Beginnen muss ich am Samstag, den 24. April. 4 Tage vor Termin und ich hatte so langsam keine Lust mehr schwanger zu sein. Es war ein wirklich schöner Tag und eigentlich ging es mir noch sehr gut. Wir grillten, und ich machte schon Scherze, das das wohl das letzte mal mit Bauch sein würde…
Abends kamen dann mein Schwager mit Freundin. Plötzlich hatte ich tatsächlich ein paar Wehen, sogar schmerzhafte… Als ich mich dann getraut habe, meinem Mann was davon zu sagen, waren sie natürlich schlagartig weg…
Nachts fingen sie allerdings wieder an, ca alle 20 min, allerdings zu kurz und auch zu schwach. Nachdem ich von 2.00Uhr bis 5.30Uhr hier rumgegeistert bin, und sich nichts tat, bin ich wieder ins Bett und hab noch mal geschlafen.
Gegen 8.30 sind wir aufgestanden, da wir in die Gemeinde-Stunde wollten. Mir war aber wieder komisch, da ich ja auch nicht sooo viel geschlafen hatte und ich wollte dann zu Hause bleiben. Mein Mann schaute mich schon komisch an, und spätestens als ich um 9 Uhr anfing hier zu veratmen, war er etwas unruhig. Trotz allem ist er dann mit Laura weg, und sobald ich allein war, hatte ich alle 5 Minuten Wehen. Ich bin dann etwas panisch geworden und hab schon mal alles gepackt (Laura brauchte ja auch noch nen Koffer), und schön meine Wehen veratmet. Um kurz vor 11Uhr kam mein Mann dann wieder, und wir sind dann doch mal losgefahren.
Im Krankenhaus war ich erst mal erleichtert, eine freundliche Hebamme anzutreffen, und nicht so einen Drachen wie bei Lauras Geburt. Ich kam ans CTG und was war??? In einer halben Stunde eine klitzekleine Wehe!!
Ich bin fast verrückt geworden, und hab mich total geschämt. Mein Mann hat sich auch etwas verarscht gefühlt von mir… Die Hebamme untersuchte dann: 4cm, also hatte ich mir doch nichts eingebildet!
Ich habe dann diesmal lieber gleich gesagt, das ich gerne eine Wassergeburt hätte, aber dank meiner lieben Hebamme war das schon bekannt.
Ich bin dann etwas im Kreisssaal gewandert und die Wehen kamen schnell wieder in kürzeren Abständen und wurden immer stärker. Mittags bekam ich dann noch etwas zu essen. Zitat meines Mannes „Solange die Kühe noch fressen, wird das so schnell nichts“. Na danke auch… Mit dem Essen wars aber dann doch nicht mehr weit her und ich hab mir nur einige Bissen eingezwängt, weil ich dachte, ich brauch die Kraft.
Die Hebamme meinte dann, sie wolle noch mal CTG schreiben, in der Zeit würde sie Übergabe mit der nächsten Hebamme machen und die würde mich dann noch mal untersuchen und in die Wanne stecken. Um 13 Uhr ca bekam ich aber dann ein komisches Gefühl und habe gefragt ob ich nicht gleich in die Wanne könne, da ich Angst hatte es sonst nicht mehr zu schaffen (die Hebamme meinte, ich solle lieber schon vorher in die Wanne, damit das Wasser etwas abkühlen kann). Die Untersuchung zeigte dann 7cm.
Also umziehen in den anderen Kreissaal mit Gebährwanne. Dort hat mich dann die andere Hebamme empfangen, wieder großes Aufatmen, denn es war wieder eine nette!
In der Wanne war es soooo entspannend… so entspannend, dass die Wehen wieder nur alle 5Minuten kamen und die Fruchtblase nicht platze. Die Hebamme suchte alles wichtige zusammen, unter anderem ihre DigiCam, mit den Worten „Manchmal kriegt man ganz schöne Bilder bei ner Wassergeburt.“ Ausserdem meinte sie, bei einer Wassergeburt seien die Frauen selbstbestimmter, sie würden selbst bestimmen, wann sie drücken, wie schnell sie ihre kinder bekommen und so weiter…
Um ca 13.45Uhr war der Muttermund bei 9cm, aber die Fruchtblase immer noch intakt. Ich sass gemütlich in meiner Wanne und hab Scherze gemacht, wahrscheinlich hat die Hebamme mich für total verrückt gehalten. Mein Mann lachte auch „vor halb 3 wird das eh nichts“. Sie meinte dann irgendwann sie macht die Blase jetzt auf, damit mehr Druck auf den Muttermund kommt. Zwichendurch kam dann der Arzt noch machte sich fertig und verschwand wieder ins Nebenzimmer.
Als die Fruchtblase geöffnet war, ging es dann rund. Die Wehen kamen in kurzen Abständen und waren sehr schmerzhaft.
Um das Köpfchen schneller in die richtige Lage zu bringen bin ich dann in den Vierfüsslerstand gegangen und sofort wurden aus dem Wehen Presswehen. Mit DEM Druck hatte ich nicht gerechnet. 2 Presswehen auf den Kieen in denen ich den halben Kreissaal zusammengeschrieen habe (der Arzt hat auch gleich gehört, was los war) und ich durfte mich endlich wieder hinsetzen. Das war allerdings einfacher gesagt als getan… Mein Mann hat mich dann wieder hingesetzt und hätte damit fast die Geburt verpasst. Plötzlich verspürte ich einen so starken Druck und den Drang mitzudrücken, was ich von Laura gar nicht kannte. Im nächsten Moment spürte ich schon das Köpfchen. Ich fing es auf und habe instinktiv daran gedacht, wie sich der Körper dreht und das ich etwas abwarten muss. Ich habe also langsam weiter geschoben und meine Mia so alleine auf die Welt gebracht. Schließlich war sie da und ich konnte sie aus dem Wasser nehmen.
Der Arzt hat von der Tür aus zugesehen und die Hebamme hat Fotos von der Geburt gemacht *gg*.
So ist Mia Lisanne um 14.31 Uhr, am 25.04. mit 3460g und 50cm geboren. Für mich war es meine absolute Traumgeburt, denn ich hätte niemals gedacht, dass man trotz Krankenhaus so persönlich und „privat“ sein Kind bekommen kann. Scheinbar war es auch für den Arzt ziemlich aussergewöhnlich, denn bei jeder Visite bekam die Schwester erzählt „Ach die Frau K.! Da haben wir so tolle Bilder gemacht“.

Es ging uns von Anfang an super! Ich bin zwar etwas gerissen und musste genäht werden doch die Naht hab ich bis heute noch nicht gespürt…
Später hab ich mich geärgert, dass ich nicht ambulant entbunden habe, andererseits war diese Exclusiv-Zeit mit Mia auch schön.
Wenn es jemanden interessiert, kann ich gerne die Bilder der Geburt einstellen (oder Links davon).