Es wurde kurz untersucht (Mumu 3 cm) Ich wurde aufgeklärt, bekam das Medikament gespritzt, zusätzlich noch Buscopan. Mir wurde gesagt, wenn das Medikament wirkt, bekomm ich das Gefühl wie besoffen zu sein. Jaaaa, das Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr
Die Schmerzen waren kaum noch zu ertragen, die Wehen zogen ungemein in den Rücken. Ca. 18:40 Uhr schickte ich meinen Mann in die Cafeteria, er soll doch die Beiden nach Hause schicken. Ich war zu diesem Zeitpunkt echt der Meinung, dass sich das alles noch eine Weile hinziehen wird. Ich drehte mich von rechts nach links, auf der linken Seite waren die Wehen gar nicht zu ertragen. Also zurück auf den Rücken. Und so weiter . . . .
Mir wurd aufeinmal recht komisch, ich hörte alles nur sehr weit weg. Ich dachte, mir hätte jemand eine Glasglocke auf den Kopf gesetzt. Irgendwas stimmt nicht mit mir, dachte ich noch. Du liegst hier, bekommst ein Kind, aber was hat dieses Gefühl zu sagen? Ich bekam Panik, BZ wurde kontrolliert, 2,9 mmol/l – oh oh! Glukose Infusion wurde angehangen . . . . . Mumu bei 7 cm . . . . . Mein Mann kommt zurück, Hebamme meint, wenn ich Gefühl habe zu pressen dann soll ich das tun. Gesagt, getan. Es war ein unbeschreiblicher Druck – und der war aufeinmal vorbei!? Ist mein Kind da? Aber warum schreit er nicht? Es ging dann doch urplötzlich alles sehr schnell (der Zwerg war wohl auch nicht richtig damit klar gekommen, er war sprachlos ) womit so richtig keiner gerechnet hat (hätten sie sonst meinen Mann gehen lassen???)
Was soll ich sagen, ich hatte eine! Presswehe und mein Kind war komplett geboren. Diesmal kam nicht: Das Köpfchen ist schon da, nein, der ganze Zwerg war da. Ich war so erleichtert.
Alle Schmerzen waren vergessen, als ich Leo auf die Brust gelegt bekam. Ich schaute ihn an und war mir dann nicht mehr so sicher, ob es wirklich ein Junge ist (er sah aus wie meine beiden Mädels ) Die Hebammen lachten herzlich, zeigten mir aber den Beweis
Leider bin ich diesmal gerissen, wurde genäht mit drei Stichen, aber alles halb so wild.
Mein Mann klingelte dann das Handy meiner Tochter an. Diese standen noch vor der Klinik, da mein Vater noch eine geraucht hatte, bevor sie sich auf den Heimweg gemacht haben. Sophie sagte ihrem Opa, dass ihr Bruder da sei (dieser brüllte ja ins Telefon). Mein Vater konnte es kaum fassen, Zigarette wurde weg geworfen, Kaugummi in den Mund und dann kamen sie hoch in den Kreissaal. Für meine Sophie war es ein unbeschreibliches Gefühl, ihren Bruder 10 Minuten nach Geburt in den armen zu halten. Sie war so stolz. Mein Vater stand daneben mit Tränen in den Augen. So hab ich ihn noch nie gesehen.
Oma und Elin wurden angerufen und abgeholt, auch sie kamen noch in den Kreissaal. Auch Elin konnte sich nicht satt sehen. Einfach nur schön.
Das war am 14.04.2011 -- 18:51 Uhr. Am nächsten Tag ging es dann bereits 12 Uhr nach Hause. Mir ging es einfach nur super. Auch Leo hatte keine Anzeichen von Diabetes.
Auch wenn es viele Leute gab, welche mich von einer Entbindung in der Uni-Klinik hier in Leipzig abbringen wollten, kann ich nur sagen, dass es die richtige Entscheidung war, dort zu entbinden.
Ich find es dort wahnsinnig schön, dass man immer jemanden im Kreissaal bei sich hat. Es werden viele Schüler ausgebildet, die sich echt den Hintern zerfetzen, damit es Dir gut geht.
Sollte sich noch mal ein Kind auf den Weg machen, wird ich wieder dort entbinden.