21.08.2010 – 34+603.30 UhrIch wurde wach und stellte fest das ich meinen Kleinen seit gestern Abend nicht mehr gespürt habe. Komisch, hat er doch abends immer seine Turnstunden. Also versuchte ich alles mögliche meinen Bauchbewohner zu wecken und zu spüren das alles okay ist. Vergebens, nix half. Nichtmal einen kleinen Stups bekam ich. Gegen kurz nach
04.00 Uhr habe ich mich dazu durchgerungen die Nachtschwester zu fragen ob sie mal im Kreißsaal anrufen könnte, ob ich CTG haben kann, mir wäre unwohl weil ich keine Kindsbewegungen spür.
Alles okay, ich konnte rüber zum Kreißsaal. Angekommen war mir sehr mulmig, ich habe gebetet das ich jetzt gleich dieses galoppieren des Herzschlages höre... UND da war es! Gott sei dank, alles okay. Ziemlich ruhig alles, aber okay. Er schlief scheinbar.
04.15 UhrAngeschlossen am CTG bekam ich eine starke Wehe.... Im Unterleib/Muttermund, wie Menssschmerz nur viel stärker. Bauch „weich“ keine Wehe auf dem CTG. In den nächsten minuten folgte nun eine Wehe nach der andren und sie waren schon echt unangenehm. Das CTG blieb weiterhin unbeeindruckt

Also habe ich einer Hebamme bescheid gesagt, sie sagte: „Okay, wir vertrauen da sowieso mehr auf das was die Mütter uns mitteilen, denn das CTG reagiert nur auf Druck. Es gibt genug Frauen die haben/merken ihre Wehen nicht im Bauch sondern, wie sie, am Muttermund. Gehen sie noch ein wenig schlafen und vielleicht brauchen wir gar nicht mehr einleiten morgenfrüh.“
04.45 UhrBin ich also mit meinen Wehen, alle fünf Minuten, zurück zum Zimmer. Nochmal zur Toilette, ab ins Bett. Autsch... irgendwie wurd es schlimmer und die Abstände noch kürzer. Ich konnte nicht liegen bleiben, entschloss ein wenig auf dem Flur rumzulaufen. Mittlerweile merkte ich wie ich die Wehen schon veratmen musste, ich wurde unsicher und ging nochmal zur Nachtschwester und fragte ob es sich wohl lohnen würde doch wieder zum Kreißsaal zu gehen!? Ihre Antwort weiß ich schon gar nicht mehr

es wurde aufmal so schlimm das ich sagte ich rufe jetzt meinen Mann an und dann gehe ich in den Kreißsaal.
05.30 UhrAnruf zuhause: Schatzi, ich brauch dich jetzt. Weiß nicht ob/wann es losgeht aber mir geht es kacke. Du musst dich jetzt nicht Gott weiß wie beeilen aber bitte komm! Ich bin dann im Kreissaal...
05.40 UhrSchon wieder CTG, wieder unbeeindruckt von meinen Wehen, die nun so schmerzhaft waren das ich nicht wusste wohin mit mir, ich wusste nur liegen ist kacke! Also bekam ich ein kabelloses CTG, jedoch waren damit die Herztöne nach/bei jeder Wehe weg. Also musste ich mich wieder hinlegen, auaaaaaaa. Untersuchung der Hebamme: Muttermund 4-5cm auf!
06.30 UhrEndlich, ich höre eine Stimme die ich jetzt brauche, Mike ist da. Ich bekomm irgendwie kaum noch was mit, bin zu sehr mit den Schmerzen beschäftigt. Ich möchte einfach nur seine Hand halten und versuche mit den Schmerzen klar zu kommen die mich alle 2 Minuten überfallen. Ich glaube Mike fühlte sich ziemlich hilflos, aber für mich war es das Beste das er einfach nur da war und ich mich endlich gehen lassen konnte. Das musste ich nun auch, stillschweigend war der Schmerz schon lange nicht mehr auszuhalten. Aufmal wurde mir speiübel, Mike krallte sich eine Nierenschale die in letzter Sekunde bereit war

– Gott sei dank war Nacht und ich hatte nur Wasser in mir, ich hasse erbrechen. So war es auszuhalten. Die nächsten 3 Wehen waren gefolgt von würgen... dann war es besser. Während der Wehen stellte mein Mann fest das die Herztöne von unserem Wurm immer mächtig in den Keller gehen. Ich sah ihm seine Sorge an und schickte ihn zur Hebamme fragen. Die hatte mein CTG auf dem Bildschirm die ganze Zeit im Auge und meinte sie beobachtet es grad intensiv, deshalb würde ich auch solange am CTG hängen. Aber noch sei alles gut, da die Herztöne nach den Wehen immer wieder gut hochgehen würden.
07.15 UhrDie Hebamme kam rein und erkundigte sich ob ich schonmal über PDA oder so nachgedacht hätte. Ich hab gesagt, dass ich normalerweise ohne auskommen wollte, aber so wie es mir grade geht würde ich es mir überlegen. So brachte sie mir Infomaterial was sie mir vorlas, nur konnte ich vor Schmerz nicht zuhören. Das merkte sie auch schnell. Im gleichen Moment habe ich mich FÜR die PDA entschlossen. Untersuchung der Hebamme: Muttermund 6cm offen.
Endlich konnte ich auch ab vom CTG und durfte in den „richtigen“ Kreißsaal umziehen.
Laufen tat gut, ich sollte nocheinmal die Blase entleeren. Auf dem Klo angekommen erschrak ich erstmal über das ganze Blut, dachte mir aber zeitgleich das es bestimmt von der Untersuchung grad kommt. Der Toilettengang dauerte dank der heftigen Wehen etwas länger.
07.40 UhrAngekommen im Kreißsaal. Ich bekam ein OP-Hemdchen weil gleich die PDA gelegt werden würde. Zwischenzeitlich kam jemand zum Aufklären über die Risiken, da sah ich meinen Mann nur den Kopf schütteln. Aber für mich war klar, ich brauche das jetzt, ich kann so nicht mehr lange. Ich war wegen der Schmerzen schon so schlapp und hatte schiss während dem wichtigen Teil der Geburt einfach nicht mehr zu können. Außerdem dachte ich mir, schlimmer als die Spinale beim KS wird es nicht sein und damit hatte ich auch keine Probleme. Also unterschrieb ich den Wisch.
Dann sollte ich mich wieder hinlegen weil das CTG wieder keine Herztöne aufzeichnete unter den Wehen, die Hebamme meinte meinem Kind würde es besser gehen wenn ich liege, da dann der Druck nicht ganz so hoch für das Baby sei. Okay... überredet. Hauptsache meinem Kind geht es gut, also ab in das Bett, hinlegen und versuchen mit den Wehen weiterhin klarzukommen. Aus sehr laut veratmen und Hand zerquetschen meines Mannes wurde sehr, sehr laut veratmen, fluchen das ich bald nicht mehr kann und Hand fast abreißen :-P