Autor Thema: Postpartale Depression  (Gelesen 1266 mal)

Cookiecrumbs

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Postpartale Depression
« am: 12. November 2015, 12:55:38 »
Wir waren letzten bei einer Familientherapeutin wegen den Lütten

Er ist ein unruhiges kerlchen und hatte schon immer schlafprobleme..tagsüber selten mehr als 30 min.am Stück und nachts alle 1.5 Stunden

Dort sollte ich ein Fragebogen über mein empfinden ausfüllen(wie es mir geht, wie oft man lacht ,weint etc)

Die Therapeutin sah sich den an. Und sagte zu mir , dass sie den Verdacht hat das ich in eine postpartale Depression rutsche.
(Beim test zählt man Punkte zusammen, ab 12 Punkte spricht man den Verdacht aus. Ich hatte 20)

Nunja, gut geht es mir jetzt nicht, aber das es so schlimm sein sollte, war ich selbst erschrocken. Ich Habs jetzt auf den Schlafmangel und die dunkle Jahreszeit geschoben

Sie hatte angeraten, da es im Nachbarort eine ambulante psychiatrische stelle gibt, dort vorstellig zu werden, damit es mir besser geht.

Als ich zu ihr sagte, das ich das ungern machen würde, da ich Angst habe das mir der kleine weggenommen wird, sagte zu mir

"Das ware jetzt erstmal nicht so wichtig"

Der satz wurmt mich ein wenig, da es ja keine Verneinung ist.

Hat jmd da Erfahrung mit sowas?
Was kann da passieren?

Weiß echt nicht ob mir das was nützt

lotte81

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #1 am: 12. November 2015, 14:21:31 »
Zunächst einmal ist die Aussage der Familientherapeutin nicht sehr hilfreich ...sie hätte deine Sorgen auch zerstreuen können. Ein kann ich dir sagen: Niemandem wird das Kind weggenommen, weil er sich Hilfe sucht! Das ist niemals der Grund.
Es wird auch keinem das Kind weggenommen, weil er depressiv ist.
Es müssen dem Jugendamt wirklich gravierende Gründe vorliegen und auch dann kommt in der  Regel erst Mal Hilfe in die Familie.... Also die Sorge, dass das JA von heute auf morgen aufkreuzt und Kinder aus Familien nimmt, ist an sich schon unbegründet. Das System funktioniert so gar nicht.
Und weiter: Es wird ja acuh nicht bekannte gegeben, ob und warum du zu welchem Arzt oder Therapeuten gehst. Diese haben ja keine Meldepflicht und Schweigepflicht (Außer ein Kinderarzt würde bei einem Kind z.b. Verletzungen finden, die auf Gewalt hindeuten oder es würde sich rausstellen, dass ein Patient eine Gefahr für andere darstellt.... ).

Wie gesagt, ich finde die Aussage der Familientherapeutin sehr, sehr unbedacht.
Hol dir Hilfe und oft wird auch ein Kind ruhiger und entspannter, wenn die Mama glücklich und entspannt ist...seh es einfach als nächste Konsequenz zu dem Besuch der Familientherapeutin um deinem Kind zu helfen.... Und wie der Therapeut es sieht, ist ja auch noch unklar.... zunächst wurde ja nur eine Veranlagung vermutet..... und du selber scheinst ja auch Symptome einer Depression zu spüren?!

Ob es dir was nutzt, kannst du erst sehen, wenn du ein paar Mal dort warst..... Das wird dir keiner vorhersagen können.....



Annakin

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #2 am: 12. November 2015, 20:41:27 »
Lotte hat Recht. Dir wird niemand das Kind weg nehmen. Und die Therapeutin war in dem Punkt daneben.
Ich befasse mich in meiner Abschlussarbeit mit dem Thema der elterlichen psychischen Erkrankung. Und es ist erschreckend, wie wenig Mütter sich im Falle einer postpartalen Depression Hilfe holen.
Du schreibst, dass es dir nicht so gut geht und suchst die Gründe dafür woanders. Aber, weißt du was? Es muss dir nicht schlecht gehen. Egal wo die Gründe liegen, es gibt Möglichkeiten dir dabei zu helfen, dass du dich besser fühlst. Und das wird auch Deinen Kind zugute kommen.
Ich kann dir sagen, dass es weder aus entwicklungspsychologischer, noch aus bindungstheoretischer oder pädagogischer Sicht Sinn macht, dich von deinem Sohn zu trennen. Nicht solange keine konkrete Sorge um sein Wohl besteht. Im Gegenteil, die Kinder werden in die psychiatrische Behandlung mit einbezogen.
Mach es. Schau was passiert. Du wirst dort nicht entmündigt. Viel wird erst einmal sicher nicht passieren und die Liste der möglichen Maßnahmen ist lang. Und bedenke, dass es auch deinem Kind zugute kommen wird, wenn es dir besser geht. Trau dich! Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist eine ganz wichtige Kompetenz.



Pünktchen

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #3 am: 12. November 2015, 21:19:52 »
 Hab jahrelang fürs Jugendamt gearbeitet und niemand nimmt dir dein Kind weg, weil du ein Problem hast. Wenn du dir aber  keine Hilfe holst, deine Diagnose sich verschlimmert und in der Konsequenz dein Kind vernachlässigst, dann wirst du Schwierigkeiten bekommen. Also keine Angst vor der Depression. Keine Angst vor Hilfestellen. (Jugendamt, Mütterberatungsstelle...) und kein falscher Stolz

Malida

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #4 am: 15. November 2015, 10:14:54 »
Hallo!

Hätte ich vor zwei Wochen so einen Bogen ausgefüllt, hätte man mir sicherlich auch eine Depression diagnostiziert.
Wir wussten nicht mehr ein noch aus mit unserem Kind (gerade 1 Jahr alt), tagsüber 30 Minuten Schlaf nach 20 Minuten Gebrüll und nachts ähnlich. Wir hatten kein ErwachsenenLeben mehr, das hat mich als freiheitsliebenden, durchauch egozentrierten Menschen dermaßen fertig gemacht, dass ich mein ganzes Leben gehasst habe.

Dann habe ich mich entschieden meiner Tochter das alleine schlafen beizubringen. Ich habe sie nie allein gelassen, aber mich auch nicht zu ihr in Bett gelegt, jetzt nach 5 Tagen sind unsere Probleme gegessen. Sie schläft jetzt 1,5 h mittags und nachts 11,5 h durch. Durch unsere Familie ging ein Ruck, das Leben ist soviel schöner. Zwei Dinge muss ich dazu sagen: ich wollte mein Kind nie in seinem Bett weinen lassen, selbst wenn ich dabei bin, es war mir zuwider (lehnt sich ja an "jedes Kind kann schlafen lernen" an), aber ich stand kurz vorm Weglaufen.
Natürlich gibt es grundsätzlich einen Bedarf an Therapie, wenn einen ein kind so aus der Fassung bringen kann. Akute Hilfe kann aber auch erstmal eine Verbesserung der Umstände sein, sodass man sich um die fundamentalen Dinge kümmern kann, wenn man mehr Luft, Zeit und auch eine Idee von sich hat (von niemandem lernen wir mehr als von unserem Kind). Ansonsten hat es mir sehr geholfen "dein kompetentes Kind" von jesper Juhl zu lesen, so kommuniziere ich viel besser mit meiner kleinen und wir sind alle zufriedener.

Nicht jede Mutter hat es, mag es aufgrund ihrer Biografie oder den lebenumständen sein, so leicht sich eine funktionierende Familie aufzubauen und du musst dich nicht alleine fühlen.

Eine Schlafambulanz ist eine gute Idee, ebenso wie sich Hilfe bei allen möglichen Stellen zu holen.

Lg und baldige Besserung

« Letzte Änderung: 15. November 2015, 11:33:57 von Malida »

Cookiecrumbs

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #5 am: 16. November 2015, 14:08:15 »
Danke schon mal für die antworten

Im Winter ging es mir nie so gut.. Die dunklen Tage und so

Nun kommt der Schlafentzug dazu

Ich hab von morgens bis abends kopfweh. Bin müde und gereizt und dann noch der kleine, der quengelt und generell alles doof findet. Schlafen ist doof. Essen ist doof. Spielen ist doof. Aufm arm ist doof.

Egal was man macht er quengelt nur.

Das mit den alleine schlafen würde ich auch gerne ausprobieren. Nur ich kriege ihn nicht mal in sein Bett gehoben.
Einschlafen geht nur durchs stillen. Er nimmt kein Schnuller , noch trinkt er aus der flasche.

Geschweige den, dass der Vater einsieht mir diesen part abzunehmen

Er ist ein 24/7 baby und nur ich kriege ihn schlafend ohne großes gebrüll,  und das auch nicht immer

Und das ist furchtbar anstrengend und ich heul nur noch und habe manchmal kein Bock mehr.

Und dann habe ich ein schlechtes gewissen wenn ich so denke


Ich werde das dann mal in angriff nehmen und vielleicht hilft es.

lotte81

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #6 am: 16. November 2015, 16:46:14 »
Zunächst einmal: Fordere deinen Mann. Er sieht es nicht ein dir diesen Part abzunehmen? Das geht nicht... Gut, nun hatte ich auch ein Kind, wie deins (meine Kleine) und da ging der Papa nachts überhaupt nicht und nachts hatte ich wiederum keinen Nerv auf Geschrei...Aber dann muss er morgens/ tagsüber ran, so dass du dich auch mal hinlegen kannst....still den Kleinen, pack ihm deinem Mann ins Tragetuch und schick deinen Mann dann eine Stunde spazieren. Da haben deine beiden Männer dann auch was von, ist ja acuh der Vater Sohn Beziehung förderlich...die Zeit nutzt du nur für dich..... schlafen, baden, ausruhen, fernsehen....einfach mal niemanden "an sich haben"..... Ich denke so etwas macht aus einem auch wieder einen anderen Menschen.
Wir vergessen manchmal,d ass nicht jeder Mensch gleich ist. Die eine Mama kann so ein 24 Stunden Baby gut aushalten und seine Bedürfnisse in jedem Moment erfüllen, die nächste braucht einfach auch ein wenig Freiraum...und dabei geht es ja nicht darum das Baby allein irgendwo schreien zu lassen und sondern es der nächsten wichtigen Bezugsperson übergeben....
Wenn der Papa beruflich überhaupt nicht kann, such dir jemande, den du zu einer wichtigen Bezugsperson machen kannst. Opa, Tante....Babysitter... Irgendjemand, der sich freut ab und an mal das Baby eine Stunde spazieren zu tragen und dich unterstützt.
Das schlechte Gewissen ist niemandem dienlich und hilft dir auch nicht weiter. Wichtig ist, dass du jetzt schaust wie du DEINE Bedürfnisse und die des Babys unter einen Hut bringst. Er ist ein intensives Baby und du scheinst "schon immer" (wie du schreibst) depressive Phasen gehabt zu haben....da kommt aber auch viel auf einmal zusammen. Ich fühle aus deinem TExt richtig, wie sehr dich das anstrengt und wie traurig du bist.... Im Grunde wollen wir ja alle ausgeglichene Mamas mit fröhlichen, wonnigen Babys sein  ;) Aber glaub mir, davon ist die Realität oft weit weg. Du leistest Großes derzeit. Und du darfst dir Hilfe holen.....
und du darfst auch Dinge tun, damit es dir besser geht..... Und wenn da eine Psychologische Beratung dazu gehört, versuch es! Da ist nichts Verwerfliches oder Schlimmes dabei.... Schlimm ist, wenn du dich unnötig quälst..... Und ob nun postnatale Depression, Winterdepression oder generell Derpression ist dabei erst mal egal...wie schon jemand schrieb: Dir muss es nicht schlecht gehen! Es ist nicht heldenhaft oder Sinn der Mutterschaft sich zu quälen. Das erwartet keiner...nicht dein Kind, nicht das Jugendamt und auch sonst niemand.

Evtl. gibt es ja auch für dein Baby noch Hilfe.... Ward ihr mal beim Osteopath? Evtl. hat er ja irgendeine Blockade? Außerdem evtl. mal zu einem guten Heilprakter/ in?
Was hier sehr half war Struktur und Routine...jeden Abend zur gleichen Zeit baden, Babymassage, dann abdunkeln und ab ins Bett...... generell könntest du mal testen, was passiert, wenn du eine Weile schon ab Spätnachmittag Ruhe rein bringst..... Keine Besuche mehr, keine Telefonate...schön gemütlich mit Baby daheim, langsam dunkel werden lassen und sich eine schöne Zeit machen.....
DAfür tagsüber morgens unter andere Mütter, wenn du das magst und kannst... Oft hilft es auch zu hören, dass es nicht nur dir so geht und du was "falsch" machst... man wundert sich oft zu hören wie viele, viele Eltern es ähnlich erleben..... Pekip, Krabbeltreff, Musikgarten....es gibt ja 100 Angebote...wobei es mir weniger um das Angebot für das Kind geht, als mehr für dich zum quatschen...es reicht also ggf. sogar eine Stillgruppe oder ein Müttercafe in einer Hebammenpraxis....
Nutz auch andere Angebote (Stillberatung z.b), wenn du das Gefühl hast, es hilft dir drüber zu sprechen....wenn nicht, lass es bleiben  ;) Was dir gut tut und deinem Baby zählt....

Wie alt ist dein Kind eigentlich? Das geht aus keinem Text hervor..... hast du den Eindruck, dass die Abstillen helfen würde, wenn du das Kind dann acuh mal dem Papa überlassen kannst oder würde dich das eher noch mehr belasten?

Ansonsten empfehle ich dir Grundsätzlich Vitamin D (für dich  ;)) , Sonne, Frischluft..evt mal SOnnenbank, Bewegung...die üblichen Verdächtingen halt.... Aber Vitamin D hab ich im letzten Jahr als sehr hilfreich empfunden,als ich durch fehlende Sonne plötzlich Dauermüde war.....

Und letzteendlich noch das Mütter-Mantra: Es ist nur eine Phase und es wird besser. Und das meine ich ehrlich.....
Wobei ich wirklich das Gefühl habe bei dir kommen 2 Dinge zusammen...deine Psyche und ein ein intensiv forderndes Kind...... und da kann eins das andere Beeinflussen und es lässt sich nicht so gut abschätzen ob es deiner Psyche wegen des Stresses so schlecht geht oder ob dein Baby deinen stress "auslebt"..... oft greift eins in das andere....babys grenzen sich da (logischer Weise) nicht so von der Mama ab und es geht oft als eine Einheit einher, die sich acuh nur als solche "behandeln" lässt....und vielleicht bringt Stabilisierung deiner Psyche auch eine Veränderung in deinem Kind mit sich.....und umgekehrt....


Cookiecrumbs

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #7 am: 16. November 2015, 19:36:20 »
Fast 8 Monate ist er alt

Der papa hat leider keinen festen feierabend

Er kann schon um halb 3 zuhause sein
..manchmal aber erst um 6
Und bis er dann mal fertig ist (duschen essen etc) hat er keine Lust bzw wird zu schnell dunkel und dann will er auch nicht mehr raus..
und in der Wohnung steht er teilweise mit dem Kind neben mir und ist der Meinung das ich mitspielen soll
" wo ist die Mama? Das ist sie ja!"
Dementsprechend ranz ich ihn an..und schwupps ist er beleidigt

Er versucht sein bestes....denk ich...

Meine Mama passt 1 die Woche auf ihn auf,da ich freitags arbeiten gehe...ist also auch keine Entspannung für mich...und mehr will ich ihr auch nicht aufdrängen
Zudem wohnt sie auch 20 km weit weg...

Osteophatie haben wir schon probiert
Bei Frau Nr 1
Ihre Hand auf seinen Kopf und solche Sätze wie "Die Herzenergie der Mutter wird beim stillen zum Kind übertragen"
Hatte aber keine Blockaden gefunden

Rücksprache mit dem Kinderarzt gehalten und eine andere ausprobiert
Und das war der totale Reinfall
Erst gibt die mir ein notfallTermin abends um halb 9
Dann schrie der Lütte wie am Spieß ,wegen übermüdung und er es hasst flach auf den rücken zu liegen und ich durfte ihn nicht hochnehmen oder stillen zum trösten
Es kam der Satz "mein Gott ist der anstrengend"
Und die Tipps
Abstillen, da meine Milch nicht nahrhaft genug ist
Brei füttern und Flasche damit er durch schläft. Weil Babys mit 5 Monaten das gefälligst können sollten!

Selbstredend das ich die Praxis nie wieder betreten habe

Rituale abends versuche ich einzuführen....baden, Füße massieren, nachtlicht an und einschlafstillen und bisher klappts ganz gut...aber man kann die Uhr nachstellen...nach 30 min das erste mal gewimmere....und dann alle anderthalb Stunden....wenn ich Glück habe 2 Stunden Takt.. Er wacht auf wimmert und quäkert..
Man legt ihn an...und entweder schläft er wieder ein..oder quäkert das es die falsche Seite ist und man muss ihn rüberheben damit er die andere Brust trinken kann... Es sind ja vllt max. 10 min die man wach ist..aber ausgeruht ist man trotzdem nicht

Eigentlichen war der plan über 1 Jahr zu stillen
Zwischendurch war ich auch kurz davor abzustillen....aber da kommt das Problem das er nicht aus der Flasche trinkt..alle Sauger schon durch..
Und tasse klapt auch nicht so recht

Deswegen hab bich die Befürchtung dann ein zusätzliches Problem dazu zu kriegen....und die jetzigen reichen erstmal ;-)

Vitamin D fur mich probier ich mal aus, danke vllt hilft ja bisschen :-)

Jetzt muss ich nur meinen inneren schweinehund über winden und Hilfe suchen

Nur dieses ungute Gefühl nervt.... Ne bekannte ging es nach der Geburt auch nicht gut und das Kind lebt jetzt bei einer Pflegefamilie (gut, die bekannte ist borderliner, und sie hatte wohl richtige Panikattacken und Suizid Gedanken, das habe ich nicht!)
Trotzdem Kirche mmt mir das immer in den Sinn

Malida

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Antw:Postpartale Depression
« Antwort #8 am: 16. November 2015, 20:16:10 »
Was ich so schwierig fand an meiner Situation, die deiner einige Wochen lang glich ist sich einzugestehen, dass nur man selbst das Problem ist/hat. Das Kind ist kein Terrorist, der meckert weil es Spaß macht. Es macht dich aufmerksam auf eure Situation. Ich habe mir das immer so ähnlich vorgestellt;
Baby: "Mama, ich merke dass du angespannt und unglücklich bist. Deswegen bin ich es auch."
Das hatmir erstmal geholfen, nicht dem Kind (wie fordernd es auch sein mag) die Schuld an meinem Unglück zu geben. Wenn das Kind viel fordert, hat man einfach noch nicht rausgefunden, was es wirklich braucht. Und das ist keine Schande! Schließlich verstehen wir nicht jeden Menschen intuitiv. Es ist ein ständiges Abwägen zwischen deinen und den Bedürfnissen des kleinen Wesens, die du auch noch ohne Worte verstehen sollst. Das ist für einen sensiblen Menschen, der oft schon Probleme hat, die eigenen Bedürfnisse zu kennen, die eigenen Grenzen abzustecken eine ganz schöne Packung. Und die Sache mit dem angeborenen Temperament ist nicht zu unterschätzen.

Dein Baby gibt dir permanent Feedback darüber, dass ihr euren Weg noch nicht gefunden habt. Es ist gut, dass er nicht aufgeben hat und still geworden ist. Du solltest meiner Meinung nach als erstes alles anpacken was überhaupt nicht mehr auszuhalten ist. Wenn das Stillen dich fesselt oder quält, gehe zuerst dieses Thema an. Zur Not halt auf die "rabiate" Weise, weggehen, Papa mit Flasche zu hause lassen, es wird klappen. Natürlich wird auch das deinem Sohn nicht gefallen.  Schlimmer ist es aber, ungewollt zu stillen. Dabei fließt vielleicht keine "herzenergie" von Mutter zu Kind aber ganz sicher Atmosphäre. Wenn es gar nicht das Stillen, sondern der Schlaf ist, musst du hier zuerst ran. Das war es eben bei uns und wenn man wirklich im Überlebensmodus ist, muss man manchmal Wege gehen, die nicht perfekt sind.

Ihr werdet euren Weg ganz sicher finden. Ich bin aber der Meinung, dass zuerst die Erwachsenen ihre Situation wieder erträglich machen müssen, damit sich für das Kind etwas ändern kann.

 

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