Nach gut einem Jahr schaffe ich es jetzt auch mal den Geburtsbericht von Jonas zu verfassen...

Vorsicht, ist etwas lang geworden

Mein ET war der 19.07.2010.
Am Mittwoch, den 14.07.2010 war ich mit Nora nachmittags bei Ihrem Tanzkurs und es fiel mir schon seeeehr schwer, die Std. dort zu sitzen, das war total unangenehm irgendwie...Hatte so einen Druck nach unten... Hab mir aber nichts weiter dabei gedacht und es verdrängt. Abends waren wir dann noch bei meinen Eltern zum Grillen als es ein fürchterliches Unwetter draußen gab. Ich dachte noch kurz, dass ja viele Kinder geboren werden, wenn es solche Unwetter/Wetterumschwünge gibt...

Der weitere Abend verlief dann aber ohne besondere Vorkommnisse und ich konnte abends gut einschlafen.
Gegen 1 Uhr nachts wachte ich aber auf, weil ich leichte Schmerzen spürte, die mehr oder weniger regelmäßig auftraten. Ich schlief aber nochmal ein bisschen ein.
Gegen 3 Uhr wachte ich wieder auf, weil die Schmerzen nun doch stärker waren und zwischen 3-8 min. auftraten. Die Abstände konnte ich noch nicht so richtig abgrenzen. Ich stand auf und ging mehrmals auf Toilette und lief im Haus herum, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Im Liegen tat mir außerdem der Bauch so weh. Ab und an musste ich die eine oder andere Wehe schon veratmen. Das Veratmen tat gut. Irgendwie war mir klar, dass es heute was werden könnte mit der Geburt unseres Schatzis, obwohl die Wehen noch sehr unregelmäßig und diffus waren. Ich legte mich nochmal ins Bett und versuchte einzuschlafen, was mir aber nicht gelang. Ich döste nur. Gegen 5 Uhr stand ich wieder auf, weil ich nun überhaupt nicht mehr schlafen konnte. Ich veratmete die Wehen, die immer noch recht unregelmäßig waren. Ich postete im Juli-Thread im SO-Forum und tigerte anschließend weiter durchs Haus. Die Dinge, die noch in der KH-Tasche fehlten, suchte ich zusammen und legte sie bereit. Dann ging ich doch nochmal ins Bett. Um 7 Uhr klingelte der Wecker für meinen Mann und Nora, die für den KiGa fertig gemacht werden musste. Ich sagte zu meinem Mann, dass es heute vielleicht was werden konnte mit der Geburt, weil ich Wehen habe. Er war total überrascht, weil er (mal wieder – war bei Noras Geburt auch schon so

) überhaupt nichts mitbekommen hatte nachts. Ich ging duschen, um mich dann mit Nora und meinem Mann an den Frühstückstisch zu setzen. Ich musste da allerdings schon ständig aufstehen, wenn eine Wehe kam... Gegenüber Nora lies ich mir nichts anmerken, ich wollte sie nicht beunruhigen. Ich konnte die Wehen, die teilweise nun schon gut zogen, auch noch ganz gut wegatmen, so dass Nora nichts bemerkte. Ich bat meinen Mann dann, Nora in den KiGa zu bringen und noch ein Päckchen zur Post zu bringen.

Ich sagte ihm auch, er solle sich ein bisschen beeilen. Dann rief ich gegen 8:45Uhr meine Beleghebamme an um ihr mitzuteilen, dass ich Wehen hatte. Da wir eh um 9:45Uhr einen Untersuchungstermin in Ihrer Praxis vereinbart hatten, fragte sie mich, ob ich da noch hin kommen wolle oder ob wir uns gleich im KH treffen sollen. Ich sagte zu ihr, dass ich nicht sicher bin wie weit ich bin und was ich will und doch erstmal zu ihr in die Praxis zur vereinbarten Uhrzeit kommen werde. Sie fragte mich noch, ob sie ihre weiteren Termine für den Tag canceln soll. Ich antwortete, dass ich es nicht weiß... Dann rief ich meine Mutter an um ihr auch zu sagen, dass ich Wehen habe und sie evtl. Nora mittags vom KiGa abholen müsse, wir uns aber nochmal melden werden... Es war nun kurz nach 9Uhr und so ruhig ich bis dahin war, wurde es doch plötzlich recht heftig mit den Wehen... Ich ging im Wohnzimmer auf und ab und die Wehen waren plötzlich kaum noch auszuhalten.

Ich wollte gerade meinen Mann auf dem Handy anrufen um zu fragen wann er denn endlich zurück kommt, als er auch schon zur Tür herein kam. Wohlgemerkt ist er in dem Glauben zum KiGa gefahren, dass wir noch viiiiiiiiiiiel Zeit haben und meine Wehen noch im Anfangsstadium sind - und als er zurück kommt stehe ich nun plötzlich im Flur und teile ihm unter starken Wehen mit, wir müssen
JETZT ins KH fahren, er solle
SOFORT meine Hebi anrufen und sie dahin beordern. Mein Telefonat mit der Hebi lag ja da erst knapp 20min. zurück, als er sie erneut anrief um ihr zu sagen, sie solle sofort zum KH fahren. Ich setzte mich ins Auto. Kurz überlegte ich, ob ich was auf den Sitz legen sollte falls die FB platzt, hatte aber keine Kraft meinem Mann diesen Gedanken mitzuteilen und so setzte ich mich einfach und krallte mich an einer Wasserflasche fest... Wir fuhren los und nach ein paar Metern überlegte ich panisch, ob ich meinem Mann sagen soll, dass wir ins nächstgelegene KH (ca. 10min.) und nicht in das, wo meine Beleghebamme arbeitet (ca. 15min.), fahren sollen, da ich da glaubte es nicht mehr bis dahin zu schaffen...

Ich dachte mir nur “nein, ich muss das schaffen, ich will doch mit Monica (meine Hebi) entbinden!" Also biss ich die Zähne zusammen und sagte nix... Die Kurven waren der Horror, ich sagte meinem Mann er solle gaaaaaaaanz langsam fahren... Kurz danach schrie ich ihn an er solle verdammt nochmal Gas geben – ;Dder Arme

Unter heftigen Wehen musste ich ihm dann auch noch den Weg zum KH weisen – was ich in der Tat noch geschafft habe... Ca. 5min. vor dem KH sah ich das Auto meiner Hebi vor uns fahren und mir fiel ein Riesen Stein vom Herzen. Ich sagte meinem Mann er soll auf JEDEN FALL direkt hinter ihr bleiben – scheiß auf rote Ampeln

Direkt vor dem Haupteingang des KHs parkten wir (es ist 9:40Uhr) und meine Hebi nahm mich in Empfang. Ohne viele Worte checkte sie gleich was los war. Sie schickte meinen Mann zur Anmeldung um mich im KH einzuchecken und sagte ihm sie geht mit mir schonmal vor in den Kreissaal. Gesagt getan. Wir nahmen einen Aufzug um zum Kreissaal zu fahren. Ein Krankenpfleger fuhr zufällig mit, ich glaube der hatte schon leichte Panik er müsse im Aufzug Zeuge oder gar Helfer einer Geburt werden.

Endlich auf der Etage der Kreissääle angekommen konnte meine Hebi kaum fassen, dass ich während der Wehen nicht stehen bleiben musste sondern ohne Pause zum einzigsten freien der 5 verfügbaren Kreissääle lief. (Im Nachhinein frage ich mich was passiert wäre, wenn der auch besetzt gewesen wäre...

) Ich hatte es halt eilig

Im Kreissaal lief ich kurz umher, weil die Wehen wie auch bei Nora schon im Laufen am erträglichsten waren. Die Hebi wollte mich aber untersuchen und bat mich zum Bett. Auf dem Weg dorthin platzte mir plötzlich die Fruchtblase und ich stand in einer riesigen Pfütze. War ja noch in voller Montur, also waren Hose, Schuhe, alles pitschenass...

Mein einzigster Gedanke in der Sekunde war “Gott sei Dank nicht im Auto!”

Die Hebi half mir aus den Klamotten und ich bemerkte, dass sie zittert...

Das machte mich nun doch ein bisschen nervös, dass ich sie nervös machte und ich überlegte ob irgendwas nicht stimmt... Irgendwie schaffte ich es dann auf das Kreisbett zu klettern. Die Hebi untersuchte mich und meint nur, falls ich das Bedürfnis hätte zu Pressen könne ich das ruhig tun...

Ich dachte “WIE BITTE, wir sind doch gerade erst hier angekommen...” Die Hebi rief eine Ärztin, die auch sofort kam und zusammen versuchten sie mit dem CTG die kindl. Herztöne zu erfassen, was erst nicht gelang. Ich bemerkte wieder ihre Nervosität und machte mir wieder Sorgen, das was nicht stimmt... Noch viel mehr Sorgen machte ich mir aber auch darüber, dass mein Mann immer noch nicht im Kreissaal angekommen war und meine Hebi mir schon sagte ich könne Pressen... Ich hockte im 4-Füßler auf dem Kreisbett und fragte panisch, ob “er denn gleich kommt”. Meine Hebi darauf “ja, dein Kind ist gleich da!” Ich: “Nein! Ich meine meinen Mann!!!”

Sie meinte, dass eine Krankenschwester geschickt wurde um ihn zu holen.