Vortag der Geburt: Ich fühlte mich wie ein Hängebauchschwein und hatte irgendwie schon eine Vorahnung, dass es losgehen würde.
Der ganze Tag war ruhig, abends schauen mein Mann und ich fern: Fußball-Länderspiel , Deutschland schlägt Holland 3:0. Männe trinkt Rotwein und ich sage zu ihm: Trink nicht so viel, heute nacht geht es los! Er nur: ja klar, aber er hat es trotzdem bleiben lassen…Gottseidank wie sich noch herausstellte.
Vorwehen waren wieder da und ich musste andauernd auf Toilette, ich war bestimmt 4-5 Mal innerhalb einer Stunde. Beim letzten Gang – so um 1.00 h - kam dann nicht nur Pipi sondern noch andere Flüssigkeit, die sich nicht aufhalten ließ: Fruchtwasser! Mein Bauchgefühl hatte mich nicht betrogen, es sollte also tatsächlich noch losgehen. Also habe ich meinen Mann geweckt, der mich ganz ungläubig angestarrt hat und wir haben das bereits gepackte Täschchen eingesteckt und sind ins Krankenhaus gefahren.
Uns empfing eine Hebamme, die uns dann in einen Kreißsaal gebracht hat. Sie schaute nach dem Mumu: 1 – 1,5 cm geöffnet. Die Wehen wurden dann relativ schnell stark und kamen kurz hintereinander. Ich hatte nicht das Gefühl, dass da überhaupt Pausen zwischen waren… Männes Hand hat ziemlich gelitten.

Gegen die Schmerzen, die ganz schön heftig waren, habe ich ein Zäpfchen bekommen – lächerlich, null Wirkung. Dann gab es was via Infusion, habe ich auch nicht wirklich was von gemerkt. So gegen 6 h habe ich es nicht mehr ausgehalten und eine PDA verlangt. Mumu war zu dem Zeitpunkt bei 4 - 4,5 cm. Der Anästhesist hatte etwas Mühe, aber um 6.30 h saß alles. Was für eine Erleichterung! Dann entspanntes Abwarten bis der Mumu komplett geöffnet war – Mein Mann bekam mein Frühstück und wir konnten sogar noch ein wenig schlafen. Zwischenzeitlich wurde nochmals ein Wehentropf gelegt, da die Abstände wieder größer wurden.
Ab 11 h fingen die Presswehen an und ich durfte mitschieben. Die Wirkung der PDA hatte schon nachgelassen, aber die Wehen fand ich nicht so schlimm, da man ja aktiv dagegenpressen konnte.Dann fing das Drama an: Die Herztöne der Kleinen gingen immer wieder weg, bzw. runter.
Ich durfte ein paar Wehen lang nicht pressen und musste die Wehen veratmen (AUA) Zwischenzeitlich waren 2 Hebammen und 3 Ärzte mit im Kreissaal und haben abwechselnd Ihre Hand in mich reingesteckt. Das Baby flutschte nach jeder Wehe wieder zurück.
Ich habe diverse Positionen auf dem Bett eingenommen, also quasi das Kamasutra der Geburt geturnt, aber nichts half. Mumu war schon über Stunden komplett geöffnet, aber es ging nicht mehr voran. Also hieß es Kaiserschnitt – da die PDA leider nicht ganz mittig gesetzt war, sowie keine Wirkung mehr hatte, hätte man erst den Sitz korrigieren und dann nochmals neu aufsetzen müssen. Das hätte aber zu lange gedauert und da man kein Risiko eingehen wollte, bekam ich eine Vollnarkose.

Auf dem Weg in den OP habe ich nur gezittert, man hat mich dann auf dem OP Tisch verkabelt und dann in den Tiefschlaf gesetzt. Um 15.18h wurde Pauline dann geboren.
Als ich wieder aufgewacht bin, stand mein Mann vor mir und hatte unser Baby im Arm. Ich kann mich da kaum dran erinnern. Ich habe wohl geheult wie ein Schloßhund, weiß ich nix mehr von… Fakt war, dass die Kleine die Nabelschnur neben dem Kopf liegen hatte und dadurch der Durchgang ins Becken versperrt war. Bei jeder Presswehe wurde folglich die Nabelschnur abgeklemmt und somit die Versorgung unterbrochen.
Hauptsache, wir beide sind gesund da rausgekommen, aber es war trotzdem ein traumatisches Erlebnis. Ich fühle mich irgendwie um den Geburtsmoment betrogen – hätte so gerne den ersten Schrei gehört….

Habe in der Krankenhauswoche jedes Mal heulen müssen, wenn ich am Kreißsaal vorbeigelaufen bin.
Mittlerweile geht es mir wieder gut, aber ich denke nicht gerne an die Geburt zurück.
Der Alltag mit unserer süssen Maus lässt die Erinnerung verblassen!