Hier nun mein Geburtsbericht

Leseverbot für Jenny (DatJenny) und Sarah (Schokolottie) -- ihr habt schließlich selbst eure erste Geburt vor euch!
Leni Marie's Weg in eine neue WeltDie Wehen fingen am 15.11. um etwa 20:45 Uhr leicht an, wurden aber immer stärker und auch schmerzhaft, so dass wir um 01:00 Uhr nachts in der Klinik waren. Untersuchung zeigte Wehen und einen gerade mal fingerdurchlässigen Muttermund.
Wir bekamen das Familienzimmer und sollten uns nochmal hinlegen. Ich konnte aber nicht und hab dann allein bis etwa 7 Uhr immer stärker werdende Wehen veratmet. Sie kamen alle 10 Minuten; hinterher in kleineren Abständen, aber ich hab nicht mehr auf die Uhr gesehen. Ich saß auf nem Stuhl, weil ich noch nichtmal im Bett sitzen konnte

Um 07:00 Uhr wurde ich zur CTG-Kontrolle in den Kreißsaal gerufen. Das CTG wurde gefühlte 3 Stunden geschrieben (2 waren es mindestens) und es waren ordentliche Wehen aufgezeichnet. Die Untersuchung der Hebamme ergab einen etwa 3 cm geöffneten Muttermund. Martin kam auch hoch und ich sollte schon in den großen Kreißsaal umziehen ;-)
Gesagt, getan, vorher noch zur Entspannung in die Wanne. Darin hab ich mich dann (entgegen meiner eigentlichen Vorstellung) für eine PDA entschieden. Der Oberarzt stellte einen MuMu mit 7cm-Öffnung fest, als er mich gegen 10 untersuchte. Das verblüffte so ziemlich alle, weil der MuMu ja eigentlich nur alle 1-2 Stunden um einen cm mehr aufgeht.
Der Anästhesist war schnell da, PDA gelegt (das war eine soooo große Überwindung für mich, da ich vor der PDA mehr Angst hatte, als vor der eigentlichen Geburt...). Ich sollte sie selbst nachdosieren können.
Von 11 bis nahezu 14:45 Uhr war ich quasi schmerzfrei. War echt super. CTG wurde die ganze Zeit aufgezeichnet; die ganze Belegschaft war von früh bis spät mega lieb und ich konnte prima meine frisch gebackenen Nussecken verteilen

(ich stand am 15.11. den ganzen Tag in der Küche und hab Nussecken gebacken)
Meine Blase wollte mir leider nicht mehr gehorchen (ich hab's versucht ;-)) und so wurde sie 2 Mal per Katheter geleert (was zu meiner Überraschung gar nicht zu spüren war).
Die Fruchtblase wurde manuell vom Arzt geöffnet.
Da der Kopf nicht richtig ins Becken kam, sollte ich mich auf die rechte Seite legen. Was mir allerdings niemand vorher gesagt hat war, dass -wenn man auf einer Seite liegt - die PDA auch nur auf dieser Seite wieder berücksichtigt wird, wenn man nachdosiert. Das heißt, ich hatte die Wehen ruck zuck auf der linken Seite in voller Stärke zurück. Und einseitige Wehen sind noch schlimmer!
Ab 14:30 Uhr durfte ich die PDA gar nicht mehr nachdosieren.
Um 15 Uhr war alles soweit, ich durfte mitpressen :-) war ganz schön anstrengend und bis ich's überhaupt richtig gemacht habe, ist ganz schön Zeit vergangen.
Der Arzt wurde irgendwie immer ruhiger. Erst war er lustig drauf, das änderte sich jedoch mit jeder Wehe. Er stieg mir halb auf den Bauch und drückte von oben mit. Nichts tat sich. Er wurde noch ruhiger.
Er verließ kurz den Raum, um kurze Zeit später mit meinem schlimmsten Alptraum wieder reinzukommen. Man würde die Kleine jetzt holen müssen, sagte er, und machte sie bereit - die Saugglocke!
Ich war total geschockt. Dachte an die armen Knirpse mit ihren (zwar vorübergehenden) Kopfdeformationen und Hämatomen... Nein, das wollte ich nicht!!!
Mit der Glocke kam noch ein weiterer Arzt rein. Meine Beine wurden hochgelagert und ich war nur noch fertig. Bevor die Glocke zum Einsatz kommt sollte ich noch einmal richtig pressen; der zweite Arzt sollte von oben drücken und der andere Arzt unten... Ja was eigentlich?
In meiner Angst gab ich nochmal alles und tatsächlich: der Kopf rutschte aus mir heraus! Bei einer zweiten Wehe kam auch der Rest; die Nabelschnur wurde durchtrennt aber die Kleine atmete nicht. Sie sollte umgehend zu den Kinderärzten nach nebenan. Aber nach ein paar Handtuchrubblern mehr endlich der erlösende Schrei!
Um 15:31 kam die kleine Maus dann endlich bei uns an
Nicht nur pünktlich am ET sondern auch noch passend zum Feierabend (wir sind beide im öffentlichen Dienst - daher "Beamtenkind"

)
Durften noch 2 Std gemeinsam im Kreißsaal verbringen und wurden dann aufs Zimmer gebracht.
Ich hab überhaupt nicht gejammert oder geschrien. Hab mich sehr über mich gewundert.
Ende vom Lied ist leider ein Dammschnitt, der mir ziemlich zu schaffen macht (trau mich nicht zur Toilette ;-)) aber lieber das als die Glocke.
Alles in allem ist alles gut. Mein Mann hat sich prima geschlagen und wir haben beide geheult wie die Schlosshunde, als die kleine Mausi aus mir raus und auf meinem Bauch war :-)
Ich möchte mich nochmal bei meinen Hibbler- und MT-Ladies bedanken. Ihr habt mir sehr geholfen und mir gute Tipps gegeben.
Ein ganz besonderer Dank geht an Simone (sunny+djuli); wir haben uns beide sehr unterstützt und ich bin sehr froh, Dich hier kennengelernt zu haben meine Süße

Außerdem ein großer Dank an Jenny (DatJenny) (die das hier gar nicht lesen darf wegen Leseverbot!!!). Freu mich sehr, dass wir uns über dieses Forum kennengelernt haben

Carina
(und Martin und Leni)
:-)
PS: An alle Entkugelnden: Mädels, ich sag euch: Backt Nussecken

Seeehr wehenanregend

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