Autor Thema: Zeugen Jehovas  (Gelesen 27244 mal)

Alissa16

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Antw:Zeugen Jehovas
« Antwort #100 am: 02. November 2014, 00:50:58 »
Wir kannten auch eine wirklich SEHR nette Familie, die Zeugen Jehovas waren ... sehr modern (die Tochter und die Mutter trugen auch Hosen) ... und ich spreche in der Vergangenheit, weil die Mutter mittlerweile gestorben ist, da sie keine Behandlungen nach der Diagnose Brustkrebs machen lassen durfte / wollte.  :'( Sie hat sich wohl beide Brüste amputieren lassen - das war erlaubt - aber keine anderen Behandlungen ... nach einem knappen Jahr war sie tot.

Der Vater ist wohl mit seinen beiden Kindern weit weg gezogen und man munkelt, er sei kein ZJ mehr.  :-\

Und genau DA hört für mich das Verständnis für diese "Sekte" auf!!! Die Kleine war damals so alt wie meine Zwillinge und der Große wie Alissa ... sie sind also mit 5 und 10 Halbwaisen geworden.  :'(
« Letzte Änderung: 02. November 2014, 00:53:33 von Alissa16 »

Mondlaus

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Antw:Zeugen Jehovas
« Antwort #101 am: 02. November 2014, 01:25:22 »
Das mit dem Blut geht nicht, weil es eine Bibelstelle gibt, die so interpretiert wird. Danach soll man kein Blut "essen", weil im Blut das Leben des anderen Lebewesens ist. Ich wuerde mich gerne mal mit einen ZJ unterhalten, wie er das sieht - denn zu Bibelzeiten ging das ja immer mit dem Tod des Spendenden daher, deshalb wohl auch die Bibelstelle - aber das ist ja heutzutage nicht der Fall.

Natuerlich darf man niemandem zu einer medizinischen Behandlung zwingen. Und man sollte sich auch nicht anmassen, die Gruende yu hinterfragen. Ich kann es sogar nachvollziehen. WEnn der ZJ eine Bluttransfusion erhaelt, wird er aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Fuer die meisten ist das ja auch nicht nur eine Religion, sondern das ganze Gesellschaftliche Leben. Da ist fuer viele der Tod die bessere Alternative. Ich habe aber mal gelesen, dass nach aktueller Interpretation ORganspenden erlaubt sind.

Was Kinder angeht, in solchen Faellen uebernimmt das Jugendamt das Sorgerecht fuer die Behandlung im Eilverfahren. Bzw wenn es ganz schnell gehen muss, dann gibt der Arzt erst einmal gegen den Willen der Eltern eine Transfusion und das Sorgerecht wird danach beantragt. Nur fuer die Behandlung allerdings - das Sorgerecht wird nie ganz entzogen. Ausnahme ist bei aelteren Kindern, bei denen man davon ausgeht, dass sie die Tragweite ihrer Entscheidung verstehen.

Generell finde ich die Lehren der ZJ genauso sinnvoll bzw sinnfrei wie die anderer Glaubensrichtungen. Ueber Katholizismus hab ich schon oefters den Kopf geschuettelt als ueber die ;)

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Antw:Zeugen Jehovas
« Antwort #102 am: 02. November 2014, 09:03:07 »
Zitat
Was Kinder angeht, in solchen Faellen uebernimmt das Jugendamt das Sorgerecht fuer die Behandlung im Eilverfahren. Bzw wenn es ganz schnell gehen muss, dann gibt der Arzt erst einmal gegen den Willen der Eltern eine Transfusion und das Sorgerecht wird danach beantragt. Nur fuer die Behandlung allerdings - das Sorgerecht wird nie ganz entzogen. Ausnahme ist bei aelteren Kindern, bei denen man davon ausgeht, dass sie die Tragweite ihrer Entscheidung verstehen.


Das meinte ich. Sowas habe ich auch schon einmal gehört, dass die Eltern das nicht entscheiden können/dürfen gegen den Rat/Willen der Ärzte, wenn es um Kinder geht.
Sie entscheiden also immer nur für sich.
Natürlich schüttelt man den Kopf darüber, also tu ich ja selber irgendwie auch, aber auf der anderen Seite, was für einen tiefen Glauben muss man haben, damit man solche Behandlungen wirklich ablehnt, in vollem Bewußtsein, dass man es dann nicht schafft.
Meine Oma sagte damals einfach Gott weiß schon was er tut und er wird mich leben lassen, auch ohne Bluttransfusion, wenn er es für richtig hält. Sie hat überlebt. Sie war halt tief gläubig.

 

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