Autor Thema: Hilfe!!!Mein Mann bekommt das Kind nicht ins Bett  (Gelesen 4779 mal)

MausMaus777

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Hilfe!!!Mein Mann bekommt das Kind nicht ins Bett
« am: 04. Juni 2012, 19:58:58 »
Hallo, oh man mein Kind wird bald drei und mein Mann bekommt es nicht auf die reie unseren keks ins bett zu bekommen. Es fängt mit dem übliche an wie er würde gerne noch was spielen, ist ja klar das das nicht geht, aber mein Mann hat null feingefühl dafür wie man das Kind irgendswie überzeugen könnte. damit fängt das gebrüll an und endet nicht mehr er hat ihn auch ohne zähne putzen dann ins Bett gelassen, weil unser Sohn ja nicht wollte ( und das geht nicht in meinen Augen) gut ich habe mir das alles von unten erstmal angehört möchte mich ja nicht immer einmischen. dann ging es weiter mit umziehen das ging mit gebrüll von beiden seiten aus auch (auch das find eich nicht gut wenn der erwachsene vorm schlafen rumbrüllt) und anstatt er eifach dann einfach anfängt das Buch vorzulesen lässt er sich auf die ebene von unseren sohn herab und ist bockig. Der Kleine wollte halt zu mir und er hat ihn festgehalten und sagte nur dauert Mama kommt nicht. Der hat keine Gedult, keine lust und kein Gefühl wie man das mit so kleinen Kindern macht. und mir wollte er auch noch die schuld dafür geben das der kleine jetzt nichts mehr von ihn wissen wollte und dann hat er sich eifach verdrückt und unseren sohn im Bett liegen lassen..

Was soll ich nur tuen es war schon immer so das er sich nicht wirklich ums Kind gekümmert hat. Also ins Bett bringen oder das ich mal weg konnte. Ich dachte immer wenn der kleine mal spricht und ihm auch mitteilt was los ist wird es besser. Ich verusche ihm immer wieder zusagen das man alles vorallem vorm schlafen in ruhe machen muss und nicht genervt und mit lauter stimme. Ich bräuchte echt mal einen rat wie ich meinem Mann vermitteln kann es besser zu machen

Bettina

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« Antwort #1 am: 04. Juni 2012, 20:02:07 »
Ganz spontan hab ich gedacht .... geh einfach, nimm dir was vor und lass die beiden machen. Wenn dein Mann keinen Druck von dir hat (muss ja nicht alles so sein, wie du es richtig findest), dann werden die zwei ihren Weg miteinander finden. Klar ist rumbrüllen vor dem schlafen gehen nicht so toll, aber kommt hier auch mal vor. Nicht nur von meinem Mann  ;).

Meistens gibt es nicht nur einen richtigen Weg und oftmals geht es dann besser, wenn der andere, in dem Fall du, wirklich nicht da ist, statt drauf zu warten, bis es klappt, damit man dann gehen kann.
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Antw:Hilfe!!!Mein Mann bekommt das Kind nicht ins Bett
« Antwort #2 am: 04. Juni 2012, 20:50:45 »
Hm, ganz schwieriges Thema, denn alles was du deinem Mann vorschlägst, wird er - zu Recht - als Kritik betrachten. Stell dir mal vor, wie es dir in seiner Situation gehen würde... er hätte das mit seinem Sohn ja sicher auch gern besser im Griff. Ich denke er reagiert dann aus Hilflosigkeit so.

Wir hatten auch mal eine unschöne Phase, in der Louisa nichts vom Papa wissen wollte, und z.B. wrklich krass, fast hysterisch, geschrien hat, wenn er sie nachts beruhigen wollte. Das hat ihn auch verletzt, und er hatte schon keine Lust mehr es zu versuchen. Mittlerweile gibt es aber vieles, was beim Papa besser klappt - beruhigen beim Mittagsschlaf, Essen wenn es ungeliebte Sachen gibt, ruhig liegenbleiben beim Wickeln - so hat jetzt jeder von uns seine "Kompetenzbereiche" und alles läuft runder.

Für eure Situation fallen mir zwei Möglichkeiten ein: wie Bettina schreibt, geh weg und lass die beiden machen. Am besten gleich den ganzen Abend, denn mein Freund zögert auch gern mal das Abendessen unserer Kleinen um ein paar Minuten heraus, wenn er weiß dass ich gleich komme :)

Andere Möglichkeit: bring ihn mit anderen Papas zusammen. OHNE irgendwelche Kommentare abzugeben, offiziell macht ihr nur einen Ausflug. Hintergedanke ist, dass er sieht, wie andere Papas mit ihren Kindern umgehen. Also dass sie ruhig mit den Kindern sprechen, auf Augenhöhe gehen etc. Dein Mann ist ja nicht blöd, er wird sich da schon etwas abschauen. Vielleicht könnt ihr mal mit Freunden mit Kindern am WE gemeinsam auf den Spielplatz gehen?

Das Wichtigste: nicht nörgeln, nicht kritisieren. So schwer es auch fällt, aber alles was du "verbessernd" vorschlägst, wird er als Angriff auf sich selbst auffassen. Er ist ja selbst nicht glücklich damit, dass es bei ihm mit eurem Kleinen nicht klappt.

lg und viel Erfolg
schnakchen



Sonne1978

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« Antwort #3 am: 04. Juni 2012, 21:23:54 »
Ganz spontan hab ich gedacht .... geh einfach, nimm dir was vor und lass die beiden machen. Wenn dein Mann keinen Druck von dir hat (muss ja nicht alles so sein, wie du es richtig findest), dann werden die zwei ihren Weg miteinander finden.

Nach den ersten Zeilen ging mir exakt das Gleiche durch den Kopf. Dein Mann macht es halt anders, als Du, aber nicht schlechter. Von einmal nicht Zähneputzen, geht kein Zahn kaputt. Mach' Dich locker, dann ist es Dein Mann auch. Mich stört Dein Ansatz, dass Dein Mann verantwortlich für die Situation sein soll, sorry.

Meph

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« Antwort #4 am: 04. Juni 2012, 21:29:54 »
Ich ergänze um:

Dein sohn weiss, dass du da bist, dass das gewohnte nah ist....
geh spazieren, mach dich locker- und die beiden werden es ohne probleme hinbekommen.
Aber so stehen nur alle unter druck- dein mann fühlt sich unter beobachtung, dein sohn will seine gewohnheit haben und du reisst dich zusammen dich nicht einzumischen. Da ist der Stress doch vorprogrammiert




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Karlanda

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Antw:Hilfe!!!Mein Mann bekommt das Kind nicht ins Bett
« Antwort #5 am: 04. Juni 2012, 21:33:21 »
Hmmm, schwierig... :-\
Wie läuft es denn sonst so mit den beiden? Übernimmt der Papa ganz selbstverständlich mal so Aufgaben wie das Anziehen o.ä. oder bist immer Du für solche Dinge zuständig? Machen sie tagsüber bzw. am Wochenende auch ab und zu mal etwas ganz alleine, also ohne Dich?

Ansonsten finde ich das, was Bettina schreibt sehr gut. Mein erster Gedanke war in jedem Fall auch: Am besten klappt es sicherlich, wenn Du gar nicht greifbar bist: Wenn Dein Sohn ganz klar weiß, dass jetzt allein der Papa zuständig ist, und wenn Dein Mann merkt, dass Du ihm das alles auch wirklich zutraust. Vertrau den beiden, sie werden das schon hinbekommen.  ;)

Pedi

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« Antwort #6 am: 04. Juni 2012, 21:34:16 »
Ich finde es wichtig, dass die beiden ihren eigenen gemeinsamen Weg finden. Das kann dauern und gelingt meistens nicht wenn die Mama da ist. Vor allem wenn sie dann noch Kritik äußert ;) Du kannst ihm im Vorwege ein paar Tips geben wie ein schönes Ritual aussehen kann, aber dann solltest Du sie machen lassen. Nur schreien lassen, dass sollte es nicht geben :)
 




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LILA

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« Antwort #7 am: 04. Juni 2012, 21:38:06 »
Die Beiden einfach machen lassen.  :)

Wenn ich da bin, bringe auch immer ich die Kinder ins Bett. Hier gäbe es auch Theater, wenn ich da wär und mein Mann wollte das machen.
Ich hab da kein Problem damit, denn wenn ich nicht da bin, ist es gar kein Problem. Mein Mann macht es wie er möchte und gelegentlich legt er sich dann einfach mit den beiden ins Ehebett. Und wenn ich heimkomme schlafen alle drei.




Pünktchen

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« Antwort #8 am: 04. Juni 2012, 22:41:32 »
Ich unterschreib bei Bettina!

Geh fort und lass die zwei machen. Dein Sohn kann sich auf seinen Papa einlassen, weil er weiß das du nicht greifbar bist. Und dein Mann hat viel weniger Druck, wenn er es ganz auf seine Art machen kann. Diese Art mag vielleicht nicht sein Weg sein, aber es wird der Papa-Sohn weg sein, der funktioniert.

Mein Mann hat unsere Tochter zu Beginn so lange wach gelassen, bis sie fast eingeschlafen war und dann hat er sie ins Bett gebracht. Hat Super funktioniert und Enya wollte mit Papa von Zeit zu Zeit immer früher ins Bett. Mittlerweile pünktlich zu Mamas gewünschten Schlafenszeiten.

Bin ich Zuhause geraten die beiden Divas (Papa & Enya) immer wieder aneinander. Bin ich fort ist Harmonie pur. Auch wenn man es nicht will, man selbst ist oft der unruhepol!

Nanouk321

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« Antwort #9 am: 04. Juni 2012, 23:35:53 »
Bei uns ist es genau umgekehrt! Tagsüber hängt Lukas an mir und ich kann keinen Schritt ohne ihn tun! Abends umziehen fürs Bett kann ich ihn dann auch noch! Aber dann gehts los..........er flitzt zu Papa, sagt: Papaaaaaaaaa fertiiiiiiiiiiiig, nimmt ihn an der Hand mit ins Bad zum Zähne putzen wenn die 2 im Bad fertig sind wird dann danach aus dem Kinderzimmer gerufen: Mamaaaaaaaaaaa fertiiiiiiiiiiiiiig, dann darf ich rein kommen ihm Gute Nacht sagen und ihm nen Küsschen geben! Dann zeigt er zur Tür, sagt Mama tüüüüüüüüüüüüü, geiiiiiiiii (tschüss bis gleich  ;D ) und ich muss raus und die Tür zu machen! Was Papa und Sohn dann im Zimmer treiben keine Ahnung, ich höre immer nur ein lachen und kichern, und irgendwann nach 10 bis 15 Min kommt mein Mann dann wieder aus dem Zimmer und Lukas schläft!

So lange wie Papa da ist und auch für Lukas greifbar ist, habe ich abends keine Chance! Was aber für mich auch ok ist, da ich ihn ja schon den ganzen Tag "um die Ohren" habe! Und abends ist dann eben exklusive Papa Zeit!

Wenn mein Mann mal abends nicht da ist und ich Lukas ins Bett bringe klappt das auch aber lange nicht so gut wie beim Papa! Aber auch nur wenn er nicht im Haus ist! Sobald Lukas weiß das Papa in der Nähe ist habe ich wie gesagt keine Chance!

Spatzlmama

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« Antwort #10 am: 05. Juni 2012, 00:42:29 »
Hier genauso und der Papa nimmt es leider sehr persönlich... Ich kann ihn ja auch verstehen. Mir tut es auch leid, wenn mein Mann so wehement abgewehrt wird und ich denke, daraus entsteht auch seine Genervtheit.

Letztens war ich sogar mit meinem Mann im Kino (absolute Seltenheit, da Familie WEEEIIIIT weg). Ich habe dann besonders den Kleinen schon den ganzen Tag vorbereitet, dass die Oma ihn heute abend ins Bett bringen wird. Wir machten einen Probeabend und liefen eine runde spazieren. Es klappte suuuuuper. Am nächsten Tag waren wir dann wirklich im Kino.  ;)

Vor ein paar Tagen hatte ich ganz arg Migräne, ich weiß nicht wie ich den Tag überstanden hatte, aber mir war klar, sobald mein Mann daheim ist, werde ich ins Bett gehen und er muss die Kinder übernehmen. Dem Kleinen habe ich dass auch "eingetrichtert" und es klappte auch.

Vorher konnten wir machen, was wir wollten, gerade der Kleine ist ein absolutes Mama-Kind ohne Kompromisse.  ;D Einmal war ich mir dem Großen länger unterwegs, ungeplant. Der Kleine durchsuchte jeden Winkel des Hauses nach mir, obwohl ich seit nachmittag weg war und er eine schöne Zeit mit Papa hatte.

Wenn der Sandmann läuft, ist auch noch alles "ruhig", aber sobald der aus ist und der Kleine weiss, es geht ins Bett, ruft er sofort schon fast panisch "Maamaaaaaa". (Ich bin meist woanders im Haus und mein Mann mit im Wohnzimmer).
Für uns bzw. für den Kleinen ist es wohl sehr wichtig, ihn vorzubereiten, dass mal die Mama nicht da ist, sonst wirds schwer.
WENN AUS LIEBE LEBEN WIRD...

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MausMaus777

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« Antwort #11 am: 05. Juni 2012, 09:43:17 »
Danke für eure antworten.... Das mit einfach weg gehen wäre ne gute idee aber leider bin ich krank und das ist der grund wieso ich gesagt habe er möchte ihn bitte ins bett bringen. ich sag mal so mein Mann drückt sich regelrecht davor sich um seinen sohn zu kümmern und er war auch wenn es hoch kommt vielleicht in den drei jahren 5 mal allein mit ihm unterwegs und dazu muss ich ihn zwingen. ich mein wenn ich sage komm ich geh eben noch drei Teile einkaufen du kannst ja eben den kleinen Fertig machen dann geht er lieber einkaufen. Wenn er sich dann um ihn kümmert mische ich mich nie ein (außer wo er ihn mal für nen unötigen zeugs auf die hand gegeben hat) Ich habe ihn gestern kommplett machen lassen bin ja unten geblieben und habe nichts gesagt, erst als er eifach weg ist habe ich ihn meine Meinung gesagt das man das kind nicht einfach liegen lassen kann und gehen kann. Wenn ich nicht da bin geht das ja auch nicht. Er fragt mich ja häufig was er machen kann und darauf versuche ich halt ne antwort zu finden, mir ist bewusst das er es nicht macht wie ich und das soll er auch nicht deswegen frage ich ja was ich ihn raten kann. Es wäre schön wenn es irgendwann mal mit den beiden klappen würde und unser Sohn ist nicht anstrengend Bettfertig machen Geschichte lesen kurz kraulen und gute nacht.

min(e)

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« Antwort #12 am: 05. Juni 2012, 10:21:36 »
er soll es so machen, wie er sich selbst behandeln würde ;)
einfach vorstellen, das bin ich als kleines kind

Pedi

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« Antwort #13 am: 05. Juni 2012, 11:36:09 »
Es ist einfach eine andere Situation wenn Du da bist. Das magst Du vielleicht anders sehen, aber wirklich klappen wird es wohl erst wenn Du die beiden das alleine machen lässt. :)
 




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AnnHoly

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« Antwort #14 am: 07. Juni 2012, 11:01:26 »
Guten Morgen! :)

Zunächst einmal: ich finde es nicht verwunderlich, dass Euer Sohn lieber von Dir ins Bett gebracht werden möchte. Offenbar (nach Deinen Beschreibungen) haben Vater und Sohn keine besonders intensive oder liebevolle Beziehung.

Da wäre für mich mal interessant (und das würde ich meinen Mann in einem ruhigen Moment und in vernünftigem Ton auch fragen): warum hat er kein Interesse an Unternehmungen mit seinem Sohn?

Fragen an Dich: Wie geht er denn sonst mit seinem Sohn um? Besteht da überhaupt „näherer“ Kontakt? Spielen die beiden zu Hause mal zusammen? Kuscheln/Reden sie o.ä.? War der Kleine – von EUCH BEIDEN – gewünscht? Wie alt ist Dein Mann? Wie ist generell Eure Beziehung? Gibt es eine von Deinem Mann gewünschte klare Rollenteilung – Frau = Kind, Mann = Arbeit?

Was überhaupt gar nicht geht: „einen auf die Hand geben“!!! So wie es scheint, bekommt Euer Sohn nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit von Deinem Mann. Wenn dann die einzige „Aufmerksamkeit“ darin besteht, dass Dein Mann ihn anschreit und schlägt, steigert das nicht gerade Zuneigung und Vertrauen.

WENN Dein Mann tatsächlich Interesse an Eurem Sohn und an einer liebevollen Beziehung hat, sollten folgende Dinge klar sein:

-   keine körperliche/seelische Gewalt
-   kein Anschreien
-   intensive Zeit mit dem Kleinen verbringen
-   Einfühlungsvermögen zeigen, auf den Kleinen eingehen

Ihm sollte bewusst sein: Gewalt und Anschreien entschärfen eine Situation nicht – im Gegenteil. Hinzu kommt: er wird damit zum schlechten „Vorbild“ für Euren Sohn. Eurem Sohn wird gezeigt, dass Hauen und Schreien als (falsche) zweckdienliche Mittel eingesetzt werden.

Vor allen anderen Unternehmungen stünde für mich erst einmal ein Gespräch. Ich würde Deinen Mann fragen, wie er zu Dir, Eurem Sohn und Eurem gemeinsamen Leben steht. Wenn klar ist, dass er seine Vaterrolle etc. wahrnehmen möchte, Dich und den Kleinen liebt etc., würde ich ihm sagen, dass ich gern mit ihm gemeinsam daran arbeiten möchte, dass die beiden ein besseres Verhältnis haben. Ich würde ihm sagen, dass Euer Sohn deshalb eher einen Bezug zu Dir hat, weil Du natürlich mehr Zeit mit ihm verbringst. Wichtig: Nicht sagen, weil er keine/wenig Zeit mit ihm verbringt (Vorwurf, wenn auch berechtigt), sondern es auf Dich und die bei Euch gegebenen Lebensumstände beziehen. Hinzu kommt, dass Kinder häufiger eher einen Bezug zur Mama haben (Schwangerschaft, Stillzeit, Mama mit Kind zu Hause etc.). Er darf das nicht persönlich nehmen, sondern sollte daran arbeiten, eine Beziehung herzustellen. Und das geht nur über gemeinsame Zeit.

Ich würde ihm vorschlagen, dass abends eine „Spielstunde“ o.ä. eingeführt wird, in der Ihr alle drei Zeit miteinander verbringt. An den Wochenenden sollte mindestens ein Tag für gemeinsame Unternehmungen freigehalten werden (Zoo, Spielplatz, Indoorspielplatz, Schwimmbad, Museum, Freizeitpark, Waldspaziergang etc. etc.). Weiterhin würde ich ihm vorschlagen, dass er nach ein paar Unternehmungen mal allein was mit Eurem Sohn macht. Was Dein Mann und Euer Sohn brauchen: gemeinsame schöne Erlebnisse und Erinnerungen. Das verbindet!!!

Was m.E. auch wichtig ist – sofern Dein Mann eine gute Beziehung zu Eurem Sohn haben möchte: lass ihn damit nicht allein. Stellt für Euch fest, dass die Beziehung der beiden nicht die beste ist und Ihr gemeinsam daran arbeiten wollt. Macht es zu EUREM Projekt.

Was die Situation abends angeht: feste Zeiten, feste Rituale. Weiterhin: Euren Sohn nicht „plötzlich“ in die Zu-Bett-gehen-Situation schubsen, sondern ankündigen: „Wir spielen/malen/o.ä. jetzt noch eine halbe Stunde und dann gehen wir Zähne putzen, waschen und ins Bett. Dort lesen wir noch eine Geschichte oder singen ein Liedchen und dann wird geschlafen.“ Fünf Minuten vor Ablauf dieser Phase würde ich noch einmal ankündigen: „Noch fünf Minuten, dann geht es ins Bettchen.“ Auf diese Weise kann Euer Sohn sich besser darauf einstellen. Meist (zumindest bei uns) wird dadurch eine ungeliebte Sache (schlafen gehen) entschärft. Als Tipp für Deinen Mann: nicht mit Zwang etwas durchsetzen, sondern vielleicht auch mal spielerisch an eine Sache herangehen. Ein Lied zum Thema Zähneputzen, das währenddessen jeden Morgen und jeden Abend gesungen wird. Kinder lieben so etwas, gerade eben auch Wiederholungen. Es schafft in ihrer kleinen Welt voller neuer Dinge etwas Vertrautes, Beständiges. Bei uns wurde das Lied nach kurzer Zeit mitgesungen … Umziehen/Schlafanzug anziehen nicht einfach „erzwingen“, sondern erklären, dass die Kleidung gewaschen werden und Euer Sohn sie deshalb bitte ausziehen muss. Wenn Euer Sohn nicht mag, würde ich ihm etwas sagen wie: „Komm, lass uns das schnell mal ausziehen und den Schlafanzug anziehen, damit wir eine Geschichte lesen können. Je eher wir Dich umziehen, umso eher können wir uns ins Bett kuscheln und lesen.“ Positives/Schönes in Aussicht zu stellen hilft ebenfalls, ungeliebte Dinge zu erledigen.

Ganz allgemein muss Dein Mann lernen, geduldig mit Eurem Sohn umzugehen. Er sollte sich in die Lage Eures Sohnes versetzen. Wie würde er sich fühlen und vor allem, wie würde er reagieren, wenn er bspw. gerade gemütlich ein Buch liest/einen Film sieht und Du sagst ihm, er solle jetzt ins Bett gehen. Auch Kinder haben einen eigenen Willen, den man respektieren sollte. Wenn Dein Mann sich auf Euren Sohn einlässt, sich in seine jeweilige Situation einlässt und entsprechend vorausschauend handelt, wird er es sehr viel einfacher haben.

So, das war jetzt mal wieder recht viel und möglicherweise etwas wirr. Ich hoffe, es kommt einigermaßen verständlich rüber. :)


:) AnnHoly



Bettina

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« Antwort #15 am: 07. Juni 2012, 12:04:46 »
Hier gab es auch schon ab und an mal blöde Situationen. Allerdings dann auch gerne mal umgekehrt. Dass die Kinder abends total nölig sind und trotz aller Absprachen und wir machen es uns schön, dann so durch sind, dass gar nichts geht.

Da ist mein Mann auch schon mal gern einer, der MIR dann sagt "Mach doch nicht immer so ein Fass auf!"

Aber ehrlich, wenn so eine Situation ist, erwarte ich von meinem Mann, dass er sich hinter oder neben mich stellt und den Kinder klipp und klar sagt, dass er das ebenso wenig gut findet wie ich.

Ich hab das dann auch angesprochen und er hat das einfach aus meiner Sicht so gar nicht gesehen. Jetzt hält er sich entweder raus oder die Kinder bekommen einen Anpfiff oder aber er übernimmt .... allerdings auch mit klarer Ansage an die Kinder. Weil manchmal bin ich abends auch nur einfach durch.

Sprich statt deinen Mann zu belehren (er ist nicht dein Kind, er ist erwachsen) vielleicht auch mal ne ganz klare Ansage an deinen Sohn in so einer Situation, dass sein Verhalten unter aller Kanone ist und du das auch nicht möchtest, dass er so ein Theater macht.

Diese ganzen Belehrungsgeschichten bringen doch nichts. In einer ruhigen Minute drüber reden. Wenn er selbst fragt dann vielleicht auch den ein oder anderen Tip geben a la "ich mache das so, funktioniert ganz gut", aber selbst das ist ja keine Garantie. Ein Kind ist ebenso wenig wie ein Erwachsener ein Maschinchen, wo man x rein tut und y raus bekommt.
« Letzte Änderung: 07. Juni 2012, 12:06:42 von Bettina »
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