Autor Thema: Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben  (Gelesen 6649 mal)

Wuestenblume

  • Gast
Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« am: 03. Juli 2012, 12:33:56 »
Hallo alle Zusammen,
ich möchte hier mal in die Runde fragen, ob dieses Verhalten eines 12-jährigen normal ist.

Er hat am Samstag Geburtstag und soll aus diesem Grunde noch sein Zimmer aufräumen, damit sich die Kinder dort versammeln können, bevor es dann richtig los geht. Auf die Bitte hin antwortet er mit "Nein". Auf die Androhung, daß man dann den Geburtstag nicht feiern könne, kommt nur "dann halt nicht". Zu Gesprächen ist er nicht bereit und ich bin fast so weit, diesen Geburtstag komplett zu canceln.

Ist das die richtige Konsequenz? Ich bin hier ziemlich ratlos.  :-\
Vielen Dank für zahlreiche Antworten.

zuz

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4392
  • '07 und '10
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #1 am: 03. Juli 2012, 13:56:09 »
Also die Antwort wird Dir jetzt nicht so gefallen, fürchte ich...: Zimmer ist in dem Alter fast so was wie Identität. Jugendliche (und das ist er mit 12) drücken ihr Wesen, das sie ja gerade erst dabei sind zu finden, u.a. über die Gestaltung des Zimmers aus. Und da es bei Teenies leider oft recht chaotisch im Innern aussieht, macht sich das dann auch im Zimmer bemerkbar. Von daher sollte man das Chaos so weit wie möglich tolerieren.
Klingt erstmal blöd, was? ;)
Ich würde versuchen, nicht so sehr auf Konfrontation zu gehen, sondern mich mal mit ihm zusammensetzen und die Party in Ruhe planen. Ihn fragen, was er sich denn so vorstellt und das dann mal durchspielen. Sicher will er seine Gäste ja irgendwie bewirten. Dann frag ihn, wo das stattfinden soll - bei Dir im Wozi/Esszi schon mal nicht (das ist DEINE Grenze, auf die Du natürlich auch ein REcht hast). Also bei ihm. Wo sollen die Leute sitzen? Würde er sich als Gast in seinem Zimmer wohl fühlen? Wo können sie ihre Getränke abstellen? Usw. Also wichtig ist, das als offenen Dialog mit offenem Ausgang zu führen. Nicht zynisch werden (sollen die hier zwischen Deinen ollen Socken sitzen?!), sondern einfach indirekt auf mögliche Unannehmlichkeiten aufmerksam machen, also die Socken gar nicht ansprechen, er ist ja nicht doof, er sieht das dann schon. Kann sein, dass er trotzdem nicht aufräumt, das sollte dann auch ok sein. Aber er wird dennoch ein gewisses Gespür dafür bekommen, dass vielleicht nicht nur seine eigene Sichtweise zählt, sondern dass seine Freunde das evtl. anders wahrnehmen könnten.
Auf die Art bleibt Ihr im Gespräch, Du verlierst nicht den Draht zu ihm, er merkt, dass Du ihn ernst nimmst und er auf Dich bauen kann. Viel, viel mehr, als wenn Du ihm mit harten Konsequenzen drohst und ihn damit eher wie einen 3-Jährigen behandelst. Und dieses Vertrauen, das Du damit aufbaust, ist letztlich viel mehr wert als ein aufgeräumtes Zimmer.

Ansonsten hilft wohl nur gelassen bleiben und auf die 1. Freundin hoffen. Spätestens DA wird es ihm peinlich werden ;)


~Netti~

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 54028
  • Pflichtbewußte Chaos-Moderateuse
    • Mail
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #2 am: 03. Juli 2012, 14:37:45 »
Mein Sohn wird auch 12 und ja, manchmal gibt er mir auch so dämliche Antworten.  s-:)

Meistens geht er dann aber doch nochmal in sich und wir können paar Minuten später vernünftig miteinander reden.

Ich finde deine Konsequenz nicht so ganz richtig, muss ich persönlich sagen. Kommt drauf an wie schlimm das Zimmer nun ausschaut, aber ich würde versuchen einen Kompromiss einzugehen. Er muss dir etwas entgegen kommen und du verlangst nicht, dass er komplett alles pikobello aufräumen muss. Die Kinder haben eine andere Auffassung von ordnung als wir.  s-:) :P Und ganz ehrlich, er muss sich doch schämen für ein Schweinezimmer.
Meine 17-jährige Tochter saß schon gelegentlich mit der Freundin in der Küche, weil man das Zimmer nicht betreten konnte (weil es sonst peinlich gewesen wäre) und schwupps auf einmal konnte sie dann schnell aufräumen, damit man das nächste Mal wieder ungestört oben im Zimmer sitzen konnte, wenn die Freundin kam.  :P

Die Party absagen würde ich jetzt wegen einem Aufräum-Disput nicht.

Wuestenblume

  • Gast
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #3 am: 03. Juli 2012, 15:57:35 »
also erst einmal vielen Dank... ich bin auch eigentlich gar nicht so streng, was sein Zimmer betrifft. Er muss sich ja wohl fühlen, aber er hat mich so auf die Palme getrieben, daß ich ihm erst mal mit dieser Konsequenz gedroht habe. Ich werde heute noch mal mit ihm in Ruhe sprechen und mal nachhören, was da los ist. Vielleicht bedrückt ihn auch was. Und wenn wir in Ruhe gesprochen haben, dann kommt vielleicht der wahre Grund raus.
Manchmal ist man wirklich überfordert und dann reagiert man halt mit überzogenen Erwartungen. Aber gut, daß man sich mit anderen auf diesem Forum austauschen kann... vielen vielen Dank. :D

~Netti~

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 54028
  • Pflichtbewußte Chaos-Moderateuse
    • Mail
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #4 am: 03. Juli 2012, 17:03:25 »
oh das kann ich verstehen. mütter (väter) sind eben auch nur menschen  ;)

meine große tochter (fast 20) hat seit einer woche eine eigene wohnung. vorher - ich schwöre - sah es in ihrem zimmer hier gelegentlich echt schlimm aus. sie hat zwar immer wieder komplett aufgeräumt zwischendrin, aber dann sah es dennoch immer mal wieder echt wild aus. in ihrer wohnung ist sie der pingeligste pingel, den es gibt. da ist alles wie geschleckt.  s-:) :P

es besteht also hoffnung bei unseren anderen kindern  ;) ;D

Wuestenblume

  • Gast
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #5 am: 04. Juli 2012, 10:38:20 »
Liebe Netti, das hört sich doch wirklich gut an und ich kann nur hoffen, daß sich das bei ihm auch wieder legt... es ist halt für alle Beteiligten manchmal schwierig... komischerweise hinterlässt er z. B. das Badezimmer ziemlich sauber, wenn er gebadet hat und es vorher von Klamotten und Handtüchern auf dem Boden nur so wimmelt...
Ich werde die Hoffnung auf jeden Fall nicht aufgeben...  ;) Liebe Grüße Regina

zuz

  • Mama
  • *****
  • Beiträge: 4392
  • '07 und '10
Antw:Sohn - fast 12 - kennt nur Nehmen und nicht Geben
« Antwort #6 am: 04. Juli 2012, 13:00:03 »
Auf die Palme getrieben kann ich auch gut nachvollziehen. Da lässt man sich auch manchmal hinreißen (das geht mir ja jetzt schon so).
Dann viel Glück fürs 2. Gespräch! :)

 

NACH OBEN
amicella
Kontakt Impressum Datenschutzerklärung