Autor Thema: Hausgeburt Vincent  (Gelesen 2157 mal)

Nellie

  • Gast
Hausgeburt Vincent
« am: 12. Oktober 2015, 22:26:15 »
Irgendwer wollte einen Geburtsbericht von meiner Hausgeburt lesen ;D Ich glaube Deep(?) :D
Ist ja auch egal, hier kommt er jetzt auf alle Fälle. :P

ca. 03:00 Uhr
In der Nacht vom 19.09. auf den 20.09. ist mir die Fruchtblase im Bett geplatzt. War eine ziemliche Sauerei. Die Kinder sind durch meine Putzarbeiten natürlich wach geworden (haben alle in einem Raum geschlafen ;)) und waren ganz aufgeregt als ich ihnen erklärt habe, was passiert ist. Meine Frau hatte Dienst und bekam eine kurze Info-SMS. Da Wehen nicht mal ansatzweise vorhanden waren, Köpfchen fest im Becken und die Kinder nicht mehr schlafen konnten, gab's für alle Saft, Nutella-Toast und eine DVD. War sehr gemütlich nur etwa früh für meinen Geschmack. ;) Wehentätigkeit hatte ich die ganze Zeit gar nicht. Vor dem Blasensprung hatte ich ja ständig welche, aber seitdem nix s-:)

ca. 09:15 Uhr
Ich habe dann trotzdem meine Hebamme und unseren Babysitter informiert. Meine Frau fragte gefühlt alle 30 Minuten nach, ob sich was tut.
Als Kinder-Beschäftigungsprogramm wurde dann Umzugskisten packen auserkoren. Ich hab gepackt, J. und A. haben versucht zu helfen und L. hat die Hälfte wieder ausgepackt. In der Zwischenzeit hat J. vorgeschlagen dem Baby den Zweitnamen 'Lahmarsch' zu geben. Ich habe mich vehement dagegen ausgesprochen!

ca. 11:00 Uhr
Wir drehen eine Runde um den Block. Wieder zuhause merke ich zumindest ein leichtes Ziehen im Rücken. Konnten Wehen sein.

ca. 11:30 Uhr
Ziehen wieder weg. Kind verarscht mich. Ich bin dem Zweitnamenvorschlag von J. nicht mehr ganz abgeneigt.

ca. 12:00 Uhr
Frau hat jetzt Dienstschluss und bekommt die Mittagessenbestellung durchgesagt. Pizza wird gewünscht. Hebamme erkundigt sich, ob das Baby vielleicht schon da ist und ich vergessen hab bescheid zu geben. :P Wir verabreden, dass sie um 13 Uhr vorbei kommt, mal guckt und evtl. ein bisschen an stupst.

ca. 12:30 Uhr
Pizza ist lecker! :P
Da die Kinder echt kribbelig sind, rufen wir die Babysitterin an und lassen sie die Kinder abholen. Egal was passiert: entweder kommt das Baby noch im Laufe des Tages oder ich hätte eh ins KH gemusst.

ca. 13:15 Uhr
Kinder sind weg, Wohnzimmer ist gebärfertig und Muttermund laut Hebamme schon auf 7-8 cm geöffnet. Also quasi wie schon 2 Tage zuvor. Bedeutet einerseits, dass sich nichts getan hat und andererseits, dass mir das Baby mit ein paar kräftigen Wehen quasi auf die Schuhe plumpsen kann. Rosige Aussichten also.
Ich frage meine Frau was sie von "Lahmarsch" als Babyname hält. Sie ist nicht abgeneigt, befürchtet allerdings Probleme mit den deutschen Behörden. Sollte das Kind weiter trödeln, würde uns allerdings jede Zeit der Welt bleiben in ein Land mit laxeren Namensregelungen zu reisen. ;D

ca. 14:00 Uhr
Hebamme ist gerade wieder weg und da fängt es an höllisch weh zu tun. Der Babykopf drückt nach unten, wobei es sich weniger nach einem weichen Köpfchen als nach einer eisernen Streitaxt anfühlt, die da ihren Weg bahnt. Und im Rücken zieht es wieder ordentlich.
Irgendwie peinlich, aber keine 15 Minuten nachdem die Hebamme raus ist, rufen wir sie wieder her :-X ;D Typisch für dieses Kind.

ca. 14:45 Uhr
Ich bin am hecheln. Hebamme hat Übergangsphase diagnostiziert und darum darf noch nicht gepresst werden. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass ich noch vor dem Pressen platze. Die Frage ist nur wo. Kopf, Bauch, unten rum. Irgendwo muss der Druck ja raus. Ich versuche es mit einem entspannenden "Ommmm". Meine Frau fragt mich, ob ich versuche Walgesänge zu imitieren :P

ca. 15:20 Uhr
Yeah Pressen! Das Baby ist ein Sternengucker und hat dazu auch noch beide Arm nach vorne gestreckt. Ich knie in unserem Wohnzimmer und hab zwischen den Presswehen meine Walgesänge wieder aufgenommen. Ommmm. Ommm. Das erste, was ich von meinem Kind erfahre ist, dass es einige dunkle Haare hat. :-* Eine Wehe später ist der Kopf dann auch so weit draußen, dass ich die Haare und die Fingerspitzen schon selber spüren kann. Zwei weitere Wehen und der Kopf ist komplett da. Die Schultern haben sich etwas verklemmt und meine Hebamme musste etwas nachhelfen. Dann flutscht es aber in einem Ruck raus.

15:41 Uhr
Geschafft! Adrenalin pur. Wir schauen uns unser Trödelkind erst mal ganz genau an. Mein Gefühl hat sich bestätigt und es ist wirklich ein Junge. Damit ist die Namensfrage wieder aufgeworfen (ein Mädchenname stand bombenfest) und wir entscheiden uns recht spontan für Vincent. Der stand schon länger immer wieder auf unseren Listen und erfüllt alle Kriterien.
Nach dem Auspulsieren, darf meine Frau die Nabelschnur durchschneiden. Mein Dammriss 2. Grades wird versorgt und anschließend Vincent vermessen.
Seine Zusatzwoche im Bauch hat er gut genutzt. Bei 56cm bringt er ordentliche 4400g auf die Waage ;) Auch der Kopfumfang kann sich sehen lassen mit 37cm. Besonders wenn man noch meint die Hände vors Gesicht halten zu müssen  s-:):P


Wochenbett und Kuschelzeit war leider nur eingeschränkt möglich. Umzug stand an und meine Frau hat bisher keinen Tag Elternurlaub bekommen. :-(
Mein Körper hat mich dann auch gleich "bestraft" mit einem Wochenflussstau und mehreren Milchstaus. Ist aber alles glimpflich ausgegangen.
Vincent ist ein sehr ruhiges und entspanntes Baby und macht es uns recht leicht. Auch seine Geschwister sind ziemlich verliebt in ihn und er lässt ihre Liebesbekundungen tapfer über sich ergehen ;D

Mirjam

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Antw:Hausgeburt Vincent
« Antwort #1 am: 12. Oktober 2015, 23:46:35 »
Ein toller Bericht!  :D :D

Und bezüglich dem Wochenbett und der Kuschelzeit kann ich dich gut verstehen,  wir sind auch umgezogen, da war Simeon nichtmal eine Woche alt und Urlaub für meinen Mann gab's auch nicht...
Genieß die Zeit trotzdem und schon dich!!!




deep_blue

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Antw:Hausgeburt Vincent
« Antwort #2 am: 13. Oktober 2015, 09:19:30 »
Oh, danke schön für den Bericht! :D

Wie Mirjam schon sagt, schone dich so weit wie es irgendwie möglich ist. Wie gut, dass du das mit dem Wochenfluss Stau und Michstau hinbekommen hast. Du weisst aber selbst, hast ja genug Erfahrung, dass das mit dem Milchstau immer wieder kommen kann. Also, schiebe eine ruhige (ruhigere) Kugel... und ich hoffe, dass deine Frau recht schnell mal einige Tage freibekommt, nicht nur, damit du nicht alleine bist, sondern auch, um ihre Kennenlernzeit mit Vincent zu haben. :)

Alles Gute für euch! :)
Manchmal bin ich einfach
ein bisschen Yabby Dabby
Doom Bling Ding Peng Dush.

Aber sonst geht's mir gut!

Honigbluete

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Antw:Hausgeburt Vincent
« Antwort #3 am: 13. Oktober 2015, 09:49:25 »
Schöner Bericht, danke dafür!
Und eine tolle Geburt, auch wenn es gedauert hat. Jakob hatte exakt die glechen Maße, lustig!
Versuch bitte wirklich, dich so gut es eben geht zu schonen. Ich hatte auch einen Wochenflusstau, da musste ich eine Spritze kriegen, damit es wieder fließt. Milchstau auch, aber der war ganz klar psychisch bedingt, nachdem ich ein sehr unerfreuliches Gespräch mit Lukis Schule hatte kurz nach der Geburt... Dank toller Hebamme habe ich das alles aber gut in den Griff bekommen. Die hast du ja offensichtlich auch.
Ich wünsche euch weiter eine schöne Kennlernzeit und vor allem ein bisschen mehr Ruhe!



Nellie

  • Gast
Antw:Hausgeburt Vincent
« Antwort #4 am: 17. Oktober 2015, 00:34:02 »
Mirjam, vierte Kinder scheinen wohl gerne während Umzügen zu kommen ;D

Honigbluete, so eine Spritze hab ich auch bekommen. Danach war es ok. Zum Glück. War bei mir auch ganz klar die Psyche. Ich stehe im Moment einfach noch zu sehr unter Strom.

Dienstag wird unser Großer operiert und das bedeutet für Vincent und mich noch ein paar Nächte auf einer Liege neben seinem Bett (meine Frau bekommt auch dafür kein frei). Aber wenn dann alles gut gelaufen ist, können wir am Wochenende drauf wohl nach Hause und ab dann wird erholt :) Werden wird dann alle auch bitter nötig haben :)

 

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