David - Eine etwas andere „Geburt“
Alles fing mit einem belanglosen One Night Stand an, aus dem sich eine lockere Affäre entwickelte. Das ging ein paar Monate gut – und dann war sie schwanger. Da sie es aus meiner Sicht Gott sei Dank zu spät gemerkt hat, kam ein Abbruch nicht mehr in Frage. Davids Mutter wollte jedoch auf keinen Fall ein Kind haben und beschloss ganz für sich ihn nach der Geburt zur Adoption freizugeben. Als sie mir das eröffnete brach eine Welt für mich zusammen. Er ist doch mein Sohn! Ich habe nicht lang gefackelt und ihr klargemacht, dass eine fremde Familie für mich nicht in Frage kommt und ich ihn dann eben allein großziehen werde. Nach einigem Hin und Her hat sie sich entschlossen mir das alleinige Sorgerecht zu geben und dann ging für mich das große Warten auf Tag X los. Mit viel Liebe gestaltete ich mein Heim Babygerecht, las viele Bücher, besorgte alles für Davids Ankunft und bestaunte immer wieder die schönen Ultraschallbilder.
Da sie sich damals entschlossen hat einen Kaiserschnitt unter Vollnarkose durchzuführen wusste ich, dass es am 13.03.2002 endlich soweit sein wird. Am Abend des 12.03. war ich so unsagbar aufgeregt, konnte kein Auge zu tun, habe immer wieder auf die Uhr gesehen, nachts in der Badewanne gelegen und einfach nur gewartet, dass endlich die Sonne aufgeht. Wahrscheinlich wie viele Schwangere die gerade ihre Wehen bekommen haben, völlig aufgedreht und aufgekratzt. Nur, dass ich dabei eben keine körperlichen Schmerzen hatte.
Um 7 Uhr fuhr ich zum Krankenhaus. Für 8:30 war die OP geplant. Die Ärzte und Schwestern waren im Bilde und wussten, dass sie das Kind nicht einer stolzen Mutter in die Arme drücken können, sondern draußen der Papa sitzt und wartet.
Es wurde ganz toll organisiert, sie war im OP und ich durfte es mir in einem schönen kleinen Kreissaal bequem machen. Um 8:20 kam noch Ines, eine Hebamme, zu mir und sagte „Machen Sie sich schon mal frei“

Sie sagte mir, dass sie jetzt in den OP gehen würde und dann mit meinem kleinen David wiederkommt und ich ihn gleich auf die Brust gelegt bekomme. Das waren wohl die längsten 25 Minuten meines Lebens...
Die Tür ging auf und Ines kam mit einem kleinen, schreienden, kerngesunden Glücksbündel herein – Da war er, mein David. Sie legte ihn mir auf die Brust und sofort beruhigte sich mein Sohn. Er schaute mich mit seinen kleinen, kullerrunden, wachen Augen an und wir waren sofort ein perfektes Team. Ines gab mir noch schnell eine Flasche mit Milch falls er Hunger bekommen sollte und lies uns zwei dann allein. Wir durften uns 2 Stunden bekuscheln, beschnuppern und bestaunen, dann kam Ines wieder zurück und wir wollten den kleinen Mann endlich vermessen, wiegen und baden. David hat sich jedoch so gesträubt von jemand anderem angefasst zu werden, dass ich kurzerhand das volle Programm übernahm, gefolgt von seinen staunenden Augen.
Nach weiteren 2 Stunden im Kreissaal holte meine Schwester uns ab und David und ich verschwanden in die Babyflitterwochen.
David, geboren am 13.03.2002
3270gr.
54cm
35 cm Kopfumfang