Ich probier mal was neues...
und dabei dachte ich an eine Geburt mit Hebamme, nicht so wie bei den Mädels, dass in dem Moment keine da ist.
Ich hatte bestimmte Vorstellungen, wie es ablaufen sollte:
Ich, zuhause in der Wanne, mit netten Wehen. Mein Freund vor der Badewanne, wie er mir die Hand hält und gut zuredet. Meine Hebamme
daneben, die auf uns aufpasst, ab und an mich ansport, weiter zu machen, weil ich mit den Schmerzen keine Lust mehr habe.
Ja, ich mag Träume. *g*
Es war Mai, als mein Gefühl mir sagte, mach langsamer, der Kleine darf noch nicht raus. Also machte ich weniger wie sonst, auch wenn
ich vor Ungeduld nur so platze. Ende Mai, laut meiner Rechnung ab dem 17ten Mai, dürfte er kommen... bitte, bitte, bitte... Aber er kam nicht, auch nicht an meinem Geburtstag oder kurz danach
Trotzdem hielt er sich an Ende Mai
Es war der 30te Mai, abends... im Gegensatz zu den vielen Tagen davor, hatte ich plötzlich viel viel öfters einen harten Bauch bekommen, musste ab und an mich richtig konzentrieren, um mir die noch schwachen Schmerzen, das nervige Ziehen nicht anmerken zu lassen.
Aber das kenn ich ja schon, jaja, diesmal falle ich nicht darauf rein und mach mir Hoffnungen, es könne bald losgehen.
Wie gewohnt gehe ich gegen 22/23Uhr ins Bett, zum schlafen... werde aber hin und wieder wach, weil mein Bauch so zieht und es immer wieder nervig schmerzt.
Und dann, ich schätze es war 2 Uhr 15 - mich nervt gerade wieder ein schmerz, diesmal so sehr, das ich kurz aufstöhne - höre ich ein *plopp*.
Ich werde wacher, horche in mich hinein. Der eben noch dagewesene Schmerz hat sich verkrümmelt, neben mir atmet meine Tochter im Schlaf... nee, das ist nicht das, was ich jetzt denke... es ist noch alles trocken.
Ich versuche wieder zu schlafen, was mir auch gelungen wäre, hätte ich nicht plötzlich das Gefühl gehabt, etwas will aus mir auslaufen.
Da ich das ett nicht versauen will und auch nicht den Teppich im Schlafzimmer, springe ich aus dem Bett, so als hätte ich diesen riesen Bauch gar nicht.
Schnell laufe ich ins Bad, bereits im Flur spüre ich, wie es mir die Beine runter läuft, um dann auf die Fliessen im Bad zu plätschern.
Ich weiß nicht, ob ich lachen oder hysterisch werden soll. Vielleicht ist ja meine Blase undicht, also versuche ich es anzuhalten....
nein... es plätschert weiter, du meine Güte, wieviel wasser ist da drin?
Um ganz sicher zu gehen, entleere ich meine Blase in der Toilette...
Das Plätschern ist etwas weniger geworden, hört aber nicht auf. Das nasse Höschen lege ich ins Waschbecken, mehr hatte ich bei dem Wetter eh nicht an.
Schatz? Schatz? ... Schatz?
Im Wohnzimmer geht der Fernseher aus, ich höre, wie sich mein Freund umdreht, um für seinen Schlaf eine gemütlichere Position zu finden.
Hmmm... ok... ich lege derweil zwei Handtücher auf den Boden, damit ich nicht ausrutsche und beobachte das Plätschern...
Schaatz? .... Schaaaatz?!
Eine süße kleine Wehen kitzelt mich.
Verdammt, aber es hieß doch auch, dass es nach einem Blasensprung nicht unbedingt gleich losgehen muss.
*wimmer* Schaaatz??
Endlich eine Reaktion, er wacht auf und fragt mich verschlafen was los ist. Ich antworte mit einem "aua?". Gäbe es einen Übersetzer, bzw, wäre ich selbst nicht so verwirrt und durcheinander gewesen, hätte ich gesagt: Ich stehe mitten in der Nacht im Bad, die Tür ist offen und ich rufe dich, statt dich stupsern zu wecken... was zum Geier wird wohl los sein?
Er springt vom Schlafsofa und kommt zum Bad, sieht mich nackt dastehen und fragt mich, ob er die Hebamme rufen soll... es ist mittlerweile 2 Uhr 18.
Nachdem ich zustimme, ruft er sie an und schildert ihr kurz, was los ist... er fragt mich nach Wehen... joa, die hab ich... er gibt mir das Telefon. Meine Hebamme fragt mich, ob sie schon kommen soll, wie die Wehen sind. Ich bin immer noch verwirrt, vorallem weil ich gerade keine Schmerzen habe, sage ihr, ich hab zwar Wehen, aber noch gute, schmerzlose Pausen dazwischen... aber sie sollte doch besser jetzt schon kommen. Wir legen auf und eine gemeinere Wehe überfällt mich.
Ich stehe an der Waschmaschine, versuche ihr zu entkommen, indem ich mich auf Zehenspitzen stelle. Ich weiß noch, dass mein Freund mich dabei beobachtet und dann wieder in der Wohnung rum rennt.
Nun sind die Pausen nicht mehr schmerzfrei, ich verschnaufe trotzdem so gut ich kann.
Ich überlege, ob ich die Wanne saubermachen und volllaufen lassen soll, kann mich aber nicht dazu durchringen, da mir das verfärbte Fruchtwasser Angst macht.
Zwischendurch kommt mein Freund wieder vorbei und fragt mich, wie es mir geht, ob alles in Ordnung ist. Ich beruhige ihn, ignoriere ihn aber darauf hin, dank einer noch gemeineren Wehe. Himmel, so Schmerzen kann man niemalsnie vergessen, neinneinnein...
Aber sie kommen mir echt gemeiner vor, wie bei den Mädels... Liegt es daran, dass ich nicht im warmen Wasser sitze? Soll ich jetzt noch schnell die Wanne machen? Arg, diese Schmerzen.
Mir wird schlecht, omann, nicht das noch...
Ich schaue runter zur Toilette... okay, die nächste Pause gehe ich langsam in die Knie... gut so... Deckel kann ich ja kurz vorher aufmachen, jetzt kann ich ihn noch zum darauf stützen nutzen... Meine Fresse, nie wieder, omeingott, wenn ich wieder schwanger werden sollte, gibts nen Kaiserschnitt!
Ohoh... auch das noch, ich muss dringend auf die Toilette... moment, nein, wie war das mit dem Stuhlgangdrang und dann kam das Kind auf der Toilette zur Welt? Okay, ich bleib hier Knien und *puuuh*
Die Schmerzen haben es echt in sich...