Hallo!
Ich finde Sportvereine sehr gut, aber obwohl meine Tochter in einem ist, finde ich nicht, dass es ein MUSS ist.
Was ich definitiv sehr wichtig finde ist Bewegung im Allgemeinen, ob das nun im Sportverein ist, oder anderswo. Wenn du darauf achtest, dass dein Sohn genug tobt und er viele Chancen zum auspowern, ausprobieren hat, spricht da doch in dem Alter noch gar nix gegen
Grade wenn ein Kind schüchtern ist, ist es vielleicht auch grade wichtig, aber ich finde, dann ist es grade in großen Sportgruppen noch viel, viel schwerer reinzukommen, grade in DEM Alter.
An deiner Stelle würde ich dranbleiben, indem ich ihm neue Sachen zum ausprobieren biete, alle Vereine bieten ja Schnupperstunden an, die Auswahl ist doch enorm. Früher oder später wird er so vielleicht für sich das richtige finden und auch lernen, sich in so einer Gruppe zu behaupten, denn ich denke wenn es schon Probleme gibt, nur weil ihn jemand komisch anspricht (was ja auch im Kiga und überall vorkommen kann) sollte das Hauptaugenmerk erstmal darauf gerichtet werden, dass er lernt sich zu behaupten, zu sich zu stehen und sich auch ein Stück weit durchzusetzen.
Das einfinden in den Verein dauert ja nunmal etwas.
Luna schwimmt im Verein, allerdings schon, seit sie 3 1/2 ist und ich hatte anfangs, obwohl sie Spaß hatte und obwohl sie sehr selbstbewusst ist und sich von niemandem auf der Nase rumtanzen lässt, dennoch große Sorge, weil bei uns ein enormer Altersunterschied dazu kam.
Aber es hat sich so schön zusammengewachsen, das ist richtig toll mit anzusehen. Der Altersunterschied ist noch immer da, natürlich, aber grade durch gemeinsame Aktionen wird das Miteinander doch sehr gestärkt.
Für richtiges Schwimmtraining (also jetzt nicht son Kinderschwimmkurs) finde ich Selbstständigkeit enorm wichtig. Ich sehe das ja bei uns, angefangen davon, dass die Kinder ALLEINE ins Bad gehen (anfangs durften wir, weil Luna ja noch sehr klein war immer mit in die Kabine, mittlerweile geht sie aber alleine und das, obwohl das Trainingsbecken einem großen SPaßbad angeschlossen ist) dafür braucht es schon eine gewisse Sicherheit. Und dann ist das Training an sich einfach auch anders, als das übliche Kleinkindprogramm.
Was das "puschen" angeht... das ist wohl Ansichttsache und nicht allein beim schwimmen gegeben. Ich meine, die Kinder schwimmen Wettkämpfe und natürlich ist den Trainern dran gelegen, die Kinder zu motivieren und sie anzuspornen "das schaffst du noch schneller" gehört für mich genauso dazu wie das Lob, was die Kinder selbstverständlich bekommen. Da kommt es wohl zum einen darauf an, WIE die Trainier das handhaben, denn das geht auch ohne Druck und zum anderen darauf, wie die Eltern dazu stehen, wenn ich nicht möchte, dass mein Kind gegeneinander schwimmt, angesport wird, sich beweisen muss, dann lasse ich es weder zum Schwimmtraining gehen, noch zur Leichtathletik, noch zum Fußball.......
Was das zurechtfinden in einer Gruppe angeht, um darauf nochmal zurück zu kommen, sowas muss sich erst entwickeln. Man kann doch nicht davon ausgehen, dass ein Kind einmal irgendwo hin geht und sofort komplett integriert ist. Wie gesagt, beim schwimmen beispielsweise sind die Kinder doch sehr mit sich beschäftigt, nicht nur, aber überwiegend. Der Zusammenhalt kommt da durch die Wettkämpfe, wo die Kinder den ganzen Tag verbringen und sich gegenseitig anfeuern, durch gemeinsame Ausflüge (Luna war z.B. neulich den ganzen Tag mit ihrem Verein im Duisburger Zoo, etc.) Da entwickeln sich richtige Freundschaften und die Freude sich regelmäßig zu sehen, aber so einer Entwicklung muss man auch ne Chance geben.
Deshalb ist mein Tipp, ausprobieren lassen und wenn er sich noch nicht richtig zurechtfindet, Alternativen im Alltag bieten und es einfach später nochmal versuchen. Nur weil er mit 5 in keinen Sportverein will/kann, heißt das doch noch lange nicht, dass er das nie wollen wird
Ein Punkt noch, ich weiß nicht mehr wer das geschrieben hatte zum bestechen. Das finde ich persönlich unmöglich. Wir hatten auch einen Jugen im Verein, der wollte überhaupt nicht, der wollte Fußball spielen, was die Mutter aber verboten hat, weil SIE Fußball doof findet und wollte, dass ihr Sohn schwimmt. Also hat sie angefangen ihn zu bestechen und das auch jedem erzählt, der es nicht hören wollte. Immer wenn er x-Mal beim Training war, hat er ein neues Nintendo DS Spiel bekommen. Ich hab sie mal gefragt, was sie sich davon verspricht, allerdings nur einen blöden Blick geerntet . Ihr Sohn hat sich irgendwann ZU RECHT komplett verweigert und gar nicht mehr mitgemacht. Fazit: Er macht jetzt gar keinen Sport mehr.
Daran sieht man, das so ein Vereinszwang auch komplett nach hingen losgehen kann und Bestechung auch auf Dauer kein Wundermittel ist. Deshalb finde ich es besonders wichtig, dass die Interessen der Kinder da klar erhört werden, welcher SPort ist doch Schnuppe, Hauptsache Sport und die Möglichkeiten da sind ja breit gefächert