Huhu,
also meine ist zwar noch jünger, aber solche Phasen kennen wir auch immer mal. Dazwischen ist es aber wieder komplett weg. Bei Euch auch?
Mal prinzipiell: TV-Verbot ist nicht konsequent. Das ist eine Strafe, die mit dem, was er getan hat, nichts zu tun hat. Und wenn er eh schon TV-Verbot hat, was sollte ihn dann hindern, noch was anzustellen? Besser wäre, Ihr würdet sinnvolle Folgen finden. Etwas, was wirklich mit dem zu tun hat, was er getan hat. Man kann das ein wenig hinbiegen natürlich

. Beispiel: Ihr wolltet einkaufen, er läuft absichtlich weg. Dann ist danach eben entweder keine Zeit mehr zum einkaufen und er muss an dem Tag das essen, was noch übrig ist (da würde ich schauen, dass ich etwas auftreibe, was ihm garantiert nicht schmeckt

). Oder aber Ihr geht einkaufen - dann ist aber keine Zeit mehr für das gemeinsame Spiel, das Ihr noch eingeplant hattet.
Bei dem Mittelfinger: Weiß er denn, was das eigentlich bedeutet? Wenn nicht: erklären. Wenn ja: Sag ihm, dass Du nicht beleidigt werden willst und ihn ja auch nicht beleidigst. So was darf er in seinem Zimmer machen, sonst nirgends. Im Zweifel schickst Du ihn genau dort hin. Außerdem hat er sich ja grad über Dich geärgert, weil Du geschimpft hast (wenn auch nur mit Deiner Geste). Dann leg ihm das in den Mund, damit er lernt, das in Zukunft (irgendwann mal) richtig auszudrücken. Und sag ihm, dass er gerne sagen darf: Mama, Du nervst! - aber Dich eben nicht beleidigen.
Insgesamt so wenig schimpfen wie möglich: einfach (jaja, ich weiß, ist nicht einfach) klare Ansagen machen, was Du genau in der Situation erwartest und was passieren wird, wenn er das nicht macht. Und dann einfach handeln, gar nicht mehr reden.
Wichtig finde ich auch, das hinterher noch mal zu thematisieren, zum Beispiel am Abend noch mal gemeinsam überlegen, was an dem Tag gut gelaufen ist, was nicht so. Und wie man die nicht so guten Sachen in Zukunft anders gestalten könnte. Zum Beispiel das mit dem Einkauf: Ihm noch mal erklären, warum Dich das ärgert, wenn er wegläuft. Oder besser: Lass ihn es erklären. Frag ihn, was dann wohl passiert, wie Du Dich dann wohl fühlst usw. Und lass ihn auch selbst möglichst für die Zukunft eine sinnvolle Lösung vorschlagen, die auch seine Interessen berücksichtigt.
Davon abgesehen: Welche Möglichkeiten hat er denn, positiv aufzufallen? Hat er feste Aufgaben, die er erfüllen muss für die Familie? Hat er ein Haustier, um das er sich kümmert? Etwas in der Art solltet Ihr unbedingt finden, damit er sich anderweitig Bestätigung holen kann (auch Schimpfen ist ja irgendwo Bestätigung).
Ich kann Dir dazu ein Buch empfehlen: Kinder fordern uns heraus. Das hilft finde ich echt weiter, auch wenn ich nicht alles darin unterschreiben würde. Aber es hat viele sinnvolle Ideen, die auch wirklich alltagstauglich sind.
Liebe Grüße,
zuz