Autor Thema: Bauchweh und Freundschaften  (Gelesen 1310 mal)

WäreHätte

  • Neugeborenes
  • *
  • Beiträge: 11
  • erziehung-online
Bauchweh und Freundschaften
« am: 15. Februar 2016, 13:10:47 »
Hallo,

meine Tochter Sarah ist jetzt 7 Jahre alt (wird im April acht) und geht in die 2. Klasse.
In der Schule ist sie recht gut (mit rechnen, lesen, schreiben usw.), liebt ihre Lehrerinnen und ihre Schule. Aber fast jeden Morgen klagt sie über Bauchschmerzen, manchmal auch daß sie nicht in die Schule will und lieber bei mir bleiben möchte. Ich nehm sie dann in den Arm und versuche sie zu trösten und sage ihr auch daß selbst wenn sie bei mir bleiben würde ich gar keine Zeit für sie hätte weil ich arbeiten muß. Wenn ich sie dann Nachmittags von der Schule abhole (geht von 8-16 Uhr) und ich sie frage wie es war kommt meistens ein "schöööön". Sie hat ein paar Freundinnen, zu Treffen ausserhalb der Schulzeit kommt es aber nur sehr selten. Manchmal kommt es auch mal zu kleinen Streitigkeiten, ist aber immer schnell wieder Friede. Letzte Woche hat sie mir (wieder mal) erzählt daß ihre Freundin ihr was geklaut hat (war diesmal ein Radiergummi). Da hat es mir gereicht und als ich Sarah Freitag zur Schule brachte, zufällig das Mädchen sah und diese zur Rede stellte sagte sie daß Sarah es ihr geschenkt hätte und als ich Sarah darauf ansprach stimmt sie ihrer Freundin zu und ich stand ziemlich blöd da. Als ich Nachmittags nach der Schule nochmal mit Sarah sprach hat sie sich nicht groß dazu geäußert. Sarah ist ein total lieber Mensch mit einem sehr guten Sozialverhalten, ist aber auch wahnsinnig sensibel (weint wohl auch manchmal in der Schule wenn sie von einem der bösen Jungs geärgert wird) und scheint auch in der Schule recht unsicher zu sein (sie hat mir erzählt daß sie nicht gerne vorliest weil sie dann alle so doof anglotzen würden). Sie hatte es zu Anfang der Schulzeit etwas schwerer weil sie niemanden an der Schule kannte (schließt aber zum Glück schnell Freundschaften) und weil sie einen Tick hat (wenn sie überlegt oder sich was einfallen läßt verdreht sie die Augen bis nurnoch das Weiße zu sehen ist und die Lider flattern total schnell, geschieht unbewußt, ist immer nur ganz kurz und man kann eigentlich nichts dagegen tun ausser darauf hoffen daß es irgendwann von alleine wieder weggeht). Ich möchte ihr gerne helfen daß sie selbstsicherer und gelassener wird und sich nicht mehr so viel gefallen läßt (dann verschwinden vielleicht auch die Bauchschmerzen), aber ich weiß im Moment nicht so recht wie ich das anstellen soll.
Es gibt keine perfekten Menschen, nur perfekte Absichten.

hallihallo

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 1052
  • erziehung-online
    • Mail
Antw:Bauchweh und Freundschaften
« Antwort #1 am: 15. Februar 2016, 17:13:23 »
Was hast du denn für Erwartungen an deine Tochter? Kinder versuchen oft den Erwartungen der Eltern zu entsprechen und zu gefallen. Da kommt dann auch ein "schöööön", obwohl es gar nicht schön war.

Ist sie eine der Jüngsten in der Klasse? Hast du schon das Gespräch mit den Lehrern gesucht? Ist ihnen etwas aufgefallen?
Mag sie von sich aus keinen Spielbesuch einladen? Hat sie ausserschulische Kontakte bzw Aktivitäten?
(obwohl.....sie hat ja schon ewig lang Schule die Maus  :-\)

Diese Bauchwehgeschichten sind so vollumfänglich und können ihre Ursachen überall und nirgends (was ich in eurem Fall nicht glaube) haben.
Warum,  meinst du, hat sie dich angeflunkert mit dem klauen?

Und warum ist es ein Tick mti dem Augenflattern, "der hoffentlich bald aufhört"? Das würde ich entweder als etwas ganz besonderes herausstellen (ihr Motor läuft auf Hochtouren, deswegen braucht das Gehirn Kühlung  ;D) oder eben als was völlig normales und nicht weiter thematisieren. Wenn das in der Klasse ein Thema ist, dann würde ich die Lehrer bitten, dort erklärend einzuwirken und ggf. einzugreifen.

Ach mir fällt noch sooo viel ein.....


WäreHätte

  • Neugeborenes
  • *
  • Beiträge: 11
  • erziehung-online
Antw:Bauchweh und Freundschaften
« Antwort #2 am: 16. Februar 2016, 09:26:13 »
Vielen Dank für Deine Antwort  :)

Das "schööön" kommt in verschiedenen Tonlagen, freudig, neutral und bedrückt. Meist kommt dann noch ein Kommentar hintendran. Gestern klang es als wäre jemand gestorben, da war sie traurig weil in der Pause niemand mit ihr spielen wollte. (Haben wir eh alle ein bißchen dringehongen weil`s Sonntag leider ein bißchen spät geworden ist.) Aber normalerweise sagt sie es gleich wenn Schule doof war. Sie weiß daß sie mit uns über alles sprechen kann und wir versuchen ihr dann auch gute Ratschläge zu geben.
Ich hab auch manchmal das Gefühl daß in ihrem Kopf die Erwartungen von ihren Eltern viel höher sind als sie wirklich sind. Manchmal wenn sie zickig drauf ist und ihr ein Mißgeschick passiert verlangt sie bestraft zu werden und ist dann übertrieben streng mit sich selbst. Wirkliche Strafen gibt es bei uns eh nicht, sie muß höchstens die Konsequenzen für ihr Handeln tragen (z.B. Abends kein Nachtisch wenn sie zu arg beim essen trödelt).
Vielleicht hatte sie ja Angst wir schimpfen sie wenn sie sagt daß sie die Sachen verschenkt hat. Manchmal habe ich auch das Gefühl daß sie sich damit ihre Freundinnen erkaufen will. Ich habe versucht mit ihr zu reden, weiß aber auch nicht genau inwieweit es bei ihr angekommen ist.

Vor Kurzem war Elterngespräch. Da wurde eigentlich nur bemängelt daß sie manchmal unaufmerksam und nicht bei der Sache ist (vor sich hinträumt) und manchmal alles zu sehr verniedlicht wird und sie sich selbst klein macht.
Sie liebt Monster High über alles und ich habe manchmal das Gefühl daß sie zu sehr in dieser Welt drinnesteckt, ich weiß aber auch nicht wieviel da normal ist und denke mir halt auch daß es ihr über diese Phantasiewelt leichter fällt Sachen aus dem Alltag zu verarbeiten.
Vom Alter her liegt sie ziemlich in der Mitte (sie wird jetzt im April acht Jahre alt). In dem Alter wird ja wahnsinnig auf`s Alter geschaut. Wenn wir irgendwo auf einem Spielplatz sind und sie spielt dort zum ersten Mal mit einem anderen Kind weiß sie den Namen nicht, aber das Alter.
Bei den außerschulischen Treffen bisher habe ich schon das Gefühl daß die eher von den anderen Kindern ausgingen, weiß es aber nicht ganz genau. Sonstige Aktivitäten hat sie keine (also Vereine oder so), wäre meiner Meinung nach zuviel. Wenn ich sie um 16 Uhr von der Schule abhole ist sie meist relativ gut gelaunt, aber man merkt schnell daß sie dann auch nicht mehr belastbar ist. Zum Glück sind die Hausaufgaben dann schon fertig...

Das mit dem blinzeln war wohl am Anfang ein Problem, da hat sie sich drüber aufgeregt daß sie ausgelacht oder nachgeäfft wurde. Sie hat zum Glück eine gute Lehrerin die da ziemlich schnell Ruhe reingebracht hat und mittlerweile haben sich wohl alle daran gewöhnt. Aber das mit der Gehirnkühlung find ich cool  :thumbsup:  Zuhause gehen wir meist nicht weiter drauf ein, kann höchstens sein wenn es mal zu arg ist daß wir sie dann Blinzelbienchen nennen.

Vielleicht mach ich mich auch zu verrückt, aber man macht sich halt immer Sorgen um sein Küken...



Es gibt keine perfekten Menschen, nur perfekte Absichten.

 

NACH OBEN
Kontakt Impressum Datenschutzerklärung