Autor Thema: Religion  (Gelesen 1034 mal)

guest9783

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Religion
« am: 19. September 2018, 15:11:36 »
Hallo zusammen,

ich habe keinen Vorstellungs-Bereich gefunden, daher komme ich direkt mit meiner Frage.
Mein Sohn ist diesen Monat 9 geworden, wohnt bei seiner Mutter und "ihrer neuen Familie".
Wir haben das gemeinsame Sorgerecht, es kommt leider trotzdem immer wieder zu Reibungspunkten, gerade in der "Umgangspolitik" der Mutter, um die soll es jetzt aber nicht gehen.
Heute wurde ich angerufen, da er jetzt in der dritten Klasse ist und bei den Klassenkameraden dieses Jahr die Kommunion ansteht, will er das natürlich auch.
Ich bin allerdings dagegen, dass er in die katholische Kirche eintritt, da ich kein gutes Bild von der katholischen Kirche habe.
Ich kenne ich mich mit Religion aus, ich bin christlicher als seine katholische Mutter aufgewachsen, bin selbst allerdings nicht (mehr) gläubig.

Es wurde mir angekündigt, sie will durchsetzen, dass er katholisch wird, sie informiert sich jetzt beim Jugendamt, welche Möglichkeiten sie dazu hat.

Gibt es vielleicht Gründe, abseits der Religion, warum es besser für ihn sein könnte, wenn ich das zulasse?
Oder sollte ich bei meiner Meinung bleiben und sie vor meinem Sohn und seiner Mutter vertreten, auch wenn ich dann (mal wieder) der "böse" bin?

Liebe Grüße

Muse

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Antw:Religion
« Antwort #1 am: 19. September 2018, 16:10:20 »
Nur ein Denkanstoß :
Wenn ER will (aus welchen Gründen auch immer) dann würde ich mich meinem Kind nicht in den Weg stellen. Die Gründe mögen die Falschen sein, es können auch die Richtigen sein. Lass deinen Sohn doch die katholische Kirche kennenlernen, wenn er dann erwachsen ist kann er sich doch jederzeit umentscheiden und aus der Kirche austreten.  :) Aber immerhin hat er die Kirche dann selbst kennengelernt und ihm wurde diese Erfahrung nicht von seinem Vater verbaut.
Auch wenn du mit der Kirche nichts am Hut hast, dein Sohn kann das doch anders sehen.


Fliegenpilz

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Antw:Religion
« Antwort #2 am: 19. September 2018, 16:15:36 »
Hallo und Herzlich Willkommen
(... wir sollten hier alle schreiben bevor KoenigRaffzahn den Thread sieht, hihi!)

Erst einmal:
Dein Sohn möchte zur Kommunion gehen!

Daran solltest du dich orientieren, nicht an dem was deine Ex-Partnerin sich wünscht oder was generell ein Problem auf eurer Beziehungsebene ist.

Ich kann verstehen, dass du ein negatives Bild von der katholischen Kirche hast, frage dich aber auch: Was genau wäre schlimm für dich daran, dass er versucht einen Glauben zu finden und diesen mit der Kommunion erst einmal weiter festigt?
Ist er getauft? Das wäre ja eine Voraussetzung für die erste heilige Kommunion, sprich er müsste dies im Vorfeld bzw. in der Zeremonie selbst noch machen lassen - oder aber er ist schon ein Mitglied der katholischen Kirche?
Dann würde ich deine Argumentation ("Ich bin allerdings dagegen, dass er in die katholische Kirche eintritt...") nicht verstehen.

Was spräche genau für dich gegen die Kommunion, außer das du ggf. von der katholischen Kirche selbst nichts hältst?
Geht es dir darum, dass du auf deinem Standpunkt beharren möchtest oder darum, dass dein Sohn lernt sich selbst zu entwickeln?
Hast du Sorge, dass er es nur macht weil seine Freunde es machen ... und selbst wenn: Was wäre daran genau schlimm für dich?
Es ist ja genau betrachtet keine Lebensentscheidung, aus der Kirche kann jeder Zeit wieder ausgetreten werden!

Wir haben zwei Kinder, mein Mann hat keine Konfession, ich bin getauft - ebenso beide Kinder. Unsere große Tochter ist zur Kommunion gegangen, unsere kleine Tochter hat die letzten 1,5 Jahre mit sich gehadert ob sie das möchte. Wir haben ihr diese Entscheidung komplett frei gelassen. Nun hat sie sich dafür entschieden, weiß aber dafür noch nicht ob sie tatsächlich eine Feierlichkeit möchte.
Auch hier überlassen wir es ihr ... einzige Einschränkung: Ich werde nicht eine Woche vorher ad hoc eine Feier auf die Beine stellen.



guest9783

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« Antwort #3 am: 19. September 2018, 16:30:54 »
Danke für die Antworten.

Prinzipiell habe ich nichts gegen Religion und Glaube, das soll jeder halten wie er will.
Es ist die Institution, die mich dabei stört, da sie in einigen Teilen gegensätzlich zu meinen Werten und Moralvorstellungen ist.

Ich habe auch nichts dagegen, dass er eine Religion kennenlernen möchte, ich denke aber es geht dabei um einige Dinge, die nichts mit Religion zu tun haben:
- In Bayern ist man katholisch, das gehört sich so (War schon immer der Standpunkt der Großmutter)
- Er sagt selbst Religion ist eins seiner Lieblingsfächer, aber nur, weil man da nichts lernen müsse und Geschichten erzählt bekommt (er ist was schulisches angeht leider einfach stinkfaul, man muss es so sagen)
- Ich denke, es geht eben darum, dass die anderen ein tolles Fest und tolle Geschenke bekommen
- Es wird wie bei allen Katholiken, die ich kenne: man absolviert die Pflichtbesuche im Gottesdienst, die man dazu braucht und danach geht man nicht mehr hin.

Er ist bislang nicht katholisch getauft, das stünde also noch aus.

Ich habe nicht vor, ihm das zu verbauen, mit 14 Jahren darf er das ja sowieso selbst entscheiden. Ich denke aber nicht, dass es dabei um religiöse Gründe geht.

jewa

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« Antwort #4 am: 19. September 2018, 16:33:02 »
Hallo und herzliche Willkommen!

Schön, dass mal wieder ein Papa hier in den Reihen auftaucht.  ;)

Zu deinem "Problem" mal vorweg, dass man nicht mit der Kommunion in die katholische Kirche eintritt, sondern mit der Taufe und die Taufe wiederum Voraussetzung ist, dass euer Kind überhaupt zur Kommunion gehen kann.
Von daher wäre erst einmal die Frage, ist das Kind schon katholisch oder stünde im Vorfeld auch noch eine Taufe an?

Generell finde ich, dass, wenn das Kind den Wunsch zu diesem Sakrament äußert, man dies auch ernst nehmen soll, 9 jährige Kinder sind ja nun nicht mehr so klein. Und das Argument, dass DU Probleme mit der katholischen Kirche hast solltest du nicht auf euer Kind übertragen. Lass es seine eigenen Erfahrungen machen, so wie du deine eigenen Erfahrungen gesammelt hast.
Probleme daraus dass euer Kind einer Religion angehört oder nicht angehört hat man ja eigentlich nicht, es gibt viele aktive und passive Mitglieder und manchen gehen und kommen wieder und andere nicht. Gezwungen wird man doch zu nichts. Von daher würde ich einem Kind, das diesen Wunsch äußert und wohl auch durch Klassenkameraden und Mutter/Familie getragen wird, nicht widersprechen. Mit welchem logischen Argument willst du denn da womöglich vor einem Jugendamt auftreten? Ich habe meine Meinung, basta? Kommt bestimmt gut an?
Vergibst du dir was, wenn das Kind das Sakrament erhält? Bis zur Firmung kann es sich mit einem eigens gewollten "Ja" zur Kirche immer noch entscheiden und vielleicht auch deinen Weg einschlagen. Und selbst später ist ein Austritt (wie auch ein Wiedereintritt) jederzeit möglich.
Von daher würde ich ihn machen lassen, was er will und das Thema nicht zu einem Machtkampf zwischen dir und deiner Ex auf dem Rücken eures Sohnes ausufern lassen.

Mein Mann ist übrigens auch aus der Kirche ausgetreten (ich nicht und das ist für mich auch keine Option, wobei ich auch einige Jahre "kirchenferne Christin" war), die Kinder sind getauft und er hat sie hinsichtlich Kommunion und Firmung ihren Weg gehen lassen.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen/raten.

LG, Jewa



Das Leben wäre viel einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.

Fliegenpilz

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Antw:Religion
« Antwort #5 am: 19. September 2018, 16:39:50 »
Also - ganz so viel Einfluss kann die Großmutter nicht haben, sonst wäre er schon lange getauft. Und ich garantiere dir: Auch in Bayern gibt es viele, die nicht katholisch sind. Die katholischen Dörfer sind da doch eher partiell und in manchen Gegenden fällt es einfach mehr auf.

Und Religion als Lieblingsfach mit dieser Argumentation finde ich bei einem Kind in diesem Alter gar nicht schlimm - sondern sogar sehr interessant und toll.
Er hört scheinbar gerne zu, er mag Geschichten, er lässt seiner Phantasie dadurch freien Lauf und wenn er nichts lernen muss, dann sind es für ihn angenehme Schulstunden in denen er sich entspannen kann und keinen Druck verspürt.
Lass ihm sein Lieblingsfach!

Wenn es nur um das Fest und die Geschenke geht ... wäre es schlimm für dich?
Ich frage ehrlich!
Mein Mann, wie erwähnt ohne Konfession, sagt heute - immer noch überzeugt keine Konfession zu haben/brauchen - das er es sehr schade fand als Kind nicht zur Kommunion gegangen zu sein. Seine Freunde hatten dadurch eine Aktivität zusammen, haben zusammen etwas erlebt & gemacht. Gemeinsamer Unterricht, einen Ausflug, sie haben in der Schule darüber geredet. Er fühlte sich total außen vor und in wie weit ein Fest und Geschenke gestaltet werden obliegt ja jedem selbst.
Manche bekommen ein Fahrrad, welches so oder so benötigt worden wäre in dem Jahr, manche machen sich einfach einen schönen Tag als Familie mit den Großeltern, andere schmeißen ein riesen Fest. Ich denke, dass es mehr darum geht mal im Mittelpunkt zu stehen, etwas mit zu bestimmen, etwas einzigartiges (Geburtstag ist jedes Jahr ...), ... als um das größte Fest und das teuerste Geschenk.

Braucht es für dich religiöse Gründe?
Manche treten mit 18 Jahren in die Kirche ein, damit sie im Job Vorteile haben.
Manche treten nur in die Kirche ein um offizieller Pate sei zu können oder einen Vorteil zu haben bei der Vergabe von Kindergarten- und Schulplätzen für die eigenen Kinder.

Das die Institution gegen deine Werte und Moralvorstellungen verstösst, wird da wohl das größte Problem sein ... aber da solltest du dir für dich selbst die Frage stellen in wie weit das Einfluss auf euren Sohn hat!?


guest9783

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« Antwort #6 am: 19. September 2018, 18:40:14 »
Wie gesagt, ich lasse ihm sein Lieblingsfach, habe da gar kein Problem damit.
Ich wollte nur verdeutlichen, dass es meiner Meinung nach kein religiöses Interesse ist, was ihn antreibt.
Und ich denke, religiöses Interesse sollte der Grund sein, in eine Religionsgemeinschaft einzutreten, nicht materielles.

Ja, ich gebe zu, ich halte die Mitgliedschaft dort für moralisch falsch, aber würdest du deinen Kindern denn Aktivitäten gestatten, die du für moralisch falsch hälst?
Und deshalb frage ich auch,ich lasse mich gerne überzeugen, aber quasi meine Überzeugung über den Haufen werfen, damit er tolle Geschenke bekommt, ist eben nicht sehr überzeugend.

Wir waren drei Kinder, die keine Kommunion hatten und wir haben nichts verpasst dadurch.

Muse

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« Antwort #7 am: 19. September 2018, 19:17:04 »
Naja, ein Gemeinschaftserlebnis habt ihr auf alle Fälle verpasst.
Die Kommunionsvorbereitung besteht ja nicht nur aus Gottesdiensten sondern die Kinder verbringen viel Zeit in der Großgruppe und in Kleingruppen (Tischgruppen). Da er wohl in Bayern lebt ist davon auszugehen dass die meisten seiner Kumpels auch zur Kommunion gehen und er da dann alleine (?) außen vor stehen würde.
Natürlich hat das Ganze etwas von Gruppenzwang nur verstehe ich einfach nicht warum du dich da so quer stellst. Du lässt ihn ja gar nicht seine eigenen Erfahrungen machen sondern zwängst ihm deine Meinung auf. Das finde ich nun ziemlich fragwürdig.

Fliegenpilz

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« Antwort #8 am: 19. September 2018, 19:28:21 »
Ich sehe das Eintreten in der Kirche nicht als Mitgliedschaft ... aber: Hältst du es für dich persönlich moralisch falsch auf Grund deines Lebens, deiner Interessen, deiner Vorstellungen ... und ist das auch so auf euren Sohn zu übertragen?


Mondlaus

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« Antwort #9 am: 19. September 2018, 20:17:28 »
Habt ihr geteiltes Sorgerecht? Wenn ja kannst du bei Gericht beantragen, dass dir die Entscheidung zur Religionszugehörigkeit alleine Übertragen wird. Du müsstest Nachweisen, dass die Kommunion und der Eintritt in die Kirche dem Kindeswohl widerspricht. Das wird sehr schwer werden.

Das Kind wohnt bei der Mutter in einer katholischen Familie, die die Entscheidung unterstützen. Er geht in den Religionsunterricht (warum eigentlich?) und er will es selbst und nun kein Kleinkind mehr. In seinem Umfeld wäre er ohne Kommunion ein Außenseiter. Du dürftest da kaum Chancen haben. Versuchen kannst du es natürlich. Du hättest das Prozess- und damit Kostenrisiko.

Benötigt die Mutter für die Kommunion deine Zustimmung? Falls ja, kann sie auch gerichtlich durchsetzen, dass die Entscheidung alleine ihr übertragen wird. Ihre Chancen wären, wenn deine Angaben alle stimmen, sehr gut. Wenn du verlierst, würdest du auch hier ggf. die Kosten tragen, wenn die Gegenseite das beantragt.
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guest9783

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« Antwort #10 am: 19. September 2018, 20:53:43 »
Gehört es nicht zur Erziehung dazu, einem Kind die eigenen Werte zu vermitteln?

Er ist zwar kein Kleinkind mehr, aber ich denke trotzdem nicht,dass er das entscheiden kann. Er kann nichtmal sagen,was er zum Abendessen möchte, oder beim Schuhekauf sagen,ob die Schuhe bequem sitzen. Und jetzt soll er über eine Mitgliedschaft in die Kirche entscheiden?

Und ich wehre mich gegen die katholische Kirche, weil ich der Meinung bin, dass sie theologisch gesehen das nicht einhält, was dort gelehrt wird.
Und ethisch gesehen ist die Meinung zum Themen wie Verhütung oder Homosexualität extrem rückständig.
Über die unzähligen Fälle von Kindesmissbrauch, über die die Kirche schützend ihre Hand hält, muss ja nichts sagen?
Deshalb habe ich etwas dagegen.

Mamba

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« Antwort #11 am: 19. September 2018, 20:59:51 »
auf der einen Seite verstehe ich dich und habe auch lange so (extrem?) gedacht.

Aber mittlerweile bin ich da entspannter. Es ist ja nicht so wie ein Tatttoo was man nicht weg bekommt. Wenn er es jetzt selber will, dann lass ihn und wenn er merkt "ne war doch doof" tritt er halt später wieder aus.

Klar staubt er evtl. erstmal Geschenke ab (wenn er es nur deshalb machen sollte), aber wirklichen Schaden verursacht das ja auch nicht.


Wenn Tochter sich demnächst taufen lassen möchte, so darf sie das gern machen. Allerdings würde es dann wohl evangelisch werden so wie es aussieht. Schaunwama :)
lg Mamba

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Tata

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« Antwort #12 am: 19. September 2018, 21:00:20 »
Hallo,
Hast du schon mit deinem Sohn selbst daruber geredet und dir seine Gründe angehört?
Du könntest ihm auch deine Argumente altersgerecht erklären.
Möglichst ohne ihn in einen Loyalitätskinflikt zu bringen, sondern einfach nur als deine Meinung. Er kann ja seine eigene Meinung haben. Er würde sich aber sicher ernst genommen fühlen und du wüsstest, dass er deine Gründe in seine Entscheidung mit einschließt.

Sicher gibt man einem Kind auch seine Werte mit. Das tust du ja, indem du mit ihm darüber redest.
Mitgeben bedeutet aber ja nicht unbedingt, dass das Kind deine Werte auch annimmt. Es kennt sie aber und wird sie bei der Bildung eigener Werte miteinbeziehen.

Für die Kommunion spricht für mich auf jeden Fall auch, dass er sich eingehend mit einem sehr wichtigen Teil der Kultur und Geschichte von großen Teilen der Welt beschäftigt.
Wenn er sich später kritisch mit Religion und Geschichte auseinandersetzten will, ist es sicherlich sehr wertvoll die Argumente und Denkweise religiöser Menschen kennengelernt zu haben.
Die kritischen Impulse bekommt er ja von deiner Seite auch mit. Wenn er (vielleicht auch erst später) Interesse daran hat, könnt ihr euch ja auch weiter darüber unterhalten. Ist ja auch ein sehr spannendes Thema. Zu dem dein Sohn beide Seiten erleben kann.

Grüße Ulli
« Letzte Änderung: 19. September 2018, 21:04:25 von Tata »

Fliegenpilz

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« Antwort #13 am: 19. September 2018, 21:06:58 »
Das ist mir persönlich einfach zu schwammig.

Kannst du ggf. konkretisieren was DEINE Werte sind und wo sie sich nicht vereinen lassen mit der (katholischen) Kirche bzw. in wie weit es deinen Sohn in deinen Augen gefährdet, wenn er ggf. ein aktives Mitglied der örtlichen Gemeinde wird?
Bzw. wo schränkt es die Vermittlung deiner Werte ein?

Ja, die katholische Kirche hat ggf. noch ein sehr stark konservativ geprägtes Bild aus einer lange verstrichenen Zeit und daran angelehnte Vorstellungen, dennoch bin ich absolut der Meinung, dass dies mit dem Pastor steht und fällt.

Zur Verhütung? Du beziehst dich auf Humana Vitae?
Hast du es je gelesen oder beziehst du dich auf die winzigen Passagen, die so ausführlich seit fünfzig Jahren diskutiert werden statt das gesamte Werk zu kennen?
Nur am Rande: Unser "Pillen-Paul" hat sogar eine Verhütung bzw. nannte er es "geordnete Geburtenregelung" befürwortet und das ohne von Enthaltsamkeit zu sprechen sondern ... na, weißt du es?

Homosexualität ist ein großes Thema - und ich danke jedem, der sich bemüht da die römisch-katholische Kirche voran zu bringen. Da gibt es große Organisationen, da gibt es viel Aufklärungsbedarf ... aber es zeigt sich auch, dass die katholische Kirche zwar noch hadert, aber dennoch den Menschen nicht den Zutritt verwehrt und auch in gewissen Situationen (z.B. Seelsorge) den Menschen, egal wen sie lieben, zur Seite stehen.

Über Kindesmissbrauch brauchen wir meiner Meinung nach gar nicht diskutieren. Absolut indiskutabel und nicht entschuldbar. Aber(!!!) ich sehe es nicht als Problem welches einzig die katholische Gemeinschaft betrifft, da wird es generell nur mehr gepusht als in anderen Bereichen (in wie vielen Familien wird es vertuscht? Wie oft geschieht es an Schulen/Internaten? Vereinen? Bei dem netten Nachbarn?).
Kindesmissbrauch ist grausam. Wieso es jedoch bei der katholischen Kirche von der Öffentlichkeit weit aus mehr verurteilt wird als in anderen Organisationen ... das verstehe ich nicht.


guest9783

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« Antwort #14 am: 19. September 2018, 21:11:59 »
Das habe ich vor, aber sowas (wie alles) wird ja immer nur telefonisch geklärt.
Ist er dann bei mir, stimmt er mir in allem zu, ist er mit allem glücklich, und ist meiner Meinung. Auch bei anderen Fragestellungen, die er entscheiden soll.

Ist er zuhause, vertritt er in allem eine grundsätzlich andere Meinung.

Er wählt (verständlicherweise) für sich den Weg des geringsten Widerstandes.
Aber wie gesagt, er kann zu einfachen Dingen seine Meinung nicht äußern, und da soll er sowas entscheiden?
Bisher haben wir noch nie über sowas geredet, es gab das Thema bisher nicht.

Und, weil die Frage aufkam: Er geht in Religionsunterricht, weil es auf dem Dorf keine Alternative in der Grundschule gibt.
Außerdem stört es mich nicht, wenn er etwas über das Thema lernt.
Wie gesagt, mich stört der Verein.



Es widerpsricht meinen Werten, das eine zu predigen und das Gegenteil zu tun
(Habe keine anderen Götter neben mir und mache dir kein Bild, aber bete Heiligenfiguren an - Häufe keine Reichtümer an, sondern helfe Bedürftigen, aber wir verdienen deutlich mehr als wir bräuchten und bauen protzige Kirchen - usw.)

Das mit Paul ist mir bekannt. Aber ist dir auch bekannt, dass seine Nachfolger in die gegensätzliche Richtung arbeiten?

Und vielleicht wird es bei der Kirche noch weniger toleriert als anderwo, da sich das ganze dort hinter dem Deckmantel des Christentums und der Nächstenliebe und man nie von Sanktionen hört?

Fliegenpilz

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« Antwort #15 am: 19. September 2018, 21:17:37 »
Könnt ihr euch gut zusammen an einen Tisch setzen?
Und denkst du, dass er dir zustimmt, deiner Meinung ist und alles gut ist und er glücklich ist, weil es tatsächlich so ist - oder weil er denkt, dass du das von ihm erwartest?
Und denkst du, dass es Zuhause bei seiner Mutter nicht genauso sein wird?
Denkst du, dass sie ihn beredet oder denkst du, dass er einfach den normalen Trennungskindkonflikt durchlebt, dass er es allen Parteien recht machen möchte und er selbst dabei auf der Strecke bleibt?

Denkst du, dass es einfach ist für ihn seine eigene Meinung zu bilden und zu vertreten, wenn er merkt wie uneins ihr euch seid?
Wenn er ggf. sogar ständig das Gefühl hat, dass er es jedem von euch recht machen muss?

Also ... zumindest Papst Franziskus hat genau das vom "Pillen-Paul" vertreten/unterstützt als ich mich zuletzt damit auseinander gesetzt habe.

Das mit der Nächstenliebe in Bezug auf Kindesmissbrauch ist mir persönlich nicht bekannt, darüber habe ich bisher nichts gelesen oder gehört. Dazu würde ich gerne Quellen haben, interessiert mich sehr.


guest9783

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« Antwort #16 am: 19. September 2018, 21:26:29 »
Predigt nicht jede christliche Religion Nächstenliebe? Und dann sowas hinter verschlossenen Türen? Ich meinte damit nicht, dass es damit begründet wird.

Natürlich ist das für ihn schwierig, das ist mir klar.
Es ist aber auch nicht so, dass ich bei jeder Gelegenheit Steine in der Weg lege.
Ich habe z.B. bei der Wahl des Kindergartens, der Schule u.ä. das komplett ihr überlassen, da ich die Einrichtungen vor Ort nicht kenne.

Ich bin nur leider immer der Blöde, der immer nein sagt, da regelmäßig auf unsere Wochenenden irgendwelche coolen Aktivitäten gelegt werden.
Dann muss er mich anrufen und mit mir ausmachen, ob ich es erlaube. (Da das ja seine Entscheidung ist, was er will) Und ich muss dann sagen, er kann da nicht hin, weil der Umgang wichtiger ist und ich das Wochenende nicht verschieben kann (arbeite zwei Wochenenden im Monat).
Und ich z.B. nicht einsehe, am Samstag insgesamt 6 Stunden Auto zu fahren, damit er mit dem Turnverein auf einen Spielplatz gehen kann oder ne halbe Stunde kicken.
Ist er bei mir ist alles super und toll und kein Problem und er will gar nicht gehen.
Ist er zuhause sind alle anderen Sachen wichtiger.

Prinzipiell sind die einzigen Entscheidungen, bei denen ich mich wirklich querstelle diese Frage und die Frage damals, ob ich zustimme, dass mein Sohn den Nachnamen ihres neuen Mannes annimmt.

Ich habe mir schon überlegt, ein Buch über Religionen zu kaufen (Da gibt es ja so ne Sachbücherreihe für Kinder) und ihm das mal anzubieten. Dann zeigt sich, ob er Interesse an Religion hat. Ich bin der Meinung, er wird es nicht lesen, weil das zu anstrengend ist.

KoenigRaffzahn

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« Antwort #17 am: 20. September 2018, 22:53:02 »
Hallo und Herzlich Willkommen
(... wir sollten hier alle schreiben bevor KoenigRaffzahn den Thread sieht, hihi!)



 s-party s-pc ich wurde gerufen? ein religionsthread der nicht von mir kommt, frechheit! ich les dann mal schnell!
mfg die welt liegt uns zu füßen denn wir stehen drauf wir gehen drauf für ein leben voller schall und rauch bevor wir falln falln wir lieber auf

KoenigRaffzahn

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« Antwort #18 am: 20. September 2018, 22:57:10 »
mit 14 darf dein kind ohne dein einverständnis sowieso religionstechnisch machen was es möchte.  :P
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Zita78

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« Antwort #19 am: 21. September 2018, 07:31:15 »
Meine Kids werde ich jetzt auch zur Kommunion anmelden. Und ja, auch von denen kam "wir haben gehört, man bekommt Geschenke?!?"
Religiöse Motivation - klar, wäre ideal, aber ganz ehrlich, dann müsste man es wie bei den evangelischen mit 15/16 machen. Mit 8 oder 9 kann man das doch gar nicht überblicken.
Meine Kinder gehen auf eine katholische Schule und insofern werden wohl fast alle Kinder zur Kommunion gehen.

Bei uns früher stand es nicht zur Diskussion, ob man geht - "das macht man halt so". Zur Kirche mussten wir sowieso jeden Sonntag (mache ich mit meinen Kindern nicht. Wir werden die Sorte "man geht vor der Kommunion weil man muss und danach nie wieder"). Und ehrlich: ja, ich fand das weiße Kleid toll und die Geschenke auch. Aber die Gruppenabende waren auch wirklich schön.
Mein Mann ist skeptisch, hat seine Geschenke damals aber auch nicht zurückgegeben  s-:)

KoenigRaffzahn

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« Antwort #20 am: 21. September 2018, 11:31:44 »
hahahaha, man geht weil die kleider so schön sind und die geschenke super, bingo.

kopfschüttel

aber vielleicht besser als fanatiker, ne auch nicht besser, nur anders
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Mamba

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« Antwort #21 am: 21. September 2018, 12:06:36 »
die Frage ist doch, ob es wirklich so viel Sinn macht, sich mit Händen und Füßen gegen etwas zu wehren, was nun mal nicht weh tut.

Wenn die Kinder einfach nur nicht auffallen wollen und das tun, was alle machen, wieso nicht?

Solange die Kinder keine Meinung dazu haben/hatten, habe ich das für sie erledigt, daher sind sie nicht getauft. Wenn sie dem "Verein" beitreten wollen dürfen sie das, man muss ja erstmal wissen, auf was man sich einlässt.

Probieren gehört zum Leben dazu und das dürfen sie auch, wie sie auch alles andere, was nicht gesundheitlich gefährdend ist. Wenn es am Ende doof ist, tritt man halt wieder aus?

Ich bin da (mittlerweile  :afro: ) entspannter
lg Mamba

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Nipa

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« Antwort #22 am: 21. September 2018, 16:37:55 »
So ganz kann ich Dein Problem nicht nachvollziehen, denn ich finde das eine schliesst das andere doch nicht aus. Er kann das doch machen, wenn es ihm - aus welchen Gründen auch immer - wichtig ist. Und Du kannst mit ihm sprechen und sagen warum Du es nicht möchtest. Du kannst sogar daran teilnehmen, weil Du dem grundsätzlichen „einen Segen durch Gott“ zustimmen kannst, und musst ja auch nicht in die Kirche eintreten.

Ich habe bei solchen Themen immer Bedenken, dass durch ein radikales Ablehnen eher ein radikales „will aber“ provoziert wird. Ist doch gar nicht nötig. Und spätestens nach dem ersten Gehaltsscheck hat es sich erledigt, wenn es nicht aus eigenem echten Glauben heraus getragen wird..



KoenigRaffzahn

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« Antwort #23 am: 23. September 2018, 17:30:35 »

Wenn die Kinder einfach nur nicht auffallen wollen und das tun, was alle machen, wieso nicht?


Ich bin da (mittlerweile  :afro: ) entspannter

jo, super argument, damit sie nicht auffallen und das machen wollen weil es alle tun, das ist für mich kein argument.

@gehalts check, jo, wenn sie austreten wollen aus dem verein müssen sie hingehen, und gebühren dafür zahlen, das sie austreten dürfen.  s-:) s-:) macht ja arbeit, deswegen dafür zahlen, fürs eintreten müssen sie keine gebühr zahlen, eintreten macht dem verein auch arbeit ... jaja

naja, wenn das kind in der lage ist sich tatsächlich eine eigene meinung zu bilden, ok, aber wie gesagt mit 14 dürfen sie das ja selbst entscheiden, dazu sind sie dann reif genug, oder liegt es daran das einige mit 15 bereits ins berufsleben starten und steuern zahlen können an den verein?

in anderen punkten dürfen sie mit 14 auch noch nicht komplett allein entscheiden, warum denn in dem punkt? hust  s-:)
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Nipa

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« Antwort #24 am: 23. September 2018, 18:30:49 »
@raffzahn: er entscheidet ja eben nicht allein sondern es gibt eins von zwei Elternteilen dass mit ihm dafür stimmt.



 

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