Erstmal ein ganz dickes Drückerchen an dich.

Da wir ja auch seit 3 Monaten so eine tolle Mama-"Phase" (haha) haben, kann ich dir nicht wirklich Tipps geben, nur moralische Unterstützung anbieten und dir von meinen Erlebnissen berichten.

Das mit dem wach hinlegen, sagt sich so einfach, aber es gibt Kinder, bei denen geht das einfach nicht. Mika war auch so ein Kandidat. Es ging von Anfang an nur mit Einschlaf-Stillen. Meist zog sich das abendliche Ritual über Stunden, oft habe ich ihn stundenlang auf dem Arm schaukeln müssen und jedes Mal, wenn ich ihn ablegen wollte, ging das Gebrüll los.

Wach hinlegen war einfach nicht möglich, da er sich dann nach kurzer Zeit so sehr eingebrüllt hat, das einem das Herz geblutet hat - das hätte ich keine 5min ertragen. Erst mit 8/9 Monaten wurde es besser... allerdings hatte er bis zu diesem Zeitpunkt alle Mahlzeiten ersetzt und sich mehr oder weniger selbst abgestillt (mit dem Stillen hatten wir auch so eine "besondere" Beziehung, aber das würde hier den Rahmen sprengen

). Erst mit nem knappen Jahr konnte man ihn wach hinlegen und er hat sich dann selbst in den Schlaf erzählt. Allerdings hielt das auch nicht lange an. Bis heute braucht er noch oft Unterstützung um in den Schlaf zu finden. Er braucht abends einfach viel Zeit um den Tag zu verarbeiten. Er ist dann sehr aufgekratzt, weil ihm wahrscheinlich alle möglichen Eindrücke durch den Kopf gehen und er es nicht alleine schafft, diese zu ordnen und zur Ruhe zu kommen. Auch nachts wacht er immernoch regelmäßig auf und kommt nicht von alleine wieder in den Schlaf. Es gibt Kinder, die schaffen das ganz alleine und andere eben nicht. Das müssen wir wohl so akzeptieren.

Bei Leni ist es allerdings schon ein bißchen anderes als bei Mika. Wach hinlegen klappt in der Regel. Ich mach sie bettfertig, dann gibt es noch mal ne Runde Brust und es wird gekuschelt und geknuddelt. Dann gibt es einen Gutenachtkuss vom großen Bruder und vom Papa und dann leg ich sie in ihr Bett. Da mache ich dann die Gutenachtmusik an, wünsche ihr eine gute Nacht und verlasse den Raum. Was bei Mika undenkbar gewesen wäre - bei Leni in der Regel kein Problem. Wobei es natürlich auch immer wieder mal Abende gibt, wo ich sie in den Schlaf schaukeln muss - aber das ist wirklich die Ausnahme. Es könnte alles so schön sein, wenn sie sich nicht schon nach 2 oder 3h wieder melden würde. Beim ersten Mal reicht meist noch der Nuckel, aber beim zweiten Mal keine Chance, da hilft dann nur die Brust. Tja und dann ist es wie bei euch. Alle 0,5 bis max.3h wird gemeckert. Meist ist an der Brust dann recht schnell wieder Ruhe, aber bitte immer schön nah bei Mama. Die Wärme und der Geruch...
Mittlerweile kann man da wohl schon von Gewohnheit sprechen. Sie meckert und bekommt gleich die Brust - man versucht gar nicht mehr, sie großartig anders zu beruhigen - es ist für sie zur Gewohnheit geworden. Genau da liegt auch der Knackpunkt - Gewohnheiten wieder abzugewöhnen... das ist ne schwierige Sache.
Bei Mika damals hatten wir einen guten Zeitpunkt erwischt. Mit 6 Monaten hatten wir ihn in sein Zimmer ausquatiert, sodass ich nächtens immer rüber musste. Alles in allem, hatte er dadurch aber einen ruhigeren Schlaf bekommen. War er denn erstmal eingeschlafen (was meist so gegen 22-23 Uhr der Fall war), wachte er "nur" noch 1-3 mal in der Nacht auf. Und nur einmal wollte er noch an die Brust. Wir haben es auf Empfehlung meiner Hebi dann so gemacht, dass nur noch mein Männe hingegangen ist, so hat er mich zunächst erstmal nicht "gerochen". Dann hat er ihm ein Fläschschen mit Wasser angeboten. Die erste Nacht hat er noch gierig getrunken und dann ca. 15min gemeckert (aber nicht geschrien)., nach weitern 30 Minuten auf dem Arm war er wieder eingeschlafen und schlief bis um 6 Uhr durch. In der zweiten Nacht wollte er kaum noch was von dem Wasser und ließ sich noch schneller auf dem Arm beruhigen. Aber der 3ten Nacht brauchte er nur noch den Nuckel und schlief dann gleich seelig weiter.
Ich setze ganz stark meine Hoffnung darauf, dass wir es bei Leni ähnlich machen können. Schwieriger wirds allerdings mit dem Ausquatieren, denn Leni und Mika müssen sich ja nun ein Zimmer teilen und ich will natürlich auch Mikas Schlaf nicht stören...
Aber bis es soweit ist, wird wohl noch ein bißchen Zeit vergehen. Sie braucht mich, die Mama-Nähe, im Moment eben noch sehr stark und dann soll es so sein. Ich schätze, man muss es wohl akzeptieren.
Hast du es eigentlich schonmal probiert sie in ihr eigenes Zimmer zu legen? Vielleicht klappt es ja mit einer schrittweisen Angewöhnung. Manchmal können diese ganz extremen Phasen auch bedeuten, dass sich was ändern muss.