Autor Thema: HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."  (Gelesen 13099 mal)

Pedi

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #25 am: 14. Dezember 2014, 19:45:18 »
Eine Veränderung merken hier z. B. die Kindergärten. Die Kinder müssen bevorzugt untergebracht werden damit sie die Möglichkeit bekommen deutsch zu lernen und sich besser zu integrieren. Das geht aber auf Kosten der Eltern die ihre Kinder schon länger angemeldet haben und dann keinen Platz bekommen.



~Netti~

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #26 am: 14. Dezember 2014, 19:48:03 »
Eine Veränderung merken hier z. B. die Kindergärten. Die Kinder müssen bevorzugt untergebracht werden damit sie die Möglichkeit bekommen deutsch zu lernen und sich besser zu integrieren. Das geht aber auf Kosten der Eltern die ihre Kinder schon länger angemeldet haben und dann keinen Platz bekommen.

Aber für so was kann doch zB keiner der Flüchtlinge etwas. Der Unmut kann doch dann nicht gegen diese Leute gehen.


Schnukki

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #27 am: 14. Dezember 2014, 19:51:20 »
@ Netti: Was ich hier zum Teil aber lese sind auch nur Standardsprüche.

Die Flüchtlingsproblematik und die Integration sind doch 2 Paar Schuhe.

@ Problematik: Ich habe es in der Schule gesehen.
Viele Kinder konnten eben nicht gut Deutsch … woher auch?
Die Lehrer wurden nicht aufgestockt. Sie sollten nun den Lehrplan vermitteln .. obwohl einige Kinder nicht mal die Sprache richtig verstanden haben bzw. mit der Veränderung Schule etc. nicht klar kamen.
Das dies früher oder später zu Problemen führt ist leider klar.
Die Kinder sind die Leittragenden.


Meph

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #28 am: 14. Dezember 2014, 19:53:18 »
hier im dorf gibt es keinen einzigen flüchtling, wobei ich das nicht wirklich nachvollziehen kann. in den Nachbardörfern werden sie (mal wieder) gettoisiert...
Jedenfalls gibt es hier Leerstand und meiner Meinung nach auch Potential.
Leider leider in beide Richtungen,...
so kam es hier in einer zweiten Klasse vor, dass ein Junge, der hier geboren wurde, der einen deutschen Vater und eine ausländische Mutter hat, in der Klasse von 2 Klassenkameraden verprügelt wurde und beschimpft wurde mit scheiss ausländer, dich wollen wir hier nicht.
Ich bin immernoch nachhaltig entsetzt.

Pedi

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #29 am: 14. Dezember 2014, 19:53:58 »
Es wurde ja eben nach spürbaren Veränderungen gefragt.  Diese ist hier eingetreten. Natürlich koennen die Menschen nichts dafür, aber so etwas kann eben auch für Unruhe sorgen.

Pedi

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #30 am: 14. Dezember 2014, 19:56:12 »
Meph, ein Zweitklaessler?  :o das sind ja mal Zustände :-[

Schnukki

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #31 am: 14. Dezember 2014, 20:18:54 »
In anderen Klassen ist es der Dicke .. oder der mit der Brille.
Es wird immer gern jemand genommen der schwächer ist.

An A.´s alter Schule wurde einem Erstklässler eine Tüte über den Kopf gezogen. Ein anderer fing wieder an einzunässen, weil jemand ihm sagte, dass sein Vater dafür zahlen müsse. Der Vater des Jungen kam wohl immer erst gegen 23 Uhr nach Hause und vor Angst lag der Junge so lange wach.

Fliegenpilz

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #32 am: 14. Dezember 2014, 20:22:53 »
Wer einen Grund sucht, der findet einen.

Hier wurde meine große Tochter massiv von einem Jungen gemobbt. Wieso? Weil sie die Neue war, weil die Kinder sich für sie interessierten, weil sie von der Lehrerin gelobt wurde. Gemobbt auf psychischer und physischer Basis!

Ich denke also, dass das (Mobbing & Körperverletzung) kein Problem der Rassenfeindlichkeit ist.



Die Situation wie von Honigbluete geschildert - also der Schwiegervater und seine Geschichten (Geld geht an die Familie in die Heimat, wird für das Alter im Heimatland vorgesorgt, Schwarzarbeit ...) sind keine Hörsagen-Geschichten, keine billigen BILD-Abdrucke o.ä., sondern genau das was man von vielen Menschen erzählt bekommt, die hier arbeiten wollen und später im Heimatland ihren Ruhestand genießen, die ihre Familien unterstützen müssen, die sich nebenbei noch was verdienen - die Frage ist halt in wie weit man das verurteilt, denn die Schwarzarbeit findet man genauso bei den "deutschen Familien", Familienzusammenhalt dafür meist wieder weniger ;D ...

Mondlaus

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #33 am: 14. Dezember 2014, 20:40:29 »
Wohne auch dicht dran, helfe auch aus mit Behoerdengaengen etc, es sind - oh Wunder - ganz normale Menschen, die kein deutsch sprechen und etwas dunkler aussehen.  Dass gerade junge Maenner mit ihrer dunklen Hautfarbe und ihren Lederjacken Angst erzeugen koennen, das kann ich zwar nachvollziehen - aber das ist nicht deren Problem.

Bis mir mal jemand eindeutige Zahlen vorlegt, dass Asylbewerber tendenziell Gewaltbereiter sind und in der Umgebung von den Unterkuenften die Gewalttaten und Verbrechen zunehmen, nenne ich auch die Mitlaeufer weiterhin Xenophobe und Rassisten, denn es passt ziemlich genau in die Definition rein (dass Leute mit Migrationshintergrund eher straffaellig werden, das ist klar, es geht hier aber speziell um die Fluechtlinge).

Natuerlich darf es einen stoeren und natuerlich darf man demnonstrieren, aber warum dann nicht gegen die Politik. Die meisten Demonstrationen richten sich gegen Menschen, die nur ihr Recht wahrnehmen und sonst nichts. Jeder darf einen Asylantrag stellen, und jeder darf bleiben, bis dieser entschieden ist, und hat ein Recht darauf, mit dem noetigsten versorgt zu werden. Um gegen die Politik aufzumarschieren, da braucht man erst einmal eine solide Argumentationsbasis, muss sich mit Auslaenderrecht und internationalem Recht auseinandersetzen, die Zahlen zu Fluechtlingen weltweit waelzen, wohl um dann festzustellen, dass man eigentlich keinen Case hat. Da ist es einfacher, vor Fluechtlingsunterkuenften aufzumarschieren und die Leute zu erschrecken.

 Im Herbst gab es so eine Demo, da haben sich die Frauen und Kinder tagelang nicht mehr mit ihren Kindern vor die Tuer auf den Spielplatz getraut, als Flaschen ueber den Zaun geflogen sind. Ich habe Angst, dahin zu gehen, nicht aber wegen der Fluechtlinge, sondern weil ich befuerchte, in die Arme von den "besorgten Buergern" zu laufen, die sich gerade versammeln.


Conni Faire

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« Antwort #34 am: 14. Dezember 2014, 20:54:45 »
Bis mir mal jemand eindeutige Zahlen vorlegt, dass Asylbewerber tendenziell Gewaltbereiter sind und in der Umgebung von den Unterkuenften die Gewalttaten und Verbrechen zunehmen, nenne ich auch die Mitlaeufer weiterhin Xenophobe und Rassisten, denn es passt ziemlich genau in die Definition rein (dass Leute mit Migrationshintergrund eher straffaellig werden, das ist klar, es geht hier aber speziell um die Fluechtlinge).

Dafür gibt es auch keine Zahlen, denn die Berichterstattung in den Medien findet einfach nicht statt.

Aber vielleicht zählt ja auch das tägliche Erleben. Die Betroffenen haben halt das Problem, dass Ihnen niemand hilft und erst Recht keiner glaubt. Ist auch deren Problem, sobald man 3 km weit weg wohnt, bekommt man davon so ziemlich gar nichts mehr mit.

Schon praktisch, oder ?

Aber wie man den Erfahrungen hier entnehmen kann, handelt es sich bei uns wohl nur um einen bedauerlichen Einzelfall.

Mondlaus

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« Antwort #35 am: 14. Dezember 2014, 21:05:14 »
Ja, aber helfen vor was? Was ist die Gefahr und ist sie real, oder handelt es sich eher ueber eine hochgepuschte Heuristik?

Und woher weisst du, dass die Berichterstattung nicht stattfindet? Auch das klingt nach Verschwoerungstheorie - wird es auch bleiben, bis es jemand belegen kann.

Selbst wenn die Berichterstattung nicht stattfindet, da Uebergriffe, Straffaelligkeiten und deren Umstaende jz bei der Polizei und Staatsanwaltschaft landen und vermerkt sind, sollte man das eigentlich leicht belegen koennen, ohne die Medien zu brauchen.

Conni Faire

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« Antwort #36 am: 14. Dezember 2014, 21:10:49 »
Ja, die Polizei- und die Feuerwehreinsätze bis zu zweimal täglich, sehr gern mitten in der Nacht - sind völlig real - man muss nur aus dem Fenster schauen und kann es live beobachten.

Nur liest man nichts davon in den Zeitungen bzw. sieht etwas im regionalen TV.

Merkwürdig das Ganze.  :)

Edit- aber wie schon gesagt, wahrscheinlich ein bedauerlicher Einzelfall, nicht der Rede wert.



« Letzte Änderung: 14. Dezember 2014, 21:12:38 von Conni Faire »

Nipa

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Antw:HOGESA, PEGIDA und "ich bin ja echt kein Nazi, aber..."
« Antwort #37 am: 14. Dezember 2014, 21:11:08 »
Ich denke, dass viele Ängste unbewusst geschürt werden.
Bei uns gibt es eine Unterkunft. Dort wurden fast 70 alleinreisende Flüchtlinge - männlich - untergebracht. Zwischen 15 und 30 Jahre alt.

Die hängen die ganze Zeit ohne Beschäftigung rum, pfeifen den vorbeigehenden Frauen nach. Nachts verarbeiten sie die Traumata und man hört Schreie. Es ist ein eplosiver Topf mit lauter jungen Männern.
Und eingekleidet sind sie mit Jeans und schwarzen Hoodies.

Dass dies zu Ängsten führt, wundert mich nicht...
Und viele der Dinge, die dazu führen wäre soooo leicht vermeidbar!!!

Ich bin sehr dankbar, dass meine Kinder nicht so fürchterliche Dinge erleben mussten (dass der eigene Vater vor ihren Augen enthauptet wurde, etc.) und hoffe, dass dies für immer so bleiben wird.....

Deshalb werde ich, wenn wir Mitte nächsten Jahres Flüchtlinge in unseren Ort bekommen
das tun was Lotte81 gemacht hat - hingehen und Hilfe anbieten.
Und ich weiss von Freunden, dass sie sich auch einbringen wollen.

Mondlaus

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« Antwort #38 am: 14. Dezember 2014, 21:17:10 »
Meinst du das jetzt ernst?

Woher soll man denn an einem vorbeifahrenden Polizeiauto erkennen, weshalb das gerade ausrueckt? Sorry, aber wer da gleich reflexartig an Auslaender denkt, der hat ein Problem.

Conni Faire

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« Antwort #39 am: 14. Dezember 2014, 21:22:31 »
Es ist nicht ein vorbeifahrendes Polizeiauto - es sind bis zu 10 Streifen- bzw. Mannschaftswagenfahrzeuge. Oft mit Feuerwehr im Schlepptau.

Sie fahren eine Sackgasse entlang, durch ein Wohngebiet, welches schon -zig Jahre existiert, ans Ende, wo die besagte Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge liegt. Mindestens 3 mal die Woche.

Da glaubt man nicht reflexartig an Ausländer - aber vielleicht liegt da auch ein Zeitungskiosk und die holen sich nur die neueste BILD.  :)

REAL - völliger Ernst.

Once

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« Antwort #40 am: 14. Dezember 2014, 21:34:54 »
@redheart, naja also per Definition ist der Extremismus eigentlich etwas was sich nicht in der Mitte der Gesellschaft ansiedelt und sich von der Norm unterscheidet. Ich will auch eigentlich nur darauf hinaus, dass es gefährlich ist den Trend unter diesem Begriff zu verharmlosen während sich unterdessen immer mehr Menschen von den "Werten" dieser Ideologie angesprochen fühlen.

Also die "German Angst" ist natürlich vielfältig. Gerne heißt es ja auch man habe Angst vor Überfremdung, man fühle sich im eigenen Land an die Wand gedrängt (Heute sind wir tolerant, morgen fremd im eigenen Land). Aber meistens geht es doch darum, dass Flüchtlingen etwas nicht gegönnt wird, was ihnen an Leistungen (oder auch Schutz) per Gesetz zusteht.

Zitat SPON-Artikel:
Zitat
Wortführer Bachmann wetterte auf einer Pegida-Demonstration gegen "Heime mit Vollversorgung" für Flüchtlinge, während sich die deutschen Alten "manchmal noch nicht mal ein Stück Stollen leisten können zu Weihnachten". (...)
Übrigens: Pegida-Wortführer Bachmann ist vorbestraft und saß laut eigener Aussage im Gefängnis . Zuvor hatte er sich ins Ausland abgesetzt, um der Haft zu entgehen.

Viele echauffieren sich auch darüber, dass sie nicht darüber mitbestimmen dürften ob ein Flüchtlingsheim in ihrer Nachtbarschaft errichtet wird. Sie haben Angst vor Übermüllung, Lärmbelästigung, herumlungernden Ausländern und steigender Kriminalität.

Ich habe auch Personen in meinem Verwandtenkreis die absolut beratungsresistent sind und sich regelrecht festklammern an ihren manifestierten auf Halbwissen basierenden Vorurteilen. Sie wollen gar nicht aufgeklärt werden und das macht es mMn doppelt anstrengend. Wenn jedoch in den Nachrichten darüber berichtet wird, dass eine Flüchtlingsgruppierung von 15 jugendlichen Nordafrikanern ihr Unwesen in der Stadt treibt, dann wird das als Garant dafür genommen, dass man naturgemäß richtig liegt. Teufelskreis.
Und doch frag ich mich was dahinter steckt. Manchmal mutmaße ich, dass der anhaltende Reichtum, in dem wir hierzulande nun schon seit Generationen leben, den Menschen die Empathie für R-E-E-L-L-E Sorgen raubt. Wer kein Krieg, keinen Hunger, keine Verfolgung kennt, der kann vielleicht schwerer nachfühlen was es heißt alles hinter sich zu lassen.

Seit nunmehr Monaten geht mir das kleine Mädchen nicht mehr aus dem Kopf, das mir auf dem Spielplatz nebenbei erzählte, dass ihre Mutter erschossen wurde  :'(. Und wenn ich mir dann vorstelle wie sie nach Deutschland kommt und sich solchen raffgierigen, neid- und hasserfüllten Anfeindungen ausgesetzt sieht wird mir ganz anders. Und ja, in solchen Momenten reagiere ich auch mit unendlicher Scham. Und ich würde mir wünschen, dass eben jene vorurteilsbeladene Menschen den Kontakt suchten. Gespräche führten, den Menschen hinter dem medial geprägten Bild kennenlernten um eines besseren belehrt zu werden.

Once

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« Antwort #41 am: 14. Dezember 2014, 21:39:02 »
Wer einen Grund sucht, der findet einen.

Hier wurde meine große Tochter massiv von einem Jungen gemobbt. Wieso? Weil sie die Neue war, weil die Kinder sich für sie interessierten, weil sie von der Lehrerin gelobt wurde. Gemobbt auf psychischer und physischer Basis!

Ich denke also, dass das (Mobbing & Körperverletzung) kein Problem der Rassenfeindlichkeit ist.

Stimmt. Kinder sind grausam und unabhängig von der Ethnizität des Einzelnen stürzen sie sich gezielt auf das, was ihrer Meinung nach die Achillesferse des Anderen verkörpert. Erlebe ich ja leider auch sehr häufig. Das muss also nicht zwangsläufig eine Form von frühkindlichem Rassismus sein und auch nicht zwangsläufig Zeugnis schlechter Erziehung.

Conni Faire

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« Antwort #42 am: 14. Dezember 2014, 21:59:04 »
Wenn jedoch in den Nachrichten darüber berichtet wird, dass eine Flüchtlingsgruppierung von 15 jugendlichen Nordafrikanern ihr Unwesen in der Stadt treibt, dann wird das als Garant dafür genommen, dass man naturgemäß richtig liegt. Teufelskreis.

Da hast Du so ziemlich den Daumen drauf. Die Leute hier sind aus fast allen Krisenregionen, die es momentan gibt. Die syrische Flüchtlingsfamilie genau so wie die von Dir beschriebenen Personengruppen.

Deshalb sage ich ja, es gibt nicht schwarz-weiß, richtig-falsch, whatever.
Immer differenzieren.
Und persönlich erleben, nicht die Meinung von FB-Gruppen oder ähnlichem Schei ... nachplappern.

Aber das scheint nicht möglich zu sein. Sobald man Dinge kritisiert, bekommt man die Nazi-Schablone drübergepresst. Es gab Anwohnerversammlungen, mit der Ausländerbehörde, mit dem Stadtrat - und natürlich hat sich dort auch der braune Mob breit gemacht und ging auf Stimmenfang.

Die Anwohner haben dort klar und deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Problemlösung der Nazis definitiv nicht erwünscht ist und sie sich zum Teufel scheren sollen. Aber eine Lösung muss definitiv her - die Leute wollen nicht die Flüchtlinge weg haben, sondern ein halbwegs normales eigenes Leben wieder.

Passiert ist - Nichts. Außer, dass die Unterkunft aus allen Nähten platzt.

lotte81

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« Antwort #43 am: 14. Dezember 2014, 22:10:24 »
@Conni: Aber das ist doch ein Problem der Unterbringung, mangelnden Sozialarbeit , mangelnden Unterstützung etc.
Grad in den ERstaufnahmeeinrichtungen kann ich mir vorstellen,d ass es viele Probleme gibt. Und weiss es auch durch andere Asylbewerber, dass es teils sehr schlimm zugeht. Man hat hunderte einander fremder Menschen, ohne Beschäftigung auf einem Haufen....im ständigen Wechsel neue Leute. UNter hunderten und tausenden Menschen gibt es immer auch reichlich schwarze Schafe. Zumal wenn man sich nicht verpflichtet fühlt, weil man weiss, man bleibt nicht lange.... Und große Gruppen "junger Männer" sind auch immer ein explosiver Herd..... auch das ist einzusehen...Und Langeweile verbessert das ganze auch nicht..... dazu noch fehlende Sprachkenntenisse und viele unterschiedliche , schwere Traumata....  Ja, ich erkenne da einige Probleme, die sich sicher hochschaukeln können. Für die aber die Flüchtlinge nichts können und die auch vermutlich nur von einem Bruchteil ausgehen

Aber was soll uns das sagen? Das wir keine Asylbewerber mehr annehmen dürfen - oder eher, dass die Politik ihre Denke eher in Richtung "dezentrale Unterbringung" ändern muss? Dass man statt gegen die Menschen zu demonstrieren, besser Hilfe hinschickt, dass diese Menschen irgendwie Menschlichkeit erfahren und Sprache lernen (was zu tun haben)..... Dass Arbeitserlaubnis / Erlaubnis Wohnungen zu suchen geschickter geregelt werden und dass eben viel mehr Psychologen, Sozialarbeiter, Hilfskräfte, Übersetzer eingesetzt werden UND auch die Mitarbeiter beim BAMF aufgestockt werden, um eben diesem jahrelangen rumhängen im "Nichts" vorzubeugen.... Einfach dadurch, dass Entscheidungen schneller getroffen werden.

Ich habe nun ja knapp ein Jahr mit Asylbewerbern gearbeitet. Ich habe mich keine Sekunde unsicherer gefühlt als in jeder anderen Gruppe Menschen. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und ein paar, die mir nicht so lagen.... Alle waren sehr dankbar. Wirklich ausnahmslos alle, die ICH gesprochen habe..... Der einzige Wunsch, den die meisten hatten, war deutsch lernen zu dürfen und zu arbeiten....und dass man die endlos lange WArterei endlich beendet..... Das WArten ist zermürbend und grausam.... Oder einfach nur in Sicherheit zu leben und sich ein neues Leben aufzubauen.

Klar, die Integration ist schwerer, je entfernter uns die Kultur ist. Ja, mit dieser Herausforderung muss umgegangen werden von Seiten der Politik aus. Und sicher ist ein Iraner unter anderen Voraussetzungen hier als jemand aus Eritrea..... Aber die Gelder werden einfach unlogisch verteilt. Auf der einen Seite wird mit vollen Händen ausgegeben wo ich mich echt nur wundere und an anderen Stellen, die zwingend notwendig sind, fehlt das Geld
Ach so, unsere Stadt hat bisher großen WErt auf dezentrale Unterbringung gelegt. Allerdings scheitert dies nun langsam daran, dass Vermieter sich scheuen an Asylbewerber zu vermieten (warum auch immer! Negativerfahrungen gibt es bisher keine nennenswerten!) .... Also wird es hier demnächst auch ein großes Haus mit 80 Personen geben. Und dazu noch mehrere "kleinere" mit 10-30Prs. .... Der glückliche REst wohnt in Wohnungen ..... Ich bin mal gespannt was in der entstehenden großen Unterkunft in beispielsweise Sozialarbeit investiert wird, aber ich ahne nichts gutes  s-:) s-:) Und ja, da das Haus eh schon in einem sozialen Brennpunkt steht, wo es schon reichlich Probleme gibt, kann ich mir auch vorstellen, dass es zukünftig nicht leichter wird .... Das abzufedern wäre ein leichtes und mit geringen finanziellen Aufwendungen in den GRiff zu bekommen.... Aber ich fürchte, dass man erst wieder Reagiert wenn die Probleme schon da sind  s-:) :P

lotte81

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« Antwort #44 am: 14. Dezember 2014, 22:14:40 »
Ah, OK...ich lese grad, du schreibst das selbe wie ich , Conni.... Ja, da bin ich deiner Meinung: So wie es vielerorts läuft, läuft es falsch!
Auf diese ganzen in der Überschrift genannten Organisationen möchte ich im GRunde gar nicht mehr eingehen..... Die schießen ja grad überall aus dem Boden und sammeln ihre Schäfchen.
Ich glaube auch, dass man bei den meisten nicht mit Argumenten weiterkommt. Was aber super ist, ist,d ass diese eine extreme Richtung auch ein GEgengewicht schafft und es mittlerweile auch viele tolle Projekte in ganz Deutschland gibt. Und ich glaube es ist wichtig, dass grad jeder seinen Beitrag leistet auch zu helfen (der möchte) und somit andere zu motivieren....damit kommt man weiter.....

Once

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« Antwort #45 am: 14. Dezember 2014, 22:36:13 »
Probleme wie Du sie schilderst, die gibt es sicherlich sowohl hier wie andernorts.

Wie oben bereits erwähnt gab es hier vor kurzem eine recht aggressive Jugendbande (die Rede war von ca. 15 Personen), die nachweislich gegen Auflagen verstieß, in Körperverletzungen und Diebstähle verwickelt war und das Personal des Heims tyrannisierte. Diese gingen schließlich auf die Barrikaden und forderten bessere Arbeitsbedingungen und einen verstärkten Personenschutz. Die Bild hat die Story ordentlich ausgeschlachtet. Mittlerweile wurde die Gruppe zwangsverlegt und hat nun andernorts für neue Aufschreie und Proteste gesorgt.

Also ja, natürlich gibt es diese Fälle die die Klischees bedienen. Die Frage bleibt jedoch ob es fair ist solche Vorkommnisse generalisiert als Stigma zu instrumentalisieren. Denn das ist es was nachhaltig geschieht und selektiv aufbereitet wird.
Ich arbeite übrigens auch mit Flüchtlingskindern und Flüchtlingseltern - in unmittelbarer Nähe zu einem Flüchtlingsheim. Ich wohne nicht da und ich erlebe die Nächte nicht, aber aus diesem Heim hört und sieht man soweit nichts dergleichen - es ist allerdings auch keine Erstaufnahme. U.a. deswegen fällt es mir etwas schwer zu akzeptieren, dass du dich in die Position des einzig differenziert Urteilenden manövrierst.

Und na klar, wenn die Unterkunft aus allen Nähten platzt, ist es natürlich wenig verwunderlich, dass die Lage vor Ort eskaliert. Gerade wenn verschiedene (womöglich rivalisierende) Ethnizitäten aufeinander treffen, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Und dann ist die Kritik an der Logistik vor Ort sicherlich nachvollziehbar. Lediglich der Leidensdruck der Anwohner erschließt sich mir noch nicht ganz. Also was genau fällt denn da jetzt vor außer, dass die Polizei nachts anrückt und die Anwohner durch Blaulicht und Sirene (?) in ihrem Tag/Nacht-Rhythmus stört?

edit: im Übrigen können wir natürlich gleichermaßen über den steigenden Anteil an Salafisten in Deutschland diskutieren. Immerhin sind ein Drittel der jüngst akquirierten Salafisten Deutsche und somit (entgegen der Forderung oben erwähnter Vereine) nicht abzuschieben.
Auch an der Stelle kann man sich natürlich fragen, was hierzulande verquer läuft.
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2014, 08:49:39 von Once »

redheart

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« Antwort #46 am: 15. Dezember 2014, 10:23:17 »
Und jetzt schaut ihr alle mal nach Sydney:

Zitat
Australians offer to accompany Muslim Australians in public places if they fear racist backlash, using #illridewithyou hashtag. Beautiful.

So geht das. So müsste eine so 'hoch entwickelte' Gesellschaft wie wir mit den Problemen dieser Welt umgehen.

Once

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« Antwort #47 am: 15. Dezember 2014, 10:35:27 »
Ist das jetzt ironisch gemeint?

redheart

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« Antwort #48 am: 15. Dezember 2014, 10:36:43 »
Nein überhaupt nicht. Ich find das eine wunderschöne Reaktion auf dieses tragisches Ereignis.

Schliesslich ist, gerade in Anbetracht der aktuellen Stimmung weltweit, die zu erwartende Reaktion eher mehr Fremdenhass. Da finde ich das ein schönes Gegenstück.
« Letzte Änderung: 15. Dezember 2014, 10:40:10 von redheart »

Once

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« Antwort #49 am: 15. Dezember 2014, 10:46:02 »
Ich war mir nicht sicher. Denn die Australier stehen uns in Sachen Rassismus leider in nichts nach. Im Gegenteil. Tony Abbotts Asyl- & Flüchtlingspolitik geht mMn auf keine Kuhhaut (Flüchtlingsboote via Marina zurück aufs offene Meer schleppen uns so - unmenschlicher geht es kaum). Da wundert es mich nicht, dass es (nach so einer Geiselnahme) überhaupt nötig ist solche Angebote für muslimische Mitbürger bereitzustellen. Ich finde es eher erschreckend.

 

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