Nachdem hier langsam Alltag einkehrt und alle mehr oder weniger gesund sind, kann ich auch mal meinen Geburtsbericht einstellen.Wann fängt eine Geburt an? Ab der ersten fühlbaren Wehe? Wenn die Wehe auch weh tut? Wenn die Blase springt? In der Theorie ist alles einleuchtend, aber in der Praxis, ne ganz andere Geschichte.
Ich fang mal am Montag, 15. März 2010, an. Nachdem ich schon 10 Tage mit 2cm offenem Muttermund rumgelaufen bin, hatte ich mal wieder nen FA-Termin. Morgens witzelte ich noch mit meiner Freundin, die auch Hebamme ist, bei der Akupunktur, dass ich ja eh wieder über Termin gehen würde und mit Sicherheit ein Mädchen bekomme. Was anderes schien uns beiden undenkbar.
Das CTG beim FA zeigte aber schon ziemliche Wehen an, die ich allerdings kaum wahr nahm. Dann hatte ich aber plötzlich einen so starken Druck nach unten, gegen das Schambein, dass ich echt meinte, mir sprengt´s alles. Bei der Untersuchung meinte der FA nur. „Ja, das Baby kommt. Nicht sofort, aber heute nacht, spätestens morgen.“ Ich war erst mal ziemlich geschockt. Aber gut, ich war bei 38+1 also absolut im Rahmen. Den Rest des Tages über hatte ich immer wieder mal nen harten Bauch, aber eher unregelmäßig. Nachts um 1 bin ich dann von regelmäßigen Wehen aufgewacht, die zwar spürbar, aber nicht schmerzhaft waren. Nach ner Stunde ist dann mein Mann auch aufgewacht und hat mich gedrängt ins Krankenhaus zu fahren.
Dort angekommen wurde untersucht und CTG geschrieben. Ergebnis: MuMu 4cm, regelmäßige Wehen, aber zu schwach. Also abwarten. Übers abwarten sind wir dann eingeschlafen und morgens um 6 war der ganze Spuk vorbei. Ich wollte dann unbedingt heim und dann mussten wir auf den FA warten, der mich dann zwar entlassen hat, aber meinte, dass wir uns noch sehen würden. Er würde mich auch einleiten, wenn ich das wolle, aber das wollte ich nicht.
Ja und dann haben wir den ganzen Tag gewartet aber es passierte rein gar nichts. Also hab ich beschlossen, dass das Ü-Ei noch drin bleiben muss, denn am Wochenende hatte Anna Tanzaufführung und die wollten wir schließlich nicht verpassen.
Weiter ging es dann schließlich erst am Sonntag, 21.3.2010, nach der Tanzaufführung

. Ich hab den ganzen Tag unregelmäßige leichte Wehen gehabt, aber nichts ernstes. Abends kamen sie dann im 2-3 Minuten Abstand, aber nach wie vor nicht schlimm. Ich wollte dann gegen 23 Uhr ins Bett, aber mein Mann war dagegen. Er hatte immer noch vor Augen, wie schnell Leni nach dem Blasensprung da war und hatte einfach Angst, dass ich zum Schluß noch im Hausflur entbinde. Also wieder ab ins Krankenhaus. Die Tasche hab ich gleich im Auto gelassen, weil ich nicht wirklich dachte, dass ich sie brauche.
Befund im Krankenhaus: MuMu 7cm offen - Wehen weg!
Na prima.

Mit dem Befund durfte ich nicht mehr nach Hause. Die Hebamme setzte mir Akupunkturnadeln um die Wehen wieder anzutreiben, aber statt dessen, hatte ich nen Kreislaufkollaps.
Und dann ging es im Kreissaal richtig ab. Zwei andere Frauen haben fast gleichzeitig entbunden und die Hebamme war allein. Sie hat noch schnell Verstärkung gerufen, aber Markus und ich waren dann natürlich vergessen.
Egal, bei mir tat sich ja eh nichts. Wir haben dann in der Nacht 3 Geburten gehört und die Planung eines Kaiserschnittes miterlebt, ein bischen geschlafen und gewartet.
Um halb 7 hab ich Markus heimgeschickt, damit er sich um die Mädels kümmert. Ich hab dann gelesen und den Schichtwechsel der Hebammen und den Besuch des FAs abgewartet.
Die neue Hebamme, Anna, meinte dann, dass sie die Blase öffnen würde, um die Wehen wieder anzuregen. Alles andere würde wohl nichts bringen und ne Einleitung wollte ich ja nach wie vor nicht. Also haben wir Markus angerufen und der kam dann auch ne halbe Stunde später wieder.
Gegen 9 Uhr hat Anna die Fruchtblase angeritzt. Und es passierte erst mal gar nichts. Glatte Nulllinie am CTG. Tja, also weiter warten und meinen Frühstückstee trinken. Dann, man soll es nicht glauben, gegeb 9.45 Uhr eine Wehe! Hurra! Die war aber noch total Lala und ich hab mich tatsächlich darüber gefreut.
Ja, die Freude hielt nicht so lange. Gegen 10 Uhr (danke Markus, dass du noch die Uhr im Auge hattest

) dann die nächste Wehe und ich wünschte mich überall hin, nur weg aus dem Kreissaal. Ja, so fühlt sich Kinder kriegen an! Ich dachte noch, oh weh, das halt ich nicht aus, da kam schon die nächste und Anna meinte, noch 3-4 davon und es kann los gehen.
Dann ging es ganz schnell. Irgendwie hat Anna mich noch untersucht und meinte dann, dass ich jetzt mitschieben könne. Ja und dann war ich mittendrin in den Presswehen. Ich hörte den FA dann sagen „So, bin jetzt da“, dachte mich zerreisst's gleich und dann war der Kopf schon geboren. Wir warteten auf die nächste Wehe, aber es kam keine. Also hab ich einfach gepresst, Anna hat gezogen und der FA hat auf meinen Bauch gedrückt und Schwupps war das Ü-Ei da.

Ein Junge! Ich hab es wirklich nicht glauben können, aber der FA machte gleich die U1 und da sah ich was baumeln.

Wir hatten wirklich einen kleinen Jungen.
Toni Franz hat am 22. März 2010, um 10.31 Uhr mit 3840 g, 53 cm und einem KU von 35,5 cm das Licht der Welt erblickt.
Seine zwei Schwestern sind unheimlich stolz auf ihr Brüderchen und mein Mann ist froh endlich Verstärkung gegen uns Mädels bekommen zu haben
