Huhu zusammen,
so, das wird nun sicherlich etwas länger, von daher hoff ich, dass es überhaupt wer ließt :

Ich fang mal an mit ein wenig Vorgeschichte, für alle, die mich nicht kennen.
Luca wurde 2005 per eiligen KS geholt. Dieser war alles andere als Traumhaft und hat mich psychisch, als auch physisch, ganz schön Kraft und Nerven gekostet. Ich habe mich lange nicht damit abfinden können.
Meine Hoffnung ruhte auf der zweiten SS, welche sich 11 Monate nach dem KS einstellte.
Alles sah soweit gut aus, doch Joshua drehte sich nicht und somit kam er 2007 per KS wegen BEL auf die Welt.

Da dieser KS „geplant“ war, war er sehr viel sanfter und ruhiger und „Versöhnte“ mich größtenteils mit dem KS vom ersten mal.

Aber so richtig damit Leben konnte ich nie. Ich hatte die Aussage der Ärzte, die mir rieten nicht unbedingt mehr schwanger zu werden, da es jetzt zu 100% wieder ein KS werden müsste, zudem gäbs ja Probleme an der Narbe bereits in der SS.

Ich bekam ne dicke Wochenbettdepression durch die ganzen Umstände und brauchte sehr lange um da wieder heraus zu kommen.

Uwe und ich wünschten uns immer 3 Kinder, aber nach dem Verlauf der SSen und Geburten vorher, entschieden wir uns gegen ein weiteres Kind, da ich mir sicher war, nochmal keinen weiteren KS durch zu stehen. Zu groß war die Panik vor den anschließenden Schmerzen und vor allem vor den Psychischen Auswirkungen.

Ein Verhütungsmissgeschick nahm uns im Dezember 2009 dann allerdings diese Entscheidung ab. :

Ein kleiner Erdenbürger hatte sich durch die Verhütung gekämpft und eisern festgebissen.

Eine Abtreibung kam auf keinen Fall in Frage. Also machte ich mich dran, mal ein wenig zu recherchieren, welche Möglichkeiten für die Geburt es gibt.
Und siehe da, ich stolperte über Erfahrungsberichte von Frauen, die Spontan nach 2 Sectio entbunden haben. Auch stolperte ich über ganze Studien aus Deutschland und Amerika, die mit Zahlen um sich warfen.
Laut diesen Aussagen war eine Spontane Entbindung nach wie vor möglich und die Zahlen der Statistik sprachen für sich.

Ich konfrontierte meine FÄs mit meinem Wunsch (wegen verschiedener Umstände hatte ich zuletzt 3 verschiedene FÄs) und jeder einzelne riet mir dringend davon ab. >

Das Risiko sei zu hoch.
Der Witz an der Sache war allerdings, dass auf Nachfrage, kein einziger FA mir genaue Zahlen nennen konnte, also kannte auch keiner die Studien.

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Ich machte mich also auf und suchte nach einer Hebi und fand in meinem Ort direkt eine. Ihr schilderte ich meine Vorgeschichte und meinen Wunsch und das erste mal seit Beginn der SS wurde ich nicht als vollkommen verrückt dargestellt, sondern mir wurde Unterstützung und Hilfe angeboten.

Auch eine Klinik war schnell gefunden. Dafür musste ich zwar ein paar Minuten mehr Fahrtweg in kauf nehmen, aber das wars mir wert.

Auch unser Baby machte keine Probleme, sie drehte sich artig in Geburtsposition, die Plazenta saß auch völlig ab vom Schuss und machte keine Probleme und auch Größe und Gewicht waren vollkommen ok, so dass einem Spontanen versuch, nichts im Wege stand.

Lediglich gegen Ende der SS wurde auch die Klinik nervös, da eine Einleitung nicht in Frage kam (da dies in der Tat die Ruptur – Gefahr erhöht hätte) und somit wurde mir vor ET die Pistole auf die Brust gesetzt.

Ich hatte meinen Wunsch schon an den Nagel gehängt, hoffte aber insgeheim auf den letzten Vollmond direkt vor meinem ET und siehe da…..
Die GeburtIch bin am 22.9. nachts ins bett und war wenige Minuten später auch schon vollkommen angefressen, da ich wiedermal das übliche Drücken und Wehen verspürte, nicht schmerzhaft, aber unangenehm.

Bei jeder Wehe musste ich aus dem Bett springen, da diese solch einen Druck auf Höhe der Niere ausübte, dass liegen schlicht unmöglich war.
Also ging es alle paar Minuten raus aus dem Bett, umherwandern, rein ins Bett, dösen, raus aus dem Bett umher wandern, rein ins Bett, dösen….usw usw…

Bis frühs, als der Wecker meines Mannes klingelte, war ich somit vollkommen im Eimer.
Aber es half nichts, ich musste auch aufstehen, da ich um 8:30 einen Kontrolltermin in Speyer in der Klinik hatte.

Während ich die Jungs anzog für KiGa, änderte sich an meinen Kontraktionen etwas, sie wurden Schmerzhaft.

Aber zu anfangs ignorierte ich auch dies, das kannte ich bereits von den 4 Wochen vorher, wo immer wieder mal Wehen dabei waren, die weh taten, aber zu nichts führten. >

Und wieder war ich angefressen, nahm ich an, mein Körper würde mich veräppeln. Doch schon wenig später musste ich bei jeder Wehe inne halten und Gegenatmen. Aber auch das ging erstmal spurlos an mir vorrüber. Erst als mein Mann meinte, er würde lieber mit in die Klinik fahren, rein vorsorglich, kam mir das alles etwas spanisch vor.

Auf Toilette ging dann auch schon etwas rosa Ausfluß ab. Erst da machte es dann langsam klick….Wehen veratmen und blutiger Ausfluß, das musste der Startschuss sein

In der Klinik angekommen wurde ich direkt ans CTG geschlossen.
Die Ärztin kam kurz darauf und wir sprachen, wie wir vorgehen würden. Die Wehen waren schön kräftig und somit wurde ich stationär aufgenommen, ich wurde untersucht und mein MuMu war bei 1cm und weich, die Blase prall dahinter. Erst jetzt wurde das erste mal ein Blick auf meine narbe geworfen, welche gut aussah.

Ich wurde nochmal gefragt wie ich entbinden wolle und bestätigte nochmal den Wunsch es spontan zu versuchen. Es wurde nochmal kurz über die Risiken gesprochen und dann durften wir Frühstücken gehen und Wandern. :

Gesagt getan. Ich schrieb SMS an die lieben SO/EO Mädels und an meine Familie und stiefelte tapfer mit meinem Mann durch den Park, immer wieder mit pausen zum veratmen (selbst mitten auf der Straße, war mir wurscht)

Um 11:30 wieder im Kreißsaal gabs erstmal CTG, wir durften den Kreißsaal 1 beziehen und staunten über die tolle Ausstattung. Es war alles da, Wanne, Kreißbett, Bälle, Tücher, wahnsinn

Die Hebi meinte, sie würde nun CTG schreiben, anschließend dürften wir essen gehen und die nächste Hebi würde dann untersuchen.
Gesagt getan. Nach dem Essen wurde untersucht, MuMu war bei 3cm, aber noch weit hinten, Blase weiter prall. Das war so um 13 Uhr.

Also schickte ich meinen Mann erstmal Heim, nach unseren Jungs gucken und ich selbst durfte dann erstmal baden gehen.

Das war herrlich. Ins Wasser kam ein Wehenanregendes Öl, es war furchtbar warm (fehlten nurnoch die Karottenscheiben und ich wäre mir wie im Suppentopf vorgekommen

) aber es war so angenehm.
