Autor Thema: Kiga-Eingewöhnung, eine Katastrophe! Wie kann ich es ihm leichter machen??  (Gelesen 2501 mal)

Zwergenwunder

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Mein Sohnemann geht jetzt die zweite Woche in den Kiga. Die ersten Tage bin ich 2 Stunden mit ihm zusammen da geblieben, dann blieb er eine Stunde allein da und dann zwei. Hat alles super geklappt, er hat gespielt, gebastelt usw.
BIS ein Kind Geburtstag hatte und sie feierten. Ihm war das wohl zu viel, zu laut usw. :-[ Er hatte Angst und hat bitterlich geweint. An dem Tag bin ich dann auch mit ihm da geblieben. Seitdem klappt aber gar nichts mehr, Nachts schläft er nicht mehr. Kommt alle zehn minuten raus. Ist dann für 2 Stunden hellwach und macht Theater. Vom "allein schlafen" ganz zu schweigen, damit er seine Schwester nicht weckt, die noch im Familienbett liegt, bin ich auf die Couch gezogen, da kann er hin kommen, da er auch niemanden dann in SEINEM Bett haben will  ??? Nicht die optimalste Lösung, aber das kriegen wir wieder gerade gebogen. Viel mehr mache ich mir Sorgen, dass er nu scheinbar Angst hat vor dem Kiga. :( Er sagt vorher schon das es im Kiga nicht schön ist, fragt auch immer gleich ob Geburtstag gefeiert wird. Aber mit Erklärungen usw ist es dann auch wieder gut und er freut sich und erzählt stolz was er dann spielen wird usw. Da angekommen ist auch alles gut, er geht rein, direkt zu den Kindern/Erzierhinnen. Er verabschiedet sich auch ganz normal und lachend. Aber aus irgendeinem Grund kippt die Stimmung bei ihm dann schlagartig und er brüllt was das Zeug hält und lässt sich nicht beruhigen.

Ich bin gestern bis zur Haustüre gekommen (Weg: 9 Minuten) als das Telefon schon klingelte, ich müsse ihn holen  :-[

Ich weiss, es ist viel zu verarbeiten, man verlangt großes von ihm, fremde Kinder, fremde Erwachsene, fremde Umgebung ist es so nicht, wir waren ein  Jahr lang regelmäßig zum "Hallo sagen" da, damit er weiss wo sein Kiga ist.

Ich merke halt, grad Nachts, dass er da so viel zu tun hat im Kopf und das ihn das ganz schön schwer fällt alles. Wie kann ich es ihm denn vielleicht angenehmer machen, ihm helfen usw.  :-[ Die Sicherheit das ich sofort komme wenn was ist, hat er ja, weiss nur nicht ob er das für sich ausnutzt und deshalb so Theater macht?

Auf Tips bin ich gespannt!

Zwergenwunder

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Achso, er ist 3. Hab ich ganz vergessen!


Cornelia x Marie Sophie

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Klingt für mich evtl. wie eine auditive Verarbeitungsproblematik... Kenne ich ähnlich von unserer Tochter, die aber noch zusätzlich Autistin ist... Für mich ist es aber nicht nachvollziehbar, dass Du Deinen Sohn schon nach wenigen Minuten wieder abholen sollst...  :-\ :-\


“When we look at modern man, we have to face the fact...that modern man suffers from a kind of poverty of the spirit, which stands in glaring contrast to his scientific and technological abundance; We've learned to fly the air like birds, we've learned to swim the seas like fish, and yet we haven't learned to walk the Earth as brothers and sisters...” ― Martin Luther King Jr.

Zwergenwunder

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Eine Wahrnehmungsstörung o.ä. hat er nicht.
Er hat sonst nie Probleme sich an was zu gewöhnen oder sich auf was einzustellen.

Ja für mich ist das schnelle Abholgen auch nicht nachvollziehbar, ich finde es naja merkwürdig aber das ist deren Mehthode wohl  um erst mal Vertrauen aufzubauen, dass das Kind das merkt, dass Mama geholt wird.  ??? Obwohlh ich eher der Meinung bin, dass  er gerade das wohl ausnutzt.

Habe mit der Kigaleiterin grad telefoniert dass ich ihn heute zu Hause lasse, da er die Nacht auch wieder nicht geschlafen hat und total übermüdet ist.

Die Erzieherin aus seiner Gruppe sagte dass der Prozess völlig normal ist und es bei den einen einfach und bei den anderen halt nicht so einfach klappt.

Ich gebe ihm einfach noch ein bisschen Zeit und bleibe nochmal mit ihm zusammen da, die Zeit und Geduld nehm ich mir.
« Letzte Änderung: 18. Januar 2011, 08:51:55 von Zwergenwunder »

katjuscha

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Hallo,

wir stecken ja in der eingewöhnung mit dem kleinen... er ist zwar deutlich jünger, aber das macht ja erstmal nix...

paul geht gern in den kiga... und auch wenn er anfangs schlimm weint, beruhigt er sich eigentlich gut, bis er was findet was er mir zeigen will und dann wieder merkt dass ich nicht da bin.. dann weint er wieder...
ich verabschiede mich auch ordentlich von ihm und er winkt mir auch, aber er vergisst dass ich nicht da bin und wenns ihm einfällt dann weint er..
er hat ne gute bindung zur erzieherin und lässt sich gut von ihr trösten....
wenn er mal nen schlechten tag, dann muss ich ihn auch gleich wieder holen.... aber das bedeutet bei uns min. 30-35 minuten wird gewartet und probiert ob er sich beruhigt...

ich bleibe anfangs immer noch 15 min. mit da, dann gehe ich für 1-2 h und dann hol ich ihn wieder...

ich denke in dem alter ist es so, dass er weiß dass du gleich kommst, wenn er theater macht und die erzieherinnen ihm mit dem schnellen anrufen die möglichkeit nehmen sich zu regulieren und mit dem frust umzugehen...

bei den älteren kindern in pauls gruppe wird noch länger versucht bis die mama angerufen wird... also vor ner stunde tut sich da nix... dafür ist dann aber eine erzieherin voll mit dem tobenden beschäftigt und beruhigt und erklärt

Biene67

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Hallo! :)

Ich wünsche dir viel Kraft und den Mut den du  brauchst um "loszulassen" aber unbedingt auch die Aufmerksamkeit auf dein Kind in der Situation.

Du kennst dein Kind am Besten!!!
Klar haben die Kindergärtnerinnen viel Erfahrung, aber ICH würde an deiner Stelle entscheiden!

Ich denke dein Kleiner braucht jetzt erstmal gaaanz viel Mama um das Vertrauen wieder aufzubauen!

Bleib da bis ER das Signal gibt, daß du gehen kannst!
Vielleicht macht ihr auch erstmal 2 Wochen Pause von der Einrichtung und macht gaanz viel zusammen!?


Ganz liebe Grüße
Biene :)
« Letzte Änderung: 03. Februar 2014, 11:07:06 von Thilo »

Zwergenwunder

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So, jetzt komm ich dazu  zu antworten!  :o ;D

Danke für eure Antworten, und Biene danke für den Link  & den Text.
Und, ja ihr habt, Recht, ich kenne mein Kind am besten.
Und entgegengesetzt der Meinung meiner Schwiegies, bei denen ich jetzt unten durch bin....habe ich ihn die letzten Zwei Tage zu hause gelassen und bin auch nicht zum Kinderturnen mit ihm. Es war auch mit den Erzieherinnen abgesprochen, dass er mal zur Ruhe kommt. Tagsüber ist er lieb, ruhig aber die Launen kippen schlagartig in Gebrüll, teils aggressive Laune um, die letzten Tage hatte er Nachts durchgebrüllt.  :-[ Heut Nacht ging wieder gut, er hat bei mir geschlafen, kein Mucks. Wir starten heute einen neuen Versuch. Mal sehen, wie er da drauf ist, ich bleibe eine Zeit lang mit da und werde dann mal gehen.

Ich will ja nur das beste für ihn und weiss das es ihm gut tun wird!  :)
Mal sehen, ich werde heute nachmittag berichten!  :-*

blondchen

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oh je, aber die erzieherinnen geben auch rasch auf, oder ?

vielelicht bleibst du ein paar tage bei ihm, aber mehr im hintergrund. so war es bei uns. wir mamas waren da, haben uns aber in allem extrem zurück gehalten.


was das schlechte schlafen und nächtliche verarbeiten angeht, das macht paul jetzt noch, und das nach 2,5 jahren kindergarten
Es geht nicht darum, wie schön ein Satz formuliert ist, sondern wie ehrlich er gemeint ist !



Mama von Prinz06 und King89

deep_blue

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Hi Du, da ich das alles erst vor kurzem mit meinem Sohn Tim (er war 2,5 Jahre) mitgemacht habe, mal ein paar ganz frische Eindruecke und Erfahrungen von mir.

Die Schwiegies, egal was sie sagen... - gehe Du Deinen Weg, hier wurde gesagt, Du kennst Dein Kind am besten!

Jedoch, ich waere vorsichtig, mit dem Heraus- und wieder Hereinbringen. Dein Sohn braucht auch Konsistenz und er soll doch auch lernen, dass der Kiga fuer die naechsten Jahre "sein" Platz ist!

Fuer mich hoert sich das so an wie Blondchen sagt, die Erzieherinnen geben frueh auf, sind Dir augenschienlich auch nicht genuegend Hilfe, geben Dir zu wenig Ratschlaege, sie sollten es besser wissen!

Bei uns war das ganz anders...

Tim klebte an mir, daher auch der recht fruehe Eintritt in den Kiga. Er war es gewohnt nur mit aelteren Kindern (meine Tochter ist 7,5 Jahre geht in die dirette Klasse) zu spielen... ich habe ihn ueber 2 Jahre gestillt, wir hatten immer eine extrem innige Beziehung, das sollte nicht gekappt werden, jedoch er sollte merken, dass es ein Leben neben Mama gibt und zwar ein wundervoll schoenes!!!!

Unsere Ein-/Entwoehnung dauerte fast zwei Monate. Den ersten Monat war ich jeden Tag im Kiga. Zunaechst war er auch nur eine Stunde da und ich habe im Raum nebenan gewartet. Spaeter dann zwei Stunden... und am Ende waren wir auf 3 Stunden und ich konnte die Einrichtung verlassen. Es war fuer keine Seite einfach, aber bei uns hat keine Seite aufgegeben. Ich habe viel mit den Erzieherinnen gesprochen und wir haben einen tollen sanften Weg fuer ihn gefunden.

Ja, wir hatten sehr unruhige Naechte in der Folge. Er hat viele Fragen gestellt. Er hat auch angezweifelt, ob der Kiga das richtige fuer ihn ist, ich selber habe mir oefter die Frage gestellt. Es wurde mir sogar angeraten meinen Kinderarzt zu fragen, ob eine Ergotherapie fuer ihn in Frage kaeme, da er in Momenten der Unsicherheit gerne mal schlug oder biss... ich wusste, mein Kind braucht einfach ein wenig mehr Zeit als manch andere. Ich selber war davon vorher ausgegangen, den ich kannte ihn ja.  ;)

Heute ein halbes Jahr nach seinem Eintritt geht er von 8:45-13:00 Uhr in die Einrichtung (auf eigenen Wunsch mit Mittagessen). Er hat einen enormen Entwicklungsschub hingelegt... ist ueber Weihnachten trocken geworden, kann nun seine ganzen Gedanken artikulieren (das war zunaechst eines seiner Probleme), schlaegt/haut/tritt/beisst daher ueberhaupt nicht. Sagt dies auch, ich werde nun drei Jahre, ich bin jetzt ein grosser Junge! Ist mittlerweile ein komplettes akzeptiertes Kind der Gruppe und fuehlt sich dort extrem wohl!

Ich bin froh, an meinen Kenntnissen festgehalten zu haben (hatte allerdings die Unterstuetzung der Erzieherinnen - wobei sie schnell die Sache mit der Therapie revidiert haben  ;)) ich wusste ich kann ihm vertrauen, ich wusste er wuerde es schaffen!

Bitte lasse Dich nicht beirren, gib ihm die Zeit, die er braucht... aber konfrontiere ihn auch mit dem Neuen, sonst kann er es nicht lernen, es nicht fuer sich positiv entdecken!

Alles Liebe und viel Kraft
Antje

P.S.: Wuerde mich ueber Nachrichten Deinerseits sehr freuen, wie es bei Euch weitergeht!
"Der Körper ist begrenzt, doch der Geist kann immer weiter wachsen."

Shigeru Egami

Fairydust

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Wichtig ist, dass du dir sicher bist, dass dein Kind in den Kiga gehen soll. Wenn du dir unsicher bist, überträgt sich das auf das Kind.
Wie auch schon geschrieben wurde, mußt du konsequent sein. Dein Kind sollte sich von den Erzieherinnen trösten lassen, das ist ganz wichtig. Bis das der Fall ist, würde ich mit da bleiben. dann erst für kurze Zeit gehen.
Ronja hat auch die ersten zwei Monate gebrüllt, wenn ich gegangen bin. Ich habe ihr erklärt, dass das ihre Arbeit ist. Sie hat sich aber schnell von den Erzieherinnen trösten lassen.





Zwergenwunder

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Ja, die Trennung ist für mich natürlich nicht einfach. 3 Jahre lang war er 24 Std an meiner Seite und jetzt gebe ich ihn ab und damit auch ein Stück weit Verantwortung an andere, klar ist das nicht einfach. Aber ich bin mir sicher, dass er gehen soll. Denn er braucht es. Ich kann ihm viel geben, aber andere Kinder kann ICH als Mama nicht ersetzen und ich weiss das es ihm gut tun wird und das tut es auch jetzt schon.  Auch wenn er natürlich mit den Veränderungen zu kämpfen hat.

Gestern sind wir zusammen hin und ich bin bei ihm geblieben. Habe auch mit der Erzieherin gesprochen. Grad auch, weil ich teilweise merke, dass es dann bei ihm kein "leid" ist sondern trotz. Ist ja klar, in dem Alter! Mir ging es nicht gut, ich musste in die Apotheke meine Notfallmedikamente besorgen, habe ihm erklärt das ich für 10Min nur rüber an die Apo gehe. Das Theater war natürlich gross, war klar. Aber ich habe ihm sicher erklärt, ich gehe kurz, und bin auch gleich wieder da. Er hatte ein Puzzle angefangen und ich bin da, wenn er es fertig hat. Er hat natürlich getobt, aber abgesprochen mit der Erzieherin bin ich bestimmt gegangen. Und siehe da, er hat sich trösten lassen. Als ich wieder kam, sass er zwar am Fenster und hat gewartet aber er hat nicht weitergetobt. Bin dann mit ihm  noch 2 Std geblieben und dann sind wir heim. Heute werde ich es genauso machen und mal für 10min raus gehen einfach um ihn "üben" zu lassen sich auch mit der Erzieherin zufrieden zu geben und trösten zu lassen!


Zwergenwunder

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Wollte mal einen Zwischen-/Neustand geben.  :)

Es klappt SUPER!!

Nach 2 mal Stressfieber und dann natürlich auch zuhause lassen haben wir von ganz von vorn gestartet. ZUSAMMEN  :D

Er steht jetzt um 6 auf der Matte und will in den Kiga  s-:) :P
Es klappt jetzt super, er bleibt von 8:30 bis 11:30 jetzt immer erst mal da. Ohne Probleme, jetzt isst er sogar da mit! Er hat immer seine Puppe halt mit, dann ist er nicht "alleine"

Beim Verabschieden haben wir das Ritual das er aus der Gruppe darf, bis vorne an die Tür. Dort wird gekuschelt und geknutscht und dann rennt er im Sauseschritt zur Erzieherin!  :D ;D Hach ich bin so stolz!!

Danke für euer Aufmuntern & Tipps geben!!  :D :D :D :-*

Miezemaus

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Hey das ist doch super das es jetzt so gut klappt, aber nicht erschrecken wenn dann wieder ne Phase kommt wo sie mal wieder überhaupt gar keine Lust haben und man das Gefühl hat man ist wieder am Anfang, das haben wir nämlich momentan  s-:) ;D

Ein halbes Jahr super ohne jegliche Probleme (außer klar die ersten 2-3Wochen) ,seid letzter Woche  am klammern wie ein Äffchen, Theater ohne Ende.... seid gestern gehts wieder einigermaßen...naja wir haben ja auch nicht immer Lust zu allem  :P

Also durchhalten und niemals aufgeben  :-*

Jessi & Nico



Zwergenwunder

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Hehe ja da wurd ich auch schon vorgewarnt, dass das durchaus auch wieder mal passieren kann. Auch nach nem Jahr oder länger  :P Soll er mal  S:D ;D ;D ;D :D :-*

 

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