Autor Thema: Papa vs "Erzeuger"  (Gelesen 5212 mal)

Heike-Max

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Papa vs "Erzeuger"
« am: 25. Juli 2012, 20:29:40 »
hallo mädels (bin seit ewigkeiten auch mal wieder da  :-[  )

und ich starte auch gleich mit meinem problem.
ich nehm mir jetzt die 2. sommerferien schon vor meinem großen über die "verhältnisse" in unsrer familie aufzuklären. er geht ja davon aus, dass mein mann auch sein papa ist-er kennt es ja nicht anders seit er 2,5 ist.
ich hab panik, angst vor seiner reaktion bzw davor, dass ich nicht beeinflussen kann wie er sich fühlt und was er denkt.
das schlimme an der sache ist, dass ich mir so denke (gehe da von mir aus) dass er wissen will wer sein "erzeuger" ist. mehr als fotos und informationen kann ich nicht bieten und ich muss mich da schon arg am riemen reißen neutral zu bleiben. aber wenn er nur halb so neugierig ist wie ich (und das ist er) dann will er es wissen. und die letzte email von jenem erzeuger war "DEIN sohn kann sich melden wenn er 18 ist und  keine Unterhalt mehr will".
Ich würd mich ja als beispiel nehmen, da ich  mit meinem (stief)vater das große los gezogen habe und er auch der weltbeste opi für meinen großen ist, den es gibt-aber das hätte ja zur folge dass der opi auch nicht wirklich "verwandt" in dem sinne ist.

hatte das problem auch schon jemand? bin für jeden tipp und erfahrungsberichte dankbar.

lg Heike

GiGi

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #1 am: 25. Juli 2012, 20:45:21 »
Als Mutter kann ich deine Panik verstehen. Rein sachlich gesehen finde ich, dass du das Gespräch nicht mehr auf die lange BAnk schieben solltest. Dein Sohn ist schon 8 und je länger du ihm die Wahrheit vorenthältst, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sauer ist, dass ihm die Wahrheit so lange vorenthalten wurde. Das ist ein ziemlicher Vertrauensbruch...

Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit durch Zufall - wenn ihr Babybilder vergleicht von den Kindern, oder wenn ihr über die Zeit vor seinem Alter von 2,5 JAhren sprecht. Dann würde ich die Chance ergreifen und z.B. erzählen, dass als dein Sohn so klein war, der XY noch nicht bei euch in der Familie war, dass er erst später dazu gekommen ist usw. ...
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Heike-Max

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #2 am: 25. Juli 2012, 20:53:41 »
danke für die schnelle antwort.

ich sehe das ja genauso, was das warten angeht, ich wäre auch sauer. aber manchmal hab ich den eindruck, dass er einfach noch nicht so weit ist.

Eine Chance hatte ich als unsre maus auf die welt kam, da hab ich in der tat bilder verglichen und er fragte wer der onkel ist- war für mich zu früh mit 6 jahren.

ich hab wahrscheinlich nur mehr angst davor, dass er  enttäuscht von mir ist, dass ich ihm das vorenthalten habe. Selbst wenn jeder der ALLES kennt das versteht, ist dass dann doch zu viel für sein alter. und ich glaube in unsrem fall ist es besser so neutral wie möglich zu bleiben, sonst würde ich wahrscheinlich ausfallend werden.
Ich würde die Enttäuschung ja für seine sicht der dinge auch verstehen, aber ich wäre auch total am boden, weil ich ihn ja eigentlich nur beschützt hab.


GiGi

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #3 am: 25. Juli 2012, 20:58:56 »
Er ist so weit, schon lange... hol die Bilder wieder raus und beantworte seine Fragen! ;)

Und die Gefahr der Enttäuschung wird größer, je länger du wartest. Das Thema beschäftigt dich, das ist präsent in deiner Familie - hol es auf den Tisch! Du musst ihm ja keine unappetitlichen Details erzählen, irgendwie klingt so durch, als wäre die Geschichte mit seinem biologischen Vater nicht wirklich nett und dennoch, er hat ein Recht darauf zu wissen, wie die LAge ist. Und esgibt deutlich schlimmere Umstände - was ist, wenn er es durch Zufall von irgendwem erfährt??
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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #4 am: 25. Juli 2012, 21:00:46 »
Und wenn du dir sehr unsicher bist - vielleicht kann dich ja eine Beratung in einer Familienberatungsstelle stärken? Hier www.bke.de findest du Adressen in deiner Nähe.
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Heike-Max

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #5 am: 25. Juli 2012, 21:03:31 »
Da hast recht.  ;D 
In beiden Sachen. die geschichte ist alles andere als schön und trotzdem hat er ein recht drauf.
 DANKE  :) :) :) :) :) :) :) :)

Hab ab Freitag ne ganze Woche für uns beide, dann ergibt sich bestimmt ne gelegenheit. Bin ja auch froh wenns vom tisch ist und er es von mir statt jemanden anderen erfährt.

GiGi

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #6 am: 25. Juli 2012, 21:06:46 »
Gerne doch... ich drücke euch die Daumen. Und erzähl doch mal, wie es gelaufen ist.
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satti

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #7 am: 25. Juli 2012, 23:15:18 »
puh....ich hätte das kind ja nie in dem glauben gelassen das der "neue" der echte papa ist  ???
find  das hat was von anlügen und somit würde ich mich nicht wundern wenn der mittlerweile große sohn mit recht entäuscht und sehr traurig ist  :-[ ich würde ihm jede reaktion zugestehen und würde mich auf das schlimmste gefasst machen....ihr bzw du nimst ihm die ganze familie,alles worauf er sich bisher verlassen hat wird zusammen brechen.....ich würde das mit einer recht "neutralen" person zusammen machen,damit er immer noch wen hat dem er vertrauen kann,jemand der für ihn da ist in dem moment wo ihm der boden weg gezogen wird.....
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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #8 am: 26. Juli 2012, 02:37:59 »
Ganz ehrlich, ich würde mir in dem Fall psychologischen Rat holen, denn ich hätte ähnliche Befürchtungen wie sättig  :-\


Heike-Max

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #9 am: 26. Juli 2012, 07:36:45 »
@satti und zuz

den rat hatte ich schon von der elternstelle. die und sein kinderarzt meinten, dass das ohne jemanden stattfinden soll.

Seine familie bleibt doch und es ist nicht der "NEUE" der als papa fungiert sondern mein mann, der in seit 6 Jahren genauso großzieht wie ich. Mein mann wurde eigentlich auch von anfang an nicht mit papa angesprochen sondern mit seinem namen, es war das ganze umfeld die ihn zum papa gemacht haben, ich habs nur nicht verhindert, weil mein mann ein 1000mal besserer papa ist, als sein erzeuger je sein wird. und wenn er auch nur 50% meiner gene hat, wird er das auch merken.

Im besten falle würde ich ihm auch nichts wegnehmen, sondern er würde was dazu bekommen, wenn er nicht so einen "super" erzeuger hätte, der ihm nicht mal zum geburtstag ne karte schreibt.

wünsche euch einen schönen tag, die arbeit ruft

Fliegenpilz

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #10 am: 26. Juli 2012, 08:40:49 »
Ich bin da schon bei satti & zuz.

Das Grundproblem, welches jetzt nicht mehr änderbar ist, ist wohl, dass er von kleinauf in dem Glauben aufgewachsen ist, dass das der "Papa" ist. Ich meine mit 2,5 Jahren hätte man ihm auch beibringen können, dass es "XY" ist.
Wie kam es dazu, dass er ihn "Papa" genannt hat. Die Schwester ist ja um einiges jünger, das Abschauen schließe ich damit aus.

Ah, gerade gelesen - das Umfeld machte ihm zum Papa und ihr habt es zugelassen. Verzwickt und dem Jungen gegenüber schon unfair.
Ich glaube dir, dass dein Mann deinen Sohn wie seinen eigenen liebt und ich glaube dir auch, dass er ein toller Papa ist. Aber dein Sohn hätte das selbst entscheiden sollen, er hätte vom Herzen her sagen müssen "Das ist mein Papa!" und niemand anders.
Genau genommen fehlt ihm 50% seiner Identität, sein leiblicher Vater. Der ist auch mit dem besten "Ersatzvater" nicht zu ersetzen - wird aber ein Ersatz gebraucht, gefordert  und erwünscht, dann sollte das immer von den Kindern aus gehen.
« Letzte Änderung: 26. Juli 2012, 08:49:03 von Christiane »


Bettina

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #11 am: 26. Juli 2012, 08:42:25 »
Das ist eine wirklich schwierige Situation, bzw. kann ich mir vorstellen, dass du Angst davor hast.

Ich denke auch, dass es eine Sache zwischen euch ist. Aber nicht nur zwischen dir und ihm, sondern und das wäre mir wohl wichtig, auch deinem Mann, von dem er denkt, er sei sein Papa.

Vielleicht würde ich mich zu dritt hinsetzen, im Kopf hab ich gerade, dass besonders dein Mann nah bei ihm sitzt und ihr schaut Fotos zusammen an, sprecht drüber, was er wann konnte, was er wann gelernt hat und dass er ja früher den Namen zu "deinem Mann" gesagt hat und erst später Papa. Und dann darüber die Kurve kriegen, dass es ja auch von der Zeit damals noch keine Fotos von deinem Mann bei euch gibt, weil du ihn da noch nicht kanntest. Er also einen Vater (Erzeuger finde ich so klinisch, finde ich nicht schön für das Kind, erzeugt worden zu sein) hat, den er nicht kennt, aber mal kannte als Baby und nun einen Papa hat.

Wenn er Fragen stellt und du da in dem Moment nicht wirklich weißt, was du dazu sagen sollst oder wie, dann würde ich die aufschreiben (so dass er es sieht) und ihm ehrlich sagen, dass es dir auch alles nicht leicht fällt und du da etwas Zeit brauchst, es dir aber aufschreibst und drüber nachdenkst und ihm ganz sicher eine Antwort geben wirst.

Er ist alt genug, etwas warten zu können. Vielleicht wird er es sogar selbst erstmal gar nicht hören wollen, leugnen wollen.

Mein Onkel hat nach seiner Konfirmation, also mit 14, gesagt bekommen, dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Für ihn ist eine Welt zusammen gebrochen und genauso für meine Mutter (jüngere Schwester). Insgesamt sind sie aber nach dem ersten Schock gut damit klar gekommen denke ich.

Die Nichte meines Mannes ist auch nicht die leibliche Tochter des Papas. Ich weiß nicht, ob sie es inzwischen weiß. Aber es ist schlimm, richtig schlimm, dass quasi jeder in der Familie Bescheid weiß, nur sie nicht. Jetzt ist es einfacher, weil wir recht weit weg wohnen, aber eine Zeit lang war es echt eine blöde Situation, den eigenen Kindern immer zu sagen "sag aber nix" oder selbst aufpassen zu müssen, dass einem bloß in Anwesenheit der Kinder/der Nichte nix rausrutscht.

Vertrau auf dein Mama-Gefühl und vertraue in eure Bindung zueinander, auch die Bindung Papa-Sohn .....  s-druecken
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Bettina

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #12 am: 26. Juli 2012, 08:46:31 »
ich würde ihm jede reaktion zugestehen und würde mich auf das schlimmste gefasst machen....ihr bzw du nimst ihm die ganze familie,alles worauf er sich bisher verlassen hat wird zusammen brechen....
*unterschreib*

Wie gesagt fände ich wichtig, dass ihr alle drei dabei seid. Gerade weil es euch alle drei angeht und er nicht in der Situation gleich ohne Papa dasteht.
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lotte81

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #13 am: 26. Juli 2012, 09:00:02 »
Verzwickte Lage  :-\ Ich finde es ja immer schwierig , wenn Kinder bis zum Tag X im glauben gelassen werden, der Stiefpapa, sei der Papa oder die Adoptiveltern, die leiblichen Eltern und dann kommt das klärende Gespräch..... schöner ist es sicher, wenn die Fronten von Anfang an klar sind und jeder weiß wo er dran ist....
Mit 8 wird es sicher auch allerhöchste Eisenbahn! Noch 1-2 Jahre drauf und du näherst dich schon einer schwierigen Phase (Vor-) Pubertät ...und da würde es mit Sicherheit knallen.... Ich würde also keinen tag länger als notwendig überlegen,sondern es nun halbwegs schonend machen.
Evtl. weiß er es ja doch und hat es nur noch nie geäussert....in der Regel weiss so was ja das ganze Umfeld (Verwandte, Freunde, Kita) und irgendwo kommt es ja meist raus ...und da wäre dann für mich der nächste Punkt es lieber heute als morgen anzugehen....Was wenn es ihm ein Kind im "Streit" an den Kopf knallt oder die Oma mal in Ungedanken sagt (ich kenne genau diese 2 Fälle und da gabz dann richtig Zoff)

Klar, vermutlich wird er IRGENDWANN erkennen, dass das alles im Kern nichts bedeutet und ihm die Familie nicht nimmt...kann auch sein, dass er das direkt nach dem Gespräch schon so sieht...ich würde mich aber eher auf Wut und Trauer gefasst machen, denn seine kleine Welt wird schon aus den Fugen geraten....

Ich finde Bettinas Vorschlag, es in jedem Fall zu dritt (also mit Stiefpapa) zu machen gut.... Über Fotos oder mal fragen, ob er sich noch dran erinnern kann wie dein Mann in die Familie kam  :) Also erst mal schauen, ob er doch was weiß oder sich erinnert und aber , weil es ja für ihn "Normal" ist einfach nie ausgesprochen hat....mit 2,5 Jahren war er ja so klein auch nicht mehr......
Ja, und dann denke ich kann alles passieren...Von direkten Wutausbrüchen, bis "Erst mal AKzeptanz" und später dann tiefe trauer....oder eben einfach nur Akzeptanz.... Ich halte alles für möglich und finde es schwierig abzuschätzen bei einem 8 jährigen....
Und danach sollte dein Mann erst mal viel GEduld mitbringen (und du auch) und auch viel Zeit in in investieren um ihm zu zeigen, dass alles gut ist und er nichts zu befürchten hat....Klar, ihr wisst das aber er nicht...er wusste bisher nur, dass der Papa sein Papa ist und du die Mama und das ist nun irgendwie alles nicht mehr so.....(Falls er nicht eh schon was weiss oder ahnt)

Der "Erzeuger" war anfangs noch bei dir d.h. es gibt Fotos mit ihm und deinem Sohn nach der geburt etc.?


toki

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #14 am: 26. Juli 2012, 09:06:11 »
...
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2014, 10:36:45 von toki »
"Realität ist die abstrakte Illusion zerstörter Ideale"


Bettina

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #15 am: 26. Juli 2012, 09:17:30 »
Was mir noch in den Kopf gekommen ist .... ich würde versuchen, den leiblichen Vater nicht schlecht zu machen. Neutral bleiben. Also nicht runterreden auf "Erzeuger" oder "der war gemein zu mir" oder "der meldet sich ja nie" oder "da kommt ja nicht mal eine Karte". Neutral bleiben, ehrlich sein, aber nicht schlecht reden. Das mag ihm jetzt dann noch nicht so bewusst sein, aber er ist Teil seines leiblichen Vaters und Kinder können das nicht bewusst so auseinander halten. Da muss zu der Baustelle "mein Papa ist nicht mein Vater" und "ich habe noch einen anderen Vater" nicht auch noch dazu kommen "der ist ein Po".

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Heike-Max

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #16 am: 26. Juli 2012, 22:00:26 »
danke für eure ehrlichen antworten und ich muss ehrlich sagen, dass ich mit  mehr kritik gerechnet hatte und weniger gute ratschläge.

@bettina
Danke  :) hat gut getan zu lesen.

fahr morgen ne woche zu meinen kids, die noch im urlaub bei oma und opa sind. hätte auch gern meinen mann dabei, aber ich weiß nicht ob sich das realisieren läßt, da er arbeiten muss.
geb euch bescheid wie´s war, wenn ich wieder da bin

DANKE DANKE DANKE  :) :) :) :) :) :)

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #17 am: 26. Juli 2012, 22:05:01 »
Psychologe heißt ja nicht, dass der mit dabei sein soll! Aber der kann Dir sagen - im Gegensatz zu uns hier - welche Fehler Du dabei keinesfalls machen solltest und wie Du am besten reagierst. Ich würde mir ein derart heikles Thema nicht ohne fachliche Beratung zutrauen :-\

Littlebaby

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #18 am: 26. Juli 2012, 22:24:49 »
huhu heike

schön dich hier zu lesen  ;D :-*

@zuz
sie hat sich doch rat auch bei der elternstelle geholt :)

@heike
ich denke meine meinung kennst du ja. sag es ihm :D ich war damals 10jahre alt und ich war mit meiner mama eis essen und hatte gaaaaaaanz alleinige mama zeit und das war schon komisch und dennoch habe ich diese botschaft damals gut aufgenommen und war meiner mutter keines wegs böse. die situation war aber noch mehr verzwickter als bei dir :-*

lg littlebaby



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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #19 am: 27. Juli 2012, 09:53:21 »
ich bin ehrlich i würd das Kind auch nicht anlügen was den Kontakt angeht. Ich würde das so schonend wie möglich rüber bringen und ihm auch erklären wenn der Erzeuger keinen Kontakt haben will er sehr "dumm" ist weil er nicht weiß was für ein tolles Kind er hat.

Das würde ich auf gar keinen Fall machen  :-\
Den Vater schlecht reden, somit die Herkunft des Kindes, als dumm oder böse zu bezeichnen im gleichen Moment, indem er erfährt, dass er ja gar nicht von seinem "Papa" kommt, ist glaube ich eher kontraproduktiv.
Zum Einen tut die Sache an sich wahrscheinlich schon weh genug, da muss der Schmerz "und dein echter Papa interessiert sich nicht für dich" nicht noch direkt hinterher gebracht werden, zum Anderen sollte der Sohn selbst die Möglichkeit bekommen, wenn er so weit ist, sich ein Bild von seinem Vater machen zu dürfen.

Dieser fremde ist und bleibt nunmal der Vater, egal wie lieb der jetzige Papa ist und der Sohn immer irgendwie "Teil" von ihm. Ihn dann direkt schlecht zu machen hilft niemandem, am wenigsten dem Jungen selbst.

Ich würde an deiner Stelle nicht auf die richtige Gelegenheit warten, die wird sich nicht ergeben. Deswegen ziehen es wohl so viele so lange hin, weil sie die Gelegenheit irgendwie nicht ergibt  :-\
ich würde ganz gezielt die Gelegenheit schaffen und planen, nicht darauf warten,dass es schon irgendwann dazu kommt,sondern es gezielt angehen.

Nanouk321

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #20 am: 27. Juli 2012, 13:17:56 »
Die Frage " Wie erkläre ich es meinem Kind am besten" wird sich bei mir auch irgendwann stellen! Mein Mann ist ja auch nicht der leibliche Vater von Lukas, aber in unserem Leben seit der Kurze 5 Monate alt ist! Für Lukas ist mein Mann schon immer Papa gewesen seitdem er angefangen hat zu sprechen! Das liegt aber auch mit daran das die Tochter meines Mannes auch bei uns lebt! Nur wann ist der richtige Zeitpunkt meinem Sohn zu erzählen das er noch einen anderen Papa hat! Der leibliche Papa kümmert sich überhaupt nicht um ihn! Er kennt ihn praktisch gar nicht!

lotte81

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #21 am: 27. Juli 2012, 13:22:41 »
@Nanouk: ich würde es jetzt machen und ihn selbstverständlich damit aufwachsen lassen.... Immer wieder Bücher über das Thema lesen, Fotos anschauen (auch vom Vater) und erzählen wie der Papa in die Familie kam....Nur so entsteht eine Selbtsverständlichkeit.
Meine Eltern haben das bei ihren Pflegekindern, die alle mit 1 Jahr kamen IMMER von Anfang an erzählt und "am Leben gehalten", dass es eben noch Wurzeln gibt.... Es gibt da viel Buchmaterial zu und kein Kind hatte je Probleme damit....


Bettina

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #22 am: 27. Juli 2012, 13:40:25 »
@Nanouk: In dem Alter finde ich es noch recht einfach, es einfach in den Alltag einfließen zu lassen.

Ich sehe da ein wunderbares Beispiel bei einer befreundeten Familie. Sie haben ein Pflegekind. Die Kleine war 3 Monate alt. Sie wird jetzt im Herbst zwei. Sie war von Anfang an (sie haben noch einen jetzt 5jährigen Sohn) das "geschenkte" Kind. Da ist auch kein Kontakt zu den leiblichen Eltern da und den wird es wohl auch noch sehr lange nicht geben, wenn überhaupt jemals (also wenn sie als Erwachsene sucht oder so), aber es ist einfach im Alltag ganz normal und jeder weiß es und jeder spricht drüber. Geht es um Schwangerschaft, dann sagt die Mutter regelmäßig "siehste, mit dem Großen das war so ein Aufwand (künstliche Befruchtung), dass wir uns das andere einfach haben schenken lassen" usw.! Einfach ganz normal. Natürlich werden irgendwann die Fragen kommen und klar versteht sie es alles jetzt noch nicht so wirklich, was es bedeutet, aber es ist keine Heimlichtuerei. Und das finde ich wichtig.
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Bob

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #23 am: 27. Juli 2012, 16:02:15 »
Hallo Heike!!!!

Ich kann nur aus meinen Erfahrungen berichten.
Ich kenne meinen Erzeuger auch nicht. Ich habe mit ca. sechs Jahren mitbekommen das der neue Mann große unterschiede zwischen meiner Schwester und mir gemacht hat. Ich wusste von früher her, das dieser mann nicht mein Vater war, meine Mutti und ich waren lange allein. Ich habe immer wieder gebort und gebort. Meine mutti hasst meinen vater aus tiefstem Herzen und sie ist mit immerzu ausgewischen. ich habe den vater meiner Schwester so sehr gehasst. Aber das ist ja bi euch nicht der Fall (sei froh darüber, war kein gutes klima). Ich bin mir sicher, hätte mich der neue Mann akzeptiert und mich wie meine Schwester behandelt und meine Mutter wäre nicht so verschlossen gewesen wäre alles viel einfacher.

Ich habe bis zu meinem 20. Geburtstag alles getan um herrauszufinden wer mein vater ist und hab versucht ihn zu Kontaktieren. ...... Leider hatte meine Mutter die ganze Zeit recht.

Aber mein opi den ich über alles liebe, ist auch nur sein Stiefopi. Habe das mit ca 10 jahren erfahren. Aber ich war extrem verwirrt.  Du solltest wirklich vorsichtig sein, und nicht beides auf einmal ihm sagen.
Habe meinen opi jetzt immernoch tausendmal mehr lieb als meinen "richtigen" Opa. Außerdem habe ich respekt vor ihn, weil er sich um meine Tanten und mutti gekümmert hat, und das besser als jeder Vater es tun könnte. Und das ist jetzt auch bei den Enkeln und Urenkeln so. (Der liebt meine Kleine so sehr)

Nipa

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Antw:Papa vs "Erzeuger"
« Antwort #24 am: 27. Juli 2012, 23:43:32 »
Ich denke auch, dass es eine Sache zwischen euch ist. Aber nicht nur zwischen dir und ihm, sondern und das wäre mir wohl wichtig, auch deinem Mann, von dem er denkt, er sei sein Papa.

Vielleicht würde ich mich zu dritt hinsetzen, im Kopf hab ich gerade, dass besonders dein Mann nah bei ihm sitzt und ihr schaut Fotos zusammen an, sprecht drüber, was er wann konnte, was er wann gelernt hat und dass er ja früher den Namen zu "deinem Mann" gesagt hat und erst später Papa. Und dann darüber die Kurve kriegen, dass es ja auch von der Zeit damals noch keine Fotos von deinem Mann bei euch gibt, weil du ihn da noch nicht kanntest. Er also einen Vater (Erzeuger finde ich so klinisch, finde ich nicht schön für das Kind, erzeugt worden zu sein) hat, den er nicht kennt, aber mal kannte als Baby und nun einen Papa hat.

Wenn er Fragen stellt und du da in dem Moment nicht wirklich weißt, was du dazu sagen sollst oder wie, dann würde ich die aufschreiben (so dass er es sieht) und ihm ehrlich sagen, dass es dir auch alles nicht leicht fällt und du da etwas Zeit brauchst, es dir aber aufschreibst und drüber nachdenkst und ihm ganz sicher eine Antwort geben wirst.

Das finde ich gut. So würde ich es auch machen.
Und einfach so als "wir reden zufällig drüber beim Foto schauen" und nicht als ernste "wir müssen Dir jetzt was sagen" Situation.

Ich drück Dir die Daumen!!!

@Bettina: das mit dem geschenktem Kind und dem Aufwand beim Grossen, das klingt aber widerum für den Grossen doch gar nicht schön...



 

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