder oder oder...
Sie ist immernoch am ausflippen. Klar, die Mama spielt nicht mehr mit ihr und ist wütend.
Und ehrlich gesagt erwarte ich von ihr dann schon, dass sie sich ihres Fehlers (mich verärgert zu haben) bewusst wird!
Oder KANN sie das wirklich nicht? Sie hat mich mit dem Verhalten verärgert. Sie hat mir "fies" in die Augen geblickt, als sie das Spiel zerstört hat. Sie wusste - sie macht einen Fehler. Wollte wissen, wie ich reagiere, was ich mache.
Wenn ich dann NICHT sage - Kind, ich bin unglücklich darüber, dass Du die Sachen kaputt machst und darum gehe ich jetzt Blumen gießen, du kannst ja dein Verhalten überdenken" wird sie mich nicht eher verstehen, denk ich.

Hach, ich wünschte man könnte immer angemessen reagieren und handeln.
Aber das scheint wohl ein Studium für sich, wie ich feststelle, je weiter wir in der Trotzphase fortschreiten.  ;D

Sweety

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« Antwort #16 am: 21. Juni 2012, 09:40:30 »
Klar kannst du sagen, dass dich das grad sauer macht. Sollst du sogar (find ich jetzt mal). So lernen Kinder das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Aber ganz krass gesagt gibt es einen Unterschied zwischen "Das macht mich jetzt sauer und SO mag ich jetzt nicht weiterspielen." und "Du machst mich traurig und SO sind wir keine Freunde mehr."

Beim ersten Beispiel hat das Kind die Wirkung seines Verhaltens vor Augen und eine Option, da herauszukommen.
Beim zweiten wird der Wert des Kindes angezweifelt.

Und wenn mein Sohn mich bewirft, haut, beschimpft und richtig "böse" mich aus seinem Zimmer verweist, dann bin ICH die Erwachsene, die weiß, dass er noch lange davon entfernt ist, seine tieferen Gefühle bewusst und gezielt artikulieren zu können (manche lernen das gar nie ;D ).
Und nein - ich nehme das NICHT persönlich.
Ich weiß, das gilt in dem Moment nicht mir als Person, sondern ich bin sozusagen stellvertretend für irgendeinen Missstand, den er grad weder ausformulieren noch anders ausagieren kann. Ich bin der Blitzableiter und dementsprechend reagiere ich.

Nämlich bestimmt und unterbindend, aber keinesfalls so, dass mein Sohn sich für mein psychisches Befinden in der Verantwortung findet ;)

lotta

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« Antwort #17 am: 21. Juni 2012, 09:44:34 »
Oh - unser Thema gerade...  s-:)

Ich bin laut Aussage meines Sohnes (je nach Verfassung) auch eine "doofe Mama".

Im Gegensatz zu meinem Mann nehme ich es nicht persönlich, sondern setze es in den Kontext, in dem er es zu mir sagt.
Die Situation ist nämlich für ihn dann immer unschön und meine Handlung (Fernseher ausmachen, Badewasser ablassen etc  s-:) ) findet er doof - verständlicherweise ;)

An guten Tagen erkläre ich ihm, dass er das was ich tue doof findet und das auch sein gutes Recht ist und ich das verstehe. Ich sage ihm aber auch, dass ich nicht möchte, dass er das sagt, weil ich dann traurig werde und frage ihn, ob alles was ich tue doof ist, denn DANN wäre ich eine doofe Mama!

Diese Unterscheidung ist für Kinder schwierig (für Erwachsene auch oft  :P ) und ich hoffe inständig, dass er sie bald gelernt hat.

An schlechten Tagen (schon 138672363879 Konfrontationen an diesem Tag) geht meine Reaktion von "Wer es sagt ist es selber!"  über "Na, dann musst du ja auch doof sein, denn du bist ja mein Kind!" bis "Dann brauche ich ja nicht das und das mit dir zu machen, doofe Mamas machen sowas nämlich nicht!"

Ähnlich wie bei Christiane mag er es überhaupt nicht, wenn er auch nur ansatzweise als doof bezeichnet wird und reagiert entsprechend empört. Im weiteren Verlauf reden wir dann natürlich noch darüber.
Leider hält das derzeit nie besonders lange an. Ich hoffe da schlicht, dass es mit zunehmendem Alter besser wird... s-:)

Er macht das übrigens nicht nur bei mir, sondern auch bei seinen besten Freunden. Einer hat dann direkt angefangen zu weinen, er sei nicht doof. Da war mein Kleiner dann doch erschrocken.

Zum Auslöser:
Man kann ja niemanden zum Schlafen zwingen, daher finde ich die Konsequenz unglücklich.
So wurde sie (und ihr auch ;) ) für ein Verhalten bestraft, was an fast allen anderen Tagen völlig in Ordnung ist. Ich gehe mal davon aus, dass sie sonst auch keinen Mittagsschlaf mehr macht...


Was wäre wohl passiert, wenn ihr trotzdem zur Sonnenwendfeier gegangen wärt? 






„Lernt, was ihr für Euer Leben nötig habt! Geht nicht gebückt und gebeugt, geht aufrecht wie Freie! Geht mit erhobenem Kopf, aber erhebt euch nie über andere! Geht mit wachem Verstand und mit heißem Herzen!" G. Leber

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« Antwort #18 am: 21. Juni 2012, 10:02:24 »
Naja, aber wenn man das den Kindern nicht wirklich klar macht, dass so ein Verhalten nicht geht, WEIL es auf ANDERE verletzend ist.. wenn man sich als Blitzableiter hinstellt und es so hinnimmt, weil es ja eh nicht persönlich gemeint war... sondern das Kind nur seine gerade bestehenden Missstände so ableitet...
hmm.
Was bitte soll denn aus diesem Menschen werden?

Ich möchte jedenfalls dass meine Tochter lernt, dass ihre Handlungen, ihr Verhalten, andere Leute um sie herum beeinflusst. Positiv wie negativ!
Und meistens ist sie nun mal mit mir zusammen und wenn nicht ich ihr das zeige, wer sonst?
Soll sie dann irgendwann erst im späteren Leben auf die Nase fallen?

Eventuell nehme ich das auch noch nicht einmal persönlich!!
Gott behüte. Wäre ja schlimm, wenn ich bei jeden Mist "richtig böse" auf meine Tochter wäre!
Nein, aber ich zeige ihr durchaus mal, dass dieses böse Verhalten ihrerseits zu "bösem Verhalten" meinerseits führt.

Das ist doch schon im Tierreich und in der Steinzeit immer so gewesen - Kind böse - Mutter böse. Kind lieb - Mutter lieb.
Kind macht was falsch, Mutter faucht. Kind lernt, dass Falschmachen nicht geht.

Sweety

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« Antwort #19 am: 21. Juni 2012, 11:37:18 »
Barbarella, ich glaube, wir meinen beide das Gleiche, ganz ehrlich.

Natürlich lernt Costa von mir, dass dieses und jenes nicht geht. Er lernt, dass bestimmte Sachen anderen wehtun oder sie auch traurig machen und zwar lernt er es von meinem Mann und mir.
Der Blitzableiter bin ich in dem Moment für ihn, nicht weil ich mich selbst als solcher zur Verfügung stelle oder einfach alles mit mir machen lasse. Beziehungsweise, weil ich begreife, dass ich nicht wirklich persönlich gemeint bin, sondern eben irgendein anderer Umstand, den er anders nicht ausagieren kann.

Ich nehme es nur nicht persönlich, das ist alles.

Wenn man sich nämlich als Individuum verletzt fühlt und mithin das, was das Kind sagt, für bare Münze nimmt und sich beleidigt fühlt, dann reagiert man ganz automatisch völlig anders als wenn man das nicht macht.

ICH bin so erzogen worden. Mit Schuldgefühlen. Und glaube mir - Schuldgefühle eingeimpft zu bekommen ist eine ganz ganz GANZ andere Hausnummer als eine klare und auch knallharte Bewusstmachung von Konsequenzen, also der Tatsache, dass jedes Handeln Folgen zeitigt.

Mit einem wütenden bockenden Kind KANN man nicht gescheit ein Spiel spielen. So einfach ist das. Und das vermittel ich dem Kind. "Wenn du so rumschreist, kann man gar nicht richtig spielen. SO mache ich nicht weiter. Ich gehe erstmal in die Küche. Wenn du magst, komm einfach auch hin."
Da kann man auch mal die Nerven verlieren und rumgranteln "Himmeldonnerwetter - jetzt reicht es aber mit dem Geschrei! So können wir doch nicht spielen hier!"

Das ist eine ganz andere Kategorie als wenn man sich persönlich angefressen fühlt dadurch und dann reagiert mit "DU machst MIR den Spaß kaputt und darum will ich dich nicht mehr sehen."

Kleiner Unterschied, riesige Wirkung.

Beim einen geht es um ein Verhalten und seine Wirkung, beim anderen geht es um das Kind an sich, das in Frage gestellt wird.

Beim einen geht

Barbarella

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« Antwort #20 am: 21. Juni 2012, 11:43:45 »
Hmm, naja, irgendwie verstehe ich dich schon...  ;)


Zitat
ICH bin so erzogen worden. Mit Schuldgefühlen. Und glaube mir - Schuldgefühle eingeimpft zu bekommen ist eine ganz ganz GANZ andere Hausnummer als eine klare und auch knallharte Bewusstmachung von Konsequenzen, also der Tatsache, dass jedes Handeln Folgen zeitigt.
Naja...
Du bist (trotzdem oder gerade deswegen?) ein wirklich toller Mensch geworden! Ich kenne nicht viele, die "so" sind.
Da würde ich als Mutter, mit so einer Tochter denken - ich habe alles richtig gemacht!  :-*

Sweety

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« Antwort #21 am: 21. Juni 2012, 11:46:08 »
Da würde ich als Mutter, mit so einer Tochter denken - ich habe alles richtig gemacht!  :-*

DEN Zahn habe ich kürzlich meiner Mutter mit der Grillzange und ohne Betäubung gezogen S:D

Aber vielen Dank, du Liebe :-*


Barbarella

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« Antwort #22 am: 21. Juni 2012, 11:47:39 »
 :-*
Ich meine es so, wie ich es schreibe.
 :-*

zuz

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« Antwort #23 am: 21. Juni 2012, 12:34:03 »
Barbarella: Doch, natürlich darfst (sollst sogar) Du sagen, dass Dich das grad sauer macht, wie sie spielt und Blumen gießen gehen. Das ist sogar sehr gut, denn damit beendest Du die Situation und sie kann erstmal runterkommen. Außerdem lernt sie so Deine Gefühle kennen. Sie weiß ja noch nicht, dass das, was ihr doch grad soooo viel Spaß macht, bei Dir zu Zorn führt. Das kann sie noch gar nicht verstehen, deshalb muss man es ihr sagen, immer wieder.
Manche brauchen das Runterkommen, manche müssen auch erstmal rumschreien, andere wollen gleich in den Arm genommen werden, das ist abhängig vom Kind, Temperament, Tagesform, was weiß ich. Manchmal ist es ja auch so, dass man selbst erst mal Abstand braucht, auch das ist durchaus legitim.
Der Unterschied ist dann folgender: Wenn Dein Kind sich halbwegs beruhigt hat und mit Blumen gießen will, dann sollte alles wieder gut sein und sie darf Dir beim Gießen helfen, kuscheln kommen oder was auch immer. Was dann fatal wäre: Ihr die kalte Schulter zeigen, weil sie Dich ja vorher "beleidigt" hat. Nein, hat sie nicht. Ihr Verhalten war nicht angemessen.

Was auch i.O. ist: Es kann schon mal vorkommen, dass man RICHTIG wütend wird (ich weiß jetzt nicht, wie alt Deine ist, ich würd mal sagen so ca ab 3 haben sie den Dreh raus, vorher noch nicht so). Dann kann man auch sagen: Ich bin jetzt grad noch so wütend, ich kann jetzt noch nicht mit Dir Blumen gießen. Dann ist aber für das Kind klar, was los ist - Mama hat sich über das Verhalten geärgert.

So schmal finde ich den Grat übrigens gar nicht.

Lotte: Jaaaa, die schlechten Tage, das könnte hier genau so sein  s-:) Ich glaube auch nicht, dass das einem Kind schadet - es nützt halt nur herzlich wenig, solche Sätze rauszuhauen (bei uns jedenfalls), das weiß ich dann auch selber, kann aber nicht immer anders.

Also ich denke schon, dass man sich auch mal richtig zoffen darf, sogar mal laut werden, Kinder sollen ja lernen, dass man keine Maschine ist, sondern auch Emotionen hat. Wobei ich mich dann hinterher auch entschuldige, auch das gehört dazu.
Aber man sollte eben nicht Dinge persönlich nehmen.

Dazu noch ein Beispiel, neulich erlebt: Kind fährt mit Laufrad voraus, Mutter mit Kiwa langsamer hinterher. Mutter wollte offenbar, dass das Kind auf sie wartet. Richtig wäre gewesen: XY, bleib bitte mal stehen. Oder meinetwegen auch: XY, ich hab Dir jetzt schon 100 Mal gesagt, dass Du NEBEN mir fahren sollst, ich krieg echt gleich nen Rappel, noch einmal, und das Laufrad ist weg!! (Beides bezieht sich aufs Verhalten). Aber die Mutter hat gesagt: XY, na vielen Dank auch, dass Du auf mich wartest! Und DAS macht dem Kind Schuldgefühle. Es bezieht sich nämlich nicht nur auf das Verhalten, sondern es unterstellt dem Kind, dass es bewusst vorausfährt, um die Mutter zu ärgern. Oder mehr noch, damit die arme Mutter hinterherhecheln muss. Aber das hat es ja gar nicht getan. Kinder tun nicht Dinge bewusst, damit es der Mutter schlecht geht. Klar provozieren sie, wollen REaktionen, benehmen sich absichtlich daneben. Aber NICHT, damit sie einem eins auswischen können (wie gesagt, das können Kinder unter 5 noch gar nicht), sondern weil sie das entweder grad lustig finden oder sie ihre Wut selbst abbauen müssen oder grad testen müssen usw. Also ihr Verhalten ist auf sie selbst bezogen.
(Sorry für den Roman  s-:))

Barbarella

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Antw:Wie reagieren bei ...
« Antwort #24 am: 21. Juni 2012, 22:22:14 »
Danke für den ausführlichen Beitrag zuz.
Ich verstehe das alles was du schreibst schon...
Aber es bleiben vieeele Fragen und ich hoffe es ist ok, wenn ich sie hier stelle!?
Bei uns ist es zur Zeit nun mal sehr aktuell und manchmal weiß ich nicht mehr weiter.
Man probiert diesen Weg, jenen - aber von dieser angeblichen Trotzphase ist noch kein Ende in Sicht  ;D
Im Gegenteil  S:D
 :)

Sooo.... und was ist, wenn ich, wie du schreibst, wirklich anschließnd noch böse, wütend, was auch immer bin, mit irgendwas beschäftigt (Blumen in unerreichbarer Höhe für das Kind zB gießen) - also etwas wobei sie nicht wirklich helfen kann und ich das sowieso nicht will, weil ich ja verärgert bin, wegen dem, was vorangegangen ist.
Meine Tochter (ist übrigens 2 1/2 und kann sich längst bestens artikulieren) will mich aber stören, bzw. sie will halt einfach zu mir - kuscheln. Oder wenn man das Verhalten deutet - sie will nach diesem Stress wohl auf keinen Fall alleine gelassen werden. Tue ich ja auch nicht. Ich beschäftige mich nur nicht mehr so intensiv mit ihr.
Sie stellt sich mir in den Weg, trampelt, wird halt richtig sauer und entwickelt das Gefühl, als sei sie diejenige die verletzt worden ist und nun getröstet werden will -  das alles wie gesagt nachdem sie mich verärgert hat.
Ich habe ihr dann schon des öfteren gesagt, dass ich das Kuscheln im Moment nicht möchte, weil ich verärgert bin und die Welt für mich eben nicht so "schnipp" mit einem Mal wieder in Ordnung ist (ich habe ihr das anders erklärt). Und dann habe ich ihr gesagt, dass sie sich bitte für das, was sie sich vorher "erlaubt" hat (ich sage ihr immer wofür!) bitte entschuldigen soll.
Dann geht das Bocken los.
Auf den Boden werfen, noch mehr Klammern usw. usf.
Bleibe ich konsequent und ziehe ich das durch - also immer wieder ruhig sagen, sie soll sich bitte für dies und das entschuldigen - dann tut sie das irgendwann (dauert immer sehr lange und ist mit schrecklich viel Theater, Tränen und Nerven meinerseits verbunden). Irgendwann kommt dann aber ein : "Entschuldigung Mama" (manchmal fragte ich sie schon - wofür - und sie hat mir dann deutlich gesagt wofür - also gehe ich mal davon aus, sie versteht um was es geht). Danach kommt sie  in meine Arme und im nächsten Moment sagt sie mit Lächeln im Gesicht, als wäre GAR NICHTS gewesen (das sieht man lediglich noch an dem verheulten Gesicht und hört man an dem Schluchzen) irgendwas lustiges, schlägt eine schöne Aktivität vor, die wir gemeinsam machen könnten oder oder...
Aber dieser Kampf - ich frage mich jedes Mal ob das so anstrengend sein muss.
Wenn ich nachgebe, also mich nicht auf den "Kampf" einlasse und nicht bitte sie zu entschuldigen, sondern eben nachgebe, sie in den Arm nehme - dann hat sie beinahe für den Rest des Tages miese Laune, bis sie halt irgendwann dann doch "gebremst" wird (oder auch nicht). Scheinbar ist diese "Bremse" notwendig?

(Eigentlich sollten wir einen anderen Thread hierzu aufmachen, ich hoffe es stört die Threadstellerin nicht allzu sehr!)

 

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