Errechneter Entbindungstermin war der 23.04.2011. Doch Emma war wohl zu neugierig und wollte sich die Welt schon etwas früher anschauen.
Bereits seit Mitte der Schwangerschaft hatte ich relativ viele Übungswehen, hab mir aber erstmal nichts weiter dabei gedacht. Bei 26+1 bekam ich plötzlich starke Bauch- und Rückenschmerzen, die allerdings nicht wie Wehen waren. Wir sind dann ins Krankenhaus gefahren. Dort stellte sich heraus, dass ich eine Nierenbeckenentzündung hatte die auch Wehen ausgelöst hat, der GMH war da auf 2,5cm verkürzt.Also musste ich im Krankenhaus bleiben, bekam Bettruhe, Wehenhemmer, Lungenreife und Antibiotika. Zum Glück haben sich die Wehen nach einigen Tagen beruhigt, der GMH war auch wieder bei 3,2cm, sodass ich keinen Wehenhemmer mehr brauchte, hatte nämlich auch starke Nebenwirkungen davon. Nach 9 Tagen im Krankenhaus konnte ich dann entlassen werden.
Wieder zuhause musste ich mich zwar schonen, brauchte aber zum Glück nicht nur zu liegen. Hatte zwar immer mal wieder Wehen, besonders abends, diese hatten aber keine Wirkung auf den GMH, der stabil bei ca. 3,5cm blieb. In der 30. SSW stellte die FÄ allerdings fest, dass das Köpfchen schon ganz tief im Becken saß, ich hatte also bereits in der 29./30.SSW Senkwehen. Da habe ich mich dann schon gefragt, ob das bis zum Termin hält?
Bei der letzten Untersuchung bei 32+3 war aber soweit alles ok und die FÄ meinte, ich brauche mir keine Sorgen zu machen.
Mir ging es allerdings nicht so besonders gut, mein Becken tat ziemlich weh und ich bekam immer mehr Wassereinlagerungen, sodass ich kaum noch laufen konnte. Am 07.03. (33+2) hatte ich dann einen total schlechten Tag, hatte super schlechte Laune und fühlte mich überhaupt nicht wohl. In der Nacht bekam ich mal wieder Wehen, was ja erstmal nix neues war. Als die dann aber über Stunden regelmäßig alle 7-8 min kamen und mich gar nicht schlafen ließen, hab ich mir dann schon Sorgen gemacht. Also hab ich gegen 6 Uhr meinen Mann geweckt, und wir haben uns entschlossen, ins Krankenhaus zu fahren.
Dort ging es natürlich zuerst ans CTG, das die Wehen aber (wie so häufig) nicht richtig aufzeichnete. Bevor ich zur Untersuchung kommen sollte, bin ich nochmal auf Toilette, und da hatte ich dann blutigen Schleim am Toilettenpapier. Da hab ich dann schon ein komisches Gefühl bekommen. Die Ärztin machte dann erstmal Ultraschall, die Kleine wurde auf ca. 2100g geschätzt. Beim Vermessen des GMH zeigte sich, dass dieser nur noch 1,5cm lang war und sich ein Trichter gebildet hatte. Bei der Untersuchung kam noch mehr Blut und Schleim, da ich bereits den Schleimpfropf verlor. Da dieser aber so flüssig war, machte die Ärztin noch einen Test auf Fruchtwasser, der dann tatsächlich eindeutig positiv war

. Ich hatte also einen Blasensprung, von dem ich aber gar nix gemerkt hatte! Anscheinend war die Fruchtblase irgendwo im oberen Bereich eingerissen, sodass ich zunächst nur ganz wenig Fruchtwasser verlor. Erst später kam dann immer wieder etwas Fruchtwasser.
Also bekamen wir gesagt, dass aufgrund der Gefahr einer aufsteigenden Infektion unsere Kleine innerhalb der nächsten ca. 48 h zur Welt kommen müsse.
Da hatte ich damit gerechnet, dass wieder Bettruhe und Wehenhemmer auf mich zukommen, und stattdessen würde ich nun bereits mein Baby bekommen! An den Gedanken musste ich mich auch erstmal gewöhnen. Da es aber nicht zu ändern war, beschlossen mein Mann und ich, das Beste draus zu machen und freuten uns auf unsere Tochter. Da ich von der SSW schon weit genug war, durfte ich zum Glück eine spontane Entbindung versuchen.
Die nächsten Stunden hing ich am CTG, aber die Wehen wurden einfach nicht stärker. Also gingen wir spazieren, um die Wehen in Gang zu bringen. Komischerweise konnte ich auf einmal wieder gut laufen und fühlte mich richtig fit. Die Wehen wurden allerdings auch davon nicht stärker und waren nach wie vor sehr gut auszuhalten. Auch ein wehenanregendes Fußbad brachte nichts.
Also bekam ich am frühen Nachmittag ¼ Einleitungstablette, um das Ganze etwas anzustupsen.
Und tatsächlich wurden die Wehen in den nächsten Stunden immer stärker, und am frühen Abend musste ich sie dann veratmen.
Ab dann hatte ich auch kein Zeitgefühl mehr, bin mir mit der Reihenfolge der Ereignisse während der Nacht auch nicht mehr sicher.
Da kein Kreißsaal frei war, hing ich im Vorwehenzimmer am CTG.
Die Abstände zwischen den Wehen wurden dann immer kürzer, bis ich fast keine Pausen mehr zwischen den Wehen hatte. Dadurch konnte ich mich gar nicht mehr erholen. Als die Hebamme nach dem Muttermund guckte, war der allerdings gerade mal bei 1cm >

. Also bekam ich eine Tablette Wehenhemmer, da ich echt schon total am verzweifeln war. Zum Glück führte das dazu, dass die Wehen selbst etwas stärker wurden, ich aber wieder zumindest kleine Pausen dazwischen hatte. Ich hing dann ca. 4 Stunden ununterbrochen im Liegen am CTG, bis mir der Rücken extrem wehtat. Irgendwie hatten die Hebammen uns in der Zeit wohl etwas vergessen.