Autor Thema: Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...  (Gelesen 9166 mal)

Anne

  • Gast
Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...
« am: 28. November 2013, 20:47:58 »
Ich bräuchte mal ein wenig Aufklärung, vielleicht hat ja jemand solche sensomotorischen Einlagen...

Es geht um Folgendes:
Meine Kleine soll jetzt wegen ihrer starken Sichelfüße zusätzlich Einlagen in die Schuhe bekommen. Heute kam der Brief von der Krankenkasse, in dem stand, dass sie die Kosten von knapp 82 Euro übernehmen, allerdings nur für normale Einlagen, nicht für diese besonderen.
Ich war jetzt echt überrascht. Davon, dass sie solche Einlagen verschrieben bekommen hat, weiß ich nichts. Es ging bisher um normale Einlagen... allerdings werden die auch von einem anderen Arzt angefertigt als dem, der die Einlagen verschrieben hat. Keine Ahnung, ob da jemand einen Fehler gemacht hat...?

Ich bin in sofern verwirrt, dass auch im Brief der KK steht, dass es für diese Einlagen KEINE nachgewiesene Wirksamkeit gibt. Beim Googlen habe ich jetzt festgestellt, dass die wohl auch gar nicht für Sichelfüße gedacht sind?
Aber sowas kam beim Orthopäden nie zur Sprache...

Kennt sich jemand mit diesen Einlagen aus und kann mir dazu was sagen? Hat jemand persönliche Erfahrung mit dem Tragen dieser?

Danke! :-*

Silvi

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 1803
Antw:Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...
« Antwort #1 am: 29. November 2013, 08:26:09 »
Mein Sohn trägt die sens. Einlagen seit 2 Wochen. wir hatten das direkt auf der Überweisung so stehen und man sagte uns, dass er alle halbe Jahr Anspruch auf neue Einlagen hätte. Wir mussten nach ca. 3 Tagen zum Nachbessern, da es ihn an einer Stelle gedrückt hatte und nun ist alles bestens. Bei ihm stand ausgesprägter Senk- Spreiz- und Sichelfuß. KK hat keine Anstalten gemacht bisher.

Er ging extrem schief und war ständig am Stolpern und Hinfallen. Hatte dies bei jeder U angesprochen, aber immer wurde gesagt, dass sich das noch verwachsen würde. Hat es aber nicht. Er muss nun die Einlagen vormittags tragen und siehe da, er läuft total gerade, das ist echt Wahnsinn, wie das funktioniert. Wir machen jeden Tag Übungen nach einem festgelegten Plan und Zähne werden auf Zehenspitzen geputzt  :)

Gutes Schuhwerk ist Voraussetzung und soviel wie möglich barfuß laufen hat man uns ans Herz gelegt.

Die "normalen" Einlagen sind ja vorgefertigte Einlagen und werden nicht speziell dem fehlgestellten Fuß angepasst. Bei den sensomotorischen Einlagen wird das alles durchleuchtet in 3D angepasst und speziell dem Fuß angepasst.
VG Silvi
« Letzte Änderung: 29. November 2013, 08:38:53 von Silvi »
Adrian *25.04.2006  +   Carolina *29.02.2008

Dick wird man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr sondern zwischen Neujahr und Weihnachten :-)


Anne

  • Gast
Antw:Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...
« Antwort #2 am: 29. November 2013, 11:53:02 »
Danke für die Antwort, Silvi. Das liest sich ja erstmal ganz gut.

Finde ich ja irre, dass man bei Euch so lange mit der Behandlung gewartet hat.  :o Hier gab es schon mit 3 Monaten Orthesen für die Nacht, weil die Massage gar nicht angeschlagen hat.

Bei uns geht es dagegen nur um den Sichelfuß, sie läuft nicht schief, sondern wirklich ganz toll, aber die Füßchen sind eben beim Stehen krass nach innen gedreht...  :-\

Weißt Du zufällig, wie viel diese Einlagen gekostet haben? Ganz grün bin ich mir bisher nicht mit der Entscheidung, obwohl ich gestern noch lang gegooglet hab. Wir müssten ja wahrscheinlich selbst zahlen und das Geld sitzt bei uns nicht so locker.  :P Da muss sich die Investition schon lohnen... andererseits hatte ich als Kind selbst diese normalen Einlagen, die auch nicht geholfen haben. Ich weiß es einfach nicht...

Vielleicht mag ja noch jemand seine Erfahrungen mit mir teilen?

Silvi

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 1803
Antw:Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...
« Antwort #3 am: 29. November 2013, 17:51:32 »
Schau mal, Text gefunden bei jameda, solltest du deiner KK mal vorlegen  :)


Sensomotorische (Propriozeptive) Einlagen

von Dr. med. Ralf Liebhold
verfasst am 09.10.2012
Füße spielen dabei eine herausragende Rolle, dem Körper über zahlreiche Sinneszellen Informationen zur Körperhaltung, Bewegung und Gleichgewicht zu vermitteln.
Sensomotorische Spezialeinlagen sind aktive Schuheinlagen, die kontinuierlich die Propriozeptoren (Sinneszellen zur Messung der Tiefensensibilität) an der Fußsohle stimulieren und damit die Muskelspannung und Haltung des gesamten Körpers verbessern. Durch speziell angelegte Polster (Pelotten) oder Tieferlegung unterschiedlicher Zonen werden spezifische Areale automatisch durch Druck aktiviert und damit die gesamt Körpermuskulatur positiv angesprochen.

Wann werden sensomotorische Einlagen angewendet?

Folgenden Beschwerden profitieren von der Anwendung stimulierender Einlagen:

Fehlhaltung ("Mein Kind lässt sich immer so hängen")
Muskeldysbalancen
Fußfehlstellungen
Belastungsschmerzen der Wirbelsäule, Knie, Füße usw.
Spastik
Gangstörung
Belastungsschmerzen bei Sportlern
Skoliose
Wirkungsweise und Behandlungserfolg lassen sich anschaulich mit der pedographischen Druckverteilungsmessung und der optischen Wirbelsäulenvermessung darstellen.

Wo liegt der Unterschied zu herkömmlichen Einlagen?

Herkömmliche Einlagen korrigieren lediglich passiv die Fußstellung und drücken den Fuß in eine physiologische Position. Durch die passive Stützung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur wird die Muskulatur, die eigentlich trainiert werden sollte, geschwächt. Daher sind passive herkömmliche Einlagen insbesondere in der Behandlung von Kinderfüßen eher als schädlich einzuschätzen. Zudem ist der Effekt auf Körperhaltung und Muskelspannung eher minimal.

Werden die Einlagen von meiner Krankenkasse erstattet?

Sensomotorische, koordinationsfördernde Einlagen sind im Heilmittelverzeichnis aufgeführt und damit prinzipiell Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Trotzdem lehnen die gesetzlichen Krankenkassen die Erstattung zunehmend aufgrund der höheren Kosten ab.

Seit September 2003 existiert ein Grundsatzurteil des Sozialgericht Mainz (Aktenzeichen S6KR115/02), in dem eine gesetzliche Krankenkasse verpflichtet wird, die Kosten für sensomotorische Einlagen "deren Wirkung zwar nicht bewiesen ist, die aber auf naturwissenschaftlich anerkannten Theorien (Voijta-Therapie, Bobath usw.) stützen", zu übernehmen.
Adrian *25.04.2006  +   Carolina *29.02.2008

Dick wird man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr sondern zwischen Neujahr und Weihnachten :-)

Anne

  • Gast
Antw:Sensomotorische Einlagen - ich bin verwirrt...
« Antwort #4 am: 29. November 2013, 20:38:12 »
Ja, auf diese Artikel und viele ähnliche bin ich heute auch gestoßen... allerdings hat meine Recherche in verschiedenen Foren ergeben, dass trotz dieses Urteils kaum ein Widerspruch erfolgreich war...
Noch dazu kommt, dass die Fehlstellung bei uns ja vergleichsweise "klein" ist und bisher keine so massiven Auswirkungen aufs Kind hat wie Du es geschildert hast. Ich kann mir vorstellen, dass es dann eben ähnlich läuft wie mit der Zahnspange: ist die Fehlstellung nicht schwerwiegend genug, wird nichts gezahlt. So wars bei mir damals...

Jedenfalls habe ich mich dann heute doch entschieden, dass es die sensom. Einlagen werden. Die konventionellen sind einfach Schrott.  :-( Ich werde mal den Widerspruch morgen vorbereiten und dann Rücksprache mit dem Orthopäden halten. Bei der KK habe ich bereits angerufen, die würden im schlimmsten Fall wenigstens trotzdem die 82 Euro übernehmen und wir den Rest selbst.

Ach Mensch... an der Gesundheit mag ich nicht sparen...

 

NACH OBEN
Kontakt Impressum Datenschutzerklärung