Autor Thema: PETITION Menschenrechtsverletzungen in Schwangerenbetreuung und Geburtshilfe  (Gelesen 1100 mal)


Sonne1978

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Von "Menschenrechtsverletzung" zu sprechen, halte ich in Anbetracht wahrer Katastrophen, die Menschen aufgrund geltender Rechte erfahren müssen, anmaßend und deplaziert. Sorry, aber Menschenrechtsverletzung, weil es um die Frage geht, in einem medizinisch hochentwickelten Land stationär / ambulant oder zu Hause zu entbinden? Pfff... Luxusprobleme.


Mondlaus

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Das hab ich auch gedacht, aber gut.
Ist es denn wirklich ein Problem, dass man nicht zu Hause entbinden darf, wenn man will? Ich kenne mich nicht aus, mich wundert es, denn mir ist die Problematik bisher noch nicht zu Ohren gekommen.
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Wolkenspringerin

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Also für mich wäre es in der Tat ein Problem. :P
Ich wollte bei Fred sehr sehr gerne daheim entbinden, war ein Bauchgefühl was sich im Nachhinein als die einzigst richtige Entscheidung für mich rausgestellt hat.
Und ich finde es schade das man da doch sehr "krass" drauf einfluss nimmt.
Wenn es  nämlich nach meiner Ärztin gegangen wäre wäre Hausgeburt ein Ding was absolut verboten gehört.  :-X Ich durfte mir was anhören von wegen Verantwortungslos. Ich würde das Leben meines Kindes gefärden usw.
Meine Ärztin sollte mich doch eigentlich soweit kennen das ich sicher nicht das Leben meines Kindes oder gar meines aufs Spiel setze. Aber nein ich würde mich vollends Unverantwortlich verhalten.
Von daher finde ich die Petition gut. :)

@Sonne: Klar gibt es DInge die weit aus mehr aufmerksamkeit bekommen sollten, Dinge die einfach schlimmer sind. Aber ich finde auch das ist wichtig. Und man muss ja nicht unterschrieben, sich das durchlesen und sich darüber Gedanken machen. Man kann es ja dann einfach für sich abhaken.

Sweety

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Stefanie s-daumenhoch

Drops

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ich muss stefanie auch total recht geben.

für meine schwester die all ihre drei kinder zu hause bekommen hat, wäre das auch schlimm.

Mondlaus

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Nein, ich meine: ist es denn irgendwo in Europa verboten, zu Hause zu entbinden? Ich weiß es wirklich nicht.
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Sophia77

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Nein ist's natuerlich nicht aber du brauchst halt wen, der die Geburt Bescheinigt. Üblicherweise eine Hebamme. Dass diese keine hausgeburten mehr machen, wegen der Versicherungsprämie und der steigenden klagebereitschaft steht auf einem anderen Blatt.
Hier geht es um Menschenrecht!!! Meine Güte, das sind für mich solche Dinge wie "das halbe Geschlecht weggeschnitten bekommen", eingesperrt sein, kein frisches wasser.

Aber doch bitte nicht WO ein Kind zu Welt kommt, Hauptsache es ist gesund!
Haben wir nichts wichtigeres, wofür es sich zu kämpfen lohnt?

Sophia



jetzt sind es schon 2 Jahre, die Du unter Wasser liegst...

Drops

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naja irgendwo normal dass jemand der schulmedizin so denkt. ob die hebammen das auch so sehen?

Mondlaus

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Das recht auf eine Hausgeburt ist sicher wichtig. Aber was will die petition eigentlich konkret erreichen? Eine Hausgeburt per Se scheint ja nicht verboten. Auf der Website steht, gegen medizinische Intervention. Welche genau?und warum? Bevor ich etwas aktiv unterstütze, möchte ich doch wissen, was genau. Das "recht auf Hausgeburt" ist es ja anscheinend nicht.
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Sophia77

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Ich finde es ist eine Verzerrung der vegrifflichkeiten! Ich kann nachvollziehen, dass Menschen für eine hausgeburt kämpfen wollen - warum auch immer.
Aber Menschenrechte - das haben wir im grundgesetz stehen, das ist doch wohl etwas hoch gegriffen.



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liadan

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 ??? Aber es wird doch keiner gezwungen im KH zu entbinden, da kommt doch keiner und lässt die Frau zwangseinweisen zur Geburt oder?

Menschenrechtsverletzung find ich auch ein wenig hoch gegriffen. Den Wunsch nach einer natürlichen und selbstestimmten Geburt kann ich nachvollziehen keine Frage aber es gibt doch auch Geburtshäuser und Co.

Das Hebammen das nicht mehr machen kann ich auch nachvollziehen bei dem was sie da an Kosten haben.

Man hat ja mehrere Monate Zeit die Geburt zu planen und sich zu informieren, da kommt doch keiner und reißt die Frau aus ihrem zu Hause und bringt sie in die Klink zum entbinden, oder?
 

Heutzutage ist es so verdammt schwer dumm zu sein,  weil die Konkurrenz so gigantisch ist!

Sonne1978

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Mir geht es um den Begriff "Menschenrecht", nicht um Befindlichkeiten. Dass das Thema "Hausgeburt" besser geregelt sein könnte, mag richtig sein. Sich für seine Interessen in diesem Bereich stark zu machen, für mehr Selbstbestimmtheit zu werben, ist ja okay, aber das Thema auf eine Ebene zu bringen mit Menschen, die in manchen Ländern aufgrund bestehender, menschenrechtsverletzender Gesetze, in Lebensgefahr leben, finde ich unverschämt.

A.n.j.a

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ich schliess mich sonne und sophia 100% an. Sehr unglueckliche reisserische Betreffwahl.

pebbles

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Ich bin da ganz bei Stefanie, Sonne und Sophia!

S. 05/2007
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Mondlaus

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Ich schließ mich da mal jetzt NICHT an.
Menschenrechte können auch in der "ersten" Welt verletzt werden, wenn auch auf ganz anderrer Ebene, und auch, wenn sie Menschenrechtsverletzung nicht Tod oder Folter zur Folge hat.

Leider: Welches Menschenrecht hier genau verletzt wird, und warum, und was sie dagegen tun wollen,steht nirgendwo. Die Fakten fehlen, hier wird nur mit Emotionen gespielt.

Leider wird das Wort tatsächlich oft "mißbraucht", wenn Leute sich in welchem Bereich auch immer ungerecht behandelt fühlen und ihnen gerade sonst kein gutes Argument einfällt.

 Vor einiger Zeit hat ein Kunde bei Maccas lautstark protestiert, dass sie keine EC-Karten nehmen, das sei eine Menschenrechtsverletzung.  :-\
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A.n.j.a

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Menschenrechte sind sicher nicht nur das Recht auf Menschenwürde und folterfreies  Leben, so polarisieren würde ich das auch nicht wollen.

Es gibt neben vielen, vielen  anderen auch die sogenannten wirtschaftlich-sozial-kulturellen Menschenrechte -  Recht auf Bildung, auf Wasser, auf Nahrung, auf gesundheitliche Versorgung.  Rechtsstaatlichkeit. Bürgerrechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit.  Recht auf Eigentum und Freiheit.

Es ist für mich unbestreitbarer Fakt, dass in der 1. Welt z.B. die eben genannten Menschenrechte vom Gros der Menschen als völlig selbstverständlich hingenommen werden.

Es ist sicher auch Fakt, dass man sich trotzdem beschweren kann oder Petitionen ins Leben rufen kann (allein, dass man das kann: Menschenrecht).

In einer juristischen oder ethischen Erstweltler-Diskussion könnte man das hier erwähnte Thema sicher sogar über das Recht auf Selbstbestimmung subsumieren bzw. dies versuchen (und sicher scheitern).

Für mich ist es dennoch überzogene und völlig deplazierte Terminologie.

Und da kann noch so oft gerufen werden "mir doch egal, was woanders auf der Welt schiefläuft, ich lebe nun mal in Deutschland", das ist eine bedauernswerte Einstellung.

Souldream, Dein Engagement in allen Ehren. Aber das musste ich noch loswerden. :)

Mondlaus

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Das Problem ist ja, ob Menschenrechtsverletzung hier deplaziert und überzogen ist oder nicht, das geht gar nicht hervor. Die Petition bedarf einer gescheiten Begründung, und einer professionelleren Formulierung. So hat sie, denke ich, keine Chance, angenommen zu werden, oder auch nur Mitstreiter zu finden.
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scarlet_rose

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ich sehe für so eine Petition auch keine Chance, denn es fehlt eigentlich an allem: Hintergrund, sowie auch eine klare Formulierung, was überhaupt gefordert wird.

Worauf wollen die Ersteller der Petition hinaus? Was soll gerade die EU (!) ändern oder tun, um hier etwas zu ändern?

Ich bin schon der Meinung, dass die Geburtshilfe sich auf einem falschen Weg befindet, aber Geburt ist nicht nur eine natürliche Sache, sondern auch eine kulturelle Angelegenheit.
die unnatürliche Geburt  ist kein Fehler der EU oder einzelnen Regierungen, sondern ein Weitreichenderes Problem, beginnend bei Schwangerschaftsvorsorge usw, dem Wunsch bzw Drang abgesichert zu sein und alles in der Hand zu haben und einem gesamten Menschenbild bzw einer insgesamten Sicht auf den Menschen und auch Einstellung zu sich und dem Leben. das Geburtshilfe an dem Punkt ist, an dem sie eben heute steht, hat einen tieferen Hintergrund als nur die Geburt ansich.
wie Sophia schon schrieb, z.b. Die Klagementalität und Abgabe der Verantwortung.

Im Großen und Ganzen sind Frauen auch selbst verantwortlich nicht alles mit sich machen zu lassen. Das beginnt bei der Auswahl des Krankenhauses z.B....

es gibt Probleme in der Geburtshilfe, zu viele unnötige Eingriffe und Schwierigkeiten, die durch die Ärzte herbei geführt werden, aber auch viele Frauen sind gar nicht bereit und in der Lage sich auf Geburt einzulassen und machen mehr daraus, als es ist.


Hier wird mit einem großen Begriff Aufmerksamkeit erregt, es fehlt aber der Inhalt, da schließe ich mich den Vorrednern an.

 

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