Ein eigenes Handy für mein Kind?

Ab wann bekommen Kinder eigene Handys?Die Frage an sich ist eigentlich falsch gestellt...
Bei vielen Familien steht der Wunsch nach einem Handy für das eigene Kind zuerst einmal im Vordergrund der Eltern. Gerade in den ersten vier Schuljahren - in der Grundschule - fühlen sich Eltern meist sicherer wenn Sie wissen, Sie können ihr Kind jederzeit erreichen. Es geht hier weniger um das eigene Agieren des Nachwuchses mit dem Telefon - als um die Sicherheit der Eltern, dass man das eigene Kind jederzeit erreichen kann. Also tut es in diesen Zeiten ein ganz kleines und altes Telefon - Neudeutsch werden solche Geräte Feature-Phone genannt (Sie wissen schon - das sind diese Geräte mit Knöpfen und Tasten überall...)

In einem Prepaid-Vertrag bekommt man diese Art Handys meist zwischen 15,- und 25,- Euro. Aktuell empfehlenswerte Produkte wären hier z.B. das "Samsung E1150", das "Nokia 100", das "Motorola Motofone F3" oder das "LG KP100". Alle Geräte bekommt man für grobe 20,- Euro ohne Vertrag. Der große Vorteil bei diesen (technisch gesehen) Dinosauriern der Handy-Sparte: Sie sind klein, leicht und haben gigantische (fast schon aus dem Gedächtnis verdrängte) Akkulaufzeiten. Wo ein Smartphone heute nach einem Tag schlapp macht - hält bei diesen Kandidaten eine Akkuladung manchmal für schlappe 2 Wochen. Ideal also um die Kleinen im Falle eines Falles an die "Strippe" zu kriegen.

Fehlt noch ein sog. PrePaid Vertrag für die Kids. Hier gibt es diverse Anbieter wie Symio, Fonic oder Blue sowie die großen bekannten Namen mit eigenen Handy-Shops in jeder größeren Stadt. Höhere Beträge als 9,- Cent pro Minute OHNE Grundgebühr sollten Sie aber nicht zahlen, sondern sich dann lieber bei der Konkurrenz umsehen.

Wichtig wäre je nach Gegend auch die Entscheidung des Telefon-Netzes. In ländlichen Gebieten haben Sie oftmals Schwierigkeiten mit einem guten Empfang im E-Netz (z.B.: E-Plus / Symio). Hier ist das D1 Netz deutlich stärker vertreten und bietet eine höhere Empfangs-Sicherheit.
Denn es bringt Ihnen ja nichts, Ihren Nachwuchs mit Handy auszustatten wenn Sie ihn dann nicht erreichen, weil sich der Spielplatz in einem Funkloch befindet.

Ab wann braucht mein Kind ein eigenes Smartphone?

Ob ihr Kind überhaupt ein Smartphone braucht sei mal dahingestellt. Diese Frage muss sich jede Familie selbst stellen und beantworten. Ein paar Gedanken dazu geben wir Ihnen mit auf den Weg:

Spätestens ab der 5. Klasse werden mehr und mehr Freundinnen und Freunde eines besitzen und es steigt der soziale Druck mit einzusteigen in die Wunderwelt des tragbaren PCs. Was vor 25 Jahren Marken-Jeans von Levy waren sind heute Smartphones von Samsung, HTC, Sony und Apple - und das zu Preisen von umgerechnet 4-8 Jeans... Länger halten als eine Jeans müssen die elektronischen Begleiter deswegen leider aber noch nicht.

Gibt es Gründe diesem Druck nachzugeben ? - Ja und nein.

Ja:

Die soziale Kommunikation der typischen 5-12 Klässler findet heutzutage zu einem sehr hohen Prozentsatz über das Smartphone statt. Neben der klassischen SMS, sind es Apps wie "Whatsapp", "Skype" oder der "Facebook-Messanger" mit dem sich Kinder heute verabreden oder neueste Infos austauschen. Selbst wenn sich Eltern weitläufig einig sind, diese teilweise Verarmung der Kommunikation nicht gut zu heißen, so bringt es kaum etwas sich dagegen zu stellen, da man das eigene Kind damit aus dem Kommunikations-Fluss der Gemeinschaft nimmt und ein kleines Stück weit isoliert.

Fast alle Smartphone bieten heute halbwegs brauchbare Kameras. Und somit entfällt hier schon mal ein Geschenk das früher oftmals bei Kindern in diesem Alter auf den Geburtstagstischen stand...

GPS - Ein Smartphone ist dank GPS eine mobile Landkarte und Stadtplan. Wenn ihr Kind etwas sucht kann es mithilfe des Smartphones fündig werden. Zudem gibt es Software mit denen Eltern die Position des Smartphones ausfindig machen können. (Wobei solche BigBrother Software einem Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind irgendwie im Wege steht.)

Wissen - Apps und Websites wie WIKIPEDIA sind ihren Kindern bei Hausaufgaben eine große Hilfe. Das Übersetzungs-Tool von Google hilft zudem bei sprachlichen Schwierigkeiten sei es bei Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch oder was auch immer - Grenzen gibt es nicht - selbst wenn ihr Kind Suaheli, Bengalisch oder Esperanto lernt, das Smartphone kann auch in diesen Fällen weiter helfen.



Nein:

Zumindest unter 12 oder 13 Jahren darf man sich die Frage stellen ob es ein Smartphone sein muss.
Denn über eines sind sich viele Eltern nicht im Klaren: Ein Smartphone ist heutzutage nichts anderes als ein kompletter Computer im Mini-Format - und zwar ein grenzenloser Computer in den Händen ihres Nachwuchses.

Viele Eltern treiben einen hohen Aufwand um den Kleinen am heimischen PC gewisse Seiten zu sperren und kaufen teure Software für Kinder-Sicherheit im Internet. Auf der anderen Seite hat fast jedes Kind zwischen 12 und 17 Jahren ein Smartphone. Und damit sind sämtliche Internetseiten, Kommunikationskanäle, und Videoportale offen. Jugendfreie und Jugendfeindliche Materialien stehen Kindern meist offen im Netz zur Verfügung, und sie können sich sicher sein, dass entsprechende Informationen und Tipps in der Schule zu allererst kursieren - und dass ihre Kinder im Zweifelsfall besser Bescheid wissen als sie selbst.

Wer sein Kind also bis zu einem gewissen Alter schützen möchte, sollte über die Anschaffung eines Smartphones lange nachdenken und diese so weit wie möglich zeitlich nach hinten verschieben. Sichern und schützen lässt sich ein Smartphone nicht wirklich.


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Kosten von Smartphones:
Zuerst und ganz offensichtlich steht die Anschaffung eines Smartphones im Hauptaugenmerk der Eltern.
Wir raten generell davon ab, einen Vertrag mit monatlicher Grundgebühr abzuschließen, sondern ein Smartphone direkt ohne Vertrag zu kaufen. In fast allen Fällen fährt man damit günstiger.
Es gibt mittlerweile dankbarerweise schon Einsteiger-Modelle im Bereich von 130,- bis 200,- Euro.
Gerade im Android-Segment gibt es diverse richtig brauchbare Telefone, in sinnvoller Ausstattung für 150,- Euro (ohne Vertrag).
Ob bei Billiganbietern wie Pearl - das simvalley SP-100, oder aber Markenprodukte wie das LG E460 Optimus, das Sony Xperia tipo, das Samsung Galaxy Mini 2, oder das Huawei Ascend Y300 - alles sind brauchbare Einsteigermodelle UNTER 150,- Euro mit einem guten System. Herauszustellen ist das Huawei Y300 - welches für 125,- Euro sicherlich am meisten zu bieten hat. Mit diesem Telefon ist der Nachwuchs auch länger als ein Jahr lang glücklich...

Nach oben hin zu den Spitzenmodellen sind keine Grenzen gesetzt... Bis zu 600,- Euro kann man für ein Smartphone hinlegen. Soll es ein Apple-Produkt oder ein neues Windows-Phone sein kann es auch schon mal mehr sein.

Fast wichtiger als die Anschaffung des Smartphones sind jedoch die laufenden Kosten
:
Hier bieten mittlerweile fast alle Anbieter im PrePaid Bereich sog. Pakete an.
Ob nun Symio, Congstar, Fonic oder Blue - meist gibt es Angebote, für die zwischen 9,- und 15,- Euro im Monat hingeblättert wird und damit wird ihrem Kind eine bestimmte Quantität an freien Telefonier-Minuten, so und so vielen kostenfreien SMS sowie meist eine Internet-Flatrate bereitgestellt.
Für 10,- monatlich kann ihr Kind also meist günstig und berechenbar kommunizieren.

Achtung Urlaub:
Achten Sie darauf dass Tarife im Ausland immer noch horrend viel teurer sind als hierzulande. Telefoniert ihr Kind also von Österreich oder Italien mal schnell ein paar Minuten mit der besten Freundin oder den Großeltern so können sich hier zusätzlich schnell mal einige 10,- Euro mehr bemerkbar machen...


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