Autor Thema: Hübsche Josefina  (Gelesen 4116 mal)

Helena

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Hübsche Josefina
« am: 11. Januar 2012, 19:36:11 »
Konstantin ist anders aufgewachsen als ich. Er stammt aus einer gut situierten Familie aus gutem Hause und ist in Deutschland aufgewachsen. Meine Eltern dagegen stammen aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Mein Vater ist Deutscher und meine Mutter ist Amerikanerin. Ich wurde in Deutschland geboren und bin in den USA aufgewachsen. Später sind wir nach Stade zurückgegangen. Als Tochter einer Hebamme hatte ich Einsicht in die Uralten Geburtstechniken und für mich war klar, dass ich keine Schmerzmittel und keine Klinik und andere Sachen für die Geburt meines Kindes wollte.

Die Schwangerschaft mit Josefina war schön und unproblematisch. Ich hatte schon die ganze Schwangerschaft über den Wunsch mein Kind in einer Umgebung zur Welt zu bringen, welche nicht klinisch ist. Konstantin war von Anfang an dagegen und wollte mich möglichst schmerzfrei sehen und wollte mich von allen medizinischen Möglichkeiten versorgt sehen.

Während der Schwangerschaft habe ich die kompletten Vorsorgeuntersuchungen bei einer Hebamme über mich ergehen lassen. Ich habe während der kompletten Schwangerschaft nur einige wenige Untersuchungen bei einer Frauenärztin machen lassen.
Wir wussten nicht ob das Kind gesund oder krank war oder gar welches Geschlecht es hatte. Ich hatte mir gewünscht, dass ich während der Schwangerschaft so wenig Schulmedizin wie möglich an dieses Kind heranlasse. Ihr könnt euch ja sicherlich vorstellen, dass Konstantin absolut nicht davon begeister war und das wir deswegen so manchen Kampf hatten.

Am Nachmittag des 7. April 2003 fingen bei mir die Wehen sehr langsam mit einem Ziehen im Unterleib an. Ich habe meine Tätigkeiten ganz normal weitergeführt. Habe die Wohnung aufgeräumt, das Bett gemacht und das Mittagessen und Abendessen vorbereitet. Als gegen Nachmittag die Wehen stärker wurden habe ich mich auf meinen Pezzieball gesetzt und gelesen. Ich habe gegen die Wehen angeatmet.
Am Abend als Konstantin wieder zu Hause war haben wir dann meine Mutter angerufen, welche Hebamme ist. Meine Mutter ist sofort vorbei gekommen. Während meine Mutter ihre Homöopathischen Mittel und ihre Akkupunkturnadeln herausgeholt hat, bin ich durch die Wohnung gegangen und habe gegen die Wehen angeatmet, als plötzlich die Fruchtblase platzte.
Am späten Abend. Meine Mutter hatte mit Konstantin schon vorab den Gebärhocker und das Geburtsseil in unserem Schlafzimmer angebracht. Ich saß in dem Schaukelstuhl in unserem Schlafzimmer mit einer Decke über meinen Beinen und habe gegen die Wehen angeatmet während Konstantin meine Hand gehalten hat. Das hin und her wippen mit dem Schaukelstuhl hat die Wehen zumindest etwas verringert. Irgendwann habe ich mich vor den Pezzieball gekniet und habe meine Arme auf dem Pezzieball verschränkt. Dann bin ich mit dem Ball hin und her gerollt. Es war ein Versuch aber nicht wirklich erfolgreich gegen die Wehen.
Auf Drängen meines Mannes habe ich mich dann auf das Bett gelegt und habe versucht etwas schlaf und Ruhe zu bekommen. Ich war erstaunt dass es funktioniert hat, weil die Wehen relativ kurz hintereinander kamen, und ich ohne Medikamente und nur mit Homöopathischen Mitteln etwas schlafen konnte. Es tat mir gut ein wenig zu ruhen und so konnte ich doch drei Stunden schlafen. Meine Mutter hatte mit Akkupunkturnadeln dafür gesorgt das ich während meines Schlafes die Wehen nicht so doll merken würde und relativ ruhig schlafen würde.
Die Wehen haben dafür gesorgt, dass ich mich etwas bewegt habe und etwas zusammengezuckt bin, aber ansonsten konnte ich relativ ruhig schlafen.
Am frühen Morgen waren die Wehen so heftig dass mir nichts anderes blieb als aktiv gegen diese anzuatmen. Dieses habe ich in unserem Ehebett getan, während ich mich gegen Konstantin gelehnt habe. Irgendwann habe ich mich dann auf die Seite gelegt und Konstantin hat mir den Rücken massiert um mir zu helfen. Meine Mutter hat die Kopfteile unserer Matratzen hochgestellt so dass ich leicht bergauf gelegen habe. Mein Kopf höher als mein Unterleib.
Als es dann besonders heftig wurde, hat meine Mutter sich an meine Füße gestellt und ich habe immer noch auf der Seite gelegen. Sie hat meinen oberen Fuß genommen und mich aufgefordert gegen ihre Hand zu pressen, während Konstantin meine Hand gehalten hat und mir über den Kopf gestreichelt hat und meine Kopf ab und zu geküsst hat. Teilweise hat Konstantin auch hinter mir gesessen und meinen Rücken Massiert.
Genau auf diese Weise wurde am 08.04.2003 um 6:43 Uhr unsere Tochter Josefina mit einem Gewicht von 3265 Gramm geboren. Sie war 51 Zentimeter groß und ich lag knapp 16 Stunden in den Wehen. Sie wurde im Ehebett ihrer Eltern geboren. Sie  hört auf den Namen Josefina Kathryn Ava Madeline Grace M… Sie wurde nach Konstantins Mutter Josephine, seiner Ur-Großmutter Katharina, seiner Großmutter Madeleine, meiner Großmutter Ava und meiner Urgroßmutter Grace benannt.

Helena
« Letzte Änderung: 25. Februar 2012, 19:54:48 von Helena »

 

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