Autor Thema: Hilfe Vorschule  (Gelesen 4865 mal)

zuz

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Hilfe Vorschule
« am: 28. September 2011, 11:12:05 »
Huhu,

bin grad etwas entsetzt über unseren Kiga und wollte mal Eure Meinung hören, bzw., wie das bei Euch ist.
Vorweg 2 Sachen: 1. bei uns sind die Anforderungen in der GS ungewöhnlich hoch - z.B. wird erwartet(!), dass die Kinder schon die Buchstaben können (nicht nur ihren Namen). 2. Allgemein bin ich mit dem Kiga sehr zufrieden.
So. Bisher war es so: Mittelkinder 1x/Woche Vorschule, Vorschulkinder jeden Tag, jeweils während der Mittagspause. Die anderen Tage sollten die Mittelkinder mittags eine Stunde ausruhen. Ich fand das immer gut so und glaube auch, dass meine Maus diese Ruhephase braucht. Sie schläft nicht, aber sie braucht die Zeit, um den Tag zu verarbeiten, zu träumen, runterzukommen etc.
Gut. Jetzt ist es plötzlich so, dass auch die Mittelkinder jeden Tag Vorschule haben während der Mittagszeit. Ich habe das erst gestern erfahren beim Elternabend, das wurde vorher so nicht kommuniziert. Ich habe aber einige Veränderungen festgestellt, die ich im Nachhinein darauf zurückführe: Sie braucht mehr Schlaf, ist nervöser und träumt/trödelt (noch) mehr als sonst.
Ich bin ehrlich gesagt entsetzt, dass schon 4-Jährige jeden Tag eine Stunde Vorschule haben sollen. Ich glaube einfach eben auch, dass diese Stunde zum Vor-sich-hin-träumen fehlt.
Auch die Themen sind teilweise krass: Da werden die Bundesländer mit ihren Besonderheiten durchgenommen, z.B. Manches ist ok, z.B. Blätter im Herbst, Jahreszeiten. Aber es wurde z.B. auch die Wilde 13 angeschaut (der komplette Film, aufgeteilt auf mehrere Tage). Meine Maus als eine, die fast nie TV schaut, und wenn, dann kurze Maus-Episoden oder sowas, hat das sicher völlig überfordert.
Das Dumme ist, dass sie mir nur sehr wenig vom Kiga erzählt und es schwer ist, herauszufinden, ob ihr die Vorschule nun Spaß macht oder zu anstrengend ist. Wenn man sie fragt, kommen keine eindeutigen Antworten.
Wir überlegen nun, was wir machen sollen. Einen Tag wird sie unabhängig davon in Zukunft eh früher abgeholt werden (aus anderen Gründen). Die anderen Tage hätten wir die Möglichkeit, zu sagen, sie soll z.B. nur 2x in die Vorschule und ansonsten in die Mittagsruhe. Wie seht Ihr das? Was würdet Ihr machen?
Ach ja, die anderen Eltern sehen das in der Mehrheit entspannter als ich. Bin ich zu überängstlich? Erdet mich mal ;)

Bettina

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« Antwort #1 am: 28. September 2011, 11:29:10 »
 Das musste ich jetzt erstmal sacken lassen!

Ist ganz schön viel was die Kleinen da wuppen müssen finde ich. Mittagspause ist Mittagspause und die sollten alle Kinder haben. Das ist schonmal meine grundlegende Meinung. Und von den Themen her klingt das mehr nach Schule als Vorschule und die Erwartungen sind ja ganz schön .... umfangreich.

Quinn ist ja nun 5 und ein Vorschulkind und die machen 2x pro Woche vormittags mit den Vorschulkindern etwas. Spielerisch und nicht so sehr auf Wissen und Leistung abgezielt, sondern eher auf Ausbildung der Fähigkeiten, die sie für die Schule brauchen. Klar lernen sie auch die Zahlen kennen und die Buchstaben, aber (zumindest wie ich das mitbekommen habe bisher) nicht mit dem Vorsatz, dass alle Kinder zum Schulstart alle kennen und schreiben können müssen. Es geht da mehr um sich konzentrieren können, Feinmotorik, Stifthaltung, still sitzen, auch mal Anforderungen erfüllen, wenn ihnen nicht gerade so sehr danach ist. Also in Kleinigkeiten zumindest.

Für diese Vorschularbeit werden die Vorschulkinder von zwei Gruppen jeweils zusammengefasst (die werden dann auch zusammen eingeschult in eine Klasse) und arbeiten mit zwei Erzieherinnen und der Rest der beiden Gruppen (die Minis) machen zusammen Mini-Arbeit, basteln etwas oder so.

Ich finde das völlig ausreichend und wenn ich mir vorstelle meine Kinder müssten/sollten Mittags nach dem Essen (wo doch eh alle Menschen eher nen Tief haben) sich konzentrieren auf Bundesländer und Filme und dann noch über mehrere Tage aufgeteilt. Also mein Großer wäre damit kolossal überfordert den Inhalt eines solchen Filmes zu erfassen. Der wüsste nach ner Stunde nicht mehr, was da war  s-:).

Ich hätte glaube ich grundsätzlich ein Problem mit der Handhabung der Vorschularbeit bei euch in der Einrichtung  :P!
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sunny

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« Antwort #2 am: 28. September 2011, 11:50:26 »
Hallo

Robert ist jetzt in der Vorschule und das ist jeden Tag von 09 - 11 Uhr und danach ist mittagsruhe, für ALLE und er braucht es auch!! ich finde es total schlimm, diese Ruhepause einfach wegzunehmen und dann noch in der zeit wo die meisten kinder, weil sie es anders gewöhnt sind, ein Leistungstief haben, die Voorschule zu legen!!!
Und Du schreibst ja, daß Du es auch merkst an deinem kind - da würd ich echt nochmal mit den anderen Eltern sprechen und auch mit der Kiga leitung - ich finde, das grenzt ja an "Überforderung"!!!

LG und viel Glück

Sunny
 

mausebause

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« Antwort #3 am: 28. September 2011, 11:52:11 »
Also das ist echt krass... :o
Erstmal finde ich es Blödsinnig, dass auch die 4 jährigen schon Vorschule haben..-das ist bei uns nicht so!
Die generellen Anforderungen finde ich genauso heftig-mein Gott, das ist ja dann schon so wie hier in der Grundschule sebst...
Ist das in jedem eurer KiGä so oder nur in diesem?
Was sagen denn die anderen Eltern dazu? Also ich wäre da wenig begeistert von! :-\

zuz

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« Antwort #4 am: 28. September 2011, 14:55:21 »
Von anderen Kigas weiß ich es jetzt nicht so - weiß es ja von unserem auch erst seit gestern, weil es eben jetzt erst geändert wurde (letztes Jahr war die Vorschule noch früh vor dem Morgenkreis).
Die anderen Eltern fanden die Zeit z.T. auch nicht so toll, die Tatsache an sich (jeden Tag Vorschule für 4-JÄhrige und die Themen) aber in Ordnung.
Zu der Zeit sagen die im Kiga, dass sie halt jeden Tag einen festen Programmpunkt haben und dass daher keine Zeit mehr bleibt, das am Vormittag unterzubringen. Da lassen sie auch überhaupt nicht mit sich reden. Die einzige Möglichkeit für mich wäre eben, sie an 2 Tagen (z.B.) eher abzuholen oder sie bewusst in die Mittagsruhe zu schicken. Letzteres hätte aber den Nachteil, dass sie dann das einzige Kind in ihrem Alter wäre, das Mittagsruhe macht. Alle anderen wären in der Vorschule - das fände ich jetzt auch nicht so prickelnt  :-\

Bettina

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Antw:Hilfe Vorschule
« Antwort #5 am: 28. September 2011, 14:58:27 »
Ich bin überrascht, dass es für alle anderen Eltern in Ordnung zu sein scheint. Vorschule vor dem Morgenkreis finde ich genauso blödsinnig wie in der Mittagsruhe  s-:).

Und was haben die denn sonst noch für Programmpunkte ... meine Güte, das ist ein Kindergarten  ???!
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zuz

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« Antwort #6 am: 28. September 2011, 17:53:46 »
Ja, ich sehe das auch so. Ich denke auch, sie könnten wirklich unter der Woche was kürzen. Wegen mir müsste es nicht jeden Tag was Tolles sein. Turnen und Ausflug ok, aber den Rest könnte man meinetwegen deutlich kürzen.
Aber gut, es ist nun mal so und ich will sie aus dem Kiga nun auch nicht rausnehmen deswegen, zumal sie gerade gute Kontakte geknüpft hat. Die Frage ist eher: Wie gehe ich damit um, ohne sie zum Außenseiter zu machen? Immerhin geht sie mit diesen Kindern auch mal in eine Klasse, da will ich sie ja nun auch nicht komplett ausschließen.

lotte81

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Antw:Hilfe Vorschule
« Antwort #7 am: 28. September 2011, 18:42:56 »
ich bin schon allein "überrascht", dass die Grundschule den Anspruch hat, dass die Kinder alle Buchstaben können sollen  ??? :o Was ist denn deren Job? Latein und Bio-Chemie unterrichten?
Mir wäre das als Vorschulprogramm zu viel - und das mit dem Film würde mir auch nicht passen! Was hat denn TV im Kindergarten zu suchen  ??? ...andererseits: (schreibst du ja auch) , wenn du sie jetzt immer mittags abholst, ist sie die einzige , die immer fehlt, im ersten SChuljahr mit den Buchstaben von vorne anfängt etc  :-\

Mich wundert ehrlich gesagt alles...die Ansprüche der Schule, dass der Kita da mitzieht, dass die ELtern es alle normal finden und mitmachen.....
Eine Lösung hab ich irgendwie nicht parat...
Sie ist jetzt 4? SPrich sieht geht erst 2013 zur Schule?
Ich würde sie wohl dann erst mal bis 2012 komplett aus dem Vorschulprogramm nehmen. Also Mittagsruhe halte lassen oder abholen, wenn dir das möglich ist.... Mit 4 braucht in meinen Augen kein Kind schon Schultraining  s-:) :-\ Nächstes Jahr, also wenn sie wirklich VOrschulkind ist, kannst du ja wieder neu schauen...evtl. ändern die ihr Konzept ja bis dahin  :-\ weil ansprechen würde ich es schon mal....vielleicht gibt es ja noch mehr ELtern, die es insgeheim doch stört....dann könnte der ELterbeirat doch mal was sagen...

Meine 2 wechseln nächste Woche den Kiga, dort gibt es auch schon ein VOrschulprogramm...aber mit anderen Zielen. Die Kinder sollen lernen sich 20min zu konzentrieren, sie sollen lernen sich Informationen selber zu organisieren, Selbstvertrauen entwickeln, richtige Stifthaltung etc....und dann machen sie noch Ausflüge etc.... SChulprogramm läuft meines Wissens nach keins... Hoffe mal, dass es einfach noch 1 Jahr Kindergarten mit spielen etc ist...


zuz

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Antw:Hilfe Vorschule
« Antwort #8 am: 29. September 2011, 10:48:43 »
Ja, ich wundere mich auch über manche Eltern hier. Förderung schön und gut, aber ich finde, es reicht, wenn man auf die Fragen der Kinder eingeht, ihnen eine sinnvolle Tagesstruktur gibt und Möglichkeiten zum toben, zum basteln, zum Bücher anschauen usw. Das ist völlig ausreichend und schon anstrengend genug, wenn man es sinnvoll machen will. Meinetwegen muss sie keine Bundesländer können. Mir würde es reichen, sie würde sich mal merken, wo links und rechts ist  s-:) DAS sind doch eher erstmal die Herausforderungen...
Aber es ist nun mal so. Ich kann schon noch mal mit einigen Eltern reden, aber ich fürchte, gerade die, die im Elternbeirat sind, haben alle Angst, ihr Kind würde was verpassen, wenn es mit 5 noch nicht alle Hauptstädte Europas aufzählen kann.
Ich habe jetzt überlegt, sie an zwei Tagen rauszunehmen und sie 3 Tage drin zu lassen (1 Mal davon ist nicht Vorschule, sondern Musik, das will sie unbedingt machen). Dann hat sie insgesamt 4 Tage, wo sie Mittagsruhe hat. Auf eigenen Wunsch will sie nicht eher abgeholt werden, sondern in der Mittagsruhe bleiben, was für mich völlig ok so ist. Jetzt werde ich das mal so einführen und dann mal gucken, wie ihr das bekommt. Wenn es zu viel ist, kann ich das auch noch weiter reduzieren.

blondchen

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« Antwort #9 am: 29. September 2011, 10:59:02 »
wow das klingt nach sehr viel und überforderung.

ich bin jetzt auch vorschulmama und seit gestern ganz frisch elternbeiratsvorsitzende.

wir sind schon seit einigen wochen dabei (schon im alten kindergartenjahr kam uns der gedanke) bei uns drastisch etwas zu ändern.
hier sind wohl die anforderungen der schule auch höher, als das was den kindern mitgegeben wird.  die vorschulkinder haben hier kein tägl. programm. sie haben jetzt allerdings ganz neu ein zimmer wo nur sie reindürfen, nach absprache .
paul hat das Glück das dieser raum ganz offiziell zu seiner gruppe gehört. soweit der raum nicht benötigt wird, dürfen die vorschüler aus seiner gruppe ihn benutzen, dort können sie sich zurück ziehen udn haben beschäftigungsmaterial was altersgerecht ist.
dann hat diese woche das erste projekt gestartet, 2 tage lang wurde der raum gestaltet und die vorschulzeit vorbereitet. die kinder haben sich kennengelernt ( es sind ja auch andere kinder aus anderen gruppen dabei) und frühstücken ohne die kleinen.

richtig gehts laut momentanem plan, erst im januar los  :( mit sprachprogramm und vorschulenglisch. meiner/unserer meinug nach viel zu wenig und viel zu spät.

Hier war es bisher auch so, das der vorschulelternabend erst spät stattfand, jetzt ist er das erste mal früh, nächste woche und wir haben auch das erste mal seit jahren wieder, eine grundschullehrerin eingeladen.
sie soll berichten wie der übergang vom kindergarten in die schule verläuft, was man ändern/verbessern kann.

Idden haben wir schon, hoffe auch der kindergarten macht mit  :o


puh soviel schreib ich nie ;D aber das ist grade MEIN thema
« Letzte Änderung: 29. September 2011, 11:01:27 von blondchen »
Es geht nicht darum, wie schön ein Satz formuliert ist, sondern wie ehrlich er gemeint ist !



Mama von Prinz06 und King89

rahmen

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« Antwort #10 am: 29. September 2011, 12:47:03 »
Vorschule stellt für mich die erste Stufe dar auf der ein Kind in ein Korsett gezwungen wird. Individuelle und kindgerechte Betreuung und Förderung gehen dann mehr und mehr verloren. In der Schule wird das dann auf die Spitze getrieben.
Klar gibt es Gesetze und jeder muss selbst die Entscheidungen treffen, aber ich finde Kinder sollte man solange wie möglich vor Schule und schulähnlichen Erfahrungen schützen.

lisa81

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« Antwort #11 am: 01. Oktober 2011, 20:52:56 »
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« Letzte Änderung: 21. September 2015, 11:15:00 von lisa81 »

Tigger2212

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« Antwort #12 am: 02. Oktober 2011, 00:15:33 »
hab nur das eingangspost gelesen.

ich finde den grundschulstoff nicht so gigantisch, dass man ihn nicht in 4 jahren begreifen könnte. oder anders: ist mein kind in der lage, zu lernen, wird es den mit 6-10 jahren aufnehmen können. nicht aber mit 4 jahren, und den sinn dahinter versteh ich auch nicht. buchstaben vorher können? was soll DAS denn?

ich würd von ner vorschule erwarten, dass sie das kind darauf vorbereiten, sich länger am stück zu konzentrieren, strukturiert zu arbeiten, stift zu halten etc.... quasi als hygiene für das eigentliche lernen dann in der schule. bestimmte zusammenhänge finde ich davon unabhängig für 4-ährige adäquat und interessant, eben zb jahreszeiten.
den rest würd ich bestreiken. zumal es auf kosten der benötigten mittagsruhe geht.

ganz abgesehen davon, dass ich glaube, dass joris nicht der einzige ist, der das mit 4 nie und nimmer kapieren würde, wenn man von bundesländern redet. am besten noch auf chinesisch, dann lernen sie das auch gleich noch. --- aber im ernst: völlig unnötiger stress für die kleinen in meinen augen - nicht altersadäquat. ich möchte den vorschullehrer sehen, der mir den föderalismus verständlich erklärt. musik, bewegung, basteln.... integration der sinne, lernen zu lernen - alles sehr viel sinnvoller.

(jajaja, ich weiss, dass es in anderen ländern schon ab 3 vorschulen gibt, die richtig schulisch lernen - aber wo ist der gewinn? sehe ich nicht)

ps: ich hab zu meiner zeit von kindergarten bis studium schon als recht kleines kind gemerkt, dass die, die von zu hause schon am meisten konnten (vorschule gabs bei uns nicht), konstant hinten raus die meisten schwierigkeiten hatten. sie haben einfach zuviel beigebracht bekommen und zuwenig selbst lernen/erfahren dürfen.
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2011, 00:24:34 von Tigger2212 »

Meph

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« Antwort #13 am: 02. Oktober 2011, 07:10:01 »
Huhu,

ich muss mal ganz platt fragen: Was ist das konzeptionell für eine Kita? Was ist das für eine Grundschule? Haben beide als Schwerpunkt Begabtenförderung/unterstützung?
Die Inhalte des Programms würde ich nämlich genau da ansiedeln, es sind auch Themen, die wir hier zu Hause haben.
ABER in der Mittagspause geht auch meiner Meinung nach garnicht und ich glaube auch, dass es in der Masse viel zu komplex ist.
Jetzt allein die Bundesländer- Umzugsbedingt hier ein großes Thema- Freya hat begriffen, dass es sie gibt, dass sie unterschiedlich sind und anders heissen. Aber was eigentlich die Relation ist (Dorf-Stadt-"Landkreis""Gebiet"Bundesland- Deutschland usw) versteht sie noch ganz und garnicht.

Andere Länder mit ihren Fahnen und Hauptstädten hat sie dagegen im ganz normalen Kitaalltag im letzten Jahr gelernt- und auch immer Lieder und einzelene Wörter des entsprechenden Landes. Es war aber auch eine sehr internationale Gruppe, so dass das Thema "Kinder dieser Erde" einfach dazugehörte.

Zahlen bei den Mittelkindern finde ich mittlerweile vollkommen normal, hier im neuen Kiga ist das Zahlenland auch wieder bei den 4jährigen angesiedelt. Aber da geht es um 1-10 kennenzulernen und einfache Mengenerfassung.

Den Film finde ich unakzeptabel- es gibt genug eltern, die ihre Kinder gut begründet überhaupt kein Fernsehen schauen und JEDE Erzieherin sollte die Gründe kennen! Das Stückeln ist im erzählenden Bereich (also Vorlesen) auch eigentlich bei den "echten" Vorschulkindern anzusiedeln.... Jeden Tag ein Stück einer langen geschichte dazuzunehmen ist aber eine total logische und methodisch-didaktisch korrekte Sache (also immer von vorne anfangen und um einen Absatz pro Tag z.B. ergänzen).

Machen die Kinder in der Zeit denn NUR kopflastige Sachen oder zählt auch Weben, malen etc dazu?

Ich persönlich find 5x die Woche viel zu viel, Freya würde vermutlich voll darin aufgehen.... und abends dann sehr früh schlafen gehen  S:D
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2011, 11:32:42 von Meph »




Für Dezentralität und Eigenverantwortung! http://www.tivi.de/fernsehen/logo/artikel/41994/index2.html   
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Honigbluete

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« Antwort #14 am: 02. Oktober 2011, 10:53:04 »
Ich bin auch überrascht über die Abläufe in eurem KiGa! Mittagsruhe ist Mittagsruhe, und 4-Jährige dazu zu "verdonnern", in dieser Zeit zu "lernen" ist schon grenzwertig! Wir wird ihnen das "Wissen" denn beigebracht? Bei Luki ist es so, dass vor dem Mittagessen ein Mittagskreis ist, in dem das Essen besprochen wird, das es gibt und über die Herkunft, Zubereitung etc. Da in 2 Gruppen nacheinander gegessen wird, wird jeweils der anderen Gruppe etwas vorgelesen. Dabei wird auch über alles mögliche geredet, sei es Atomkraftwerke, Erdbeben, Gefühle, exotische und heimische Tiere... einfach querbeet.
 Die Vorschulgruppe unterscheidet sich von den anderen dadurch, dass die Kinder in dieser Gruppe verschiedene Ausflüge machen (Polizei, Bäckerei, Bank...) und ab und zu getrennt von den anderen Kindern an Sachen "arbeiten". DAbei geht es nicht ums Lernen von Buchstaben oder Zahlen, sonden um Fähigkeiten wie Durchhaltevermögen, Stifthaltung, Konzentrationsfähigkeit, soziales Miteinander etc.



Eumel

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« Antwort #15 am: 05. Oktober 2011, 11:03:28 »
Ich bin baff, wenn ich dieses Programm sehe, das die Vorschulkinder bei euch absolvieren. Und ich bin auch überrascht, was die Grundschule erwartet!!! Das kenne ich von hier überhaupt nicht. Gibt es bei euch nur eine Grundschule? Haben die alle solche Anforderungen?

Da mein Sohn nächstes Jahr in die Schule kommt, war ich in den letzten Wochen bei einigen Infoveranstaltungen der Grundschulen. Keine einzige hatte Anforderungen an die Kinder. Das Konzept ist eher: wir holen die Kinder da ab, wo sie sind. Bist du denn sicher, dass es tatsächlich eine Anforderung der Grundschule ist oder ist das vielleicht so eine Panikmache unter den Eltern, die sich nur gegenseitig hochschaukeln, was die Kinder schon alles können oder können sollten?

Bei uns ist "Vorschule" einmal in der Woche, eine Stunde lang. Dazu kommen Ausflüge, die nur die Vorschulkinder machen. Sie machen dort alles mögliche: Schwunglinien zeichnen, malen, ein bisschen rechnen (mein Sohn ist in der "Mathe-Gruppe" des Kiga), sie gehen einkaufen, machen den Dreirad-Führerschein,... aber nichts mit Druck .

Bei uns im Kiga haben sie oft Projekte (nicht nur die Vorschulkinder, sondern alle). Da hatten sie auch schon mal komplizierte Themen, die sie spielerisch angegangen sind (Stromkreis, Windenergie, Sonnenenergie), aber halt auf Kindergarten-Niveau und garantiert nicht in den Ruhezeiten!

Tini

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« Antwort #16 am: 05. Oktober 2011, 12:13:34 »
Ich finde das auch extrem viel!

Bei uns ist es ähnlich wie bei Bettina und Eumel, jeden Montag für 1-2 Stunden vormittags. Und die Vorschulkinder machen häufiger mal andere Aktivitäten als die Kleinen, gehen z.b. einmal die Woche noch zusätzlich mit dem Pfarrer in den Wald, lernen ein bisschen mehr über Religion und die Bibel (ist ein ev. KiGa), aber ohne dass es zu streng ist. Allerdings geht es bei uns auch mehr darum, Fähigkeiten zu schulen, die für die Schule wichtig sind, Konzentration, Feinmotorik, Teamfähigkeit, solche Dinge halt. Nebenbei lernen sie natürlich ihren Namen zu schreiben, Zahlen, aber alles auf einem Kindergarten-Level.

Ich finde es heutzutage extrem krass, was die Kinder bei Schuleintritt alles schon können sollen. Das sind teilweise Dinge, die wir damals erst in der Schule selbst gelernt haben.
  
 
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zuz

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« Antwort #17 am: 05. Oktober 2011, 13:00:43 »
Vielen Dank für Eure vielen Antworten.
Zur Schule: Ja, das ist wirklich so, konnte es erst auch nicht glauben und habe darum inzwischen mehrere Quellen angezapft, auch Lehrer. Und ja, die stellen wirklich solche Anforderungen  :-X. Allerdings ist das wirklich nur eine Schule (deshalb entbrennt hier im Stadtteil auch grad eine heftige Sprengeldiskussion, weil die Eltern, deren Kinder auf diese Schule umgesprengelt werden sollen, auf die Barrikaden gehen - warum wohl. Aber das nur am Rande.) Aber ich kann mir die Schule nicht aussuchen, mit zwei Ausnahmen: 1. Wir ziehen in einen anderen Sprengel um - ist nicht in Sicht. 2. Wir gehen auf eine private Schule - die ist aber sehr teuer und auch nicht so ganz das, was ich mir vorstelle.
Vorschule noch mal: Gut, also das mit den Bundesländern war jetzt nur ein Beispiel. Das was ihr gesagt habt: Blätter sammeln und bestimmen, mehr Ausflüge, ausschneiden, ausmalen und all so was, das machen die schon auch. Also gaaanz so schlimm ist es dann auch nicht. Das mit den Bundesländern fände ich jetzt auch nicht soo dramatisch, ich kann auch nicht ausschließen, dass ich mal was erzähle, was sie noch nicht versteht. Wobei ich da Meph Recht gebe: Wenn ICH ihr mal was erzähle und sie mag nicht mehr, dann zeigt sie mir das und ich hör auf. Das geht natürlich in der Vorschule nicht, von daher sollte man dort etwas vorsichtiger ansetzen.
@Meph: Nein, hier sind nicht alle hochbegabt ;). Aber selbst wenn, würde das an den Kindern vorbeigehen, weil diese Fragen ja nicht von den Kindern ausgehen und keine Problemlösefertigkeiten erworben werden. Nur reines Wissen pauken bringt m.M. nach in dem Alter gar_nichts, außer die Kinder fragen direkt danach.
Was mich am meisten stört ist die Sache mit der Mittagsruhe. Vielleicht sollte man doch da noch mal ansetzen, vielleicht kann man doch noch Eltern überzeugen, da mitzuziehen.
Den Vorschlag mit der Freispielzeit fand ich gut - die Kinder haben jeden Tag Freispielzeit, warum nicht mal einen Tag davon streichen und in der Zeit Vorschule machen, wenn es denn unbedingt sein muss (was ich nicht finde mit 4 Jharen). Wenn es nach mir ginge, sollte das auf freiwilliger Basis sein. Momentan läuft es so, dass die Kinder früh erzählt bekommen, was es für Angebote gibt und sich dann frei entscheiden können, ob sie z.B. basteln, puzzlen, spielen, malen oder bauen wollen. Dafür haben sie dann eine Stunde Zeit. Meinetwegen würde es völlig reichen, wenn eines dieser Angebote dann eben ein Vorschulangebot wäre. Aber ich fürchte, dafür lassen sich die anderen Eltern nicht so begeistern...

~Netti~

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Antw:Hilfe Vorschule
« Antwort #18 am: 05. Oktober 2011, 22:07:26 »
ich habe nur den ersten beitrag gelesen, also bitte verzeiht...

wow, sowas habe ich ja ehrlich gesagt noch nie gehört und ich finde das auch sehr seltsam. 4jährige? kenne ich gar nicht, dass die vorschulsachen machen (müssen).

bei uns gibt es angebote. jeden tag im morgenkreis werden die angebote für den tag vorgestellt. und bei den angeboten sind eben welche dabei, die ausschließlich für die vorschulkinder sind. das sind dann eben anspruchsvollere sachen als die, für die 3-4jährigen. spielerisches lernen eben.
und dann die vorschulsachen ausgerechnet auch noch in der mittagsruhe - sehr komisch. :-\

allerdings wird bei uns auch nicht erwartet, dass die kinder schon was schreiben können außer ihrem namen. auch das kenne ich nicht von den grundschulen, an denen meine kinder waren (2 verschiedene).


Vee

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« Antwort #19 am: 05. Oktober 2011, 22:40:18 »
Vorschule stellt für mich die erste Stufe dar auf der ein Kind in ein Korsett gezwungen wird. Individuelle und kindgerechte Betreuung und Förderung gehen dann mehr und mehr verloren. In der Schule wird das dann auf die Spitze getrieben.
Klar gibt es Gesetze und jeder muss selbst die Entscheidungen treffen, aber ich finde Kinder sollte man solange wie möglich vor Schule und schulähnlichen Erfahrungen schützen.

Mir wird gerade wieder ganz schlecht - das sind eben auch meine Gedanken.  :'(
Mein Sohn würde üblicherweise (hier üblich, NL) auch gerade in die Schule kommen (30 Kinder pro Klasse  :-(). Wir warten aber noch. Zum Glück werden wir deswegen noch nicht in eine Exoten-Rolle gedrängt. Ich hab Furcht...  :-\


Sky  31. SSW - hebt meine Welt aus den Angeln
Sienna  28. SSW - am 1. Frühlingstag 2011 fort geflogen - alles Gute, mein Mädchen!

 

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