Hallo,
Hier ist also mein Geburtsbericht...

Bereits am Sonntag, den 04.07, wird mir eine baldige Geburt vorrausgesagt, denn der Muttermund ist bereits 2cm auf, das Köpfchen feste im Becken und auf dem CTG sieht man rund alle 10min eine leichte Wehe. Abends zieht es dabei auch leicht in den Rücken, aber das wie von der Hebamme gedacht die Wehen im warmen Badewasser verstärkt werden ist nicht... Nein die Miniwehen hören sogar ganz auf und kommen erst wieder Montag Abend. Gegen 22Uhr beschließe ich doch noch einmal ins warme Nass zu gehen, soll ja wehenanregend wirken - auch wenn ich mich auf den Hebammentermin am nächsten Tag bei dann 40+6 einstelle.
Kurz nach 23 Uhr liege ich immer noch in der Wanne, als die Wehen stärker werden und die Abstände kürzer. Es zieht dabei in den Rücken und ich veratme nun auch. Eigentlich will ich noch in der Wanne bleiben und warten ob es so bleibt, als sich Anna-Katharina meldet und ins große Bett wechselt und ein wenig irritiert ist, dass die Mama sich nur ans Bett lehnt. Uli drückt mir eine Stopuhr in die Hand - Wehenlänge 1min und Abstand 3-4min.. Während ich noch meine wir sollten noch ein wenig abwarten ob es nicht doch blinder Alarm ist ruft Uli seine Eltern an. Schneller wie die Feuerwehr sind sie da, ich gebe vom Schlafzimmer noch Packanweisungen, möchte eine Notfallschüssel, da mir plötzlich schlecht wird und lasse mich endlich (laut Hebamme und Mann) dazu überreden diese anzurufen. Also Tochter, die etwas irritiert ist, verabschieden, fix noch anziehen (Schlafshirt gegen normale Klamotten), Sachen ins Auto und um kurz nach 0Uhr starten wir ins KH. Auf dem Weg dahin sind noch immer meine Gedanken "und wenn es nur Fehlalarm ist?", denn der Wehenabstand verkürzt sich nicht weiter (bis zum Schluss hin nicht), selbst die Schmerzen werden nicht stärker.
Um 0.30Uhr sind wir am KH, die Hebamme wartet schon und will wissen ob Kreissaal 1 okay ist - logisch ist der schönste und einzigste mit Wanne. Kurz aufs Bett zum CTG schreiben, bisherigen Verlauf erzählen und untersuchen - Muttermund ist bereits zu 7cm geöffnet. Ich möchte in die Wanne und die Hebamme beginnt mit dem Füllen, so warte ich am Seil gestützt - Uli darf in den Wehen den Rücken massieren. Wasser ist fertig und rein geht's, bereits kurz danach fängt es schon an nach unten zu drücken. Der Druck wird immer stärker, dass selbst die Rückenschmerzen an Gewicht verlieren... Wenig später platzt die Fruchtblase - man merkt es also wirklich im Wasser - und zeitgleich spüre ich nun den Drang zum Pressen. Die Hebamme sieht nach der Wehe nach und tatsächlich der Muttermund ist völlig offen, das Köpfchen am Ausgang, ab der nächsten Wehe darf ich pressen - die ersten Zwei der Schwerkraft wegen hockend, die weiteren liegend. Nach fünf Presswehen ist das Köpfchen (um dem sich einmal die Nabelschnur gewickelt hatte) da, eine weitere der ganze kleine Körper.
Und da liegt er also um 2.07Uhr am 06.07.2010 auf mir - schreiend, frisch geboren und kerngesund. Unser zweites Wunder ist geboren: Alexander - 4.150g, 55cm und einen KU von 37cm.
Alexander geht es gleich bestens und saugt nachdem ich bereits dann frisch geduscht der Wanne entsteige. Auch mir geht es prima - Arzt, Hebamme und auch Uli sind begeistert, ich auch immerhin kam ich ohne jegliche Geburtsverletzungen davon. So machen wir uns bereits um kurz nach 4Uhr wieder auf die Heimreise - überglücklich und von nun an heißt es "wir sind jetzt vier".