Lange Zeit verlief meine Schwangerschaft wie ein absoluter Traum. Gut, daß sich der Bauchkeks heimlich trotz Pille eingeschlichen hat, war so nicht geplant. Aber wir haben uns trotzdem schnell riesig drauf gefreut so unerwartet nochmal Nachwuchs zu bekommen.
Anfang diesen Jahres habe ich mich noch voll gefreut, daß wir bis dahin so eine ruhige Schwangerschaft hatten. Ich hätte mich weniger freuen sollen. Denn kaum hab ich das so meinem Mann erzählt, fingen die Probleme an. Wir waren ab sofort regelmäßig Gäste im KS, mal wegen heftigem Ziehen im Bauch, mal wegen Atemnot und anfang Februar dann auch 10 Tage stationär wegen vorzeitigen Wehen und Narbenschmerzen (hatte vorher ja schon 2 KS). Ich durfte dann Rosenmontag endlich wieder heim, wobei hier zuhause niemand damit gerechnet hat, daß ich mit Kind im Bauch nochmal da raus komme. Naja, nach einem abschließenden US hieß es, die KS-Narbe hätte noch 2,8mm. Das wäre ein bisschen wenig, aber ich dürfte trotzdem erstmal heim gehen. Wenn ich wieder schmerzen drauf bekäme, ich mich nicht wohlfühlen sollte oder irgentwas anderes passieren würde was mir nicht normal vorkommt, sollte ich bitte umgehend wieder im KS erscheinen. Habs hoch und heilig versprochen und bin freudestrahlend nach hause gefahren. Das ich nur 9 Tage später schon meine Lady im Arm halten würde, damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet.
Es begann am Montag, 22.2.....ich bekam furchtbare Rückenschmerzen. Allerdings hatte ich die ziemlich weit oben im Rippenbereich. Dienstags wurde es noch immer nicht besser. Am Nachmittag bin ich dann baden gewesen. Ich dachte, mir würde das warme Wasser sicher gut tun. Tat es auch, ganze 5 minuten, dann kamen die Schmerzen zurück. Mein Mann fragte schon, ob wir noch ins KH fahren würden oder ob er sich umziehen könne. Ich wollte nicht ins KH und hab mir vorgenommen mich durch die Nacht zu beißen. Wenn es nicht besser würde könnten wir ja noch immer fahren. Also ging es ab ins Bett. Ich konnte tatsächlich ein wenig schlafen, aber die Nacht war für mich dann quasi ab halb 2 vorbei. Ich bekam furchtbare schmerzen in der KS-Narbe. Egal wie ich mich hingelegt habe, es tat nur noch schrecklich weh. Ich hab die Zähne zusammen gebissen und meinem Mann den wohlverdienten Schlaf gegönnt. Irgentwann, als es schon langsam wieder hell wurde, bin ich dann drüber weg gedöst. Als ich wach wurde war Carsten schon auf und Jonas schon im KiGa. Ich stand auf, zog mich an und ging runter ins Wohnzimmer. Dort saß mein Mann schon zusammen mit Cedric und frischen Brötchen am Tisch. Ich hab ihn nur angesehen und ihm gesagt, er könne jetzt in ruhe Frühstücken und dann dürfte er mich im KH abliefern. Ok, das war also mal ne klare Ansage, ganz nach seinem Geschmack. Nach Frühstücken war mir selbst so garnicht. Also hab ich mir ein Brötchen gemacht und es mit in die Tasche gepackt. Ich dachte, bis die mit dem ctg und ner Untersuchung fertig sind wäre es schon recht spät und ich könnte dann so noch ein Brötchen essen. Wir haben Cedric dann noch schnell unten beim Opa abgeliefert und uns dann auf den Weg ins KH gemacht.
Dort angekommen (es war ca. 9:30 Uhr) trafen wir aufm Flur die Stationsärzte. Wir wurden gleich per Handschlag begrüßt, man würde sich ja dann gleich nochmal sehen. Also gings weiter, ab in den KS. Die Hebi wollte gleich wissen ob ich Wehen hätte. Aber die hatte ich nicht. Trotzdem wurde sofort ein ctg geschrieben, wie erwartet ohne Wehen und der Lady ging es auch gut. Ich wurde gefragt was denn passiert sei und erzählte von den letzten 2 Tagen und der vergangenen Nacht. Ich sollte dann noch nen mom warten, der Arzt würde dann noch kommen und wir würden weiter sehen. Alles klar, also warteten wir. Es dauerte ungefähr 1/4 Stunde, dann steckte Hebi Claudia den Kopf kurz durch die Tür. Sie wollte wissen ob ich gefrühstückt hätte....nein, hatte ich nicht. Und wann ich gestern das letztemal gegessen hätte....das war gegen 18 Uhr. Sie grinste übers ganze Gesicht und verschwand wieder. Ich war verwirrt, mein Mann lachte sich kaputt. Nur wieso er das tat, war mir spontan einfach nicht klar. Das hat er wohl gemerkt und klärte mich dann doch mal auf, was grade so lustig war. Seiner Meinung nach würde wohl gleich der Arzt kommen und mir klar machen, daß wir heute den KS machen. Ich wollte wissen wie er auf sowas kommt. Naja, für ihn war das Sonnenklar...die Hebi kommt und fragt wann ich das letztemal gegessen habe und ob ich Frühstück gehabt hätte. Wenn sie mich nur zur Kontrolle hätten behalten wollen, dann hätte Claudia auch gleich gefragt ob ich noch was essen wolle vor dem Mittag. Das leuchtete mir ein. Ob ich mich denn noch nicht wundern würde, daß ich nichts zutrinken bekommen hätte? Im normalfall bekommt man bei uns im KS als erstes eine Flasche Wasser und ein Glas, weil trinken ist ja super wichtig. Aber auch das gab es an dem Mittwoch morgen nicht. Langsam dämmerte es mir dann auch. Aber mir blieb kaum Zeit mich an den Gedanken zu gewöhnen.
Um kurz vor halb 11 flog die Tür im KS auf und die Stationsärzte marschierten rein. Sie hätten eben mit dem Chefarzt gesprochen und da ich ja quasi seit dem abend vorher um 18 Uhr nichts mehr gegessen hatte, würden sie mich gerne sofort für den KS vorbereiten und die kleine holen. Ich war irgentwie perplex, auch wenn es mir vor schmerzen eigentlich reichlich egal war was sie da machen, solange sie überhaupt was machen. Der eigentliche KS-Termin wär ja erst einige Tage später, am 1.3. gewesen. Trotzdem haben wir gleich eingewilligt. Mein Mann verabschiedete sich gleich nach draußen. Er mußte den restlichen Tag organisieren. Cedric hockte alleine beim Opa und Jonas mußte um 12 Uhr vom KiGa geholt werden. Blöd nur, daß wir beide Kindersitze in unserem Auto hatten und das stand unten vor der Klinik. Also mußte die Oma vorzeitig Feierabend machen, was ihr scheinbar sehr gelegen kam und Jonas abholen. Ich lag weiter oben im KS und wartete was da noch kommt. Mir wurde schnell noch Blut abgenommen und ein Zugang gelegt. Darüber gabs dann gleich mal ne ordentliche Portion Flüssigkeit. Die Hebi-Schülerin kam und fing an die PDA und alles vorzubereiten. So wurde ich dann nochmal ordentlich rasiert und ich hab mir einen Einlauf geben lassen. Mein Bett wurde geholt, ich mußte die blöden Thombosestrümpfe anziehen und dann stand schon der Dok in der Tür, bereit die PDA zu setzen. Da war es ca. 12:30 Uhr. Es hieß, wir müßten noch ein klein wenig warten, da noch eine Bauchspiegelung im OP wäre. Die PDA wurde mir trotzdem schon langsam gesetzt, was der Arzt echt gut gemacht hat. Ich hab wie damals bei Cedric nichts gemerkt und stattdessen meine Witze mit der Hebi gemacht. Wir hatten spaß.