Autor Thema: Sohn verweigert sich bei allem Neuen  (Gelesen 711 mal)

Anirei

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Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« am: 22. Januar 2018, 16:50:10 »
Mein Sohn wird im März 5 Jahre. Leider verweigert er sich vielen neuen Dingen gegenüber. Schuhe kaufen ist ein Alptraum. Kinderturnen um Vorfeld nur Theater. Dachte weil er grob motorisch immer nachhängt wäre es gut für ihn. Aufs Klo gehen Katastrophe - er hat nun kurz vor Weihnachten beide Geschäfte auf dem Klo erledigt. Wenn ich abends versuche ihn ohne Windel ins Bett zu bringen, wird er aggressiv. Früher hat er viel geschlagen, das haben wir mittlerweile ganz gut „weg“bekommen (viel reden, manchmal festhalten bis er sich weinend fallen lies und selbst gar nicht wusste was los war)
Er kann sich nicht lange konzentrieren, ist sehr hibbelig, unruhig, ganz tiefe Frustrationsgrenze. Da fliegt das Legoauto schon mal wenn der Stein nicht daran passt wo er will. Feinmotorischen Fähigkeiten sind super.
Andere Kinder ziehen ihn auch nir sehr schwer mit, an einem ganz guten Tag. Lieder, Tänze, Spiele werden verweigert.

Nun sollte er eigentlich im Frühsommer einen schwimmkurs belegen hab schon keine Lust mehr drauf 😔 bekomme ihn nicht motiviert und alles sein lassen ist doch auch keine Lösung, oder?

Viele sagen mir zur Beruhigung die Zeit kommt. Aber soll er alles mit Kindern zusammen die alle jünger sind?
« Letzte Änderung: 22. Januar 2018, 16:55:30 von Anirei »

Pedi

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #1 am: 22. Januar 2018, 19:36:56 »
Was sagt denn der Kindergarten dazu?
 




*Unser Sternenmädchen wurde am 24.02.14 in der 19. SSW still geboren.Wir werden dich nicht vergessen!


Anirei

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #2 am: 24. Januar 2018, 21:20:42 »
„Manche Kinder wären so“, „ er braucht noch etwas Zeit“, ich habe aber das Gefühl das er so viel schönes verpasst. Er soll ja bei irgendeiner Gelegenheit auch Freunde finden können...
« Letzte Änderung: 24. Januar 2018, 21:50:05 von Anirei »

Tata

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #3 am: 25. Januar 2018, 18:51:07 »
Hallo,
mit 5 Jahren ist ja auch die Schule nicht mehr allzu fern. Hast du schon mit dem Kinderarzt gesprochen?
Bei der Tochter einer Freundin haben alle immer gesagt: "Ja, ja, nicht so schlimm" bis dann als es um die Anmeldung in der Schule ging, der neue Kindergarten (der vorher auch nie was gesagt hatte) sie quasi als "Problemkind" angegeben hat. Deshalb und weil sie sich bei der Schuluntersuchung geweigert hat mitzumachen, konnte sie dann nicht auf die Wunschschule. Inzwischen macht sie sowas wie Ergo. Die Therapeutin meinte, man hätte schon viel früher vor der Schule was machen können/sollen. Das ganze kam aber eben erst durch einen neuen Kinderarzt und diesen späten Kommentar des Kindergartens ins Rollen. Die Familie hätte sich schon viel früher sowas gewünscht, aber es wurde immer abgewiegelt.
Das Mädchen ist jetzt allerdings auch sehr glücklich an der Schule, die es dann geworden ist und hat auch Freunde dort. An ihren Baustellen arbeitet sie dann eben jetzt, das ist zwar nicht so toll für den Schulstart, aber es läuft auch. Es ist also trotz allem nicht das Horrorszenario, nach dem es hier bestimmt erstmal klingt.

Das muss ja bei euch nicht so laufen. Es ist ja auch gut möglich, dass es sich wirklich verwächst. Vielleicht beruhigt es euch aber auch einfach, wenn ihr es abklären lasst. Wenn die Eltern weniger Druck verspüren, bringt das den Kindern ja auch oft schon viel.

Grüße Ulli

Anirei

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #4 am: 25. Januar 2018, 21:02:06 »
Wir waren mit einem halben Jahr bei der Baby-Physiotherapie(Schiefhals). Er war sehr groß und schwer (57/4700g) bei der Geburt. Und hatte viel Stress.  Die Dame hatte ein tolles Gefühl für Babys. Sie sagte mir damals schon, dass er sehr sensibel ist. Sie sagte, dass er auf Grund der Größe für motorische Dinge eine länger bräuchte (drehen,krabbeln,laufen) Bei der letzten U war er ein Muster Bube, alles toll mitgemacht sogar den Sehtest. Dieser war auffällig und daher sind wir einmal im Jahr bei der sehschule - alles gut geklappt. Seine „neue“ Brille war kein Problem - ich nehme an das er gemerkt hat dass er viel besser gucken kann. Ich hatte das Problem damals schon geschildert, weil er da do viel geschlagen hat. Man sagte mir, dass er Schwierigkeiten hat seine Gefühle einzuordnen und zu benennen (obwohl er gut spricht und auch einen guten Woetschatz hat). Daran haben wir sehr gearbeitet und es hat speziell mich, viel Kraft gekostet. Die Einschulung sitzt mir im Nacken. Ich denke es würde ihm auch nicht helfen ein Jahr zu Hause zu bleiben. Im Mai haben wir den Termin für die nächste U ich werde wieder fragen ob wir ergo bekommen. Einen anderen Kinderarzt ist schwer wohne auf dem Land da hat man nicht so große Auswahl 😕

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #5 am: 30. Januar 2018, 12:28:43 »
Ich würde den Kinderarzt mal auf das Thema "Asperger", bzw. generell Autismus ansprechen...


"Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, leuchten zu lassen" (Nelson Mandela)

Anirei

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #6 am: 30. Januar 2018, 13:24:11 »
Ich habe mal gegoogelt...
Auf einer Seite wurde ein Autismus-Quotient-Test für Kinder angeboten. Laut diesem Test liegt er bei 117 von 150 Punkten und das sagt aus, dass „eine Diagnose aus dem Autismus-Spektrum wahrscheinlich ist“.
Wo kann man soetwas denn richtig testen lassen? Habe etwas Angst beim Kinderarzt wieder hingehalten zu werden, hin leider nicht so hartnäckig. Und mein Partner möchten davon nichts wissen („sein Kind ist ganz normal“). Institutionen die darauf spezialisiert sind sind vielleicht etwas feinfühliger...
« Letzte Änderung: 30. Januar 2018, 13:30:50 von Anirei »

jewa

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #7 am: 30. Januar 2018, 13:43:50 »
Einen möglichen Autismus diagnostizieren zu lassen ist gar nicht so einfach, dazu werden auch ausführlich Elternhaus und "Umgebung" (Schule, Kiga) befragt.
Bevor du also "die Pferde scheu machst" empfehle ich wirklich dich mit dem Kindergarten und eurem Kinderarzt (ggf. einen anderen suchen, viele Eltern mit auffälligen Kindern haben einen Zweit-Kinderarzt) auszutauschen.

Dann kannst du euch immer noch in ein SPZ (Sozialpädriatisches Zentrum, meist bei Unikliniken in Großstädten) überweisen lassen. Dort sitzen Fachkräfte die euch (egal in welche Richtung) betreuen und begleiten.
Nur vorab gleich die Info, einen Termin kurzfristig zu bekommen ist unwahrscheinlich, stell dich auf mehrere Monate Wartezeit für die Erstvorstellung ein (wenn du flexibel und mobil bist, hast du vielleicht Glück und du kriegst einen Termin wenn jemand anderes absagt, dann heißt es aber angerufen zu werden und ggf. gleich oder am nächsten/übernächsten Tag anzureisen).

Erstmal aber wirklich vor Ort mit den Leuten (Kiga und Kia) reden und nicht das "Pferd von hinten aufzäumen".

Wenn du noch Fragen hast, gerne.


Das Leben wäre viel einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.

hallihallo

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #8 am: 31. Januar 2018, 21:48:59 »
Du könntest dir ja jetzt schon einen Termin geben lassen im spz.

Honigbluete

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Antw:Sohn verweigert sich bei allem Neuen
« Antwort #9 am: 13. Februar 2018, 08:28:40 »
Oder du wendest dich an ein Autismus-Therapie-Zentrum. Darüber kann man auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen betroffener Eltern finden, das hilft uns sehr. Wartezeiten sind lang, das ist aber überall so...
Oder direkt zu einer KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrische) -Praxis, die spezialisiert ist auf die Diagnostik von ASS... Ich meine, da kann man auch ohne Überweisung hin.
Ansonsten gebe ich natürlich Jewa recht, erstmal in der Umgebung nachhaken. Aber aus eigener Erfahrung weiss ich mittlerweile, dass auch auf Fachleute nicht immer Verlass ist... Wir haben in knapp 5 Jahren 3 Diagnostiken durchlaufen, bis wir endlich die richtige Diagnose (ADS) hatten und helfen konnten, in der 4. kam dann noch die Diagnose Asperger dazu... Ich sehe viele Parallelen zu unserem Großen und kann dich nur ermutigen, dich auf dein Gefühl zu verlassen und Hilfe zu suchen. Sehr niederschwellig ist die Erziehungsberatung, da kannst du dich mit deinen Sorgen hinwenden und bekommst schon mal praktische Hilfen für euren Alltag. Unterstützung, wie du mit deinem Kind umgehen kannst etc.
Alles Gute dir und wenn du weitere Fragen hast, gerne auch per PN!




 

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