Autor Thema: Kleinkind lässt sich von seinen Ideen/Vorstellungen nicht mehr abbringen  (Gelesen 4440 mal)

BlankenHans

  • Kleinkind
  • ***
  • Beiträge: 67
  • erziehung-online
    • Mail
Hallo ,

nächstes Thema! ;-)

Unser Sohn, 26 Monate hat im Moment echt komische Angewohnheiten bzw. lässt sich von seinen Sachen nicht mehr abbringen, nichts hilft!!! :-(

Ein Beispiel von vielen:

Er hat z. B. am Samstag die ganze Kekspackung ausgeschüttet auf einen Teller. Ich wollte ihm dann begreiflich machen das er keine 35 Kekes essen kann und ihm dafür einfach ein paar (3-4) in die Hand gebe, mehr sollte er halt auch nicht essen, ABER: Er wollte einfach alle behalten und damit spielen. Ich habe ihm dann alle weggenommen, dann war das Geschrei und Gebrüll so groß, er hat getobt und sich auf den Boden geschmissen, er wollte dann auch keinen einzelnen Keks mehr haben sondern einfach ALLE!

Wie kann man ihn von sowas abbringen wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat?

Oft versuchen wir einige Dinge einfach hinzunehmen und zu dulden, aber einige Sachen gehen halt einfach nicht wo man dann eingreifen muss, nur ist dann immer GROßES THEATER angesagt. Auch Erklärungen laufen dann absolut ins Leere...

Kennt Ihr das, was kann man tun oder was habt Ihr gemacht?!?

DANke

Fliegenpilz

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 40526
  • Von damals bis zur Unendlichkeit!
Wieso bekommt er die gesamte Kekspackung in der Hand?

Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch. Er soll mit den Keksen nicht spielen, also bietet ihm gar keinen Raum dafür. Er darf einen Keks haben, dann gebt ihm einen bzw. haltet ihm die Packung hin, so dass er maximal 2 - 3 Kekse entnehmen kann.

Ich wäre als Kind auch ziemlich wütend, wenn ich mir in den Kopf setze nun so damit zu spielen, meine Eltern mir erstmal freien Lauf lassen ... und dann unterbrechen, wenn es am schönste ist, weil es doch nicht ihren Vorstellungen entspricht ;)



regenbogen78

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4087
  • ♥Frühchenmama♥
auch hier....ruhig bleiebn und konsequent ;D ;D ;D

ich weiss es ist nervend und schwer... :P

zum thema kekse...ich hätte ihm alle weggenommen und dann einen gegeben....und es ihm erklärt, das er eben nur einne keks essen kann weil ein mund und du nicht möchtest das er 35kekse ist...etc.........

wenn er den keks dann wegwirft, rumbockt.....was eine völlig normale reaktion darauf ist ;)....hat er eben "pech" gehabt und muss da wohl oder übel durch....

wenn er sich beruhigt,dann würde ich ihn mal in den arm nehmen nochmal sagen das du ihn lieb hast und er gerne einen keks bekommen kann...

lg regenbogen78
"Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance."



scarlet_rose

  • Dino
  • *******
  • Beiträge: 16421
  • Endlich zu viert!
Ich würde sagen, du kannst es ihm gar nicht aus dem Kopf bringen, sondern es ihm zugestehen!

Dein Kind ist jetzt in einem Alter, indem es eigene Vorstellungen entwickelt und das ist sehr sehr wichtig!
Das sollte man anerkennen und respektieren. Er kann mit 26 Monaten nicht alles verstehen und nachvollziehen, was wir Erwachsenen uns denken.
ABER er kann mit der Zeit verstehen, dass es gewisse Regeln gibt, die einzuhalten sind und, dass es für ihn besser ist, auf euch zu hören.

Sprich, wenn er eigene Ideen hat, nimm sie ernst: Lass sie erklären und danach kannst du deinen Standpunkt erklären, natürlich auf kindgerechte Weise. Er wird deinen Standpunkt wahrscheinlich nicht gleich verstehen oder einsehen, denn er sieht seinen als genauso sinnvoll und wichtig an. und das ist auch gut so.
Dann musst du darauf hin eben konsequent sein und deinen Willen durchsetzen. Nicht trotzig, sondern einfach, weil du ihm erklärt hast, was besser ist.

Und er muss das "nein" dann wohl hinnehmen. Ich finde es dann aber auch wichtig, dem Kind seinen Ärger zuzugestehen. Gestehe ihm zu wütend zu sein, weil er seine Vorstellung nicht durchbekommt. Enttäuscht oder traurig zu sein, weil er nicht umsetzen kann, was er sich überlegt hat.

Es ist ganz normal. Ich würde gewisse Dinge grundsätzlich vermeiden und ihm auch Raum schaffen, gewisse Dinge selbst zu entscheiden. Sodass er nicht lernt, dass seine ideen sowieso blöd sind und ihr sie nicht zulasst.

Also im geschützten Raum sollte er eigene (vielleicht in euren Augen auch blödsinnigen) Vorstellungen durchsetzen dürfen, bei Anderen Dingen, muss er ertragen,was ihr wollt.

Sweety

  • Gast
Wieso bekommt er die gesamte Kekspackung in der Hand?

Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch. Er soll mit den Keksen nicht spielen, also bietet ihm gar keinen Raum dafür. Er darf einen Keks haben, dann gebt ihm einen bzw. haltet ihm die Packung hin, so dass er maximal 2 - 3 Kekse entnehmen kann.

Ich wäre als Kind auch ziemlich wütend, wenn ich mir in den Kopf setze nun so damit zu spielen, meine Eltern mir erstmal freien Lauf lassen ... und dann unterbrechen, wenn es am schönste ist, weil es doch nicht ihren Vorstellungen entspricht ;)

s-yes

So isses.

Macht euch vorher einen Kopf.
Und wenn euer Zwerg von alleine auf irgendeinen Döntjes kommt und nicht mehr davon lassen will: Gratuliere, ihr habt einen völlig normal und altersangemessen entwickelten Zweijährigen. Das ist doch toll. Er entdeckt seinen eigenen Willen. Das ist jetzt der Moment, in dem ihr ihm den Zauber von Kompromissen nahebringen könnt, aber auch die Freude, seinen eigenen Willen mal durchzusetzen. Und zwar nicht, indem die Eltern resignierend abwinken und sagen "Okay, dann mach halt, dann haben wir unsere Ruhe.", sondern indem sie seine Ideen auch mal positiv bejahen, auch wenn ihnen im ersten Moment der Schreck in die Glieder gefahren ist.
Er muss auch aber auch lernen, dass er nicht mit allem durchkommt und da müsst ihr dann eben hart bleiben: Erklären und unterbinden. Aber immer erklären. Auch sagen, dass ihr versteht, dass er nun gefrustet ist, weil...

Und wenn er weint und wütet? Trösten und/oder weinen/wüten lassen. Er findet euer Eingreifen in dem Moment absolut doof. Und das darf er auch. Er hat das Recht dann wütend zu sein und er hat das Recht, das auch zum Ausdruck zu bringen.

Da müsst ihr alle drei durch, aber für ihn ist das noch viel schwieriger und anstrengender als für euch, halt dir das immer vor Augen.

zuz

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4392
  • '07 und '10
Normaaaal.
Frust gehört zum Kindsein einfach dazu. Manches kann man sicher vermeiden - ihm wie ja schon geschrieben wurde in Zukunft einfach nicht mehr die ganze Packung Kekse geben (aber manchmal kann man auch was  nicht vorhersehen und das ist dann auch nicht schlimm!).
Manches lässt sich auch einfach abbiegen. Z.B. wenn er ein Auto sieht, das er gern haben will: Euch mit ihm freuen, wie toll das ist, ihm ein paar Minuten Schmachten zugestehen, gar nicht thematisieren, ob ihr das nun kauft oder nicht. Und dann einfach weitergehen.
Und ja, man kann auch mal das Kind gewinnen lassen oder Kompromisse finden. Aber nicht immer, denn wie Du sagst, bei manchem denkt man sich ja doch was. Und ne ganze Packung Kekse ist sicher zu viel, ganz klar. Auch eine halbe.

Und ja, wenn man das alles perfekt macht, werden dennoch Situationen übrig bleiben, wo Eure Wünsche knallhart kollidieren. Wichtig finde ich, dem Kind den Wunsch an sich zuzugestehen und das auch zu formulieren: Ich weiß, Du willst jetzt gern ALLE Kekse und bist jetzt enttäuscht, weil Du die nicht kriegst. Versteh ich. ABER ich möchte sie Dir jetzt nicht geben, weil das nicht gesund für Dich ist. Die perfekte Erklärung ist gar nicht so wichtig. Die interessiert ihn eh nicht. Wichtig ist, dass ankommt: Papa hat nen Grund für sein Handeln, macht das nicht aus Willkür oder um mich zu ärgern. Frust bleibt immer noch übrig, den wird er dann wohl oder übel ausleben müssen, je nach Temperament mit kurz weinen oder ne Stunde wütend auf dem Boden wälzen.
Deine Aufgabe ist NICHT, das komplett zu verhindern. Deine Aufgabe ist es nur, dabei möglichst gelassen zu bleiben, das nicht persönlich zu nehmen und ihn liebevoll zu begleiten.

BlankenHans

  • Kleinkind
  • ***
  • Beiträge: 67
  • erziehung-online
    • Mail
Wenn ich eure ganzen Beiträge und Tipps nicht hätte! Wahnsinn!!!

DANKE

 ;)

Melanie82

  • Gast
Wieso bekommt er die gesamte Kekspackung in der Hand?

Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch. Er soll mit den Keksen nicht spielen, also bietet ihm gar keinen Raum dafür. Er darf einen Keks haben, dann gebt ihm einen bzw. haltet ihm die Packung hin, so dass er maximal 2 - 3 Kekse entnehmen kann.

Ich wäre als Kind auch ziemlich wütend, wenn ich mir in den Kopf setze nun so damit zu spielen, meine Eltern mir erstmal freien Lauf lassen ... und dann unterbrechen, wenn es am schönste ist, weil es doch nicht ihren Vorstellungen entspricht ;)

ich unterschreibe das mal so

Bettina

  • Dino
  • *******
  • Beiträge: 31522
  • Bullerbü :)
Wieso bekommt er die gesamte Kekspackung in der Hand?

Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch. Er soll mit den Keksen nicht spielen, also bietet ihm gar keinen Raum dafür. Er darf einen Keks haben, dann gebt ihm einen bzw. haltet ihm die Packung hin, so dass er maximal 2 - 3 Kekse entnehmen kann.

Ich wäre als Kind auch ziemlich wütend, wenn ich mir in den Kopf setze nun so damit zu spielen, meine Eltern mir erstmal freien Lauf lassen ... und dann unterbrechen, wenn es am schönste ist, weil es doch nicht ihren Vorstellungen entspricht ;)

ich unterschreibe das mal so

Seh ich auch so.

Und versuch es mal aus der anderen Perspektive, von der positiven Seite zu sehen. Kinder, die gerne ihren Kopf durchsetzen oder bei ihrer Ansicht/Vorstellung bleiben sind oft auch hartnäckiger im selbst etwas ausprobieren, dran bleiben an Dingen und das ist zum Lernen ein echter Vorteil. Und für ihn ist das nichts anders als Lernen. Nur für euch ist es nervig und anstrengend.
4+1 x Glück: 02/1998; 09/1998; 07/2006; 09/2008; 08/2011

Ann Kathrin Klaasen:"Ich hatte schon Freunde, da gab´s noch gar kein Facebook." Wolf:Ostfriesen-Feuer

Brombeere

  • Twen
  • ****
  • Beiträge: 771
  • erziehung-online
Das ist jetzt der Moment, in dem ihr ihm den Zauber von Kompromissen nahebringen könnt, aber auch die Freude, seinen eigenen Willen mal durchzusetzen.
Bingo, und das funktioniert. Meine Tochter, ja ähnlich alt wie dein Sohn (also BlankenHans' Sohn), hat heute sogar einen eigenen Kompromissvorschlag gemacht. Ich habe ihrem Bruder heute die "falsche" Breischüssel ausgesucht - beginnender Wutanfall - nachdem ich ihr zu verstehen gegeben habe, dass ich verstehe, dass sie die Schüssel aussuchen wollte und jetzt enttäuscht ist, ich das aber nicht mehr ändern kann (bzw nicht zwei Schüssel abwaschen wollte...), sagte sie von sich aus "nächstes Mal orange Schüssel".

Ich finde zuz hat sehr schön beschrieben, wie man mit so einer Situation umgehen kann.

Am Rande - für mich liegt viel näher, dass er kreativ an die ganze Kekspackung gekommen ist, als dass ihm die jemand in die Hand gegeben hat. Und schwierige Situationen meiden ist für mich die schlechtere Alternative zu lernen, mit solchen umzugehen.


schnakchen

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 1465
Huhu,
grundsätzlich bin ich völlig bei brombeere und zuz, halte bei uns nur die Erklärungen sehr kurz, weil unsere Kleine sonst abschaltet. Beim Einkaufen bewundern wir auch immer völlig harmonisch die schönen Sachen und gehen dann weiter :)

Im Moment bin ich aber dabei mit unserer Maus zu üben, dass manche Sachen einfach so sind, wie sie sind, und dass sie die akzeptieren muss.

Zum Beispiel liebt sie es den Geschirrspüler auszuräumen, was sie gemeinsam mit mir auch gern darf. Manchmal brüllt sie aber wie eine Furie: "IIIIICH!!!" sobald ich den Geschirrspüler selbst öffne, weil ihrer Meinung nach nur sie selbst das darf. Dann führen wir ein kurzes Gespräch über die Wahl des Tonfalls, und darüber dass Mama IMMER den Geschirrspüler öffnen darf, ob das Louisa nun passt oder nicht.

Puh, blöd zu beschreiben. Anderes Beispiel: beim Wäschewaschen drückt sie immer den Start-Knopf der Waschmachine. Heute hab ich ihn in Gedanken selbst gedrückt - ganz großer Fehler. Hui, was für ein Toben und Geschrei, sie wollte die Maschine unbedingt anhalten und selbst nochmal drücken. Das war dann halt auch eine: "Tut mir leid, das ist jetzt wirklich doof, aber das geht jetzt nicht." - Situation.

lg schnakchen



zuz

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4392
  • '07 und '10
Am Rande - für mich liegt viel näher, dass er kreativ an die ganze Kekspackung gekommen ist, als dass ihm die jemand in die Hand gegeben hat. Und schwierige Situationen meiden ist für mich die schlechtere Alternative zu lernen, mit solchen umzugehen.

 ;D ;D Das kann natürlich sein!

Meiden/umgehen: Hm, nee, das seh ich etwas anders. Es gibt eh genug Situationen, von denen Kleinkinder sich provoziert fühlen. Wenn man die leicht umgehen kann, würde ich das immer vorziehen - warum einen Machtkampf heraufbeschwören? Also z.B. eben die Kekse, die würde ich eben in Zukunft so wegpacken, dass er nicht alleine drankommt, fertig.
Ich denke, zum Lernen bleibt noch genug übrig :)

Brombeere

  • Twen
  • ****
  • Beiträge: 771
  • erziehung-online
Meine Tochter kommt an alles, wo sie dran will ;) Und ich kann will nciht alles in abschließbare Schränke packen ... (kennt ihr das nicht? Ich habe schon Kletterkonstruktionen gefunden, da wurde mir schwindelig - Stuhl auf Matratze auf Tisch zB. )

So wie du das schreibst zu meiden/umgehen - ja, klar, wenn sich solche Situationen vermeiden lassen, ist das natürlich angenehmer für beide Seiten, bei Machtkämpfen verlieren immer beide. Ich bezog mich da aber auf das hier vielzitierte
Zitat
Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch.
Das finde ich etwas pauschal. Ich kann doch gar nicht alle Situationen vorhersehen, insofern ist es wichtig, zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen. Naja, beides wichtig - die Balance eben.


BlankenHans

  • Kleinkind
  • ***
  • Beiträge: 67
  • erziehung-online
    • Mail
Noch eine Info zu dem Eingangsthema von mir dazu, vielleicht sagt es auch über seine Wutanfälle, etc. etwas aus?!?

Aktuell benimmt er sich in der KITA wohl wieder sehr daneben: Nicht hören, andere Kinder hauen, etc.

Lässt sich das eine mit dem anderen in Verbindung bringen? Lebt er dort vielleicht seinen Frust aus wenn wir ihm nicht alles durchgehen lassen? Das geht aber doch auch nicht...

Mit der KITA war es lange gut, nachdem wir Anfangs Probleme hatten.

Scheinbar ist es wohl schon länger wieder so, sonst müssten wir wohl kaum diese Woche zum Gespräch kommen!  :-[

Alles mal wieder nur eine Phase???

Sweety

  • Gast
Normale Entwicklung, weiter nichts.

Das gehört dazu und da müssen wir alle durch.

Auch in der Kita. Eine Weile hab ich jeden Tag zu hören gekriegt, dass Constantin so schubst, dass ständig andere Kinder exorzistenmäßig durch den Raum gesegelt sind ;D
Jetzt kommt er ständig mit Bissmalen heim, weil zwei kleine Mädchen im Alter deines Sohnes versuchen, so ihren Willen durchzusetzen.

Wenn die in der Kita dir das sagen, dann ist das keine Beschwerde, sondern eine Information, mit der du arbeiten kannst.

Momentan KÖNNT ihr nicht viel machen, außer ihn da durchbegleiten.

Weißt du, mich macht das echt etwas traurig, wenn ich mir deinen allgemeinen Tenor so durchlese: er hört nicht, er macht dies nicht, er verweigert das, ihr müsst ihm was durchgehen lassen und so weiter.

Heißt: jedes Verhalten, das nicht nach erwachsenem Rationalitätsverständnis eingeordnet werden kann, scheint für dich störend und abstellenswert zu sein.

Aber so lernen Kinder die Welt kennen. So lernen sie zu leben. Und euer Zwerg ist ein Teil der Familie und hat das Recht, das Leben kennenzulernen, ohne dass seine kindspezifische Art ständig als Dorn im Auge empfunden wird.

Er ist noch nicht erwachsen. Er denkt auch rational, aber anders.
Ich glaube, ihr könnt ganz viel Zündstoff rausnehmen, wenn ihr euch vor Augen haltet, dass das, was er macht, für ihn logisch ist und er eure Gründe einfach noch nicht versteht. Und das, was er versteht, kommt ihm vielleicht okay vor... aber seine eigenen Beweggründe sind für ihn stichhaltiger.

Mein Sohn wird nächsten Monat drei und fängt nun so langsam an, zu begründen, warum er Sachen macht. Da schlackern mir manchmal die Ohren über die absurden bis bizarren Gründe, die er mir bringt... aber wenn ich drüber nachdenke, ist fast alles von einer eigenen inneren Logik. Es ist nur nicht meine Logik. Und wenn er dabei Punkte wie Gefahr, Gesundheit etc. außer Acht lässt, dann liegt das nicht an Bockigkeit, sondern an Unwissenheit. Er weiß das noch nicht. Das ist noch zu abstrakt für ihn, es zu begreifen. Um wieviel schwieriger muss das wohl 10 Monate eher gewesen sein, als er sich noch lange Meter nicht so gut auszudrücken wusste (und selbst jetzt stößt er an seine sprachlichen Grenzen) und außer Toben und Heulen kein Mittel kannte, seinen Unmut auszudrücken?

Seht ihn als kleinen Menschen - nicht als kleinen Erwachsenen, der zu funktionieren hat. Das muss er noch nicht, das lernt er noch.

Und wenn ihr ihm mal offen und positiv entgegenkommt (und nicht abgenervt und verzweifelt)... dann lässt er euch vielleicht auch ab und an eure Rigorosität "durchgehen" ;)

Elenya

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4782
  • Knutschebär und Knutschemaus
    • Mail
die Phasen kommen und gehen, und sie Trotzphasen kommen immer mal wieder später nennt man sie nur anders  S:D

grade die Kita/kiga bekommt so anfälle immer besser in griff, und nicht hören und hauen ist in dem alter doch normal

es hilft halt nur immer wieder kurze Erklärungen, Konsequenz und ruhig bleiben

und eben gewisse Situationen (wo man weiss das gibt immer nen Wutanfall) anderst regeln usw. (z.b. eben nie die ganze keksschachtel in die Hand geben ;) )



regenbogen78

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4087
  • ♥Frühchenmama♥
erik ist momentan auch so s-:).....

heute nacht erst wieder hat er seine trinhkflasche ausgekippt, als ich schnell seine kackwindel weggebracht habe.....(ok jetzt kommt gleich. 8)..und warum kommt er alleine an seine flasche... ;D ;D ;D)
als ich dann bitterböse mit ihm geschimpft habe und seinen blick gesehen habe.. :P..da schwupps war es wieder....
er hat es nicht mit absicht getan...nur weil gerade eben die spannende wasserflasche da stand und ihn wieder geloooooooockt hat ;D ;D ;D

und da könnt ich noch so weiter schreiben...

ich find sweetys erklärung sehr schön.... :)
« Letzte Änderung: 12. Februar 2013, 14:19:02 von regenbogen78 »
"Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance."



Fliegenpilz

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 40526
  • Von damals bis zur Unendlichkeit!
Zitat
Ich sehe da das Problem nicht bei eurem Sohn, sondern bei euch.
Das finde ich etwas pauschal. Ich kann doch gar nicht alle Situationen vorhersehen, insofern ist es wichtig, zu lernen, mit solchen Situationen umzugehen. Naja, beides wichtig - die Balance eben.

Wieso pauschal?
Reißt man den Satz nicht aus dem Zusammenhang, sondern liest es im Gesamten, wie es da steht, dann zeigt sich deutlich, dass mein Satz sich auf eben diese geschilderte Situation bezieht.


Brombeere

  • Twen
  • ****
  • Beiträge: 771
  • erziehung-online
@Christiane: aber das, von der Situation geschildert war, lässt eine Vielzahl von Möglichkeiten, was sich abgespielt hat ;)

@BlankenHans: Ich finde es positiv, dass die Kita mit euch spricht - vielleicht bekommt ihr da auch noch mal Anregungen, wie iher mit solchen Situationen umgehen könnt.


regenbogen78

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4087
  • ♥Frühchenmama♥
@blankenhans
ich finde es auch gut wenn die kita ne zügige rückmeldung gibt ;)....immerhin sollte es ja familienergänzend sein ;).....und sieh es nicht schon vorher als negativbewertung von euch als eltern ;)

@brombeere
das mit der kekspackung sehe ich wie du..wie schnell hat erik hier mal ne fernbiedung in der hand oder telefon oder kekse.....oder s-:) ;D
"Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance."



AnnHoly

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 2042
Auch wenn hier schon einige sehr schöne und wichtige Dinge geschrieben wurden, mag ich auch noch einmal „nachsetzen“, um diese guten Tipps – so hoffe ich – noch ein wenig zu verstärken. :)

Ganz wichtig finde auch ich, dass man sich einmal in die Lage dieses kleinen Menschen versetzt. Er ist in einem Alter, in dem er eigene Vorstellungen entwickelt und umsetzen möchte. Er möchte sich frei machen von den „Zwängen“ anderer, unabhängig werden. Für Eltern zum Teil echt schwierig, aber an sich doch eine schöne Sache.

Und tatsächlich: wie schwer muss es sein, wenn man den ganzen Tag gesagt bekommt, was man zu tun und zu lassen hat? Du musst jetzt aufstehen, Du musst Dich jetzt anziehen, wir gehen jetzt in die Kita etc. etc. Ganz gleich, ob er Lust darauf hat oder nicht, er muss … weil die Eltern es so bestimmt haben. (Das muss man nur einmal auf sich beziehen und schon wird klar, wie „unschön“ das ist.) Das ist sicher nicht leicht und gerade ab diesem Alter immer schwieriger. Hinzu kommt, dass die Ausdrucksmöglichkeiten fehlen. Ist er also wütend und kann sich noch nicht recht ausdrücken (und wie schon geschrieben wurde, kommen auch ältere Kinder da an ihre Grenzen), nutzt er zwangsweise seine (noch) „kleinen Möglichkeiten“ (auf den Boden werfen etc.).

Völlig vermeiden kann man solche Situationen nicht, denn es ist nicht immer absehbar, was diese auslöst. Das können – für uns – ganz banale Sachen sein. Manchmal ist es auch einfach nur Frust, weil dieses oder jenes noch nicht klappt, man dieses oder jenes wieder nicht durfte und man keine Ahnung hat, wie man das Gefühl in Worte fassen soll oder diese Erkenntnis („Ich bin gerade wütend“) überhaupt noch nicht hat. Die „Unzufriedenheit“ kann sich also auch dann entladen, wenn – dem Anschein nach – Alles in Ordnung ist.

Wir haben es in dem Alter so gemacht, dass es Grundsätze gab, an denen nicht zu rütteln ist. Beispiel: Zähneputzen MUSS sein. Unsere Tochter durfte sich aber (da sie zwei Zahnbürsten hatte) aussuchen, mit welcher Zahnbürste sie putzen möchte. Wir haben sie recht häufig gefragt, ob sie lieber das oder das haben möchte, sie also möglichst viele eigene Entscheidungen treffen lassen. Das half nicht immer bzw. gab es auch bei uns noch Wutanfälle, aber man hat durchaus gemerkt, dass es ihr sehr gut tat, selbst entscheiden zu dürfen.

Und schließlich geht es – auch und gerade in dieser Phase – nicht darum, unser Kind einzuschränken, sondern es in seiner Entwicklung zu stärken und zu bestärken.


:) AnnHoly



regenbogen78

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4087
  • ♥Frühchenmama♥
ann, das hast du sehr schön ge/beschrieben :D
"Die Zukunft hat viele Namen. Für die Schwachen ist sie die Unerreichbare, für die Furchtsamen ist sie die Unbekannte, für die Tapferen ist sie die Chance."



 

NACH OBEN
Kontakt Impressum Datenschutzerklärung