Ich konnte mich dann entscheiden ob ich ins normale Kreissaalbett will oder in mein normales Bett, ich hatte mich für mein normales entschieden und das war dann auch da. Die Ärzte waren dann auch irgendwann da. Sie versuchten dann die PDA zu legen, aber irgendwie hat das alles ewig lange gedauert. Immer wieder die Wehen dazwischen, ich hatte echt Angst dass die mir da die Nadel zu weit schieben usw. Hmm wie war das mit den Schmerzen? Mein Blutdruck war auch zu hoch und ich hatte die ganze Zeit diese Blutdruckmanschette um den Arm, und ich wollte doch immer bei ner Wehe irgendwas zusammenquetschen aber es ging irgendwie nicht, weil ich das Gefühl hatte dann diese Manschette zu sprengen. Außerdem waren die ja auch mit ihrer PDA noch nicht fertig und ich musste ja immer diesen Katzenbuckel machen, die Hebamme saß vor mir und hat mir immer gezeigt wie ich meinen Kopf am besten mache usw. Moah ich hatte solche Schmerzen. Ich glaube so um 23:20 Uhr (alles nur geschätzte Zeiten) war die PDA dann endlich dran und ich sollte mich hinlegen. Die Hebamme hat den Muttermund gefühlt und der Muttermund war vollständig offen. (Eigentlich ist die PDA für die Eröffnungsphase, die hätt ich mir dann also sparen können). Und ich hatte solche dollen Schmerzen. Ich hab gesagt ich schaff das nicht, es tat so weh. Sie sagte mir dann auch was von ich könnte schon leicht drücken, aber irgendwie hatte ich das „gehört“ aber nicht registriert. Ich hielt also die Wehen noch ein wenig aus, bevor ich dann wirklich mal „drückte“. Auaaaa echt. Sie fragten mich dann „Möchten sie vielleicht noch ein Schmerzmittel“ und ich „Jaaaaa bittte“. Wirklich?? Mama sagte dann irgendwann noch mal „JAA sie will eins und zwar jetzt“. Da rannten sie alle raus, und ich hab gesagt, ich glaub da ist schon was. Ich hatte das Gefühl ich hab schon was rausgepresst. Ich hatte ja die Decke auf mir liegen. Und ich „Mamaaa guck doch mal, da ist schon was“. Sie hat dann geguckt und da war tatsächlich der Kopf schon draußen, sie schrie dann zu den Ärzten und der Hebamme das er schon da ist, denn die waren ja alle verschwunden für das Schmerzmittel. Also hatte sich das dann auch mit diesem Schmerzmittel erledigt. Ein bisschen musste ich dann noch pressen, aber das war halb so schlimm. Am 11.12.07 um 23:45 Uhr war Manuel da. (wenn man so überlegt, der Mumu war um 22:30 noch bei 1 cm) Erst hatte ich Angst hinzusehen aber Mama sagte direkt, dass er ganz ganz süß ist. Ein (eigentlich) perfekter kleiner Mensch. 46 cm und 1880 gramm (dann doch nur) leicht. Mein kleiner Sohn. Ich dachte immer, er wacht gleich auf und schreit, aber das tat er nicht. Ich habe es mir so gewünscht, dass er losschreit, nein ich konnte es mir noch so wünschen, nichts passierte. Sie haben ihn dann in ein Handtuch eingewickelt und ihn mir in den Arm gegeben. Es war so wunderschön, aber doch so unendlich traurig. Warum nur? Warum kann er nicht leben? Er ist doch mein Baby, mein perfektes kleines Baby für den ich ALLES gegeben habe, und auch noch weiter ALLES gegeben hätte. Ich hätte alles für ihn getan. Warum musste das nur passieren. Mama hatte dann Papa angerufen und er kam bald und Mathias hatte seine Eltern und seine Schwester angerufen und auch sie kamen bald. Manuel sah wirklich aus, als wenn er schläft und sein Körper ist so perfekt, alle 5 Finger, nichts überkreuzt oder sonst was (was ja bei der Trisomie 18 üblich ist), ganz viele dunkle Haare hat er und ziemlich große Füße, mit allen Zehen dran. Die kleine Lippenspalte war irgendwie absolut nicht schlimm, die störte absolut nicht, er ist PERFEKT so wie er ist, ich will nur ihn. Er sieht aus, wie ein normaler aber wunderschöner kleiner Junge. Wir alle haben ihn immer wieder angesehen und ihn bewundert. Ich habe mit ihm geschmust, ihn geküsst, ihn gestreichelt. Wir hatten ihn ganz lange im Arm. Irgendwann hat die Hebamme ihn dann ein bisschen gewaschen, gewogen, gewickelt und angezogen, und in ein warmes Handtuch gepackt, ich habe dabei so geweint, ich wurde zum Glück mit dem Bett mitgenommen.
Dann hatte ich ihn wieder im Arm, und wir haben ein paar Bilder gemacht. Die Hebamme hat uns dann angeboten, dass Mathias und ich im Kreissaal schlafen können und den Kleinen die ganze Nacht bei uns haben können. Das wollten wir natürlich. Unser Zimmer wurde „fertig gemacht“. Und die anderen verabschiedeten sich dann. Ich habe noch eine zeitlang mit Manuel geschmust und dann haben wir ihn in ein kleines Körbchen gelegt und wir hatten ihn dann zwischen unseren Betten also zwischen uns in dem Körbchen liegen. Ich habe ihn die ganze Nacht gestreichelt. Oder hatte seine Hand in meiner. Für mich war es wunderschön und doch so unendlich traurig.
12.12.07
Heute ist der Tag des Abschieds. Körperlich ging es mir direkt gut, aber seelisch natürlich nicht. Meine Tante, mein Onkel und meine Cousine kamen noch vorbei um sich unser Engelchen anzusehen und sich von ihm zu verabschieden. Mama und Papa kamen natürlich auch noch. Wir haben ihn noch mal umgezogen, einen kleinen Strampler von uns, und ihn dann wieder in sein Körbchen gelegt. Dann mussten wir uns leider von unserem Engelchen verabschieden. Der schwerste Augenblick überhaupt. Ich habe ihn noch ein paar Mal geküsst und ihn gestreichelt, ich habe ein so wunderschönes Baby in Erinnerung. Dann hat Mama ihn zu den Hebammen gebracht. Das war das letzte Mal als ich mein Engelchen gesehen habe. Wir haben alle sehr sehr geweint, es war sooo schrecklich. Ich hatte immer das Gefühl ich lasse mein Baby allein, obwohl ich ihm doch immer wieder versprochen habe ihn niemals allein zu lassen. Es tat einfach nur weh. Ich glaube es gibt nichts schlimmeres im Leben. Schon da fehlte er mir.
Anschließend fuhren wir zum Bestatter und besprachen alles. Unser Engel sollte ein schönes Gesteck bekommen, einen Stern aus gelben Rosen haben wir uns ausgesucht. Die Beerdigung wird am 17.12.07 sein. Er wird in seine Kuscheldecke eingewickelt und bekommt ein paar Kuscheltiere und ein Bild von Mama und Papa mit in sein Bettchen.
Danach ging es nach Hause. Ich brauchte dann erst mal schlaf und habe nachdem ich eine Beruhigungstablette genommen habe auch fast den Restlichen Tag geschlafen.
Am 17.12.07 wurde Manuel beerdigt. Ein ganz schlimmer Tag.
Ich habe trotz dass es am Ende nicht so ausgegangen war wie ich es mir gewünscht hatte keine Sekunde bereut.