Autor Thema: Mein Sohn und meine Sorgen  (Gelesen 1808 mal)

weltenwanderin

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Mein Sohn und meine Sorgen
« am: 03. Juni 2017, 14:21:34 »
Hallo.
Ich hab im Vorstellungsthread schon geschrieben.
Es geht um meinen Sohn, er wird Anfang August drei Jahre alt.
Langsam verzweifle ich wirklich und überlege schon, ob ich mir nicht Hilfe von außen holen soll...
Mein Sohn ist schon seit langer Zeit schwierig. Er war bis zu seinem zweiten Lebensjahr eigentlich ein fröhliches Kind.
Er geht seit fast einem Jahr in den Kindergarten und ist dort relativ zufrieden und laut Erzieherin nicht auffällig.
Zuhause ist er dermaßen unausstehlich, dass ich einfach nicht mehr weiß, was ich tun soll.
Es gibt derzeit so viele "Baustellen" und ich bekomme immer sofort Angst, dass irgendwas nicht normal ist. :(

Seit ca. April versuche ich, dass er trocken wird. Es klappte eine Woche lang ziemlich gut. Er sagte mir immer, wenn er klein musste. Sein großes Geschäft allerdings machte er immer in den Schlüpfer. Nun geht er ja in die Kita und dort trägt er seine Windel, sobald er Zuhause ist, mache ich sie ab. Das ist aber meist erst gegen halb fünf. Inzwischen muss ich ihn immer "zwingen" a là "geh mal gerade probieren, ob du musst, dann kannst du weiterspielen". Er sagt von sich aus meist nichts mehr. Ich weiß nicht, wie ich das Thema in Angriff nehmen soll und finde, dass er im Gegensatz zu meiner Großen, die mit 2 1/2 tags trocken war, sehr spät ist, oder?

Die andere Sache ist seine Unzufriedenheit und das ständige Heulen. Heute ist ein super Beispiel. Er wird wach, fragt mich nach etwas, ich sage nein und er macht Theater ohne Ende. Dann schicke ich ihn ins Zimmer, er beruhigt sich, kommt wieder her und fragt mich genau dasselbe, weswegen es vorher Theater gab, erneut und es geht von vorne los. Dieses Beispiel kann ich auf ganz viele andere Situationen im Alltag übertragen.
Gestern sind wir mit dem Fahrrad die Große vom Turnen abholen gefahren.. Wir kommen an eine Ampel (vorher war alles gut), ich drücke, aber er wollte unbedingt drücken, was er natürlich erst sagt, als es schon zu spät war. Da hat er im Sitz die halbe Fahrt geweint, weil er drücken wollte. Kompromisse a là "du drückst dann auf dem Rückweg", ziehen nicht. Er kommt dann aus seiner Heulrage sehr sehr schwer wieder raus. Kaum sind wir an der Turnhalle, sage ich ihm, wir warten aber hier draußen. Da stellt er sich vor die Tür und brüllt "oh man, ich kriege die Tür nicht auf". Damm weiter... "ich will nicht den Helm wieder aufsetzen. ", "Nein, aber Elena (große Schwester) soll hinter uns fahren", "neeein, du sollst auf der Straße/auf dem Bürgersteig bla bla bla fahren"

Es ist ein ständiger Kampf derzeit. 75% des Tages ist nur Geschrei und Bockerei und ich weiß nicht mehr, was ich tun soll. Es ist so anstrengend! Ich versuche wirklich, konsequent zu sein. Ich lass ihn damit nicht durch, ignoriere dann auch das Theater wegen jedem Kram, oder ich nehme ihn zu mir und versuche zu reden. Aber nichts macht es besser!!!

Ich habe das Gefühl, komplett versagt zu haben... Das paradoxe, ich arbeite als Erzieherin. Müsste spielend damit umgehen können, aber ich beiße mir die Zähne aus.

Habt ihr Tipps für mich? Ich wäre dankbar für alles... Denn ich kann nicht mehr. Die Wochenenden sind im Moment ein Graus für mich, weil der Tag sooo lang ist und mein Sohn einfach so viel weint.
In der Kita ist er sehr selten so unzufrieden. Geweint wird nur, wenn er sich wehtut (angeblich). Ich kann es ja echt kaum glauben, weil er Zuhause so anders ist.

Was noch hinzu kommt, er kann sich Zuhause überhaupt nicht beschäftigen. Wenn ich vorschlage, etwas zu spielen (Eisenbahn, Puzzle etc.), dann klappt das ein paar Minuten, aber hält auf Dauer nicht. Er spielt nie alleine in seinem Zimmer. Ständig fragt er nach Fernsehen (was ich sehr reduziere auf ca. 1h, eben auch abhängig davon, wie lange wir überhaupt drin sind. Sind wir den ganzen Tag draußen, geht's direkt ins Bett.. ). Aber er diskutiert immer wegen diesem blöden scheiß Teil.


Es tut mir leid, dass es alles so lang geworden ist... ich wünsche mir, dass es jemand liest und mir antwortet und bedanke mich schonmal sehr!

Liebe Grüße

moonlight21

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #1 am: 03. Juni 2017, 14:41:20 »
Ich habe gerade leider keine Zeit dir eine super lange Antwort zu schreiben, aber beim Lesen musste ich schmunzeln. Mein D. wird Ende Oktober 3 und ist haar genau wie dein Sohn  :D Es ist verdammt anstrengend, aber die Kleinen testen nur ....




Binus

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #2 am: 03. Juni 2017, 19:59:37 »
Hier auch so!  ;D
Fast drei Jahre alt, und momentan etwas...nun ja...unausgeglichen.  S:D Ich dachte schon, bei diesem Kind komme ich mühelos durch die sogenannte "Trotzphase", aber nein. Auch hier, in der Kita alles fein, kein Ausflippen, so wie wir es von zu Hause kennen. Ist ja typisch.

Empfehlung (und momentan auf der Bestsellerliste): "Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn"


weltenwanderin

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #3 am: 04. Juni 2017, 09:02:07 »
Danke für eure Antworten.
Es ist gut zu wissen, dass ich mit meinem Terrorzwerg anscheinend nicht alleine bin!
Ich weiß nur einfach nicht mehr, wie ich damit umgehen soll/kann/muss, da es derzeit einfach täglich mehrfach vorkommt.
Und es ist sooo anstrengend! :(

Sira82

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #4 am: 04. Juni 2017, 09:23:37 »
Erstmal vorneweg: Er entscheidet wann er trocken wird. Nicht du. Mädchen sind bei sowas oft schneller. Freu dich, dass deine Tochter da eher fix war und dann vergiss es. Er ist er. Er ist nicht mal 3. Er muss noch nicht trocken sein.

Zum Rest: Vielleicht bekommst du mehr Entspannung rein, wenn du ihn "ernster" nimmst. Frag ihn, lass ihn mitbestimmen. Wenn er gerne an der Ampel drückt. Biete es ihm an, nimm dich zurück. Falls möglich, lass ihn entscheiden, ob ihr vor oder in der Turnhalle wartet.

Er ist fast 3. Er will auch groß sein. In der Kita wird ihm wahrscheinlich in vielen Dingen mehr zugetraut. Er fühlt sich "größer", daher dort keine Probleme.ä

Wähle deine Kämpfe weise, gib ab und zu nach und nimm dir das Recht bei den wirklich wichtigen Dingen eisern zu sein.

Mein kleiner Bestimmer wird im August 5. Und mit der Methode klappt es oft noch heute. Auf dem Heimweg möchte sie noch kurz schaukeln. Mein Bauch sagt nein, weil ich heim will und noch kochen muss. Ich lass sie dann kurz schaukeln und komm 2 min später heim. Ohne Geschrei, Theater, Gemotze und Gebocke.
Mein Vorteil ist natürlich, dass sie mein 1. Kind ist. Wenn das will, dass Mama und Oma mit ihr hintereinander auf der Bordsteinkante balancieren, in von ihr bestimmter Reihenfolge, dann geht das.

Drück dich feste, du schaffst das!



hallihallo

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #5 am: 04. Juni 2017, 21:37:32 »
Sira hat das schön beschrieben. Du musst nicht jeden Kampf kämpfen. Was vergibst du dir denn, wenn du dich entschuldigst, weil DU zu voreilig warst und die Ampel gedrückt hast ? Nix...außer das dein Sohn merkt, dass du ihn ernst nimmst. Es gibt soviele Dinge, die er doch jetzt auch kann oder auch können möchte. Wir haben uns in der Trotzphase auch erst ziemlich aufgerieben (ich bin auch konsequent..und stur dazu). Dann habe ich mir überlegt, wie das wäre, wenn ich so behandelt werden würde (also einfach immer die Tür aufmachen, nix darf man selber wirklich bestimmen, immer wenn man etwas möchte heißt es NEIN, etc..). Das ist schon ziemlich doof. Dann haben wir den Schalter umgelegt...."möchtest du die Tür aufmachen, oder soll ich?" "Ich verstehe das, dass du den Teddy gerne hättest. Der ist wirklich süß. Aber leider können wir ihn nicht mitnehmen, weil .....". Und siehe da......die Lage hat sich zu 95 % beruhigt.

Und bezüglich der Windel....frag ihn doch selber, ob er sie noch möchte oder nicht. Gerade in deinem Job müßtest du das doch wissen, dass es ganz von alleine kommt.

GiGi

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #6 am: 04. Juni 2017, 22:07:30 »
Zum Thema "Trockenwerden" finde ich diesen Artikel immer wieder empfehlenswert: http://www.familienhandbuch.de/babys-kinder/entwicklung/kleinkind/sauberkeitserziehung/DieEntwicklungderKontrolleueberBlaseundDarm.php

Ansonsten schliesse ich mich Sira an - lass ihm ein bisschen mehr Raum.
Großes geliebtes Kind *11.2007
Kleines geliebtes Kind *02.2011

LadySunshine

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #7 am: 05. Juni 2017, 15:34:58 »
Unser Sohn ist haargenau so S:D Und er wird im Juli 5 S:D S:D
Drücken auf die Ampel, oh das kenne ich ;D Und da hilft bei uns wirklich nichts mehr, auch kein Schuldeingeständnis meinerseits s-:)
Du bist nicht alleine! Ich kann dir auch den Tipp geben, auch mal nachzugeben. Ich versuche nun immer, erst genau nachzudenken, ob ich es ihm auch erlauben kann, was er gerade will und komme dann halt auch mal leicht zu spät. Und bei anderen Dingen bin ich eisern und stehe das Geheule irgendwie durch :P

Zum Trockenwerden: meine Tochter wurde kurz vorm 3.Geburtstag trocken, mein Sohn kurz vorm 4.Geburtstag! Ich wurde auch schon leicht ungeduldig, mit fast 4 noch Pampers... Aber dann kam die Zeit doch noch und er war sogar relativ schnell sicher trocken. Gib ihm die Zeit, die hat er auch! :)
Ich wusste nicht, dass mein Herz so lieben kann

Maira 23.07.2010
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Tini

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #8 am: 06. Juni 2017, 09:28:01 »
Unser Kleiner wird Anfang Juli 3 und ist im Kindergarten auch ausgeglichener als zuhause. Er wird dort einfach mehr gefordert und kann sich austoben. Wir versuchen auch viel mit ihm zu machen, aber das reicht scheinbar nicht.

Was das Trocken werden betrifft würde ich auch locker lassen und keinen Druck machen. Meine große Tochter war erst mit 3,5 trocken und bis sie knapp 5 war, ist nachts immer mal wieder was daneben gegangen. Ich war damals auch etwas beunruhigt, aber der Kinderarzt meinte, das ist nicht weiter bedenklich. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Mein Kleiner macht noch gar keine Anstalten, trocken zu werden und ich lasse ihm da auch alle Zeit der Welt.

Ansonsten hilft wohl nur Geduld, um gut durch die Trotzphase zu kommen. Machtkämpfe vermeiden wir so gut es geht und versuchen, wenig zu reglementieren. Das funktioniert ganz gut und entspannt so manche Situation.
She *7/2006
He   *7/2014

Napolitana

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #9 am: 06. Juni 2017, 09:51:07 »
Hallo!

Ich hab gerade leider nicht so viel Zeit intensiver zu antworten, wollte aber auf jeden Fall einen Kommentar dalassen.
Isabella ist jetzt gerade 4 geworden und vor einem Jahr war ich wegen ihr ungelogen kurz vorm Nervenzusammenbruch. Es gab nur noch Gebrüll. Sie hat mich zur Weißglut getrieben und auch bei uns war das Trockenwerden ein Thema. Ich dachte jetzt ist sie 3, jetzt muss es doch endlich mal klappen mit dem Trockenwerden. Und letztendlich war das auch ein ständiges Reizthema zwischen uns. Versuch es gut sein zu lassen. Ich weiß es ist sehr schwer. Ich habe es auch nicht wirklich gekonnt. Er wird trocken werden. Ganz sicher.
Und generell: Es ist alles nur eine Phase. Kannst Du schauen, dass Du irgendwie zwischendurch zur Ruhe kommst? Bei uns war auch meine Anspannung ein Problem. Wir sind dann in den Urlaub gefahren für 1 Woche und danach war es schon deutlich besser auszuhalten für mich und der Rest hat sich alleine ergeben. Im Moment haben wir ein super Verhältnis, ich hätte mir das vor 1 Jahr nicht träumen lassen, dass es mit ihr mal so schön werden könnte.
Halte durch! Alles nur ein Phase… nur eine Phase….. ooooooohhhmmmm
Am Ende ist alles gut!
Und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht zu Ende!






maike1

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #10 am: 21. Juli 2017, 10:40:03 »
Ich würde mich nicht so stressen mit dem trocken werden! Schließlich macht jedes Kind das in seinem Tempo und erzwingen kann man ohnehin nichts!

juju18

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Antw:Mein Sohn und meine Sorgen
« Antwort #11 am: 26. Juli 2017, 00:15:52 »
Huhu,
Mein Sohn ist jetzt Jahre alt und ich hatte diese Phase auch durch mit ihm. Und es geht vorbei.. ich habe es geschafft in dem ich versucht habe liebevoll kosequent zu sein.
Erst mal zum Thema trocken werden: ich War da auch sehr versteift drauf am anfang, das er unbedingt trocken werden muss, aber das ist falsch. Er endscheidet es selber. Mein Sohn hat sich ständig in die Hosen gemacht, bis die windelnwieder dran War, aber als er 3 geworden ist hatte er von ganz alleine gesagt heute will er sie nicht anhaben und Ich sagte ok .. und es hat 3 Tage gedauert und ich muss sagen er War in 3 Tagen Tagsüber und sogar nachts trocken. Weil er es selber endschieden hat.
Das Thema mit der Ampel oder im Fahrstuhl Knopf drücken hatte ich auch, dann habe ich einfach immer schon vorher zu mein kleine gesagt das er gleich drücken kann. So habe ich kein Theater gehabt...
Mein Sohn hatte zb immer ein Bock im laden gehabt aber sich  in hin geschmissen , naja bis er das mal gesehen hat das sich ein kleines Kind hingeschmissen hat, mein kleiner hatte es ca vor paar Monaten das erste mal gemacht in einem Riesen einkaufsladen  :o. Da habe ich echt doof geguckt . Es ging tatsächlich um eine Suppe im Suppen Gang  :D naja aber wie mein mann so ist hatte er sich gleich neben mein Sohn geschmissen ( peinlich ohne ende für mich gewesen ) mit den Beinen getreten und dezent geschriehen , mein Sohn ist aufgestanden guckte mein mann an und sagte ; Papa du bist peinlich und lief zu mir, seit dem ist das nicht einmal mehr vorgekommen. Aber ihr könnt euch vorstellen wie die Leute geguckt haben aber es hat gesessen.
Geh auf das weinen  ich immer zu sehr ein , ich denke dein kleiner hat gemerkt das er mit seinem weinen einfach weiter kommt.

Mein Sohn ist Grade wieder in einer trotzphase und die ist mal wieder schlimm aber da geht es um andere Sachen. Bin wieder am suchen nach Lösungen.

Ich finde es einfach richtig immer liebevoll zu sein weil die Kids das alles nicht mit Absicht machen, es gehört einfach zu einer gesunden endwicklung dazu und um so konsequenter man ist um so schnell geht es weg.
Ich wünsche dir viel Erfolg und starke Nerven

 

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