Autor Thema: Kindergarten unterstellt Störung  (Gelesen 908 mal)

Cg26031981

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Kindergarten unterstellt Störung
« am: 19. Februar 2018, 22:26:45 »
Hallo,
da ich neu im Forum bin, stelle ich mich kurz vor.
Ich bin 36, glücklich verheiratet und war bis vor kurzem voll berufstätig. Unser Sohn wird im Mai 4. Seit August letzten Jahres geht er in den Kindergarten, erst Vollzeit (40 Stunden) aber inzwischen so kurz wie ich es eben ermöglichen kann.

Unser Sohn hat sich aus unsere Sich recht normal entwickelt, abgesehen davon, dass er sehr spät gesprochen hat und wir deswegen im seinen zweiten Geburtstag herum auch beim KiA nachfragen. Der sagte er sein halt sprechfaul bot uns aber eine Überweisung zur Logopädie an, die er aber unter drei für nicht soooo sinnvoll halten würde.  Die ersten zwei Jahre war mein Mann in Elternzeit. Vom zweiten Lebensjahr bis August letzten Jahres war er in einer Tagesbetreuung mit 2  Betreuerinnen und insgesamt 9 Kinder, davon 3 in seinem Alter
Mit der Sprechfaulheit haben wir uns fatalerweise arrangiert. Etwas dass wir nun komplett abgeschafft haben, wir reagieren nicht mehr auf ein Wort Fragen wie "Wasser". Er muss ganze Sätze sagen und das tut er inzwischen auch, jedenfalls zuhause.

Im August begann der Kindergarten, bereits nach der Eingewöhnung sagte uns die Gruppenleiterin, wir müssten seine Ohren untersuchen lassen, er würde offensichtlich nicht gut hören. Hörtest beim Ohrenarzt bestanden! Dann hieß es im Flur beim abhoken: "kann er denn richtig gucken? Es sieht manchmal aus, als würde er schielen!" Augenarzt, alles super. Obwohl er sprachbedingt nicht so richtig mitgemacht hat, war klar, dass seine Augen einwandfrei funktionieren. Im September also nach ca. 6 Wochen offizielles Elterngespräch. Einen Tag vor dem Termin sagte die Gruppenleiterin, diesmal beim Bringen wirklich im Vorbeigehen, als ich ihr mitteilte, der Augenarzt habe nix feststellen können ganz lapidar :"Er hat ne auditive Wahrnehmungsstörung"  und ließ mich stehen.

Ich musste das googeln, verfiel in Panik und bekam über Beziehungen kurzfristig einen Termin in der Pädaudiologie. Alles o.B. Mit einem guten Hinweis. Er hat eine Muskelschwäche der Mundmuskulatur, dadurch einen fehlenden Mundschluss und braucht Logopädie. Die auch bereits eine Woche später begann.  Wir beobachteten bald Fortschritte. Klarere Aussprache neue Wörter mehr zweiwortsätze auch drei Wörter am Stück wurden mehr.
Wir entspannten uns etwas. Anfang Januar, als ich meinen Sohn von der Logo abholte auf rial der Hinweis ob wir mit unserem Sohn  mal im SPZ vorstellig werden wollten, da die Fortschritte so gering seien.... Wir sollten mal drüber nachdenken (ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht mal, was das ist, aber da ich auch vorher von der Pädaudiologie noch nie gehört hatte kam es darauf schon nicht mehr an). Im Januar, exakt einen Tag nach Ablauf der Anmeldefrist für einen anderen Kindergarten dann das Elterngespräch Nummer 3. Das wurde seitens des Kindergartens verlegt und war eigentlich eine Woche früher vorgesehen!

Diesmal die Gruppenleiterin (und Motopädin, darauf besteht sie) und der Ergotherapeut (keine Ahnung warum der da war!)

Sie dürften ja keine Diagnosen stellen, aber ihrer Meinung nach läge im besten Fall nur eine Verzögerung vor aber im für Sie wahrscheinlicheren Fall eine globale Entwicklungsstörung wir mögen bitte umgehend eine ausführliche Entwicklungsdiagnostik im SPZ beantragen... Ich war wir geschlagen. Dann waren sie auf einmal sehr mitfühlend und fragten, wie es uns denn damit ging geht usw.... Da dass mit den Terminen so lange dauern würde empfehlen sie uns jetzt schonmal einen Inklusionsplatz zu beantragen. Dann könne die Logopädie vor Ort ebenso wie die nötige Ergotherapie direkt begonnen werden blablabla

Ich bin  gerade noch rechtzeitig aus dem KiGa bevor ich wirklich zusammengebrochen bin.

Wir bekamen ein Schreiben mit, für den Kinderarzt...

Da stand aber nur Wischiwaschi drin. Kein Auge zugemacht und am nächsten Tag mit dem Schreiben zum Kinderarzt.

Der hat den Kindergarten ausgelacht. Er sieht keinerlei Anhaltspunkte für einen Inklusionsplatz. Wir sollen natürlich trotzdem ins SPZ. ABER "machen Sie sich um Himmelswillen keine Sorgen" Ihr Sohn ist ganz sicher nicht vermindert intelligent und das einzige was er aufholen muss ist die Sprache!

Dann kam die Wut, als bei mir. Ich fühle mich nicht betreut sondern terrorisiert. Wir haben keinen Antrag auf Inklusion gestellt!

Aber das Gespräch mit der Logopädin gesucht.... Oh, Überraschung. Als wir sagten, wir haben einen SPZ Termin im März sagte sie: das ging ja schnell da wird sich xx (Vorname der Gruppenleiterin meines Sohnes) aber freuen, wenn jetzt Bewegung reinkommt. Sie versprach ins Unterstützung beim Antragstellen!

Dann fand ich jeraus: Diese Logopädin ist auch diejenige, die in unserem KiGa betreut. Und die Beste Freundin besagter Gruppenleiterin....  Ich weiß nicht warum, aber das hinterlässt bei mir ein wirklich unangenehmes Gefühl!

Seither hole ich meinen Sohn so früh es geht ab, habe auf Teilzeit umgestellt und werde wohl demnächst auf der Arbeit "ersetzt" was mir aber im Moment egal ist.

Ich hole meinen Sohn so früh wie möglich und sehe jeden Tag Fortschritte! Er spricht von sich aus einiges undeutlich aber doch signifikant mehr!

Mein Gefühl ist folgendes : Die Gruppenleiterin hat sich auf mein Kind "eingeschossen" und dadurch, dass sie ihn ganz platt ausgedrückt sowieso für doof hält, behandelt sie ihn auch so. Mein Sohn wiederum hat sich in dieser für ihn ja bequemen Kindergartenwelt in der er gar nicht gefordert wird faul eingerichtet....

Ist sowas möglich? Oder bon ich so blind?

Er spielt gerne alleine, er puzzelt (40+) er klettert tobt und ist gerne im Wasser. Weil er mehr als 20 Minuten alleine spielt gilt er als "unsozial", wenn er sich auf etwas konzentriert, reagiert er nicht immer sofort auf seinen Namen. Er beherrscht aber das Alphabet und die Zahlen bis 15, liest jedes Autokennzeichen vor und kann alle Farben erkennen und benennen....

Ich bin inzwischen wirklich verzweifelt.... Hat irgend jemand einen Rat oder kennt eine solche Situation?

Liebe Grüße Caro

Milli

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #1 am: 20. Februar 2018, 06:36:01 »
Mir hat die kigaleitung mein Kind mit Behinderung einreden wollen( sein kleiner Finger ist Steif), damit wir einen heilpädagogen beantragen. Dieser hätte bei genügend Kindern mit Bedarf die Kiga Gruppe ganztägig unterstützt. Nachdem sie bei uns kein Erfolg hatte, hat sie sich ein anderes Opfer gesucht. Und zum Logopäden hat sie uns auch geschickt. Der hat nach einiger Zeit die Therapie ruhen lassen, weil mein Sohn altersgerecht gesprochen hat. Im  ganzen hat die Kigaleitung solange auf mich eingeredet, das ich ihre Ansagen zuerst geglaubt habe. Nach einigen Gesprächen mit dem KiA, logopäden und anderen ist mit klar geworden, das mein Sohn ein ganz normaler Junge ist  :). Und das die Dame einfach nur jemanden sucht, der den heilpädagogen bezahlt ;)

Cg26031981

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #2 am: 20. Februar 2018, 06:52:10 »
Hallo,

danke für die schnelle Antwort.
Ich glaube sowas ähnliches kommt hier auch zusammen....
Ich habe noch nicht ein positives Wort über meinen Sohn gehört.
Auch fühle ich mich ständig stehengelassen
Gleich kommt noch das Gespräch mit der Logopädin, bei der ich feststellen muss, ob sie meinen Sohn überhaupt weiter therapiert oder ob sie tatsächlich einen Konflikt wegen ihrer engen Zusammenarbeit mit dem KiGa hat.
Ich glaube schon, dass mein Sohn hier und da nicht auf dem Stand der "anderen" Kinder im gleichen Alter ist. Aber er ist kein Designer Kind, was von Geburt an von einer Frühfördermaßnahme zur anderen geschleppt wurde.
Gefühlt, spinnen alle um mich herum. Er spricht definitiv nicht altersgemäß, aber das ist in meinen Augen das Kernproblem.

Lg

jewa

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #3 am: 20. Februar 2018, 07:24:38 »
Erstmal hallo und herzlich willkommen hier bei uns!  s-druecken :-*

Wow, da habt ihr ja auch schon so einiges mitgemacht und seid auf sehr sensible Menschen gestoßen. Das tut mir leid.

Deine Frage kennt das wer, kann ich mit ja beantworten. Mit gewissen Parallelen und trotzdem war der Kindergarten letztendlich die Institution die uns über die Frühförderstelle in die richtige Richtung schubste, während der Kia das Kind weiterhin als "(sprech-)faul" abgetan hätte.

Was ich dir als "Leidensgenossin" rate würde, schau mal ob es bei euch auch eine Frühförderstelle oder so etwas gibt bzw. geh im März (ist ja bald) ins SPZ. Und mach dir wirklich keinen allzugroßen Kopf, wenn du das Fortschritte siehst bist du bestimmt nicht nur "rosarote Brille verliebt in dein Kind und betriebsblind".
Und überleg ob du Kindergarten oder zumindest die Logopädie wechseln kannst, dieses "Gemauschel" geht meines Erachtens gar nicht.
Für den Mundschluss und die ganze Mund-/Zungenmotorik gibt es Therapien nach Zollinger und Padovan, mach dich da mal schlau und such dir einen Logopäden der das kann/macht (wenn du willst und mir deine Wohnregion, gerne per PN verrätst, kann ich unsere Logopädin mal fragen, die bildet hier aus und weiß bestimmt wer das bei euch anbietet oder wohin man eine Anfrage richten kann. Bin heute Nachmittag bei ihr, oder halt nächste Woche).
Wenn du noch weitere Fragen hast, gerne!  :-*

Ich wünsche euch alles Gute und nicht verzweifeln.

LG, Jewa


Das Leben wäre viel einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.
Es wäre nur nicht mein Leben.

moonlight21

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #4 am: 20. Februar 2018, 09:34:41 »
Hallo und willkommen,

die Gruppenleiterin scheint sich ja echt auf euren Sohn eingeschossen zu haben  :(

Ich habe da leider nicht ganz so viel Erfahrung, aber bei meinem Sohn in der Kita heißt es momentan, dass er in vielen Bereichen nicht richtig entwickelt ist weil er u.a. in der Kita nur 20 Minuten alleine spielt  ;) eventuell sollte ich bei uns in der Kita mal Bescheid geben, dass wenn es länger wäre, er unsozial wäre  ;D

Ich würde an deiner Stelle als erstes die Logopädin wechseln. Zum einem, weil ich dieses Zugespiele von Therapien und Diagnosen nur weil man mit jemanden befreundet ist, nicht ab kann aber auch zum anderen um noch einmal eine neutrale Meinung zu erhalten.

Alles Gute :=)



Cg26031981

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #5 am: 01. April 2018, 19:54:58 »
Hallo nochmal,

die ersten Termine im SPZ sind gelaufen und welche Überraschung, statt Antworten gibt es neue Untersuchungen. Zusätzlich zu den 4 Standardterminen gibt es jetzt noch 2 mal Logo und 2 mal Ergo und ein EEG. Da man im SPZ nicht willens war, mir eine Begründung zu geben, habe ich erneut den KiA aufgesucht. Der seinerseits vermutet hinter dem EEG nur eine Absicherungsuntersuchung und bleibt zuversichtlich. Seit ca 2 Wochen haben wir zuhause ein Kind, dass keine zwei Minuten am Stück den Mund hält 🤗🤗🤗🤗 als hätte man einen Schalter umgelegt. Für Außenstehende ist einiges unverständlich, aber ich verstehe inzwischen jedes Wort.
🙂


Arbeitstechnisch wurde ich ersetzt, was mir aber herzlich egal ist.

Kündigungsfrist wurde eingehalten. Andere Gründe vorgeschoben aber das kriegen wir alles hin. Jans Verhalten verbesserte sich zunehmend mit weniger Kindergarten und mehr bzw anderen Aktivitäten zuhause. Mitlerweile fängt er an Fragen zu stellen. Ich bin erleichtert und werde weiter berichten.

Liebe Grüße

Pico

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Antw:Kindergarten unterstellt Störung
« Antwort #6 am: 01. April 2018, 21:15:39 »
Beim SPZ würde ich mir auch keine sorgen machen... die Termine könnte ich mir vorstellen um ein ganzheitliches Bild zu bekommen von deinem Sohn...
Nimm ein Kind an die Hand und lass dich von ihm führen. Betrachte die Steine, die es aufhebt und höre zu, was es dir erzählt. Zur Belohnung zeigt es dir eine Welt, die du längst vergessen hast.



 

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