Eigentlicher ET war der 07.06.2010
Am
09. Juni hatte ich am Vormittag einen Kontrolltermin direkt im Krankenhaus. Mein Lebenspartner hat sich frei genommen und wir sind zusammen ins Krankenhaus. Ich wurde dort ans CTG angeschlossen und es waren Wehen im Abstand von ca. 10 Minuten ersichtlich, die ich auch bereits merkte. Ich muss dazu sagen, ich fühlte mich an dem Tag irgendwie wie benebelt...weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll. Wie wenn ich neben mir gestanden wäre. Warum das so war kann ich gar nicht sagen.
Der Oberarzt kam zur Untersuchung und hat zum Schluß noch nach dem Muttermund getastet und dieser war bereits 2 cm auf. Dann habe ich kurz einen starken Schmerz gespürt, als er so getastet hat, ich habe mir jedoch nichts dabei gedacht.
Wir sind dann heim und mein Lebenspartner ging wieder ins Geschäft. So gegen Mittag (glaub
14 Uhr oder so) bin ich dann auf die Toilette und ich blutete plötzlich. Ich bin dann erstmal kurz in Panik verfallen, weil ich jetzt nicht wusste, was das ist. Ich habe daraufhin meinen Lebenspartner im Geschäft angerufen und gesagt, das ich blute. Er fragte ob er heim kommen sollte, aber ich meinte, nein musst noch nicht.
Dann habe ich meine Hebamme angerufen und gefragt, was das sein kann. Ob das vom normalen Abtasten des Muttermundes kommen kann. Sie meinte dann nur irgendwie was von Eipol-Lösung oder so. Sie fragte mich, ob die Muttermunds-Untersuchung schmerzhaft war, ich bestätigte das. Also hat der Oberarzt wohl irgendwas gelöst beim Abtasten. Meine Hebamme meinte, dass es dann bald los geht.
Gegen
15 Uhr war mein Lebenspartner doch daheim. Er merkte das ich am Telefom komisch war und ist schon früher heim gekommen. Da war ich sehr dankbar. Ich war die ganze Zeit nämlich sehr aufgelöst und wusste nicht was ich tun sollte/wollte. Ich bin ziellos durch die Wohnung gestiefelt...stundenlang. Gegen Abend habe ich mich dann etwas beruhigt, bin auch müde geworden.
Um ca.
22 Uhr sind wir ins Bett. Ich wollte einschlafen aber Paul hat in meinem Bauch getobt. Ich bat meinen Lebenspartner, dass er die Hand auf meinen Bauch legen soll, denn normalerweise gab Paul dann immer Ruhe, und ich kann einschlafen. Aber diesmal hat Paul keine Ruhe gegeben. Er turnte weiter in meinem Bauch und fummelte unten am Muttermund herum. Ich scherzte dann noch so: „Wenn der so weiter macht, stochert er mir die Fruchtblase auf“.....kurz darauf um
ca. 22:30 Uhr gab es einen Rumpler im Bauch, wie wenn etwas geplatzt wäre...ich habe mir jedoch keine weiteren Gedanken darüber gemacht. Kurz darauf tröpfelte es und ich dachte, jetzt kannst nicht mal mehr deinen Urin halten. Mein Lebenspartner hatte sich bereits weggedreht von mir und war gerade beim Einschlafen. Dann merkte ich, dass irgendwas nicht stimmte, es tropfte und tropfte und tropfte. Ich setzte mich auf und da merkte ich, wie ein Schwall unten „raus möchte“. Ich so: „Oh Sch“.... mein Lebenspartner: „Was ist los?“ Ich nur noch die Hände zwischen die Beine geklemmt und auf die Toilette gerannt. Gerade noch geschafft und der erste große Schwall ging in die Toilette. Bin dann erstmal sitzen geblieben. Paar Minuten später bin ich dann von der Toilette aufgestanden (dachte da kommt kein Fruchtwasser mehr nach, das war ja bereits ein großer Schwall), aufs Bett gesessen und da kam der 2. Schwall...da habe ich es nicht mehr geschafft auf die Toilette zu gehen. Das ging dann alles ins Bett. Ich habe dann noch mit so einem PH-Teststreifen getestet ob das wirklich Fruchtwasser ist...konnte es irgendwie nicht glauben. Aber der Teststreifen verfärbte sich tief blau, also Fruchtwasser.
Dann gingen bereits die Wehen los! Und zwar von 0 auf 100. Hatte gleich Wehen im Abstand von 2-4 Minuten und schon recht heftig. Geplant war eigentlich immer, dass wir erst ins KH fahren, wenn die Fruchtblase platzt und die Wehen dann irgendwann Stunden später losgingen. Naja daraus wurde nichts. Hatte ja gleich Wehen. Bin dann trotzdem noch ganz schnell unter die Dusche. Mein Lebenspartner hat währenddessen im Kreißsaal angerufen und bescheid gegeben, dass wir gleich kommen.
Da wir unvorbereitet waren (war ja klar!), wollte mein Lebenspartner noch schnell an die Tankstelle und was zu Essen holen. Er fragte mich, ob er das noch machen könnte, ich meinte, wird schon gehen.
Gut so gegen
23:40 Uhr habe ich mir Handtücher in die Hose gestopft und Binden, da bei jeder Wehe immer Fruchtwasser mit kam. Wusste gar nicht, dass man sooooo viel Fruchtwasser hat

. Nun ja...wir sind losgefahren, und die Wehen kamen mittlerweile schon alle 2 Minuten und immer schmerzhafter. Musste schon gut veratmen. Ich konnte kaum sitzen, so weh hat das schon getan. Okay...nach der Tankstelle gings dann sofort ins KH und ich bat meinen Lebenspartner so schnell wie möglich zu fahren. Habe zum einen die Wehen kaum ausgehalten und zum anderen kam immer noch so viel Fruchtwasser, dass meine Hose trotz Einlagen nass wurde und das war mir so unangenehm

.
Um
ca. 0 Uhr sind wir im KH angekommen und sind zum Kreißsaal richtig gerannt...an der Anmeldung vorbei (das hätte ich nicht mehr geschafft). Die Frau dort hat mal doof geschaut! Aber ich hatte schon starke Schmerzen und konnte kaum noch Stehen.
Im Kreißsaal angekommen haben wir geklingelt und es ist gott sei Dank gleich eine Hebamme gekommen. Ich wollte dann schnell aufs Klo, aber ich durfte nicht! Ich musste sofort auf eine Liege liegen und wurde ans CTG angestöpselt...und das Fruchtwasser lief und lief und lief. Ich wurde untenrum ausgezogen und ziemlich viele Unterlagen wurden unter mich gelegt. Man war mir das peinlich.... aber die Hebamme meinte nur, dass ist normal. Gut, auf dem CTG hat man gesehen, dass die Wehen schon über 130 ausgeschlagen haben und ich so gut wie keine Pausen zwischen den Wehen hatte = Wehensturm. Musste bereits jede Wehe vertönen. Da meinte die Hebamme schon...komisch....
Dann kam auch gleich eine Ärztin und wollte noch Ultraschall machen. Uff, das war heftig. Ich hatte ja so gut wie keine Pausen zw. den Wehen, aber der Ultraschall musste unbedingt gemacht werden. Nun ja, ich bekam diese Netzunterhose mit gefühlten 1000 dicken Binden und mir wurde ein Tuch um den Unterleib gelegt und so sind wir in den Ultraschallraum gegangen (wenn man von gehen sprechen kann). Das war eine Qual...ich konnte nicht auf den Rücken liegen. Musste ich aber...au man...da dachte ich schon, das überlebe ich nicht

. Die Ärztin hatte gott sei Dank viel Geduld.
Muttermund war nun bereits schon 3-4 Zentimeter auf.
Die andere Hebamme hat bereits einen Kreißsaal für mich hergerichtet...schließlich waren die Wehen ja da

Sie meinte noch so...um 6 Uhr haben sie ihr Kind. Wir so...das wäre ja spitze! Wir haben uns schon richtig gefreut.
Nun ja, dann endlich auf dem Kreißbett angekommen, konnte ich nur seitwärts liegen. Rücken ging überhaupt nicht, der Kleine hat mir da jede Luft geraubt und die Schmerzen waren zu groß. Auch Stehen oder Sitzen ging nicht mehr. Mir wurde dann versucht einen Zugang an der Hand zu legen, aber keine Chance. Nach 3 Mal stechen oder so, wurde mir die Nadel letztendlich in die Armbeuge gelegt.
Ich war immer noch am CTG angeschlossen. Der Wehensturm ging weiter und wurde immer heftiger. Ich habe bereits jede Wehe sehr laut vertönt. Ging nicht anders. Dabei habe ich meinem Lebenspartner immer schier die Hand gebrochen vor lauter zerdrücken.
Um ca.
4-5 Uhr war der Muttermund bereits vollständig auf! Die Hebamme kam immer wieder mal und hat mich gelobt, dass ich die Wehen so gut veratme. Sie fragte mich dann noch, bei wem ich im Geburtsvorbereitungskurs war. Ich meinte dann noch so zu ihr, das ich gar nicht mehr veratme sondern schon „verschreien“ muss und es mir leid tut, dass ich so laut bin. Das war mir irgendwie peinlich

.
Gleich gehts weiter ...