Autor Thema: Schreibaby  (Gelesen 7523 mal)

mieke79

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Schreibaby
« am: 17. März 2012, 14:07:07 »
Hallo,
Ihr Lieben!

Jetzt habe ich gerade viel in alten Threads gelesen, nachdem ich die Suche betätigt habe..
Trotzdem möchte ich noch mal ein neues Thema dazu aufmachen..

Wie es sich im Moment zeigt, ist unsere Kleine *leider* ein Schreibaby.. Sie ist erst am 29.2. geboren, per KS, und hat sicherlich einen Schock dabei erlitten, so wie ich auch.. Es gibt also durchaus Erklärungen für ihr Verhalten, denke ich.. Auch die Schwangerschaft war nicht stressfrei..

Unabhängig davon brauche ich einfach Tipps von erfahrenen Schreibaby-Müttern!!! Was hatb Ihr gemacht, wie lange ging die schreibaby-Zeit usw.?

GSD schläft sie nachts richtig gut, will nur zweimal gestillt werden, schläft dann sofort weiter.
Aber die Tage sind der Horror!! sie schläft maximal eine Stunde am Stück, das auch nur auf oder an mir, sobald ich mich noch so leise wegbewegen will, gehen ihre Augen auf, 5 Sekunden später auch der Mund zur nächsten Schreierei..
Kinderwagen hasst sie.. Das kleinste Geräusch (ja, in Familien gibt es Geräusche!!!) lässt sie aufwachen.. Ständig erschreckt sie sich..

Tragen im Tuch kann ich sie wegen des KS noch nicht, mein Mann schleppt sie immer mal wieder, aber auch da beruhigt sie sich nicht wirklich..

Wir haben auch noch einen 10jährigen Sohn, der schon super selbständig ist, aber momentan nur noch unter "ferner liefen" läuft, was mich total fertig macht..

Mein Mann und ich schreien uns an, ich erhole mich nicht richtig von der OP, hier steht der Dreck, es ist eine einzige Katastrophe..

Und solange ich sie nicht tragen kann, weiß ich mir auch einfach alleine nicht zu helfen (Montag & Dienstag ist mein Mann weg), danach hat er noch eine Woche Urlaub..

Bitte, bitte schreibt mir, auch wenn das Thema vielleicht schon "ausgenudelt" ist..
Ich bin echt verzweifelt..

LG, mieke

Bettina

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Antw:Schreibaby
« Antwort #1 am: 17. März 2012, 14:12:18 »
Hast du eine Hebamme? Was sagt die denn dazu?

Hast du mal geschaut, ob es bei euch in der Stadt eine Schrei-Ambulanz gibt? Ich würde auch über einen Besuch beim Ostheopathen nachdenken. Viele Kinder, gerade KS-Kinder haben Blockaden und das tut einfach weh.

Und vor allem, versucht alle runterzukommen. An den Kinderwagen wird sie sich gewöhnen. Ronja hat die ersten Tage/Wochen auch gebrüllt, bzw. dann nur noch genölt, aber das wird. Setz dich mit deinem Mann an einen Tisch und beredet das, was euch nervt, bewegt.

Ihr seid nicht schuld daran, dass sie schreit. Aber natürlich überträgt sich die Anspannung die da ist, sprich es ist nicht förderlich für Nicht-Schreien.
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mieke79

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Antw:Schreibaby
« Antwort #2 am: 17. März 2012, 14:26:04 »
@bettina: Danke für Deine rasche Antwort!
Ja, wir waren schon beim Osteopathen, der hatte eine Blockade in der BWS behandelt, was ihr sicherlich gut tat - aber am Schreien hat das bisher nix geändert..

Ja, an den Schuldgefühlen muss ich dringend arbeiten - habe momentan das Gefühl, ich habe in der SS alles falsch gemacht und sie so zum Schreibaby gebracht.. Hatte einen Artikel aus dem Stern gelesen, der über Studien zum Zusammenhang schwangerschaft-schreibaby berichtete und mich gleich noch besch**er gefühlt..

Es fühlt sich momentan einfach so an, als würde das NIE mehr aufhören.. Ich esse nichts mehr, vergesse das Trinken, mir ist schwindelig - alles nicht gut.
Daneben sehe ich meinen Mann, der glaub ich einfach nur total enttäuscht ist, weil er sich auch alles so anders vorgestellt hatte (es ist sein 1. leibliches Kind).

Wir sind letzten Sommer erst hierher gezogen berufsbedingt (300 km weit weg vom alten Zuhause), und haben hier niemanden aus den Familien, der uns mal unterstützen könnte..

Meine Hebamme hatte auch auf die Osteopathie gesetzt - aber wie gesagt.. keine Veränderung seitdem..


Binus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #3 am: 17. März 2012, 14:29:25 »
Hats du das mit dem TT schon mal versucht? Ich habe schon eine Woche nach Kaiserschnitt im Tuch getragen, das ging gut.

Dass du Bude dreckig ist - so what! Die Entbindung liegt erst so kurz zurück, da musst du wohl kaum nen Frühjahrsputz starten!

Buch-Tipp: So beruhige ich mein Baby

Bei uns wurde es nach 10 Wochen ziemlich plötzlich entspannter. Da ließ sich der Kerl auch in den KiWa legen. Ein ruhiger kleiner Mensch ist aus ihm (bisher) nicht geworden, er ist quirlig, total neugierig, redet schon viel und braucht viele neue Reize. Aber ansonsten gut führbar.  ;)


Binus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #4 am: 17. März 2012, 14:31:15 »
Wie waren denn dein Mann oder du als Babys? Ich glaub an die Theorie, dass Schreibabys einfach Probleme haben, Reize zu filtern und halt nicht beim kleinsten Geräusch aufzuwachen. Und das wiederum ist ne gentische Sache. Ich war auch kein entspanntes Baby. Von daher seh ich mich in meinem Sohn ein Stück weit wieder.


Binus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #5 am: 17. März 2012, 14:32:14 »
Noch was: gegessen und getrunken habe ich während des Stillens. Oder unterwegs, wenn der Kleine im TT gepennt hat (Ich hatte alle Parkbänke durch!  ;D)
« Letzte Änderung: 17. März 2012, 14:50:47 von Binus »


mieke79

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Antw:Schreibaby
« Antwort #6 am: 17. März 2012, 14:35:27 »
@binus: Auc h Dir Danke!!  :)
Also ich habe als Baby wohl auch unglaublich viel geschrien, allerdings hab ich wenigstens trotzdem geschlafen.. ALso bitte!!  ;D ;D
Bei meinem Mann war sowieso "alles anders" - er wurde kurz nach der Geburt adoptiert, weil seine Mutter ein Junkie war.. Er hat also sowieso das ganze Programm an Verhaltensauffälligkeiten gezeigt als Baby..

Bettina

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Antw:Schreibaby
« Antwort #7 am: 17. März 2012, 14:38:11 »
Darf ich mal fragen wo ihr wohnt? Gerne auch per PN.

Mein zweiter war kein Schreibaby und wir sind trotzdem insgesamt 3x bei der Ostheopatin gewesen.

Diese Schuldgefühle und dass du nicht isst und trinkst, das ist nicht gut. Du stillst, da ist es wichtig, dass du dich gesund und gut ernährst. Sorge für dich, dann sorgst du für dein Kind. Versuche nicht allzu viele verschiedene Dinge zu treiben, um sie zu beruhigen. Das Wetter wird besser, vielleicht kannst du irgendwo spazieren gehen, wo es dir gut gefällt, wo du Ruhe finden kannst?

Hast du es mal mit Pucken versucht? Und vor allem, nimm dir Zeit für alles. Der 10jährige, klar das ist blöd, aber es ist jetzt eben gerade so und es wird besser. Du kannst dich nicht zerreißen und du kannst manchmal eben einfach nur da sein und es aushalten. Wenn es sein muss mit Ohrstöpseln.

@Mann: Das ist natürlich auch ein ordentliches Paket, was er da mitbekommen hat. Vor allem wahrscheinlich der Druck, beim eigenen Kind "alles besser" und vor allem "richtig"  machen zu wollen. Aber das ist nicht so einfach, weil die Kleinen ihr eigenes Köpfchen und ihre eigenen Bedürfnisse haben und allgemein gültige Regeln gibt es da eher selten. Die einen mögen es laut, die anderen leise. Und nachts schläft sie ja.
« Letzte Änderung: 17. März 2012, 14:40:45 von Bettina »
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Binus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #8 am: 17. März 2012, 14:57:46 »
Naja, wer viel schreit kann wohl kaum viel schlafen? Also lass dir mal nix erzählen, bestimmt warst du genauso schlimm!  S:D

Ne, Scherz beiseite, wie Bettina schon schrieb - jetzt musst du auch an dich denken, und vor allem gut und ausreichend essen.  Dass dein Zehnjähriger nun oft zurückstecken muss, ist natürlich schwer für ihn und auch für dich, aber ein Geschwisterchen zu bekommen läuft wohl in den seltensten Fällen reibungslos ab. Und immerhin hat er ja das Alter, dass du ihm alles erklären kannst. Viellicht kann sich ja der Papa mehr Exklusivzeit für ihn freischaufeln?


Fyps

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Antw:Schreibaby
« Antwort #9 am: 17. März 2012, 15:11:40 »
Wir haben zwei Schreikinder (gehabt), ich kann dich so gut verstehen :-*
Bei Nele hat der Osteopath gut geholfen, aber wir waren erst viel zu spät da, da war sie schon 7 Wochen alt und wir am Ende unserer Kraft und unserer Nerven.

Sie konnte nicht stillen, wenn sie wach war, schrie sie in einer Tour und von mehr als 2 Stunden Nachtschlaf am Stück waren wir meilenweit entfernt. Ich kam mir wie ein Versager vor, war der Meinung es läge an uns/mir und mein Leben sei zu Ende s-:).

Die Hoffnung bei Henning würde es anders werden, starb zu dem Zeitpunkt, als wir nach Hause kamen. Er toppte das Verhalten seiner Schwerster noch um einiges :'(.

Ich habe ihn 12 Wochen dauergestillt, und wenn ich das so schreibe, dann meine ich das auch so. Wohnung aufräumen, Nele in den KiGa bringen, sie nur 5 Minuten mal knuddeln können, duschen etc. war alles kaum möglich :-[.

Ich habe ihn gehasst wie die Pest, habe mich dafür so geschämt, ich wusste ja, er kann nix dafür, aber Schlafmangel ist nicht umsonst eine anerkannte Foltermethode :-X.

Wir wussten recht früh, daß er erheblich schwerere Blockaden hatte, als Nele damals und wir haben erst vor kurzem die KG beendet und erst jetzt ist alles ok :). Es wurde Schlag mit der zwölften Woche viel besser, aber ein ruhiges und anspruchsloses Kind ist er nicht und wird er auch nicht werden, aber es ist für uns gut geworden (vielleicht sind auch die Ansprüche wieder gesunken s-:)).

Wirklich geholfen hat mir in der Situation mit Nele und auch mit Henning eigentlich nur den Frust rauszulassen. Es gab Zeiten, da habe ich wie ein Häufchen Elend da gesessen und geheult, entweder alleine, bei meinem Mann oder in meinem MT, wenn ich mal wieder einen Ego-/Frustbeitrag geschrieben habe :-\.

Mir hat es geholfen zu wissen, dass es anderen auch so geht und man mit Sicherheit nicht die einzige wache Mama ist, wenn es mal wieder 1.35 Uhr, 3.10 Uhr oder eine ähnlich "nette" Uhrzeit ist, an der man nur noch schlafen will und wieder nicht kann/ darf :P.

Dass du darunter leidest, dass dein Großer im Moment so nebenher läuft, kann ich gut nachvollziehen, aber ich glaube die meisten größeren Geschwisterkinder verpacken das  relativ gut, es ist ja nicht für immer.

Ohne meinen Mann und die Großeltern hätte ich diese Zeit nicht überstanden. Du solltest dir unbedingt Hilfe besorgen, egal wie. Vielleicht kann deine Mutter ja für ein paar Tage zu euch kommen oder sonst irgendwer mit dem du auskommst und den du derzeit gut um dich herum ertragen kannst.

Frag beim JA nach, welche Hilfsangebote die dir machen können oder deine Hebamme.

Vielleicht kannst du über deinen FA eine Bescheinigung für eine Haushaltshilfe der KK bekommen. Dann bleibt der Haushalt nicht so liegen und du fühlst dich in deiner Umgebung wieder wohler.

Eventuell gibt es eine Schreiambulanz in eurer Nähe, geht da hin, es kann nicht schaden.

Vielleicht gibt es eine Trageberaterin vor Ort und vielleicht kannst du ja doch schon mit dem TT beginnen. 

Und vor allem musst du essen und trinken. Auch wenn es hart ist und du alleine bist, wenn das Baby so oder so schreit, dann geh und hol dir irgendwas aus der Küche. Ich bin kein Verfechter des schreien lassens, aber sorry, wenn du zusammenklappst, ist deinem Baby auch nicht geholfen. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und ein schnelles Ende dieser Phase. Denn das Mamamantra stimmt immer "Es ist nur eine Phase, ohhhmmmmmm!"
 :-*
LG
Fyps 

 


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mieke79

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« Antwort #10 am: 17. März 2012, 17:36:33 »
..jetzt ist es zb gerade so, dass mein Mann sie im TT hat und sie schreit wie am Spieß (soweit nix Neues.. ;)) Allerdings wird es im Tuch immer noch mal ne Spur heftiger, ob jetzt aus Abneigung gegen das Tuch oder wegen der Trennung von  mir.. wer weiß???

Ich koch mir grad was zu essen - und frage mich: müsste man sie jetzt aus dem Tuch wieder rausholen, weil sie sich so beschwert, oder sagt man sich dann: sie würde jetzt so oder so schreien, also kann sie auch drin bleiben?
Was macht man da???

Bettina

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« Antwort #11 am: 17. März 2012, 17:37:45 »
Das sind so Sachen, wo ich immer auf Bauchgefühl hören würde  :-[
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mieke79

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« Antwort #12 am: 17. März 2012, 17:43:50 »
..mein Bauchgefühl sagt: ICH HAB HUNGER!!!!!!!!!!!  ;D ;D
Jetzt wird sie grad ruhiger.. *hoff*

Also bleiben Schreibabies immer auch unruhigere Kleinkinder?

@fyps: Was hieß denn bei Euch konkret, dass es deutlich besser wurde??

EDIT: Jetzt schläft sie... also gut, dass wir durchgehalten haben..
« Letzte Änderung: 17. März 2012, 18:10:54 von mieke79 »

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« Antwort #13 am: 17. März 2012, 18:21:42 »
Ja, manchmal hilft aussitzen und durchhalten. Selbst möglichst ruhig bleiben. Es ist wohl irgendwie so ähnlich als wenn dir schwindelig ist und jemand würde dich noch immer in ein anderes Karussel setzen, anstatt einfach zu warten, dich zu halten bis der Schwindel vergeht. Das kommt mir gerade so in den Kopf. Und wer sich so aufregt, braucht auch einfach Zeit, sich wieder zu beruhigen und dann muss die Erfahrung sacken, dass es auch anders sein kann. Das braucht wieder Zeit.
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Antw:Schreibaby
« Antwort #14 am: 17. März 2012, 18:43:33 »
Probier mal das Pucken, das wirkt bei Lennox wahre Wunder :D Er ist zwar kein Schreikind aber wenn gar nichts anderes mehr hilft und ich nicht weiter weiß, puck ich ihn ein und ich kann zusehen wie er ruhiger wird und dann auch einschläft. Probiers mal aus  :-* :-* :-*

ich drück dir alle Daumen  :-*

            
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Antw:Schreibaby
« Antwort #15 am: 17. März 2012, 18:51:09 »
Mieke  s-druecken,

ich möchte auch nochmal, wie Bettina schon geschrieben hat, Dir sagen: Achte auf Dich! Nur wenn es Dir gut geht, kann es auch dem Baby gut gehen. Achte auf Dich, dass es Dir gut geht,
Es ist natürlich alles viel auf einmal, die KS-Geburt, das schreiende Baby, der Große für den die Zeit grad gar nicht mehr reicht, der Haushalt,... Versuch Dich doch mal von dem Druck zu befreien, das alles stemmen zu müssen. Es ist doch vollig okay und total normal, dass am Anfang eben alles gar nicht so rund läut.
Hast Du Bekannte, Verwandte, Dir Dich unterstützen können? Mit einkaufen, mal kurz das Baby nehmen, damit Du duschen kannst, Wäsche waschen, etc.?

Ich hab zwar kein Schreibaby, aber auch nicht unbedingt ein ruhiges. Mein Felix hat leichte Hyperexzitabität, d.h. er hat auch eine sehr niedrige Reizschwelle, schreckt sehr schnell hoch, wacht wegen kleiner Geräusche wieder auf und schreit sich gern mal in Rage. Bei uns wird es seit etwa einer Woche wesentlich ruhiger. Ich hab das Gefühl, er kommt so langsam an, in unserer Welt. Und ich kann seine Stimmungen besser deuten.

Mit dem Tuch, ist es schwer zu sagen. Ist das Tuch denn ordentlich gebunden? D.h. Beinchen angehockt (Knie bis etwa Bauchnabelhöe), runder Rücken und so fest, dass das Baby nicht vom Körper abfällt, wenn sich der Tragende nach vorn beugt?
Der Felix schreit auch manchmal furchtbar erbost, wenn ich ihn ins Tuch binde, beruhigt er sich dann nicht nach kurzer Zeit, nehm ich ihn wieder raus, denn dann passt irgendetwas nicht.

Und wer sich so aufregt, braucht auch einfach Zeit, sich wieder zu beruhigen und dann muss die Erfahrung sacken, dass es auch anders sein kann. Das braucht wieder Zeit.
Das war für mich zum Beispiel auch eine völlig neue Erfahrung. Ich kannte es vom Großen, z.B. wenn er sich wegen irgendwas aufgeregt hat, hab ich ihn rumgetragen und umgehend hat man ihm angemerkt, dass er sich langsam entspannt. Beim Kleinen ist das wirklich anders, wenn er mal schreit, dann braucht er auch wirklich eine Zeit, bis er sich wieder beruhigen kann, auch wenn wahrscheinlich der eigentliche Grund des Schreiens schon wieder weg wäre.
Hubs mit den beiden Buben *04/2009 *01/2012



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« Antwort #16 am: 17. März 2012, 20:13:55 »
Ich fühle mir dir! Mit Alena hatte ich auch sehr sehr harte Wochen und ich war oft kurz davor durch zu drehen. Nachts hat sie aber auch gut geschlafen, zumindest die ersten 12 Wochen  :-X
Tagsüber hat Alena bis sie 9 Monate alt war nie länger als 40 Minuten geschlafen, oft nur einmal am Tag, was ihr natürlich gar nicht gut tat, den Rest hat sie gemeckert oder Lauthals geschrien. Eine Zeitlang habe ich versucht zu tragen, was sie aber auch nicht beruhigt hat. Ich bin dann zum Wippenwipper mutiert. Als sie 8 Wochen alt war habe ich sie in die Wippe gesetzt oder den Cosi und habe sie mit dem Fuß gewippt. Ich weiß nicht die beste Lösung, aber die einzige bei der sie eingeschlafen ist. Wach war sie auch bei jedem Geräusch.
Was kann man dagegen machen? Ich habe nichts gefunden ausser durchhalten  :(
Gegessen habe ich mit einer Hand während sie getrunken hat, obwohl Alena sogar das Talent hatte mit Flasche zu schreien  ;)
Es wird langsam aber stetig besser, auch wenn man das Gefühl hat es gegenwärtig nicht zu schaffen. Was bei uns ganz wichtig war und jetzt noch immer ist ist der Rhythmus. Mit der Zeit hatten wir einen bestimmten Rhythmus und ab da ging es dann immer und immer besser. Selbst jetzt braucht ihn Alena noch.
Und zu Binus Aussage  ;) Ich war auch so unruhig.

Fyps

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Antw:Schreibaby
« Antwort #17 am: 17. März 2012, 20:40:08 »

@fyps: Was hieß denn bei Euch konkret, dass es deutlich besser wurde??


Oh, das waren viele kleine Dinge. Ich habe ab der 10. Woche versucht ihn zu einem Mittagsschlaf zu bewegen, indem ich mich mit ihm zusammen im SZ ins Bett gesetzt und ihn gestillt habe. Dann habe ich irgendwann versucht ihn ins Beistellbett zu legen, anstatt daß er auf mir drauf kurz geschlafen hat. Das hat um die 12. Woche rum dann manchmal geklappt und ich konnte dann mittags und irgendwann auch abends wenigstens mal wieder liegend schlafen s-:).

Seine Bauchschmerzen und damit seine nachmittägliche Nörgelei wurden schlagartig weniger und hörten irgendwann ganz auf.

Ungefähr zum gleichen Zeitpunkt hatten wir auch das Gefühl, daß er "angekommen" ist, schwer zu beschreiben, vielleicht war es uns auch einfach endlich gelungen zu unterscheiden, was er gerade will und wir somit seine Bedürfnisse besser verstehen konnten.
Und er wurde aktiver, konnte mehr sehen und damit auch mehr um sich her wahrnehmen, hat angefangen seine Hände zu entdecken und war dadurch vielleicht auch etwas abgelenkter.
Zu diesem Zeitpunkt war auch die Rennerei zu Osteopath und Orthopäde zuende und die wöchentliche KG tat ihm einfach gut.

Das TT hat er, solange er so schwere Blockaden hatte, nur sehr schlecht akzeptiert, was unserem Tagesablauf absolut abträglich war und mir als passionierter Tragemami echt schwer gefallen ist :-[.
Aber wir haben es trotzdem immer wieder versucht und irgendwann fand er es auch toll und das ist GsD bis heute so geblieben :)

Halte durch, es wird besser werden :-*
LG
Fyps 

 


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Wolkenspringerin

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Antw:Schreibaby
« Antwort #18 am: 17. März 2012, 23:47:04 »
Meine Große war ein Schreikind. Besser wurde es nach 6 Monaten.

Hier hat nichts geholfen und glaubt mir wir hatten alles durch. Das einzige was mir (!!!) geholfen hat war ein Bombentagesrhytmus, wehe der hat einer durcheinander gebracht, und Ruhe einfach ruhe.
Die ersten Wochen bi ich fast panisch mit meinem schreienden Bündel durchs Haus gelaufen, geschuckelt das versucht, jenes versucht usw.
Dann kam die Tragtuchphase...keine wirkliche Linderung.
Irgendwann hatte sie durch meinen Tagesrhytmus feste Schreiphasen. Aber bei 6 Std. am Tag Schreierei kein wirklicher Trost.
In schlechten Phasen bei mir haben Ohropax ware Wunder vollbracht. Ich habe das Geschrei nicht gehört und konnte mich in Ruhe um mein Baby kümmern ohne da sich nervös wurde.
Die anderen sagten ja schon das die eigene Unruhe sich wunderbar überträgt.

Ostheopat hat ein wneig Linderung vollbracht. Oft muss man mehrmals hin. Also lohnt sicher ein weiterer Versuch.
Schreiambulanz war bei uns ein Fall für den Po.

Mein Tip ist: Ruhe für dich und das Kind, möglichst wenig Reize, also keine Besuche zu Hause oder bei anderen. Wenn es dann besser wird kann man ganz dosiert wieder anfangen mit den Reizen.

Meinen beiden weiterne Kinder waren bzw. sind keine Schreikinder.
Und meine Große ist ein tolles Kind geworden, trotz Schreierei. ;) und ich habe ja dann noch 2 weitere Wunschkinder bekommen.

Es geht vorbei irgendwann, kann aber dauern.

Buchtip: Das 24 Std. baby.

mieke79

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Antw:Schreibaby
« Antwort #19 am: 18. März 2012, 08:38:13 »
Guten Morgen  :)!

Ach, erstmal möchte ich Euch sagen, wie gut es tut, zu lesen, dass ich nicht die einzige mit diesem "Problem" und den damit zusammenhängenden Gefühlen war/bin.. Und dass es irgendwann besser wird..
Danke!

@binus: Ich hab gestern noch mal meinen Papa gefragt - die ersten drei Monate mit mir waren wohl in der Tat alles andere als toll...  s-:) s-:)

@hubs: Nein, durch den Umzug hierher habe ich leider niemanden, den ich um Hilfe bitten könnte. Ich bin mit einer Nachbarin befreundet, aber die hat selbst drei Kinder, davon eins erst ein Jahr alt. Eine andere Nachbarin geht schon täglich mit unserem Hund.. Aber mit Baby7Haushalt/Kochen steh ich allein da (wäre ja auch mit einem mal schlafenden Baby kein Problem  S:D).

Das Tuch ist nicht besonders gut gebunden..  :-\ Meine Hebamme hat uns das gezeigt, aber auch ohne die Hockstellung für die Knie, und z.ZT. bindet es sich ja mein Mann um, und der hat für sowas zwei linke Hände. Mindestens. Also sie sitzt da einigermaßen rund drin, aber nicht fest, er muss immer das Köpfchen halten usw. Ich werde in einer Woche mal versuchen, ob ich es bessern binden und sie darin tragen kann (bis dahin hat mein Mann bis auf morgen noch frei..).

@stefanie: Ja, Rhythmus erkenne ich bei ihr auch schon - die Nächte sind gut, und wenn ich die Chance haben will, mal von ihr wegzukommen, dann beim Schläfchen zwischen 7 und 8.30 Uhr. Danach wars das für den Tag..
Problematisch ist eben, dass hier neben ihr auch noch ein anderes Leben stattfinden "muss" - sie schreit mittags ganz schlimm, genau dann, wenn Henning von der Schule kommt und Hunger hat.
Und er verhält sich wirklich ganz rücksichtsvoll, aber sein Spielen und seine Freunde machen eben Geräusche.. Wenn er stundenlang in seinem Zimmer Kappla baut und etwas umfällt - da wird sie halt wach.. aber ich kann ihn ja deswegen nicht im Keller bauen lassen.. ;D

@me: Die Kliene hat heut nacht zwar durch-, aber doch sehr unrihig geschlafen.. Irgendwann lag sie dann stundenlang auf meinem Bauch, dort wurde sie ruhiger. Ich habe es tatsächlich geschafft, mich trotz ihres siebten Sinns für AAAAAAHHHH, MAMA GEEEEHHHT!!!! aus dem Schlafzimmer geschlichen (mein Mann liegt bei ihr), und gerade in aller Ruhe gefrühstückt. Ohne zu schlingen. Einen Riesenpott Haferflocken mit ganz viel weißem Mandelmus, für die Kraft und die Kalorien.. Das tat gut!!!!

Gestern hatten wir noch ein kleines "süßes" Erfolgserlebnis: In ihrer 4stündigen Schreiphase hat sie einmal innegehalten, hat mich ganz direkt angeschaut, ich habe ihr erzählt und sie hat immer "lööö" dazu gemacht. Das ging bestimmt 10 Minuten so, und sie war ganz ruhig und hat voll Kontakt aufgenommen. Das war so süß!!!
Danach gings natürlich weiter mit der schreierei..  s-:)

Bettina

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Antw:Schreibaby
« Antwort #20 am: 18. März 2012, 08:46:59 »
Na, das hört sich doch schon mal ganz positiv an! Vor allem hörst du dich entspannter an und das freut mich sehr.

Danke für deine PN. Leider wohnst du zu weit weg.

Halt durch, verschaff dir deine Auszeiten (so wie heute morgen mit dem Frühstück) und versuche deine innere Ruhe zu behalten, wenn sie so aufdreht. Ich weiß, ist schwer gesagt. Ich hab mich erst beim 4. Kind so richtig innerlich davon distanzieren können. Also es zulassen können, dass es ihrs ist und nicht meins und dass ich ihr beistehen, aber nichts abnehmen kann.
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mieke79

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Antw:Schreibaby
« Antwort #21 am: 18. März 2012, 08:52:29 »
@bettina: Ja, wahrscheinlich muss ich mir auch den Gedanken abgewöhnen, dass ich jetzt irgendwas finden muss, was ihr hilft, ihr Schreien zu beenden.. wenn man als Herangehensweise denkt: ich tue mein Bestes, ich habe alles getan, was für ihr Wohl wichtig ist, jetzt wird sie trotzdem schreien, und ich kann nichts mehr tun als da sein.

wenn ich zwischendurch Pausen habe (so wie jetzt, und wenn sie noch so kurz sind), dann schaffe ich das auch - aber in den letzten Drama-Tagen gab es ja nicht mal 5 Minuten, in denen ich von ihr weg konnte...

Mondlaus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #22 am: 18. März 2012, 10:05:25 »
Kommt mir leider bekannt vor, so war es bei mir auch. Naja, jedenfalls habe ich es als so empfunden. Die Wochen nach der Geburt zu Hause empfand ich als der Horror. Ich war nah am durchdrehen und dachte, es geht so nicht weiter... Natürlich hatten wir alles durch, von Blähungen über Pucken über Tragetuch...Familie gab es auch nicht, die hätte helfen können.

Es hat sich aber einfach so gegeben. Komm einfach mal weg von Diagnosen "Schreibaby", Blockaden, stressfvolle Geburt etc. Babys schreien, manche mehr und manche weniger, und Mütter leiden darunter, manche mehr und manche weniger. Eine einfache Lösung wie z.b. eine Blockade lösen oder die Säuglingsmilch umstellen hilft da nicht. Leider gibt es da (es sei denn es handelt sich wirklich um eine ernsthafte Krankheit, die das Schreien auslöst) nicht viel, was man machen kann, außer an der Einstellung zur Situation zu ändern. 

Immerhin hilft dir dein Mann. Und sie schläft durch. sonst kann man nur sagen: Durchhalten, es geht vorbei :)
Kind 2011
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...

mieke79

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Antw:Schreibaby
« Antwort #23 am: 18. März 2012, 11:23:47 »
@mondlaus: Und wann hat es sich bei euch gegeben??

Mondlaus

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Antw:Schreibaby
« Antwort #24 am: 18. März 2012, 11:29:44 »
Mit circa 3 Monaten. Dann hat sie innerhalb von 2 Wochen durchgeschlafen und eigentlich kaum noch geschrien, sondern eher Laute von sich gegeben.
Heute sind alle so begeistert, dass dieses Kind so einfach ist und nie schreit, sondern nur lacht (tut sie wirklich).

Ich vermute, dass es auch etwas mit meiner Einstellung zusammenhing. Als ich etwas positiver und weniger gestresst wurde, hat das abgefärbt.
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Kind 2014
...

 

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