Es zogen die Stunden daher und die PDA wurde nachgespritzt, sodass ich hinterher vom Bauchnabel abwärts absolut kein Gefühl mehr hatte. Die Wehen habe ich zum Teil noch gespürt, aber als angenehm empfunden.
Die Hebi hat mich regelmäßig untersucht, mir wurde regelmäßig ein Katheder gelegt, weil ich so oft ne volle Blase hatte durch die Infusion, die ich bekommen habe und ich konnte ja nicht mehr selber Pipi machen.
Um 12 Uhr war der Muttermund vollständig offen. Um 13 Uhr sollte ich erste Pressversuche unternehmen. Die Hebi meinte noch, die Kleine kommt auf jeden Fall noch vor ihrem Schichtende um 14:30 Uhr.
Doch die Zeit ging (für mich relativ schnell) um und es war 14:30 Uhr. Ich hatte totale Panik, weil ich doch so eine tolle Hebi hatte und jetzt soll die auf einmal gehen müssen. Nun ja, es kam eine neue Hebi und die war auch toooooootaaaaaaal toll.
Während zuvor immer max. 1-2 Personen (also Hebi und ab und an mal der Arzt) im Kreissaal waren, standen plötzlich ca. 8 Personen vor mir und ich erinnerte mich noch an die Worte meiner Hebamme aus dem GVK: bei einer normalen Geburt ist nur die Hebamme anwesend; nur wenn es Komplikationen geben sollte, werden es ca. 6-8 Personen, also Ärzte etc.
Ich hatte plötzlich riesige Angst und war sooo froh, dass mein Mann und meine Mutter die ganze Zeit da waren. Zuvor hieß es doch Bilderbuchgeburt. Ich konnte auch noch aushalten, also warum waren da plötzlich so viele Leute.
Der Chefarzt erklärte mir, dass das Köpfchen meiner Kleinen beim Pressen immer schön komme, aber nach der Wehe immer wieder zurück flutschte und wir das jetzt Stunden lang so weiter machen könnten, aber damit nicht vorwärts kämen. Er hat mir alles so toll und ruhig erklärt, dass ich auf einmal sehr tapfer war, wie er sagte: WIR HOLEN DIE KLEINE NUN MIT DER SAUGGLOCKE!!!
Was soll ich sagen, ab da ging das Drama dann los. Meine Mutter hatte man nun rausgeschickt. Da ich wie in Trance war, kann ich mich Gott sei Dank nicht mehr an alles genau erinnern. Aber die Kleine hatte ein Hämatom am Kopf, ich musste 2 Mal geschnitten werden, dann habe ich sehr viel Blut verloren, weshalb der Chefarzt die Geburt quasi fast allein durchführte, er musste sich zig mal umziehen, weil er ständig voller Blut war.
Die Helfer wie Narkosearzt, Hebi etc. drückten alle wie wild auf meinem Bauch rum……….
Dann war es soweit: WOW WOW WOW …………..dieses kleine Wesen kam wirklich aus meinem Bauch raus. Die kleine Mia-Luna war endlich da. Sie hatte schon soooooo viele Haare und war erstaunlicherweise total sauber. Ich war begeistert.
Dann hat man sie schnell der Kinderärztin übergeben, weil sie abgesaugt werden musste. Daher konnte mein Mann auch leider nicht die Nabelschnur durchtrennen; das hatte dann die Kinderärztin gemacht.
Dann gab es noch Probleme mit der Nachgeburt, die wollte einfach nicht raus. Das Nähen dauerte auch noch ewig.
Die ganzen Details wie zb das Geschreie der Ärzte im Kreissaal, die anschließenden Schmerzen in der ersten Nacht etc. möchte ich Euch ersparen. Ich will ja niemandem Angst machen. Jede Geburt ist ja Gott sei Dank anders.
Aber ich muss schon sagen, so heftig hatte ich es mir nicht vorgestellt. Da war es schon gut, dass ich keine Wassergeburt hatte.
Ich war sooooo froh, dass mein Mann die ganze Zeit dabei war: ohne ihn hätte ich das nie geschafft. Jetzt müssen wir uns erst einmal erholen. Aufgrund des hohen Blutverlustes und der doch schweren Geburt, habe ich noch unheimliche Schmerzen und bin sehr schlapp. Aber das wird schon.
Mia-Luna
29.09.09 15:56 Uhr
3070g; 50cm; KU 34,5cm