Autor Thema: Wie erkläre ich den Tod?  (Gelesen 1330 mal)

Arletta

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Wie erkläre ich den Tod?
« am: 17. September 2013, 09:22:17 »
Ich sitz selbst hier und bin sehr traurig. Heute morgen fand ich unseren Hasen tot im Gehege. Sophia liebte dieses Tierchen so sehr... was erkläre ich ihr nur wenn sie nachher aus dem Kindergarten kommt und Fillifee ist nicht mehr da?
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Leofinchen

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #1 am: 17. September 2013, 10:07:27 »
Unser Meerscheinchen, welches von beiden sehr geliebt wurde, ist letztes Wochenende gestorben.

Ich weiß nicht ob du das deiner Tochter erzählen möchtest, aber meine waren dabei als wir das tote Schweinchen gefunden haben. Sie haben jede ein Kuscheltuch (Spuckwindel) von sich geholt, darin haben wir das Meerschweinchen eingekuschelt und dann in eine Schachtel gelegt. Dann haben sie sich verabschiedet, nochmal gestreichelt. Und dann hat mein Mann die Schachtel weggebracht. Ich hab ihnen erklärt, dass das Meerschweinchen ihren Körper nun nicht mehr braucht, weil sie schon ganz alt und evnt. auch krank war. Aber das die Seele vom Meerschweinchen nun in den Himmel geflogen ist, und das unsere Fussel dort ihre Schnuffel (eine anders Meerschweinchen von uns was schon vor 1,5 Jahren gestorben war) wiedertrifft, und ganz glücklich ist. Das es ihr da oben gut geht und sie bestimmt ab und an von einer Wolke aus auf uns herunterschaut und auf uns aufpasst.

Sie vermissen das Meerschweinchen natürlich trotzdem sehr und sind traurig das sie nicht mehr bei uns ist, aber dieser Gedanke hilft ihnen doch ein wenig, denke ich.
Wie gesagt, nicht jeder möchte seinen Kindern vom Himmel erzählen, ich finde es aber ganz gut wenn dieser schöne Gedanke die Trauer für die Kinder ein wenig erträglicher macht.



hallihallo

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #2 am: 17. September 2013, 10:11:57 »
So ganz unvorbereitet ist das natürlich total blöd :-[ Wenn ich mir vorstelle,das sowas bei uns passiert,dann würde ich mir wohl keine "Ausrede" einfallen lassen.
Also wenn du sie abholst sagen,das etwas passiert ist und der liebe Gott wollte,das Filli zu ihm kommt  und sie nun nicht mehr da ist. Vielleicht hat Filli einen "Trosthasen/Plüschhasen" zum Ersatzknuddeln dagelassen? Dann...ganz wichtig....beerdigen...ein Kreuz machen, Blümchen holen etc....und selbst auch mittrauern und weinen,wenn einem danach ist.

Miau °gaga°

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #3 am: 17. September 2013, 15:48:20 »
wir mussten vor ein paar wochen unsre hasendame "lotte" beim tierarzt einschläfern lassen. da unsre tochter aufgrund unsrer vielen haustiere eh dauernt und schon von anfang an immer mit dabei war beim tierarzt ist sie auch dorthin mitgekommen. ich habe ihr erklärt, dass lotte schmerzen hat und sehr krank ist und dass der tierarzt ihr eine spritze geben wird und sie dann einschläft. das sie also stirbt. und dass sie dann beerdigt wird von uns, in unsrem garten. und danach fliegt sie in den himmel.
dort hat sie keine schmerzen mehr und es geht ihr wieder gut.
unsre tochter ist zwar noch sehr klein aber sie wollte bei allem dabei sein, hat sich von lotte verabschiedet und dann zu uns im auto gesagt sie wäre so froh, nun.
wir erwachsenen sehr am weinen, sehen sie staunend an. (sie hat übrigens nicht geweint)
da sagt sie, sie wäre so froh dass es lotte jetzt wieder gut geht. (also das alles etwas anders verbalisiert, sie ist ja erst etas über 2jahre alt)
 :)
wir haben lotte einen grabstein gemacht und den zusammen bemalt. sie liegt jetzt in unsrem garten und unser hasenopi hat zwei neue junge damen dazu bekommen.
ich bin also für die kindgerechte wahrheit.
 ;)





Fliegenpilz

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #4 am: 17. September 2013, 19:25:22 »
Bei uns ist kein Haustier gestorben, aber ein geliebter Mensch. Wir hatten die Möglichkeit beide Kinder auf den "Tod" vorzubereiten, dennoch kam das wirkliche Interesse erst als es dann tatsächlich passierte.

Was ich bewusst vermieden habe ist den Tod mit Medikamente (Spritzen, Tabletten) und Schlafen in Verbindung zu bringen.
Ich hatte Sorge, dass meine Mädchen bei jeder Krankheit ihrer- oder unserseits Sorge haben, dass sie sterben. Oder das sie Angst haben vor dem Schlafen oder sich vom Arzt keine Medikamente (z.B. Impfung) mehr verabreichen lassen.

Dennoch musste ich ihnen erklären, dass es leider Krankheiten gibt, die auch ein Arzt nicht heilen kann. Denn das Argument "T. ist alt" zählte nicht, sie war nicht einmal 40 Jahre jung.

Und bei solchen Krankheiten stirbt man irgendwann, wenn der Körper zu schwach ist. Das man dann nie wieder laufen, lachen, singen, tanzen, essen, ... kann. Das der Körper nichts mehr macht, nur noch liegt und der Mensch nicht mehr reagiert.
Sie haben dann viele Fragen gestellt, die ich oft mit Gegenfragen beantwortet habe. Ich wollte, dass sie sich ihr eigenes Bild vom Tod machen, sie sollten nicht einfach meine Vorstellung davon übernehmen. Sie sollten selbst darüber nachdenken & der Phantasie wirklich freien Lauf lassen.
 Als sie mich fragten was ich denke, habe ich ihnen aber gesagt, dass ich denke, dass sie nun bei Gott im Himmel ist und es ihr dort wieder richtig gut geht. Sie selbst haben dann aus ihr einen Engel gemacht, der sie immer sehen kann auch wenn sie sie leider nicht mehr sehen können. Sie denken sehr oft an sie und sprechen dann auch darüber. Sie fragen immer noch viel, erkundigen sich manchmal ob sie sie wirklich nie wieder sehen können - und ich sage dann, dass ich das nicht weiß. Vielleicht sieht man sich wieder, wenn man selbst stirbt? Das akzeptieren sie so.
« Letzte Änderung: 17. September 2013, 19:27:50 von Christiane »



AnnHoly

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #5 am: 17. September 2013, 20:41:44 »
Wir hatten in diesem Jahr drei Todesfälle (nacheinander meine Eltern und meine 15 Jahre alte Katze) - das "Thema" Tod war also sehr präsent.

Allerdings wurde Schnecki auch schon vorher damit "konfrontiert". So hat sie mit ihrem Papa mal eine tote Maus im Garten meiner Schwiegermom gefunden. Sie haben sie ordnungsgemäß beerdigt. Auch wenn ein Insekt o.ä. mal tot "herumlag", wusste Schnecki, dass dieses Tier tot ist und kommentierte so etwas dann mit "Oh, die arme Biene. Die kann jetzt nie mehr fliegen." Die grundsätzliche Bedeutung ist also bekannt.

Auch bei unseren diesjährigen Trauerfällen habe ich auf Offenheit gesetzt. Meine Trauer hat sie natürlich hautnah mitbekommen, was sie sicher auch mal verstört hat. Meist hat sie mich aber getröstet und mich gedrückt oder mir ein Bild gemalt (mein liebes Schnecki). Naturgemäß empfindet sie den Tod nicht als etwas Positives. Ab und zu kommen Bemerkungen, dass es ja schade ist, dass X oder Y gestorben ist. Sie sagte auch mal, dass sie nicht alt werden möchte, weil sie dann sterben muss. DAS hat mich dann etwas erschreckt. Ich habe ihr dann erklärt, dass sie nun überhaupt erst einmal groß werden muss und wie wichtig es ist, dass man das Jetzt und Hier zu schätzen weiß (natürlich mit einfachen Worten). Ich wage mal zu behaupten, dass sie ein relativ natürliches Verhältnis zum Tod hat. Er wird nicht verschwiegen, nicht verleugnet, vielleicht nicht geliebt, ist aber auch nicht omnipräsent. Es gibt ihn. Punkt. ... So etwa ...

Ach ja, zur konkreten "Was ist tot/der Tod-Erklärung": Der Mensch/Das Tier atmet nicht mehr, das Herz schlägt nicht mehr, der Körper hat keine Funktion mehr. Von Engeln o.ä. habe ich ihr nicht erzählt. Wenn sie mal noch näher nachfragen sollte, würde ich ihr erzählen, dass ich HOFFE, dass die Gegangenen uns noch wahrnehmen, und vielleicht sogar beschützen o.ä.

So schnell bekommen wir aber hoffentlich keinen Anlass mehr, das Thema so intensiv zu behandeln ...


:) AnnHoly





Arletta

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Antw:Wie erkläre ich den Tod?
« Antwort #6 am: 19. September 2013, 12:00:00 »
Es hat besser geklappt als ich erwartet habe. Sie hat zwar ein bisschen geweint, aber so gut weggesteckt.

Sie weiß im Grunde was Tod und Sterben ist, das war Ostern in der Kita (konfessionell) ein großes Thema. Für sie ist der Hase nun beim lieben Gott und Jesus. Denn die wollen, original Zitat "auch mal ein Haustier haben".

LG und Danke
Wo Liebe ist wachsen Wunder



 

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